Handreichung Partizipation
von SPEEDY (05.01.10 23:11:12)Moin Moin allerseits,
Wir vom Jugendwerk der AWO wollen in diesem Jahr eine Handreichung zum "Partizipation" herausgeben. In diesem Schriftstück sollen dann auch "best practice" Beispiele auftauchen um den Leser gleich Anregungen für die nächste Freizeit, das nächste Seminar, Gruppenstunde etc. zu geben.
Nun haben wir uns überlegt:
um nicht nur engstirnig in unserem Verband zu suchen möchten wir dieses Thema auch an andere Verbände weiter geben die dann uns ihre besten Partizipation Beispiele einreichen können.
Natürlich werden dann bei allen Einsendungen, auch die jeweiligen Gliederungen, Träger, Verbände o. ä. stehen, damit die anderen Verbände zum einen eine beispielhafte Außenwirkung haben und wir uns nicht mit fremden Federn schmücken.
Ich hoffe, dass es einige Wortmeldungen zu diesem Thema gibt, und freue mich schon auf die Beiträge.
Viele Grüße Christoph
Da aus meiner Sicht "Partizipation" (genauso wie "Gender") zu den am häufigsten missverstandenen Begriffe unserer Zeit gehört, würde ich mich freuen, wenn Du hier noch kurz Euer Verständnis bzw. Eure Definition des Begriffs "Partizipation" kurz wiedergeben würdest.
Stimmt da hast du recht....
Partizipation in unserem Sinne meint, etwas MIT Kindern und Jugendlichen FÜR Kinder und Jugendliche zu erarbeiten. Dabei geht es um aktives Teilhaben im Gegensatz zum Teilnehmen.
JedeR muss dort abgeholt werden, wo er/sie steht und die Informationen bekommen, die gebraucht werden, um aktiv mitgestalten und mitbestimmen zu können. Lernen in allen Alterstufen sollte idealerweise über die Interaktion und den gegenseitigen Austausch erfolgen.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn alle Kinder und Jugendliche an der Vor-, Haupt- und Nachbereitung von Projekten und Maßnahmen beteiligt wären. Doch in unserer zielorientierte Gesellschaft fehlt oft die Zeit, um Prozesse im Vorfeld gemeinsam mit Kindern einzuleiten. Allerdings sollten möglichst Repräsentanten als Sprachrohr der Gruppe mitbestimmen dürfen. Wichtig ist, diese nicht einfach nur zu fragen, „was sie machen wollen“, ohne einen konkreten Rahmen vorzugeben. Die BetreuerInnen, PädagogInnen oder ErzieherInnen - also die Erwachsenen – nehmen die Rolle als Implus- und MotivationsgeberInnen oder BegleiterInnen bei partizipatorischen Prozessen ein. Sie müssen zwar vorgeben, was finanziell und organisatorisch möglich ist, sollten dann aber Vorschläge der Teilnehmenden aufgreifen und sich selbst zurück nehmen.
Wichtig ist uns zu betonen: „Der Weg ist das Ziel!“ Der Beteiligungsprozess und das demokratische Lernen von Kindern und Jugendlichen selbst sollten wichtiger sein, als das Endergebnis. Eine erwachsene „Begleitung“ muss es daher auch aushalten können, wenn nicht alles so glatt läuft, wie geplant und sich von festen Strukturen und Denkmustern lösen können – ihre Rolle ist entscheidend. Natürlich muss er/sie trotzdem darauf achten, das Regeln eingehalten werden, muss Gruppenprozesse auffangen und der Aufsichtspflicht gerecht werden. Unter diesen Umständen kann es natürlich als Widerspruch erscheinen, viele Freiräume einzuräumen. Doch dieser Widerspruch muss überwunden werden.
Mir sind jetzt in den letzten Tagen verschiedene Beispiele eingefallen, die mir über den Weg gelaufen sind und ich hier nur andeuten möchte:
- KjG Fulda: Kindermitbestimmung auf Freizeiten durch Lagerrat, Lagerparlament, etc. sowie die eigenständige Planung und Durchführung des bunten Abends (letzter Abend der Ferienfahrt) durch die Teilnehmer
- DLRG-Jugend Hessen senkt das Wahlrecht auf 0 Jahre und ruft das Landeskinderjugendjahr aus (vgl. http://hessen.dlrg-jugend.de/index.php?page=details&menu=aktuelles&what=aktuelles&id=85)
- Gruppenstunde: Pfadfinder, da dort häufig die höheren Stufen schon ihre Gruppenstunden und Fahrten selbst vorbereiten und dabei nur noch vom Leiter unterstützt werden (kenne ich vom DPSG Fulda und schließe daher einfach mal auf alle Pfadis ;-))
Das Beispiel von der DLRG finde ich sehr interessant (bist du dort selbst irgendwie vertreten?) weil wir haben diese Diskussion auch schon im Verband seit längerer Zeit...
Dabei kamen mir (und betimmt auch bei anderen) folgende Punkte immer wieder auf:
-Beeinflussung/ Manipulation durch das Elternhaus/ Partein ?
-Außenwahrnehmung gegenüber anderen Ländern ?
-Wie findet das Kind seine Partei auf dem Wahlzettel?
-Entwicklungspsychologisch ab wann möglich?
-gesetzliche Verankerung ?
Und wie sah dann so eine Gruppenstunde oder Fahrt bei den Pfadis aus?
Wende Dich doch einfach mal an die oben aufgezeigten Stellen, da bekommst Du dann bestimmt die "offiziellen Antworten" (über ein Einstellen hier, würde ich mich dann natürlich auch sehr freuen). Die Sachen habe ich leider alle nur am Rande mitbekommen und kann Dir daher nicht so wirklich weiterhelfen.
ja o.k. ich werde mal nach forschen und es dann veröffentlichen.
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