Was sind Geländespiele?
von mehlersoft (01.05.12 08:27:15)Geländespiele fallen im Bereich der Gruppenspiele in die Kategorie „Location-based Game“. Sie sind dadurch in irgendeiner Form immer ortsbezogen. Diese Eigenschaft ist auch schon gleich das Wichtigste bei Geländespielen: Als Betreuer eines Geländespiels muss man das Gelände, also die Umgebung, kennen und dazu das passende Geländespiel heraussuchen. Nicht jedes Geländespiel klappt an jedem Ort, sondern viele benötigen spezielle Voraussetzungen.
Außer der Eigenschaften der Ortsbindung benötigt der Betreuer meist nur noch wenig zusätzliches Material für die Durchführung eines Geländespiels. Da es sehr unterschiedliche Formen von Geländespielen gibt (angefangen bei Gruppenaufgaben und kooperativen Arbeitsformen bis hin zu gegnerischen Wettkämpfen) ist die Unterscheidung nach dem Hauptinhalt des Geländespiels förderlich. Dabei reicht es drei Inhalte voneinander abzugrenzen
- Suchen
- Orientierung
- Taktik
Unter dem Suchen versteht man das Finden der gegnerischen Partei, aber auch das Finden (und Lösen) von Aufgaben, die versteckt im Gelände sind. Hingegen geht es bei der Orientierung in erster Linie um das Erreichen von entsprechend vorher gesetzten Geländemarkierung oder dem Erreichen markanter Punkte sowie der Nutzung von Orientierungsmethoden wie Karte, Schrittzählung, Kompass und GPS-System. Bei der Taktik geht es hingegen meist um das Entwickeln von Strategien, um den Transport oder das Schmuggeln von Gegenständen an der anderen Mannschaft vorbei sowie die dazugehörigen Angriffe und Schutzmaßnahmen zu planen.
Wenn du dich jetzt an eigene Geländespiele erinnerst, dann wird dir auffallen, dass immer mindestens zwei der drei Inhalte vorkommen. Jedoch je nach Spiel diese selten gleichberechtigt für das Gewinnen notwendig sind. So ist das klassische „Capture the Flag“ vor allem im Bereich der Taktik zu verankern, benutzt aber auch Elemente des Suchens. Die „Schnitzeljagd“ hingegen ist in erster Linie im Bereich „Suchen“ platziert, kann aber bei passender Aufgabenstellung auch sehr einfach den Bereich „Orientierung“ umfassen. Den Reiz des Spiels macht dabei vor allem die unterschiedlichsten natürlichen Bedingungen und der minimale materielle Aufwand aus.
Geländespiele können zudem auch noch als Großgruppenspiele bezeichnet werden. Viele lassen sich sehr einfach auf mehrere generische Gruppen erweitern – ohne, dass man den Überblick als Teilnehmer verliert oder die Spielregeln verändert werden müssen. Daher sind diese ideal auch für Ferienfahrten, Freizeiten und Sommerlager mit mehr als 30 Teilnehmern geeignet.
Insbesondere den Naturaspekt von Geländespielen sollte man dabei nicht vergessen. Kommen Kinder heute doch nur noch selten mit dieser in Kontakt (vgl. bspw. GEO 08/2010), so birgt genau dieser Bereich auch aufgrund der Unkenntnis besondere Gefahren. Daher ist es wichtig die Reihenfolge der Geländespiele (bei mehreren) bzw. das einzige Geländespiel sorgfältig auszuwählen und auf die körperliche, vor allem die motorische, Passung an die Gruppe in dem ausgewählten Gelände zu überprüfen. Ebenso sollte das Alter der Teilnehmer dabei berücksichtigt werden. Bei jüngeren Teilnehmern ist eine Schnitzeljagd häufig aufregender als ein aufwändiges Taktikspiel
Das Gelände für das jeweilige Spiel sollte zudem gut abgegrenzt (natürliche Grenzen wie Wege, Bäche, etc. oder rotes Absperrband, Fahnen, etc. benutzen) sein und vorher vom Betreuerteam auf mögliche Gefahren (wie kleinere Schluchten und Höhlen) untersucht worden sein. Ebenso bietet es sich an auf dem Gelände eine „Help“-Station (hört sich einfach besser an als „Notfall-Station“) einzurichten, zu dem jederzeit Teilnehmer kommen können, die Nachfragen zu den Spielregeln, zum -Ablauf oder auch eine Verletzung haben. Daher muss dort auch eine Erste-Hilfe-Tasche stationiert sein. Dazu sollte auch ein Stopp-Signal ausgemacht werden (bspw. laute Pfeife), um jedem Teilnehmer den Spielabbruch bzw. das Spielende klar signalisieren zu können. Und ganz wichtig ist es zudem noch: Vorher zählen, wie viele an dem Geländespiel teilnehmen und hinterher direkt wieder – nicht erst am Lagerplatz – erneut zählen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Teilnehmer sich noch hinter einem Busch versteckt und das Endsignal überhört hat. Ziel dieser Maßnahmen ist das Wohl der Teilnehmer und der Betreuer.
Das Grundmuster das Geländespiels sollte passend zum Thema der Ferienfahrt in eine Geschichte verpackt werden. Ebenso sollten mehrere Geländespiele hintereinander eine gemeinsame Geschichte aufweisen. Geländespiele sind dabei nicht auf den Sommer und den Tag beschränkt, sondern können teilweise ebenso gut im Winter und bei Nacht durchgeführt werden. Einige Spiele setzen dies sogar voraus!
Ziel eines Geländespiels ist es somit eigentlich den Teilnehmern ein kleines Abenteuer zu ermöglichen. Daher sollten die Betreuer den Teilnehmern passend zum Wetter die passende Kleidung empfehlen und im Zweifelsfall auch darauf bestehen: „Nein, Flip-Flops sind kein Schuhwerk für ein Geländespiel!“
Das Abenteuer darf dabei auch matschig werden, mit einigen Schürfwunden versehen zurückgehren, mit kaputten Schuhen und angerissenen Hosen die Teilnehmer kennzeichnen – so lange kein ernster Schaden passiert, die Teilnehmer Spaß haben und man diesen ansehen kann: „Toll war's!“
Wer jetzt die Speilideen in der Kategorie Geländespiele anschaut, wird feststellen, dass diese nicht nach den drei Inhalten gegliedert ist. Es zeigen sich die folgenden Kategorien, die für eine schnelle Auswahl und für eine schnelle Einsetzmöglichkeit optimiert sind:
- Geländespiele im Wald - Spiele, für die man ein nunübersichtliches Gelände benötigt
- Geländespiele in der Nacht - Spiele, die die Dunkelheit nutzen
- Geländespiele in und um die Unterkunft herum - Spiele, die sich leicht abgewandelt, bei jedem Wetter spielen lassen, da sie an die Umgebung kaum besondere Ansprüche stellen
- Geländespiele mit Technik - Spiele, die Funkgeräte, GPS-Geräte, Handys oder Fotokamers benötigen
- Geländespiele mit Thema/Motto - Geländespiele, die schon fest mit einem Thema bzw. Motto verbunden sind (kann man natürlich auch verändern und jedes andere Spiel auch auf ein Motto beziehen)
- Komplexe Geländespiele - In diese Spiele muss man sich erst einarbeiten und genau überlegen, wie man die Spielregeln den Teilnehmern transparent machen möchte.
- Rupfgeländespiele - Spiele, in denen hauptsächlich bei denen in irgendeiner Form "grupft" (also abgerissen) wird
- Schmuggelgeländespiele - Spiele, in denen es hauptsächlich um das "Schmuggeln" geht
- Such- und Taktikgeländespiele - Spiele, in denen es hauptsächlich um "Suchen" und "Taktik" geht
Zur Übersicht über die Geländespielideen: Geländespiele
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