Elternbriefe, -pakete, -besuche und -anrufe
von verschiedenen Autoren (23.07.11 07:11:55)Während einer Ferienfahrt ist es vor allem aufgrund von Heimweh einzelner Teilnehmer (vgl. Verhaltens- und organisatorische Absprachen (Vorschau)) wichtig eine klare Linie zu haben, wie man man mit Briefen, Paketen, Anrufen und Besuchen von Eltern und ggf. weiterer Verwandschaft umgeht. Sollte ein Teilnehmer, der bereits Heimweh hat, einen Brief von seinen Eltern bekommen, so kann dieser das Heimweh verstärken - oder auch reduzieren. Es ist ganz davon abhängig, wie die Eltern den Inhalt aufbauen. Da die Briefe vor dem Ausgeben nicht kontrolliert werden können, sollte man auf [AL title=dem Elternabend]5393[/AL] bereits darauf hinweisen, dass in den Briefen keine Abholungsoption aufgemacht, sondern Perspektiven für nach dem Ende der Ferienfahrt eröffnet werden sollten.
Umgehen kann man dieses Problem, indem man den Eltern mitteilt, dass an Teilnehmer adressierte Briefe und Pakete erst am Abreisetag ausgegeben werden. Vor allem die Pakete stellen meist nur eine umfangreiche Absicherung des Süßigkeitenvorrates dar und stehen somit meist in einem leichten Kontrast zu einer ausgewogenen und abwechslungsreichen Ernährung, die das Küchenteam (Vorschau) geplant hat.
Ein großes Problem stellen unangekündigte Besuche von Eltern oder Verwandten am Platz der Ferienfahrt dar. Hier gilt es schnell durch die Leitung und ggf. die Betreuer zu reagieren und nur zwei Möglichkeiten, wobei man sich auf eine vor der Ferienfahrt einigen sollte:
- Die Besucher werden ohne Kontakt zu den Teilnehmer weggeschickt. Diese Option ist vor allem dann günstig, wenn man mit vielen jüngeren Teilnehmern unterwegs ist und dadurch die Gefahr von Heimweh entsteht. Meist verstehen die Besucher dies ohne Probleme. Allerdings gibt es auch immer wieder Fälle, bei denen die Eltern ihre Kinder vermissen und nicht sofort so einsichtig sind. Wichtig ist hierbei: Als erstes die Besucher dazu bewegen ein paar Schritte weg vom Platz zu machen und dann (ohne Sicht durch die Teilnehmer) darüber zu sprechend.
- Selbe Situation, anderes Vorgehen: Besucher kommen, wiederum vom Platz begleiten, gewünschten Teilnehmer holen und Kontakt ermöglichen. Diese Variante kann jedoch je nach Elternschaften sehr schnell ausarten, vergrößert die Gefahr von Heimweh (auch ala "Max Eltern waren da, warum meine nicht?") und auch dann sollte der Kontakt nicht ohne einen Leiter stattfinden, um falsche Schilderungen sofort korrigieren zu können.
Falsche Schilderungen treten vor allem auch bei den Elternanrufen auf. Auch wenn heutzutage Handys das mobile Telefonieren erleichtern, sind diese bei vielen Ferienfahrten nicht erwünscht. Da es auch wichtig ist, dass der Teilnehmer keinen "schnellen Draht" nach Hause hat und auch ebenso die Eltern nicht über jeden Schritt informiert sein müssen. Daher ist es häufig so, dass man in der Mitte der Ferienfahrt einen "Telefonabend" einrichtet, an dem die Teilnehmer gemeinsam mit Betreuern zu einer Telefonzelle wandert. Von dort aus kann dann jeder Teilnehmer daheim anrufen. Auch wenn es rechtlich bedenklich ist: Man sollte sich überlegen, ob sich nicht doch ein Betreuer mit in die Telefonzelle quetscht, um auf die Schilderungen der Teilnehmer und einer ggf. gewünschten Einschätzung gegenüber der Eltern reagieren zu können. Es geht dabei weniger um Kontrolle als um Vorbeugung. Vor allem jüngere Kinder erzählen am Telefon sehr schnell etwas falsches, wenn das Heimweh steigt.
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