"Gemeinsam Stark" / Kameradschaft unter Gruppenleitern
von Toastbrot (31.05.11 22:48:05)Guten Abend,
ich bemerke in unserer Gruppenleiterrunde immer stärkere Konflikte untereinander, Vorwürfe kommen vorne und hintenrum.
In kleinerer Runde auf der Sommerfreizeit scheint es umgekehrt.
Die Gruppendynamik dahingehend zu beeinflussen finde ich recht schwierig, Pädagogische Spiele beispielsweise sind bei uns schon recht ausgelutscht.
Kurzfristig habe ich vor das Problem nocheinmal offen in der Leitungsrunde anzusprechen und versuchen den Leuten ins Gewissen zu reden.
Weiß jmd. eine schöne Geschichte zum Einstieg oder hat jmd noch andere Tipps?
Kannst du noch ein paar mehr Infos geben: Wie viele Leiter seid ihr insgesamt? Gibt es Gruppen oder nur einzelne Personen, die streiten? Ist das Problem eher persönlich oder geht es um die inhaltliche Arbeit?
Wir haben gerade ein ähnliches Problem und sind gerade in der Lösungsversuchphase, die anscheinend ganz gut verläuft.
Wir sind 15 bis 20 Leiter. Es sind einzelne "Aggressoren" die am Sticheln sind. Es geht zum Beispiel um überzogene Erwartungen an Gruppenleiter, was Motivation und Engagement angeht. Ist regelmässig zu beobachten Leute bei Aktionen nicht dabei sind, auch wenn sie nicht zugesagt haben.
Es gibt also ein paar Leute, die meinen, dass alle den gleichen Einsatz zeigen sollten, dass es nichts wichtigereres als die Jugendarbeit gibt?
So eine Situation ist immer schwer zu lösen, wenn die Kritik ungerechtfertigt ist. Ich denke es hilft erstmal klar zu machen wo denn der jeweilige Anspruch und mögliche Engagement der einzelnen Leiter liegt. Es gibt immer Leute, die sich in der Jugendarbeit beteiligen wollen, aber nebenbei noch mit Schule und anderen Hobbys zugepackt sind. Auf die muss man Rücksicht nehmen. Ich persönlich bin auch eher jemand, der zu hohe Erwartungen hat und ich kritisieren auch viel, aber nur, wenn die Kritik gerechtfertigt ist. Das ist wichtig. Ihr müsst euren Aggressoren klar machen, dass ihr an eurer Leistungsgrenze seid, auf private Prioritäten sollte man Rücksicht nehmen.
Vielleicht ladet ihr euch jemanden von außerhalb ein, der durch ein gezieltes Spiel mal versucht zu beurteilen, wie es in der Gruppe aussieht. Es ist immer sehr interessant zu sehen, wie ein Außenstehender die Gruppendynamik einschätzt ohne vorher informiert worden zu sein. Dann wird vermutlich rauskommen, dass einige Leute viel sagen und tun und andere eher Mitläufer sind. An dieser Stelle ist dann wichtig zu betonen, dass "Mitläufer" nicht negativ gemeint ist. Es gibt nunmal in jeder Gruppe irgendwelche Hierarchien und es ist für eine Gruppe von 20 Personen nicht gut, wenn alle plötzlich das sagen haben wollen. In so großen Gruppen ist es aber schwer dieses Denken "einzupflanzen".
Bei uns hat geholfen für verschiedene Aktionen Orga-Teams zu benennen. Dann weiß man wer zuständig ist und der Rest kann nach Bedarf angefordert werden. Dann macht jeder mal was und wenn er nur "Springer"/spontane Aushilfskraft ist.
Ich finde es wichtig, dass man auch neben des gemeinsamen "Hobby" auch mal etwas gemeinsam unternimmt (auch sei es nur ein Bier nach den Sitzungen), das trägt sehr viel zu einem guten Klima bei.
Ich denke auch, dass ihr die Dinge einmal klar auf den Tisch legen solltet. Wichtig ist, dass dabei alle mit dabei sind und eine Person ganz klar die Gesprächsführung übernimmt. Die Person darf natürlich nicht voreingenommen sein und muss auch unparteiisch sein. Ansonsten müsst ihr vielleicht noch mal auf gruppenbildende Elemente zurückgreifen.
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