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Ideenpool - Spiele - Gruppenaufgaben, gruppendynamische Spiele
Ideenpool - Spiele - Spielpädagogik und allgemeine Tipps

Was sind Gruppenaufgaben bzw. gruppendynamische Spiele?

von verschiedenen Autoren
(26.04.11 22:32:51)


Wer die Kategorie Gruppenaufgaben, gruppendynamische Spiele aufruft, kann dort die folgende Definition lesen:

"Gruppenaufgaben sind Spiele, bei denen die Gesamtgruppe kommunikativ und kooperativ tätig werden muss und das Spiel nur als Gesamtgruppe bewältigen kann. Gegner sind maximal der/die Spielleiter. Die Aufgaben dienen als Katalysator, um die beobachten Effekte, Kommunikationen und Handlungen nach der Durchführung mit der Gruppe besprechen zu können."

Damit wissen wir aber noch nicht alles, sondern im Grunde nur:

  • Gesamtgruppe arbeitet als ein Team
  • Arbeitsform: Kooperativ
  • Gegener: keine oder Spielleitung
  • pädagogisches Ziel: Analyse des Vorgehens

Das dass noch nicht alles sein kann, wird klar, wenn man sich die ersten Beispiele anschaut. Die Spiele beinhalten meist noch weitere charakterische Punkte:

  • ein Problem, dessen Lösung nicht schon bekannt ist
  • verschiedene Phasen, in denen verschiede Aktionen erlaubt bzw. verboten sind: Planungsphase, Durchführungsphase, ggf. Beratungsphase und erneute Durchführungsphase
  • Angaben, die das Spiegeschehen erschweren oder erleichtern


Die Auswahl der richtigen Aufgabe für die aktuelle Gruppenphase stellt eine kleine Kunst dar, die man aber leicht meistern kann, wenn man bedenkt:

  • Wie lange und gut kennt sich die Gruppe schon?
  • Gibt es ausgeschlossene Gruppen?
  • Wurden schon andere Gruppenaufgaben erfolgreich gelöst?

Somit bietet es sich an mit einfachen Gruppenaufgaben zu starten und erst später zu schwierigeren zu kommen.

 

Vor allem durch die unbekannte Lösung des Problems, für das verschiedene Strategien erprobt, ausprobiert, verworfen, abgewandelt oder auch bestätigt werden müssen, kann die Interaktion der Gruppe untereinander gut vom Spielleiter (aber auch durch Teilnehmer, die aktuell von der Aktion ausgenommen sind, oder durch Videomitschnitte) beobachtet werden. Das Ziel einer Gruppenaufgabe ist somit nicht die erfolgreiche Bewältigung der Aufgabe durch die Gruppe (auch wenn das natürlich einen sehr positiven Effekt hat), sondern vor allem die nachfolgende Auswertungsphase.

 

In dieser Auswertungsphase versucht man als Spielleiter vor allem die Gruppe in die Auswertung mit einzubeziehen und die meisten Reflexionen und Anstöße von diesen zu bekommen. Damit das gelingt, gibt es mehrere Fragen, die man sich merken (oder auf einem Notizzettel dabei haben) sollte. Die Fragen lassen sich grob in die folgenden Kategorien einteilen. Dabei sollten diese ineinandergreifen und nicht lose hintereinander gestellt werden.

Emotionen

  • Wie fühlt ihr euch?
  • Wie habt ihr euch dabei gefühlt?

Gruppengefüge

  • Wer übernimmt welche Funktion, Rolle oder Aufgabe? Gab es feste Rollen? Existierte ein Anführer?
  • Wer beteilt sich an der Diskussion? Wer nicht?
  • Wie wurde über das weitere Vorgehen entschieden?
  • Entstanden Teil- bzw. Untergruppen? Welche kommunizierten miteinander?
  • Wie wird mit Vorschlägen (von wem) umgegangen?
  • Wer beteiligt sich gar nicht?
Auf die Aufgabe bezogen
  • Wie habt ihr die Aufgabe empfunden?
  • Wo lag die Schwierigkeit?
Planung und Umsetzung
  • Was habt ihr in der Planungsphase/an Stelle/dann gemacht?
  • Wie wurde der Ablauf organisiert?
  • Wer hatte den Vorschlag/die Idee?
  • Wie habt ihr dann weitergemacht? Warum?
  • Woran lag es, dass dies nicht funktioniert hat? 
Reflexion
  • Wie würdet ihr das das nächste Mal machen/versuchen?

Natürlich sollte man während dieser Auswertung strikt darauf achten, dass die Gruppe nicht versucht einer einzelnen Person den schwarzen Peter zuzuschieben, sondern dann auch dazu fragen, was hättet ihr machen können, um ihn/sie zu unterstützen, damit es gelingt? Ob man von vornerein bei der Auswertung das Nennen von Namen verbietet (und damit die gewünschten Effekteerreicht), ist fragwürdig, denn schließlich war ja jeder dabei. Wichtig ist es während der Auswertung auch eigene Empfindungen und Impulse miteinfließen zu lassen, aber eben nur so viele wie nötig und so wenige wie möglich.

Vor allem bei gescheiterten Aufgaben kann diese Phase zu einem Spießrutenlauf werden. Dann kann es besser sein, die Auswertung zeitlich etwas zu verschieben und dazwischen die Gruppe anders zu beschäftigen.

Hat die Auswertung geklappt, so sollte die Gruppe jetzt zumindest wissen, woran es gelegen haben könnte, dass es geklappt bzw. nicht geklappt hat und was man beim nächsten Mal (unabhängig vom Ergebnis) während der Planungs- und der Durchführungsphase anders machen würde.

 

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