effektive Strafen?
von Niki_f (03.08.10 18:27:31)Hallo!
Der Titel klingt jetzt ein bisschen hart, aber ich möchte euch erklären worum es mir geht.
Immer wieder fahre ich mit Kindern auf Freizeiten. Die Kinder sind zwischen 6 und 14 Jahre alt, aus einem Verein, Gruppenstärke 15-25 Teilnehmer.
Wir Leiter stellen am Anfang der Freizeit gewisse Regeln auf, z.B. Bettruhe bis 8 Uhr morgens (teilweise quatschen die Kids schon ab 5 Uhr morgens in voller Lautstärke, und dann sind alle wach, weil alle in einem Matratzenlager schlafen. Der Hinweis, dass jeder sich ein Buch mitnehmen soll, in dem dann morgens gelesen wird, wird natürlich von den Eltern ignoriert) oder eben "beim Essen bleiben alle sitzen". usw.
Eigentlich alles keine ausgefallenen Dinge.
Nun kommt es trotz wiederholter Ermahnungen, Hinweisen, Einzelgesprächen und Erklärungen immer wieder zu Verstößen unter denen dann nicht selten die ganze Gruppe leidet.
Es hat sich mittlerweile bei uns die "beim dritten Mal Verstoß von der gleichen Person gibts eine Strafe"-Sache eingebürgert, was auch recht gut durchsetzbar ist.
Beliebte Strafe ist zum Beispiel das Toilettenputzen am Freizeit-Ende. Nachteil: passiert der Verstoß gleich am Anfang der Freizeit, liegt die Bestrafung sehr weit weg von der "Tatzeit". und man kann natürlich nicht unendlich viele Kids zum Putzen abstellen.
Die bisher effektivste Strafe, die ich vergeben habe, war "Geschirrspülen in der 1. Halbzeit eines Fußballspiels". (So schnell hat noch nie eine Gruppe davor gespült ;-))
Gibt es von eurer Seite Ideen, zu Strafen, die nicht zu hart sind, die aber eben Konsequenzen aufzeigen gegenüber Regelverstößen?
hmmm ... auch wenn ich jetzt gleich mich wieder in eine andere Richtung einmische. Ich habe mal gelernt "Strafen sind umso effektiver, umso enger sie mit der Tat und zeitlich zusammenhängen. Zu jeder Strafe gehört ein Gespräch, in dem man auf den Teilnehmer eingeht: Warum gibt es diese Regel, wie hast Du dagegen verstoßen, warum, wie machen wir das in Zukunft?" Und, dass man Regeln immer beim Einführen schon erklären soll: Warum führen wir diese ein! (habe ich jetzt nicht aus deinem Text herauslesen können, macht ihr aber bestimmt). Damit bin ich auch immer gut gefahren. Dazu gehören natürlich auch "kreative" Strafen, die meist mehr einen realistischeren Bezug haben (okay, okay, und ab und zu etwas übertreiben).
Also bspw. bei Bettruhe bis 8 Uhr morgens als "Strafe" dann eine kleine Geschichte erzählen: Du bist mit deinen Eltern in ein Mietshaus umgezogen, über euch wohnt noch eine junge Stundengruppe. Diese feiern leider immer abends von 22 Uhr bis morgens um 8 Uhr. Leider kann keiner von euch daher nachts schlafen. Zeichne deine Familie, wie sie nach drei Tagen ohne Schlaf aussehen würde!"
Oder bspw. zu beim Essen bleiben alle sitzen: ""Zu unserem Essen kommt jeder, wann er will - auch der Deck- und Spüldienst und sogar der Koch", sagte Lagerleiter Tom gleich bei der Begrüßung. Und kaum zwei Stunden später sollte es Essen geben. Du läufst zum Essenszelt und siehts schon viele dort herumstehen - nur kein Essen." Schreibe die Geschichte weiter!
Um aber die Grundsatzfrage zu beantworten: So richtig effektive Strafen wird es nicht geben, dafür ist jedes Kind und jede Situation zu unterschiedlich.
Also, natürlich erklären wir, warum es diese Regeln gibt. Und auch beim Verstoß wird noch einmal darauf hingewiesen, warum es die Regel gibt, und je nach Situation auch ein Gespräch, warum das Kind dagegen verstoßen hat (ist allerdings schon hart, so um 6 Uhr in der Früh, wenn man die ganze Nacht schlecht geschlafen hat, weil ständig irgendwelche Kids am Klo waren und dann ab 5 Uhr das Geplapper losgeht).
Geschichten erzählen/Lied vorsingen müssen bei uns gemacht werden, wenn Kinder ihre liegengebliebenen Gegenstände wieder einlösen. Das wird oft ins Lächerliche gezogen.
Hm, aber auf jeden Fall schon mal eine gute Idee!
Ich finde es gerade bei Kindern, die gegen die Ruhezeit verstossen, schwer, eine passende Strafe zu finden.
Vielleicht kann man das Pferd aber von der anderen Seite aufzäumen und für die Kinder eine Beschäftigung suchen. Setzt allerdings etwas Mehrarbeit seitens der Betreuer voraus. Vorteilhaft wäre es, wenn eienr der Betreuer selber Frühaufsteher ist. Dann kann man vereinbaren, dass die Kinder, die schon um 5 Uhr wach sind, leise in einen Nebenraum gehen, wo der Betreuer dann anbietet, eine Geschichte vorzulesen oder die Kinder können malen. Eine andere Möglichkeit ist es, die Schlafenszeit nach hinten zu verschieben und so morgens Zeit zu gewinnen. Im Urlaub sollte es auch bei 6 jährigen vertretbar sein, wenn die üblichen Schlafenszeitendeutlich überschritten werden.
Beim Essen ist mir nicht ganz klar, ob die Kinder während des Essens aufstehen (wäre die Frage, warum?), oder ob sie den Tisch verlassen, wenn sie mit ihrem Essen fertig sind. Gegen letzteres kann helfen, sämtliche wichtigen Infos zum Tag erst zu verkünden, wenn alle mit dem Essen fertig sind. dazu können auch Regeln für Spiele gehören. Wer dann nicht dabei ist, kann bei dem Spiel auch nicht mitmachen. Klingt vielleicht hart, aber die Kinder werden mit großer Wahrscheinlichkeit nur eine Ansprache verpassen, dann nicht mehr.
Hallo! Ich finde es schade, wenn solche Dinge wie Geschirrspülen oder auch notwendige Putzdienste als Strafe eingesetzt werden, denn eigentlich könnte es doch ein Ziel oder ein Lernerfolg einer Freizeit sein, dass man diese Dinge auf alle aufteilt, gemeinsam anpacken muss, damit Zusammenleben gelingt. Wird es aber als Strafe eingesetzt, geht der Effekt verloren, dass die Kinder begreifen, dass dies eben einfach zum Leben dazu gehört.
Auch Kinder von Veranstaltungen auszuschließen ist auf einer Freizeit ja kontraproduktiv, denn sie müssen ja dann gesondert trotzdem betreut werden. Obwohl- die Vorstellung, dass alle draußen rumtoben und sie müssen unter Aufsicht drin ein Bild malen ist bestimmt sehr wirkungsvoll! Wir hatten zum Glück selten das Problem wirklich harte Strafen aussprechen zu müssen.
Für die Frühaufsteher haben wir auch mal Frühsport angeboten, das kam gut an. Einmal, da ging es um einen sehr heftigen Fall von Mobbing, haben wir eine "Gerichtssitzung" einberufen und die ensprechenden Kinder mussten vor der Versammlung aller Teamer erscheinen. Damals war die Konsequenz, das sie sich in der Abendrunde aller Teilnehmer bei dem betreffenden Kind entschuldigen mussten- und das auch getan haben.
Für das Thema Bettruhe ist die Frage ob es nicht möglich ist, wenn es sich sowieso um ein Matratzenlager handelt, dass die Kinder, die morgens so extrem störend sind, mit ihrer Matratze woanders schlafen müssen, im Teamerzimmer oder so - evt. mit einem Teamer im Tagesraum oder ähnliches. Im Lauf einer Freizeit relativiert sich das doch meist auch von selber, weil die Kinder viel zu müde sind...
Strafen wie Kloputzen etc. sind aus meiner Sicht auch immer kritisch, da es hier um hygienische Zustände geht, die ihr als Veranstalter auch verantworten solltet. Ob ihr diese Verantwortung auf Kinder abwälzen wollt finde ich fraglich.
Sinnvolle Strafen sind aus meiner Sicht auch immer mit der Tat verknüpft oder offensichtliche Dienste an der Gemeinschaft sein und sollten vor allem Gruppenwirksam auch vor der Gruppe definiert werden. D.h. ncht nur der "Täter" sondern auch die Gruppe sollte mitbekommen, was die "Strafe" oder besser die Sonderaufgabe ist und warum sie getan werden muss. Solche Strafen sollen außerdem mit der nötigen Ruhe vorgetragen und definiert werden, damit für jeden klar ersichtlich ist, wer die Oberhand hat im Lager. Aus der Situation heraus aufgebracht reagieren zeigt den Teilnehmern nur unnötig die Verletzbarkeit oder Ohnmacht eines Gruleis - zudem ist es ja meist eine lagerleitung oder eine Gruppe von Gruleis, die die Strafe abstimmen untereinander.
Bei uns waren Strafen dieses Jahr:
jemand musste vor jedem Essen dafür sorgen, dass für alle genügend Wasserflaschen auf den Tischen standen (keine erniedrigende Arbeit, aber eine Arbeit an der Gmeinschaft)
jemand musste einen Teil des Platzes aufräumen / von Papierchen befreien etc.
Also wir (gehen 2 Wochen in ein Zeltlager) machen mit unseren Kindern, die gegen die Ruhezeiten verstossen, meistens Sport. (Meistens wird bei uns die Nachtruhe nicht eingehalten und die Kinder gehen in andere Zelte!)
Wie wäre es, wenn 1-2 Leiter (am besten Frühaufsteher) die Kinder, die um 5:00 Uhr schon stören, mitnehmen und mit ihnen draussen Frühsport machen. z.B. Kinder müssen joggen gehen (Leiter können auch mit dem Velo mitfahren) oder Froschhüpfen evt. mit Rucksack gefüllt mit Ravioli-Büchsen oder Kisten von A nach B transportieren!
Die Kinder werden ziemlich müde sein und sich davor hüten, morgens wieder laut zu sein.
Ich war dieses Jahr wieder eine Woche mit Konfirmanden segeln. Hatte auch eine sehr anstrengende Truppe von Mädels, die Ruhezeiten ignoriert haben, Regeln wie Stromsparen anscheinend gar nicht kannten und auch sonst nicht viel von Regeln hielten. Am dritten Abend war es mir zu bunt, nachdem ich drei mal gesagt, dass Licht auszuschalten ist und Ruhe sein soll (ein Mädel in dem Zimmer schlief bereits, die anderen hat das nicht interessiert). Dann habe ich die Mädels raus geholt aus dem Zimmer und erst mal ein bisschen was schreiben lassen. Nicht lange, aber sie waren schnell müde geworden. Sie durften nicht reden und jeder sollte auf sein eigenes Blatt schauen. Nachdem dann eine halbe Din-A-4 Seite geschrieben war, habe ich mir das durchgelesen und sie ins Bett geschickt. Sie haben den Abend kein Mucks mehr gesagt und waren auch die übrigen Abende zur Ruhezeit sehr angenehm leise.
Die geschriebenen Zettel habe ich im Boot verteilt aufgehangen(eigentlich nur zum Spaß für die Betreuer), es hat aber auch bei den restlichen Mädels relativ viel Eindruch gemacht, so dass wir von da an nur leise Mädels zur Ruhezeit hatten.
Ich habe außerdem auf dieser Freizeit die Erfahrung gemacht, dass Strafen nicht viel bringen, wenn Kinder von zu Hause aus sowieso ständig nur mit Vorwürfen konfrontiert werden. Ich habe nach der oben beschriebenen Strafe meine Taktik umgestellt und nur gelobt. Irgendwann haben sich auch die größten Regelbrecher gewundert, dass es zwar keine Strafe mehr gibt, wir die Mädels aber ein bisschen ignoriert haben. Die Lobtaktik hat wunderbar funktioniert und zum Ende der Fahrt konnte ich mit den Mädels, die vorher nie Regeln eingehalten haben, vernünftig arbeiten.
Auf unserem letzen Pfingstlager passierte mir folgendes, ich als Gruppenleiter von 6 Leuten im Grundschulalter, schlief eines morgens noch, da ich leider einen sehr tiefen Schlaf meist besitze (naja ;(), als sich 5 von den 6 Leuten so einen Lärm veranstaltet haben anscheinend, dass man sie auf dem ganzen Zeltplatz gehört hatte. Unsere Lagerleiterin war zum Glück schon wach und bemerkte dies und kam 2x herein, beim 2. Mal wurde ich und der eine, wo als einziger noch schlief, aufgweckt und bekam den Auftrag, den Zeltplatz mit der Gruppe zu verlassen + mit ihnen Frühsport zumachen und um eine gewisse Uhrzeit wieder da zu sein, wo sie noch Schüsseln und etc. spülen und abtrocknen durften. Ich wurde sozusagen plötzlich aus dem Schlaf gerissen und durfte mit der Gruppe über eine halbe Stunde in der Pampa :) Frühsport machen. JUHU! Was man nicht alles mitmacht als Gruppenführer, ich freu mich schon auf Österreich, wo wir für eine Woche hinfahren werden.
Die Lobtaktik finde ich eine klasse Idee. Kinder die stören oder unruhig sind wollen damit ja meistens etwas bezwecken wenn auch nur unterbewußt - meist nämlich dass man sich mit ihnen beschäftigt. Wenn man sie aber sozusagen weitestgehend ignoriert (falls das natürlich möglich ist in den jeweiligen Situationen) dann macht es evtl. ja gar keinen Spaß mehr.
Falls man in den Störsituationen reagieren muss, so halt echt nur kurz angebunden und mit klaren Regeln. Den restlichen Teil des Tages dann diese Kinder die stören eher etwas liegen lassen und andere Kinder dafür mehr loben.
Ich glaube das ist echt schwierig, da man ja eher den Störenfried belabern möchte, als die anderen Kinder in diesem Zusammenhang zu betreuen. Kleines Beispiel aus dem Familienleben. Schwester haut Bruder, der daraufhin weint - jetzt ist es wichtig, dass der Bruder erstmal getröstet wird anstatt der Schwester die Regeln zu erklären, sonst bekommt ja der vermeintliche Regelbrecher auch noch die (gewollte) Aufmerksamkeit. Wichtig bleibt aber die Nachbereitung beim Regelbrecher und der Versuch mit ihm eine Verinabrung zu treffen, dies nicht mehr zu tun. Man kann z.B. ausmachen, dass man den Regelbrecher mal streng anschaut, damit er merkt, dass er gerade Mist baut oder in einem besonderen Ton ruft (muss für Unbeteiligte ja gar nicht so offensichtlich sein). Ich habe oft das Gefühl bei unseren Freizeiten, dass ich bei Kindern, mit denen ich mal ein paar Regelverstöße diskutiert habe, einfcahes Spiel habe, indem ich sie nur ansehen muss oder ihren Namen rufe - sie fühlen sich ertappt / erinnert und es funktioniert wieder. Das geht natürlich nur bei einfacheren Störenfrieden, aber mit dieser Methode (man muss vorher natürlich mal intensiv mit den Kids geredet haben) kann man viele Ausuferungen vermeiden.
Wichtig ist, den Kindern eine positive Autorität vorzuleben, zu der sie aufschauen können und ihnen Regeln zu erklären, die das Gemeinschaftsleben stören und warum sie stören. Zu den meisten Kindern bekommt man diesen Zugang, wenn man sich wirklich bemüht. Leider bleibt oft nicht die Zeit oder nicht jeder Gruppenleiter hat diese Fähigkeit, diese Ruhe sich mal mit den Kindern hinzusetzen. Aber genau das ist das Geheimnis bei Störenfrieden - und wenn es nur dazu führt, das derjenige sich aussprechen kann und man mit ihm keine Lösung seiner Lebensprobleme findet aber mit ihm einen Pakt für die Freizeit schließt.
Eine gute Methode ist es, sich die Störenfriede zu einem Gespräch zu suchen, wenn sie gerade nicht nicht stören, um mit ihnen über ihr Verhalten zu reden. So ein Gespräch hat weniger Strafpredigtcharakter und kann eher für Vereinbarungen genutzt werden. Guter Ansatzpunkt ist dabei eine Art Reflektion: Was habt ihr gemacht und was hat das bei Anderen bewirkt, warum könne das Andere als störend empfinden. Wenn man das mit den Kindern gemeinsam erarbeitet (Zeitaufwand: 15 - 20 Minuten) und nicht als Vortag hält, bleibt meist mehr hängen und Folgesituationen sind schneller gelöst.
Also das mit den Gesprächen mach ich oft beim Training, allerdings scheinen viele Kinder das Gespräch sehr schnell wieder zu vergessen, so dass wir das Gespräch im Abstand von 2 Monaten komplett identisch wieder führen.
"Erinnerst du dich noch, als wir vor ein paar Wochen auch hier auf der Bank gesessen sind und über dein Verhalten beim Training gesprochen haben?" - "Ja schon, aber ich weiß nicht mehr, warum wir uns unterhalten haben"
Da komm ich mir dann immer ein bisschen verarscht vor.
Von mir zunächst zwei Anmekungen wie es nicht laufen sollte. Erstens sollte man keine Gemeinschaftsdienste (Spülen, Abtrocken, Putzen,...) als Strafen verteilen. Gemeinschaftsdienste sind Dienste für die Allgemeinheit und dazu auch noch alltäglich. Verteilt man z.B. (wie es leider häfig gemacht wird) Toilettenputzen als Strafe, so belegt man eben dies mit negativen Gefühlen. Die Toiletten müssen aber geputzt werden und das nicht nur auf Ferienfahrten sondern regelmäßig auch in der eigenen Wohnung bzw. bei Kindern und Jugendlichen zuhause und es sollte daher als normale Handlung aufgefasst werden die jeder mal machen muss, aber nicht als Strafe.
Zweitens sollten Strafen nicht dazu dienen die Leiter zu belustigen. Ich finde wenn man Strafen dazu verwendet die Leiter zu belustigen so geht dies gegen die Menschenwürde der Kinder/Jugendlichen.
Vll schafft man damit wirklich auch Abschreckung, aber zu welchem Preis?
So sollte es meiner Meinung nach gehen:
Zunächst sollten die Regeln mit den Kindern/Jugendlichen gemeinsam erarbeitet werden. Jeder hält sich lieber an Regeln deren Sinn er kennt und die selbst aufgestellt sind. Auch sollte besprochen welche Strafen es gibt wenn sich nicht an die Regeln gehalten wird (dabei sollten die Leiter darauf achten das es sinnvolle und praktikable Strafen sind, denn wenn diese nacher nicht strikt eingehalten werden bekommt man das Problem das die Kinder/Jugendlichen versuchen werden die Regeln immer weiter zu übertreten. Über die direkte Strafe hinaus sollte es dann mit geeignetem zeitlichem Abstand und in einer ruhigen Situation ein Gespräch über das unerwünschte Verhalten stattfinden. Wenn z.B. die Nachtruhe nicht eingehalten wurde, so würde ich natürlich erstmal die Kinder ins Bett schicken und falls vereinbart die entsprechende Strafe verhängen (dabei nicht vergessen die anderen Leiter zu informieren das ein Kind/Jugendlicher bestraft wurde und warum). Am nächsten Vormittag würde ich dann das Gespräch suchen.
Und nie vergessen: Es ist effektiver erwünschtes Verhalten zu belohen (auch ein einfaches Lob ist schon eine Belohnung) als unerwünschtes Verhalten zu bestrafen.
Ich fahre seit über 40 Jahren mit Jungscharlern (9-13 Jahre) in Zeltlager und Freizeiten.
Zu Beginn werden die (nicht zu vielen) Spielregeln erklärt. Jeder Teilnehmer kennt dann seine Möglichkeiten und seine Grenzen.
Wir teilen die Teilnehmer in kleine Gruppen (Zimmergruppe, Zeltmannschaft) ein und übertragen jeweils dem ältesten Teilnehmer mit der meisten Erfahrung ein Stück Mitverantwortung für »seine« Gruppe. Dazu gehört z. B. auch die Einhaltung der Spielregeln. Die Zimmer- bzw. Zeltältesten treffen sich dann in regelmäßigen Abständen mit dem Lager- oder Freizeitleiter zum Erfahrungsaustausch.
Dazu kommen dann verschiedene kleine Gruppen-Wettbewerbe wie z. B. der Ordnungswettbewerb oder der Schnelligkeitswettbewerb (Die Fachleute nennen das "operande Konditionierung"). Hier gibt es Punkte für ordentliche Zimmer bzw. Zelte oder Schnelligkeitspunkte. Am Ende des Lagers oder der Freizeit gibt es dann Urkunden und Medaillen für die Siegermannschaften.
Ich erlebe dabei fast nur sehr motivierte Teilnehmer. Strafen müssen äußerst selten verhängt werden.
Für Jungen, die in ihrer Gruppe oder auch in Lager und Freizeit zur Mitarbeit bereit sind und zum guten Gelingen beitragen wollen, bieten wir besondere Freizeiten - die so genannten Häuptlingsfreizeiten - an. Hier werden Jungen (das alles gibt es auch für die Mädchen) geschult und erleben ein tolles Programm.
Wer sich hierfür interessiert kann sich unter [http://www.jungschar.biz/w/?page_id=2151] weiter informieren.
Griaß eich!
Mit großem Interesse habe ich eure Einträge gelesen. Ich bin ebenfalls Betreuerin von Kindergruppen und arbeite nun seit 6 Jahren beim KJR. Zudem bin ich Referendarin im Berufsschullehramt und habe in meinem ersten Jahr in der Schule sehr gut von meinem Ehrenamt profitieren können. Anfangs dachte ich zwar, dass der Schuldienst (16-30 Jahre) und die Betreuung von Kindern (4-12 Jahre)zwei unterschiedliche Einsatzgebiete darstellen würden. WEit gefehlt. Egal ob man mit Kindern oder mit Jugendlichen zusammenarbeitet, eines muss immer vorhanden sein:eine festgelegte Struktur, d.h. Regeln. Diese gelten ausnahmslos für alle Kinder und JUgendlichen. Diese REgeln werden zusammen mit den Schülern am 1. Schultag erarbeitet, am besten werden sie auf einem großen Plakat (Klassenplakat) festgehalten und von allen unterschrieben (auch vom Lehrer!). Zudem werden Sanktionen auf Fehlverhalten gemeinsam mit den Schülern erarbeitet. Der Punkt bei REgeln ist, dass den Schülern die strikte Einhaltung ans Herz gelegt wird. Außerdem wird nicht diskutiert. WEnn gegen eine Regel verstoßen wird, erfolgt eine Sanktion, die ebenfalls vorher mit den SChülern erarbeitet wird. Wie oben schon angesprochen wurde, ist die Transparenz hier von größter Bedeutung! Die Schüler müssen wissen, was gilt und was folgt, wenn verstoßen wird. Wir leben ja in einem REchtsstaat. Ich habe die ERfahrung gemacht, dass - egal ob Lehrer oder Gruppenleiter - Schüler oder Kinder einen großen REspekt vor einem haben, wenn sie merken, dass man die REgeln ernst nimmt. Es klingt sehr hart, wenn man sagt, "DAs sind die Regeln und an die haltet ihr euch". Regeln haben aber einen großartigen Charakter: "Ich wertschätze dich und wertschätze eure Gruppe, ich möchte als Leiter, dass es euch gut geht und, dass jeder die gleichen REchte hat!" Dazu gehört auch die SAnktionierung, die in den ersten Tagen/Momenten sehr schwer fällt. Aber die Kinder/Jugendlichen werden es euch danken. Ganz sicher.
Liebe Grüße, Hanna
Und das gilt dann auch für Lehrer? Musstest Du dich auch schon mal sanktionieren? Und was ist mit den anderen Lehrer/Innen?
Natürlich gilt das sowohl im Lehreralltag als auch in Freizeiten und Gruppenstunden, denn die in all diesen Gruppen ablaufenden Prozesse sind ähnlich. Wenn man es versäumt zu sanktionieren tanzt die Gruppe einem irgendwann auf der Nase herum, egal ob es eine Klasse oder eine Freizeitgruppe ist.
wie markus schon sagt, gruppen sind und bleiben gruppen. die prozesse ähneln sich enorm! wenn eine gruppe neu zusammenkommt, dann gehört in einer der ersten phasen das "austesten" der grenzen des gruppenleiters. wenn von vorneherein klar ist, was erlaubt ist und was nicht, wird die zusammenarbeit schneller klappen.
klar musste ich schon sanktionieren: strafarbeiten, in die erste reihe setzen... gehörten zum normalprogramm..
Hallo an alle, auch ich fahre seit 12 Jahren als Teamer auf Freizeiten. (Am Wochenende z.B. für 2 Wochen mit ca. 90 Kindern im Alter von 5-17) Das Wort Strafe finde ich absolut blöd und ich verwende es auch so gut wie nie. Bei mir/und gibt es logische Konsequenzen. Hier einige Beispiele aus den letzten Freizeiten: auf einem Zeltplatz mit Schotterwegen und Hügeln, zwei Kinder werfen und rollen Steine die Hügel hinunter, dabei besteht natürlich die Gefahr, dass sie jemanden treffen. Außerdem sah der Hügel nicht mehr so toll aus, da ja alles voller Steine war. die Konsequenz darauf: die Beiden bekamen Eimer in die Hand gedrückt und mußten eine Stunde (kann auch ne halbe gewesen sein) lang Steine vom Hügel einsammeln und auf den Weg schütten. Diese Aktion haben sie und auch kein anderes Kind, denn alle hatten ja gesehen was sie machen mußten, mehr gemacht. Anderes Beispiel: Beim Essen. Ein Kind wirf beabsichtigt oder nicht seinen Teller mit dem Essen runter. Logische Konseqenz Es muss das ganze natürlich wieder saubermachen. (Ich habe das "Spielchen" letztes Jahr eine dreiviertel Stunde durchziehen müssen, aber wenn ich es nicht getan hätte, wäre das Kind mir bis zum Ende auf der Nase herum getanzt.)
Das mit den Schlafenszeiten regelt sich bei uns meistens recht schnell von selber. In den ersten zwei Tagen stehen die Kinder noch früh auf, aber von Tag zu Tag werden sie müder, da sie tagsüber viel Beschäftigung und "Auslauf" haben im Gegensatz zum Schulalltag. Abends wird auch in allen Gruppen vorgelesen, egal ob das die kleinen oder die Großen sind. Das hat sich als Ritual schon eingebürgert und die Kinder verlangen danach (vor allem natürlich die, die schon mehrere Male mit uns gefahren sind.
Strafen wie Toilette putzen oder spülen gibt es bei uns nicht. Toilette putzen muss einfach jeden Tag sein und da ist immer abwechselnd eine Gruppe dran. Die Kleinen reißen sich sogar um den Putzdienst. Und abspülen tut bei uns jeder selber. Außerdem läßt die Küchencrew nicht eine Horde Kinder zu sich rein nur weil wir meinen das die jetzt abspülen sollen.
Auch das oben beschriebene Abschreiben finde ich schrecklich. Das erleben die Kinder doch leider schon viel zu oft in der Schule und auch da finde ich es absolut sinnlos. Was hat das Kind und der Strafende davon, wenn 100mal "Ich darf nicht stören" geschrieben wird????? Gar nichts!
Störenfriede brauchen sinnvolle Aufgaben. Z.B. wie oben beschrieben sind sie verantwortlich für die Ordnung im Zelt. Oder dürfen Abends das Buch holen und sind dafür verantwortlich. oder sorgen dafür das die Gruppe vollständig zum Treffpunkt erscheint. Solche Aufgaben müssen nur schmackhaft und als etwas besonderes verkauft werden und alle sind zufrieden. Man findet immer etwas.
Hallo,
Wir führen mit unseren Kindern auch immer Gespräche wenn etwas falsch gelaufen ist. Was die Strafe angeht, hat es sich bei uns als sehr erfolgreicht erwiesen, die Kinder selber Vorschläge für ihre Strafe bzw. Widergutmachung machen zu lassen. Das Kind muss sich, um eine passende Aufgabe zu finden, mit dem auseinander setzen, was es getan hat und ihm ist hinterher auch auf jeden Fall der zusammenhang zwischen Tat uns Strafe klar. Außerdem lernt das Kind etwas über Verhältnismäßigkeit. Häufig kommen von den Kindern von vorne herein gute Vorschläge und wenn nicht, kann man als Leiter an der vorgeschlagenen Strafe erkennen, wie das Kind sein Vergehen einschätzt und hat nochmal eine gute Gesprächsgrundlage.
Vorschläge die die Kinder häufig machen, sind angemessene Entschuldigungen oder vielleicht sogar eine Idee, einem anderen Kind oder einem Leiter, den man geärgert hat, etwas Gutes zu tun. Wenn das Kind so etwas selber vorschlägt, dann kann man sich wenigstens sicher sein, dass es aufrichtig gemeint ist.
Manchmal ist für dieses Vorgehen natürlich keine Zeit. Wenn sich die Möglichkeit ergibt, ist es jedoch eine gute Alternative zum einfachen aufdrücken von Strafen.
Sport bei den Ruhestören hat bei uns auch gut geklppt. War dann aber kein Frühsport sondern eher ein "Nach-Mitternachts-Lauf". Am nächsten Tag waren die zwar müde aber gut gelaunt.
Und es war eine geniale Zeit zum Reden über Gott und die Welt
hallo,
ich bin nicht so ein großer fan von Strafe. Lieber sollte man das was gut läuft positiv verstärken. Ihr kennt doch sicher (fast) alls Harry Potter. Da gibt es so Gläser wo Hauspunkte gesammelt und abgezogen werden, wenn was gut ist oder eben schlecht. In den letzten Jahren haben wir das system bei uns auf den Freizeiten mit den "Kleinen" (1.-2.Klasse)aufgegriffen, wenn sie was gut machen gibt es Punkte und dann jeden Abend einen Tagessieger bzw. eine Gruppe Tagessieger (z.B. das Ganze zimmer). Die bekommen dann eine Belohnung. 10 Min länger aufbleiben, dürfen sich aussuchen welcher leiter bei ihnen eine Geschichte vorliest... Am Anfang wars eigentlich nur ein Spiel das so zu machen (weils zum Lagerthema gepasst hat). Aber seit der Zeit sind alle viel motivierter sich an abgemachte regeln zu halten.
bei uns gibts da so eine art trdition: jeder weiß, dass wenn er:
- zu spät zum essen kommt --> danach spülen muss
- gewalt einsetzt --> in der großen runde nach den pfadfinderversprechen gefragt wird...keine gewalt ist zum beispiel eins, oder er auch gerne mal gepflockt wird
- in der nachtruhe zu laut ist --> müll wegbringen, wasser holen muss
- sonstigen scheiß gemacht hat --> kleine schnipsel vom hacken aufheben muss
nach hause geschickt wurde noch keiner, aber bei was sehr schlimmen, muss man auch mal das kochgeschirr und essgeschirr aller 40 leute allein spülen-> das ist arg!
oder man darf keinen tschai trinken (auch sehr schlimm) oder als letztes in die dusche (warmes wasser weg) oder sowas
ist eigentlich ganz gut geregelt :)
also nochmal zur ergänzung: das wichtigste sind bei uns einzelgespräche und entschuldigungen...dann aber noch, damit er es lernt ne kleine strafe...schlimm sind unsere strafen auch nicht...nur etwas zu tun, damit er drüber nachdenken kann ist wichtig
Ich weiss ja nicht was du "nicht schlimm" nennst, aber solcher Umgang mit Starfen lässt mir immer die Haare zu Berge stehen. Fangen wir mal mit den Gemeinschaftsdiensten an, spülen, müll wegbringen usw. sind ganz normale geimeinschaftsaufgaben, warum besetzt ihr diese negativ in dem sie als strafe eingesetzt werden?
Viel schlimmer aber noch finde ich das Anprangern vor der großen Runde und abschalten von warmen Wasser, sowas nenne ich die Teilnehmer schikaniren! Schon mal was von Menschenwürde gehört?
Grade solche Praktiken bringen den Pfadfindern an vielen Stellen einen sehr schlechten Ruf ein, ihr sollte euer pädagogisches Konzept wirklich mal kritisch prüfen!
@ Marcus Toelstede:
1. sind die Gruppen doch erleichtert, wenn ihnen jemand außerhalb des Spülplans noch hilft.
2. auf einem Lagerplatz kommt es schon mal vor das es nur eine bestimmte Menge von warmen Wasser gibt!! und wenn dann 5 Leute geduscht haben ist es dann halt weg und die danach haben Pech! sonst wird das immer untereinander ausgemacht, oder wer zuerst an der Dusche ist, oder schnick-schnack-schnuck.... Aber so hat man halt gelitten!
Außerdem wird im großen Kreis niemas jemand angeprangert!! Er wird doch nur nach den Regeln/Pfadigesetzen gefrag und die muss man halt mal drauf haben!
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