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Ideen für Nachtwanderungen und Nachtaktionen 2

von mehlersoft (15.07.10 08:59:12)

Nachdem im Artikel Ideen für Nachtwanderung (Vorschau) die Ideensuche für Nachtwanderungen und Nachtaktionen ja doch eher zu einer sehr kritischen Diskussion geworden ist, würde ich hier gerne Ideen für Nachtwanderung - ausdrücklich ohne jegliche Kommentierung über Sinn/Unsinn - sammeln.

 

Warum so? Niemand wird angegriffen und jeder muss für sich selbst entscheiden, ob dies für seine Teilnehmer bei seiner Aktion sinnvoll bzw. angebracht ist. Was bei einem zufällig zusammengewürfeltem Haufen schwierig wäre, ist bei einer Gruppe, die bereits in dieser Zusammenstellung mehrere Aktionen bei dem Leiter mitgemacht hat, kein Thema mehr. Zudem kann dabei der Leiter die Gruppe und die Gruppe den Leiter ganz anders einschätzen. Also ist alles immer wieder eine Abwägungssache, die aus meiner Sicht jeder für sich selbst entscheiden muss.

 

Ausführliche Spiele für die Nacht gibt es übrigens in den Kategorien "in der Dunkelheit" und "Nachtspiele & -aktionen" sowie Gruselgeschichten in der Kategorie "Gruselgeschichten".

Kommentar von Nessa (17.07.10 12:52:00)

Wir hatten dieses Jahr meiner Meinung nach eine sehr schöne Nachtwanderung in unserem Zeltlager:

3 Leiter sind vorraus gegangen und haben auf einer Lichtung ein paar Planen ausgelegt und Kerzen angezündet. Die Kinder haben im Lager ein Taize-Verse gelernt und durchgesungen. Dann ging es los. Ohne Taschenlampe und geschlossen sind wir durch den Wald zu der Lichtung gegangen, der Weg dauerte etwa eine halbe Stunde. Auf der Lichtung angekommen, haben wir die gelernten Taize-Lieder gesungen und anschlließend Zeit gelassen, um den Sternenhimmel zu beobachten oder auch die Augen zuzumachen. Zum Schluss haben wir noch gemeinsam das Vater-Unser gebetet und sind dann wieder gemeinsam ins Lager gelaufen.

Die Nachtwanderung kam bei allen sehr gut an, gerade weil wir in den Jahren zuvor eher gruselige Nachtwanderungen gemacht haben, bei denen sich viele Kinder gefürchtet haben. Dieses Jahr herrschte eine entspanntere Atmosphäre, was allen (auch den Gruppenleitern ;)) gut gefiel.

Kommentar von stock_n (12.02.11 06:22:44)

Das hier sind keine Ideen für Stationen bei der Nachtwanderung, dafür aber ein paar Ideen für Rahmenbedingungen und -geschichten:

 

  • Bei der Kategorie von Nachtwanderungen, bei denen die Kinder alleine oder in kleinen Gruppen eine bestimmte, markierte Strecke ablaufen müssen und unterwegs erschreckt werden, kann es sich lohnen, die Kinder zu kennzeichnen. Dann wissen die Streckenposten, ob sie doll, mittel oder schwach erschrecken dürfen, oder ob gewisse Stationen vielleicht ganz weg fallen.
    Zum Kennzeichnen der Kinder werden Knicklichter verwendet, die das vorderste Kind jeder Gruppe hält. Können die Erschrcker kein Knicklicht sehen, fahren sie die harmloseste Tour. So können die Kinder, falls es ihnen doch zu gruselig ist, ganz einfach auf die harmloseste Variante umsteigen.
  • Bei den Großgruppennachtwanderungen kann man die Strecke in zwei Abschnitte aufteilen. Nach dem ersten Teil hält man an und erklärt der Gruppe, dass nun noch ein etwas gruseliger Teil kommt. Wer möchte kann nun wieder zum Schlafplatz zurück kehren.
    Gegenüber einem Aufteilen der Gruppen vorm Losgehen, bietet dise Variante einige vorteile. Die ängstlichen Kinder durchlaufen die Nachtwanderung in einer größeren Gruppe und mit den mutigen Kindern zusammen, was den Gruselfaktor meistens senkt. Außerdem überschätzen sich die Kinder weniger und sie erliegen auch nicht so schnell einem Gruppendruck, wenn sie sich entscheiden müssen, nachdem sie schon eine Kostprobe hatten.
    Um Kindern, die nicht zugeben wollen, dass sie Schiss haben, eine Ausrede zu geben, kann man anbieten, dass die Kinder die "auf die Toilette müssen" oder "keine Lust mehr haben" auch mit zurück laufen dürfen.
    Nach dem Aufteilen der Gruppe werden die einen mit ein paar Leitern und Taschenlampen zurück geschickt und die anderen warten bis es wieder leise ist udn gehen dann weiter.
  • Unter gewissen Umständen (die Kinder sind nicht zu jung oder man kennt die Gruppe gut) kann auch eine unangekündigte Nachtwanderung machen. Dazu bietet sich zum Beispiel der Rückweg von einem Nachtgeländespiel an. Wenn man zu einer Jahreszeit fährt, zu der es früh dunkel wird, kann man auch Rückwege von Ausflügen nutzen. Bei uns gab es mal eine Nachtwanderung nach einem Schwimmausflug mit Bus. Die Leiter hatten den Busfahrer gebeten, an einer bestimmten Stelle anzuhalten und durch zu sagen, dass mit dem Bus etwas nicht stimme. Dann hat er die Leiter gefragt, ob sie denn warten wollen, bis der ADAC da wäre, oder ob sie nun laufen wollen. Es sei ja nicht mehr weit. Die Leiter haben laut verkündet, dass sie laufen wollen und so gings los. Einige Kinder wurden zwar schon stutzig, als die ersten Leiter ihr Taschenlampen zückten (wer nimmt die schon zum Schwimmen mit) aber ein guter Leiter ist eben für alle Fälle gerüstet.
  • Im Rahmen eines Kinoabends kann man für die älteren Teilnehmer einen Gruselfilm zeigen (Nicht verpflichtend natürlich und mit ausreichend gutem Alternativprogramm, dass sich keiner schämen muss, den anderen Film zu gucken). Danach wird den Gruselfilmguckern angeboten, einen Nachtspaziergang zu machen. Auflagen dabei sind, dass keine Taschenlampen benutzt werden dürfenund das nicht geredet wird. Wir haben das schon zwei Mal gemacht. Beide Male wurde nicht zusätzlich erschreckt und beide Male ist es trotzdem sehr gut angekommen. Nach"Signs" durch ein Maisfeld zu laufen oder nach "Blair Witch Projekt" ein Stückchen alleine durch einen Wald zu gehen, sind schon Erfahrungen der ganz besonderen Art.
  • Eine sinnvolle Regel für Nachtwanderungen und Erschreckungen kann es ein, dass sie nicht direkt auf oder am Lagerplatz stattfinden. So bleibt der Schlafplatz in den Köpfen der (kleineren) Kinder ein sichrer Ort.
Kommentar von Rexxi (15.02.11 16:24:53)

Also bei uns gibt es 2 verschiedene Nachtwanderungen

  •  Einmal die klassische Nachtwanderung mit erschrecken. Die machen wir immer am ersten Abend. Bei der Ankunft am Platz/Haus machen wir erstmal eine Schnitzeljagt damit der Weg jedem bekannt ist. Die Gruppe, die den Gruselteil übernimmt, ist die gejagte Gruppe. Der Sinn der Schnitzeljagt ist es, dass man alles für die Nachtwanderung, planen kann. Zu dieser Truppe gehören Teilnehmer ab 14+ um ihnen etwas Verantwortung zu übertragen. Außerdem finden sie es eh toller bei den "Großen" mitzumachen. Am Abend spielen wir dann immer Kennenlernspiele bei der dann die Erschrecker nach und nach vom Oberleiter durch falsches Verhalten "ins Bett geschickt" werden. Diese machen sich dann auf alles vorzubereite. Nach den Spielen gibt es eine Grußelgeschichte die am Besten zu der Umgebung passt. Dann werden die Kinder in Grupper a 10 Teilnehmer + Leiter eingeteilt die gehen dann immer in 15 min Abständen los. Diese werden dann immer an gewissen Stationen (Die die Kinder natürlich nicht kennen) von 2 - 3 Personen erschreckt.
  • Die zweite Version ist wesentlich harmloser. Hier bereiten 2 Leiter einen Weg vor, der wieder von Gruppen a 10 Teilnehmer + Leiter gelaufen wird. Die 2 Leiter suchen sich dan auf ihren Weg zwei Punkte aus an denen sie sich mit einem Kerze positionieren. Von einem Punkt sollte man in der Nacht den Kerzenschein des anderen Punktes sehen. Bevor die Kinder in ihren Gruppen den Weg abblaufen gibt es ein kurze Einheit zum Psalm 23("Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.") Die Gruppen machen dann auf Weg und halten bei der ersten Station(Kerze). Dort sollen die Kinder den weg zu der zweiten Kerze, die man in der Ferne sehen kann, alleine laufen. Dies ist natürlich freiweillig. Dadurch lernen die Kinder das man im Dunkel keine Angst haben muss und sie wachsen etwas über sich selbst hinnaus und sind dann natürlich unheimlich stolz auf sich selbst.



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