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Die Toten-Hochzeit

von mehlersoft (14.06.10 23:33:53)

Man erzählt sich, dass sich die folgende Geschichte im benachbarten Ort 1935 zugetragen hat:

 

Charl und Mary waren schon sehr lange zusammen und ein schöne Paar. Als Charl um Marys Hand anhielt, endete er mit den Worten: "Du bist so schön. Du bist meine die große Liebe. Ich würde selbst von den Toten auferstehen, um Dich zu heiraten!" Für 4 Monate später wurde bereits die Hochzeit angesetzt. Charl fragte seinen besten Freund, ob er Trautzeuge werden möchte. Dieser stimmte natürlich zu.

 

Kurz vor der Hochzeit wurde Charls Opa sehr krank. Drei Tage vor der Hochzeit stand es sehr schlecht um ihn. Daher reiste Charl mit dem Zug zu seinem Opa. Mary hatte dafür vollstes Verständnis und blieb, um die Hochzeit weiter vorzubereiten. Charls bester Freund sollte ihn am Tag der Trauung um 11 Uhr am Bahnhof abholen, damit um 13 Uhr die Hochzeit stattfinden konnte.

 

Der Tag der Hochzeit kam und Charls bester Freund machte sich mit der Pferdekutsche auf den Weg zum Bahnhof. Er kam pünktlich an und wartete auf den Zug. Es war 11 Uhr, es war 11.15 Uhr, was war 11.30 Uhr. "So langsam wird es knapp", dachte er sich, "hoffentlich kommt der Zug gleich!" Es verging noch eine weitere Stunde, bis der Bahnhofsvorsteher auf das Gleis trat und mit ernster Mine verkündete: "Sehr geehrte Damen und Herren, ich muss ihnen leider mitteilen, dass der Zug kurz nach dem vorherigen Halt entgleist ist. Es gibt viele Verletze." Und deutlich leiser fügte er hinzu: "Und schon einige Tote!"

 

Charls bester Freund war entsetzt. Er jagte mit seiner Pferdekutsche zur Kirche, um der Braut die Nachricht mitzuteilen. Doch er staunte nicht schlecht. Als er um 13.30 Uhr bei der Kirche eintraf, war dort Feststimmung angesagt: Braut und Bräutigam schritten gerade durch das Kirchenportal. Doch Charl war sehr blaß. Charl schaute auch nicht sehr glücklich.


Kaum war das Brautpaar aus der Kirche herausgeschritten, sackte Charl zusammen und verschwand. Alle waren entsetzt über das Geschehene. Wenige Tage später erhielt Charls Vater einen Brief von der Eisenbahngesellschaft: " ... leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass Ihr Sohn zu den Opfern des Eisenbahnunglückes gehört. Wir konnten ihn eindeutig über seine Brieftasche identifizieren, möchten Sie aber bitten zur Identifizierung bei uns vorbeizukommen. Wir möchten Ihnen auf diesem Wege unser Beileid ..." Man sagt, er saß danach noch zwei Tage kopfschütteln vor seinem Haus, bevor er sich mit Mary auf den Weg machten. Sie kamen beide kreidebleich zurück, denn Charl trug den Ehering am Finger.



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