Stella das Sternenkind
von gahimmelfahrt (07.12.09 08:27:14)Stella, das Sternenkind!
Hast du schon mal ein Sternenkind gesehen? Nein, das glaub ich dir nicht. Schau doch einfach einmal in den Abendhimmel. Dort siehst du bestimmt die vielen glitzernden Sterne.
Jeder von ihnen wird von einem Sternenkind jeden Morgen wieder geputzt, damit jeder so schön leuchtet.
Stell dir mal vor, jedes Sternenkind hat einen langen blonden Lockenkopf und ein weißes Kleid an. Sie schweben von Stern zu Stern und jedes hat ein Staubtuch in der Hand.
Sie sind sehr fleißig, und wenn sie ihren Stern geputzt haben, dann spielen sie am liebsten Fangen.
Manchmal, kommt ihr großer Herr vorbei. Er hat einen Schlitten mit weißen Schimmeln vorne dran. Es ist der Sternenvater, er hat die Sterne geschaffen und passt jetzt gut auf, dass sie für die Menschen auch immer leuchten.
Heute, an diesem Tag, wollte Stella, ein Sternenkind gerade ihren Stern putzen, als er plötzlich zu wackeln anfing. Zuerst nur ein ganz klein wenig, dann aber immer stärker.
„Was ist bloß los, der Stern hing doch immer so fest hier am Himmel,“ fragte sich Stella. Und ausgerechnet heute würde der Sternenvater vorbeikommen. „Was mach ich bloß. Ich muss doch den Stern sauber machen. Aber, wenn dann was passiert!“
Ganz vorsichtig, nahm Stella ihren Putzlappen, und versuchte, ihren Stern sauber zu machen. Der Stern wackelte noch mehr. Es sah sehr gefährlich aus. Und dann geschah es. Der Stern löste sich vom Sternenhimmel und fiel.
Stella versuchte noch, ihn aufzufangen. Aber sie bekam ihn nicht zu fassen.
„Was soll ich denn jetzt tun, ich habe meinen Stern verloren.“
Stella war sehr traurig. Sie setzte sich auf eine graue Wolke und weinte.
Ausgerechnet jetzt kam der Sternenvater und sah sich die Arbeit seiner Sternenkinder an. Als er an die Stelle kam, an der Stella arbeiten sollte, fand er weder den Stern noch das Kind. Er schickte seinen Engel aus um sie zu suchen. Die Engel halfen ihm manchmal bei seiner Arbeit und heute schickte er Raphael los.
Raphael fand Stella ziemlich schnell auf ihrer grauen Wolke sitzend.
„Was ist denn los, Stella? Der Sternenvater sucht dich und möchte mit dir sprechen,“ sagte Raphael.
„A-ber, ich, k-ann d-och nicht. M-ein S-tern ist weg. Er ist ein-fach run-ter-ge-fal-len,“ schluchzte Stella. „Ich kann d-och nicht zum V-ater ge-hen und ihm sagen, dass ich sei-nen St-ern ver-loren habe. Er ist sicher sehr böse.“
Raphael versuchte sie zu trösten. „Der Vater ist gut, er ist dir nicht böse, aber er möchte mit dir reden. Er macht sich bestimmt schon sorgen um dich. Also komm, lass uns gehen.“
Raphael nahm sie an der Hand und gemeinsam schwebten sie zu Stellas Platz. Der Sternenvater wartete und war von vielen anderen Sternenkindern umringt.
Stella versteckte sich hinter Raphael. Sie hatte Angst, dass der Sternenvater mit ihr schimpfen würde und dass die anderen sich über sie lustig machen würden.
„Stella, bitte komm doch mal zu mir,“ begann der Vater zu sprechen. „Ich glaube, ich muss dir etwas erklären.“
Stella ging zum Schlitten und wurde vom Vater auf den Schoß genommen.
„Es tut mir leid, dass ich deinen Stern verloren habe. Ich wollte dass er ganz doll glänzt und als ich dann angefangen habe ihn zu putzen, da hat er gewackelt und dann ist er einfach runter gefallen. Ich konnte gar nichts machen. Er war einfach weg.“
„Hört mir alle mal gut zu.“ Begann der Sternenvater nochmals. „Stella ist ein ganz besonderes Sternenkind. Ihr Stern hat eine ganz besondere Aufgabe. Wenn ein Stern vom Himmel fällt und dabei ganz gut geputzt ist und deshalb glänzt, dann sehen die Menschen auf der Erde den Stern als Sternschnuppe. Sein Glanz ist so hell, dass die Menschen ihn für etwas besonderes halten. Deshalb wünschen sie sich etwas, wenn sie so einen Stern sehen. Das alleine ist schon etwas besonderes, weil es nicht oft passiert. Aber mit dem Stern von Stella hat es noch mehr auf sich. Dazu dürft ihr jetzt alle mit zu mir in mein Schloss kommen und mit der Sternenlupe auf die Erde schauen. Ich erklär euch dann genau, was dort geschieht.“
Alle Sternenkinder schwebten hinter dem Sternenvaterschlitten her. Sie waren ganz ruhig, denn sie merkten, dass es etwas ganz besonderes war.
Im Schloss angekommen, versammelten sich alle um eine große Lupe, die im Boden eingelassen war. Von dort aus konnte man auf die Erde schauen und man sah ganz genau, was dort passiert.
„Stella, komm zu mir,“ sagte der Sternenvater. „Du musst genau hinsehen. Siehst du deinen Stern?“
„Ja, da ist er, er ist ganz hell und man kann ihn sehen, obwohl es auf der Erde noch hell ist. Er ist auch gar nicht ganz runtergefallen. Er schwebt nur weiter unten, damit er besser gesehen wird.“
„Genau. Dein Stern ist ein Wegweiser. Er führt Menschen zu einem ganz besonderen Ort.“
„ Aber der Reihe nach. Seht, dort auf dem staubigen Weg.“
„Da reitet eine Frau auf einem Esel. Die ist ganz schön dick.“ Sagte ein kleines Sternenkind.
„Ja,“ erklärte der Sternenvater, „sie ist dick. Aber nicht, weil sie zu viel gegessen hat, sie bekommt ein Kind. Und sie hat auch noch einen Mann dabei. Zusammen müssen sie noch einen weiten weg zurücklegen. Und dein Stern, Stella, der wird ihnen dabei helfen, den Weg zu finden. Aber nicht nur ihnen.“
„Was passiert jetzt?“ fragte ein anderes Sternenkind.
„Lasst uns nachsehen.“
Jetzt sahen die Sternenkinder, wie Maria, so heißt die Frau und Josef ihr Mann eine Pause machten und danach bis in die Nacht weiterritten. Ein Lagerfeuer wärmte sie und der kleine Stern, der leuchtete über ihnen.
Jetzt war es auch für die Sternenkinder Zeit, schlafen zu gehen. Sie legten sich auf den weichen Boden und schliefen ein.
Am nächsten Morgen mussten sich alle anderen erst wieder um ihre Sterne kümmern. Nur Stella hatte Zeit, sich mit dem Sternenvater die Bilder aus der Welt weiter anzusehen.
Sie sah, wie die kleine Gruppe weiter auf ihrem Weg vorwärts kam und sie sah ihren Stern.
„Wird der Stern immer heller, oder bilde ich mir das nur ein?“, fragte Stella.
„Nein, du hast schon recht. Dein Stern wird immer heller. Das ist wichtig, denn er muss jetzt von 3 Königen gesehen werden. Die sind aus ganz anderen Ländern und haben einen weiten Weg vor sich. Aber sie folgen einfach deinem Stern. Er zeigt ihnen, wo sie hin sollen.“
„Aber, wohin wollen sie eigentlich. Es ist doch gar nichts besonderes.“
„Warte einfach noch ein bisschen, Stella. Du wirst an einem Wunder teilhaben, das nur mit Hilfe von dir und deines Sternes so verlaufen kann.“
Sie sahen wieder hinunter auf die Erde. Anscheinend kamen die Wandernden endlich an ihrem Ziel an. Stella sah ein Dorf, das etwas ärmlich aussah. Die Häuser waren aus Lehm und Stroh gebaut. Und die Straßen und Wege waren staubig. Aber obwohl es nicht besonders aussah, es war überfüllt. Viele Menschen standen hier auf der Straße. Und da sah Stella einen Mann an einem Tisch sitzen, er hatte einen lange Liste auf seinem Tisch liegen.
„Was machen die vielen Menschen denn da? Warum stehen die alle an, der Mann gibt den Menschen doch gar nichts.“
„Weist du Stella, der Mann ist ein Arbeiter für den König. Der möchte gerne wissen, wie viele Menschen zu seinem Reich gehören. Und damit nicht alles durcheinander gerät, müssen alle Männer und Frauen an den Ort gehen, an dem sie geboren sind. Wenn die zwei ein Paar sind, dann müssen sie an den Ort, an dem der Mann geboren wurde. Denn die Frau gehört dann zum Mann. Josef, der Mann von Maria ist in Bethlehem geboren. So heißt also die kleine Stadt unter uns. In dieser Stadt müssen sie sich in eine Liste eintragen, und das macht der Mann da.“
„B e t h l e h e m“ wiederholte Stella. „Ein komischer Name. Und hier soll etwas besonderes passieren?“
„Ja genau. Aber jetzt geh schnell mal raus. Deine Geschwister sind bestimmt genauso neugierig wie du. Hol´ sie doch rein. Sie dürfen auch wieder mit schauen.“
Stella flog ganz schnell hinaus. Sie hoffte, dass es nicht zu lange dauern würde. Sie wollte nichts verpassen. Aber sie brauchte sich gar keine Sorgen machen. Um das Schloss herum warteten noch mehr Sternenkinder als gestern.
„Ihr sollt reinkommen. Die Geschichte wird immer interessanter. Beeilt euch, ich möchte nichts verpassen.“
Alle Sternenkinder hockten sich um die Lupe herum. Sie waren wieder ganz ruhig, keines kicherte oder redete. Alle waren ganz gespannt.
„Schaut mal, die suchen sich jetzt bestimmt eine Schlafmöglichkeit, oder?“ fragte ein Sternenkind.
„Ja,“ sagte der Sternenvater, „sie müssen ja irgendwo hin. Denn heute Nacht wird Maria ihr Kind bekommen.“
„Seht mal, der in dem großen Haus, der schickt sie einfach wieder weg.“
„So eine Gemeinheit.“
„Das geht doch nicht. Die Maria, braucht doch ein warmes Bett und das Baby muss doch auch in einem warmen Bett liegen dürfen, wenn es da ist.“
„Ich würde ihr sofort meine Wolke anbieten.“
Die Sternenkinder waren sehr aufgeregt. Alle redeten durcheinander und schimpften über die Wirte.
„Aber, aber, ihr Lieben. Die Wirte können doch auch nicht anders. Es ist halt schon alles besetzt. Jetzt beruhigt euch aber mal wieder und seht genau hin,“ versuchte der Vater seine Kinder zu beruhigen.
„Schaut mal, der nächste hat sie auch weg geschickt. Aber die Ehefrau von ihm läuft ihnen nach.“
„Was macht die denn jetzt?“
„Schaut, da ist eine Scheune und darüber steht Stellas Stern.“
„Die dürfen wenigstens in die Scheune. Da kann man dann auf Heu und Stroh liegen und es ist wenigstens nicht so kalt.“
„So,“ sagte der Sternenvater, „jetzt lassen wir die zwei mal noch ein bisschen alleine. Wenn etwas passiert, schauen wir wieder hin. Aber ich hab doch von den drei Königen erzählt. Die sind jetzt auch schon auf dem Weg. Schaut, sie haben sich gefunden und reiten zu dritt immer dem Stern nach.“
Jeder der Könige hatte ein Geschenk bei sich. Die Sternenkinder waren neugierig.
„Was haben die denn dabei?“
„Für wen sind denn die ganzen Sachen?“
„Wissen die etwa auch von dem Kind, obwohl sie nicht so eine Lupe haben wie wir?“
Der Vater erklärte: „Ja, die Weisen wissen, das ein Kind zur Welt kommt. Sie wissen aber noch mehr. Und das haben sie aus den Sternen gelesen. Wenn man nämlich in den Texten des Jesaja liest, und die Sterne versteht, dann zeigen einem die Sterne gerade, dass ein neuer König auf die Welt kommt. Diesem König gehören die Geschenke.“
„Jeder König bringt das mit, was bei ihm zu Hause am meisten Wert hat. Ein König hat Weihrauch dabei, er duftet wunderbar und alle merken, hier feiert man einen neuen König. Der nächste bringt Myrrhe, ein gut riechendes Baumharz und der Letzte bringt Gold mit. All dies waren wertvolle Geschenke, die nur für einen König bestimmt waren.“
„Du, du sprichst immer nur von einem neuen König. Es kommt aber doch ein Kind zur Welt und das sogar in einem ärmlichen Stall.“
„Ja, es kann doch nicht sein, das so ein Kind ein König wird. Maria und Josef sehen mir nicht nach Königen aus.“
„Das ist das große Geheimnis in dieser Nacht,“ sagte der Sternenvater.
„Lasst uns jetzt noch zu anderen Menschen schauen, die auf die Ankunft dieses Kindes warten. Auch dies sind nur einfache Leute. Es sind die Hirten. Sie stehen auf den kargen Weiden und passen auf, dass ihre Schafe beieinander bleiben und ihnen nichts geschieht. Heute abend sitzen sie wie sonst auch am Lagerfeuer. Einer der Hirten hat eine Flöte in der Hand und spielt schöne Hirtenweisen. Trotzdem spüren sie, heute ist es anders. Noch wissen sie nicht genau, was es ist, aber es wird etwas geschehen.“
„Ich will wissen, wie es Maria und Josef geht,“ fragt Stella ungeduldig. „Wir dürfen auf keinen Fall verpassen, wenn das Baby zur Welt kommt. Es ist doch etwas besonderes.“
„Du hast recht,“ sagt der Sternenvater. „Wir sollten auch nach dem Stern sehen. Ich weiß, er macht seine Sache gut. Und das hat er vor allem deiner guten Pflege zu verdanken Stella. Schau, wie er strahlt und er steht direkt über dem Stall und alle die ihn sehen wollen, sehen ihn.“
Plötzlich ging alles sehr schnell. Das Baby kam zur Welt. Josef wickelte das Kind in ein paar Tücher ein und legte es Maria auf den Arm. Maria war überglücklich. Und was war mit dem Kind.
Stella sagte: „Ich spür irgendwie, dass das Kind uns Frieden bringt. Es strahlt eine wunderbare Ruhe aus. Seht mal, wie hell es jetzt im Stall ist. Der dustere Stall ist wie ein Festsaal beleuchtet.“
Die anderen sahen auch viele Sachen:
„Seht mal da, die Hirten, sie sind auch zum Stall gegangen. Der eine trägt ein frischgeborenes Lamm auf den Schultern und alle Schafe haben sie mitgebracht. Der Flötenspieler verbeugt sich ganz tief vor dem Kind.“
„Sternenvater, kannst du uns sagen, wie das Kind heißt? Du hast ja schließlich auch gewusst, was passiert.“
„Ja, ich wusste was passiert. Das Kind bekommt den Namen Jesus und er ist mein Sohn. Sozusagen ein Sternenkind auf der Erde. Ihr alle und alle Menschen auf der Erde sind seine Brüder und Schwestern. Er wird viele gute Dinge tun und die Welt vor dem Bösen retten. Aber jetzt seht weiter.“
„Oh, schaut,“ rief Stella. „Die Könige kommen. Sie haben durch meinen Stern zu dem Jesuskind gefunden und nun bringen sie ihm die Geschenke. Ich möchte auch so gerne etwas für das Jesuskind tun.“
Der Sternenvater antwortete: „Da hab ich eine glänzende Idee. Ihr fliegt auf die Erde und singt für das Jesuskind das schönste Gloria, das ihr könnt und ihr werdet sehen. Er wird sich sehr darüber freuen.“
Schnell machten sich alle Sternenkinder zurecht und flogen so schnell wie möglich zum Stall. Dort waren inzwischen viele andere Menschen. Viele arme, kranke, alte und ganz junge Menschen. Als die Sternenkinder zu singen begannen, verbeugten sich alle vor dem Jesuskind und stimmten in den Jubel mit ein.
Deshalb singen auch wir jedes Jahr die schönsten Lieder zum Heiligen Abend. Wir wollen Jesus fröhlich machen.
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