Glühwürmchen - die Kinder des Fürsten
von uebbi (26.09.09 21:45:54)Es geht um eine Wegstrecke im dunklen Wald, die man mit Knicklichtern (Glühwürmchen) markiert und vorher dazu eine Geschichte vorliest.
Ich habe diese Aktione für den letzten Kindergeburtstag meines Sohnes geschrieben (11 Jahre mit insgesamt 8 Kindern).
Man präpariert die Strecke nicht länger als 3h vorher, da die Leuchtdauer der Knicklichter nur zwischen 6-8h ist. Und das Knicken nicht vergessen, wenn ihr die kleinen Leuchtstäbchen mit Tesa an Zweige hängt. Weglänge je nach Belieben und Dauer der Aktion. Abstand ca. 50-100m, dann sieht man auch die nächsten gerade wieder bei Dunkelheit und benötigt keine Taschenlampe als Wegweise, höchstens als Stolpersicherung.
Folgende Geschichte habe ich mir hierfür ausgedacht und mit zwei befreundeten Zeltlagergruleis besetzt - die dann zur angegebenen Zeit im wald mit dunklen Umhängen standen und Schreie wie die Ringgeister bei Herr der Ringe von sich gaben.
Die zwei Kinder des Fürsten Vor vielen vielen Jahren lebte ein Fürst mit seinen 2 Söhnen hier in der Gegend. Er hatte die beiden so lieb, daß er immer Angst um sie hatte und sie nicht alleine in den Wald ließ. Die beiden aber waren neugierige Kinder und um so älter sie wurden, umso mehr versuchten sie den Vater und seine Untertanen und Bediensteten zu überlisten, um für kurze Zeit in den Wald zu gelangen und dort auf Entdeckungsreisen zu gehen.So begab es sich, daß sie im Alter von 10 Jahren zum ersten Mal um 5 Uhr in der Frühe, als alle noch schliefen und selbst die Wachen am Eingangstor mehr dösten, als Wache hielten alleine und unbemerkt aus der Burg gelangten. Sie hatten schwarze Umhänge mit tief ins Gesicht gezogenen Kapuzen an und waren alsbald im naheliegenden Wald verschwunden.Wie friedlich und ruhig waren die Bäume mit ihren mächtigen Kronen und dicken Baumstämmen. Wie zart die Blätter an ihren filigranen Zweigen. Hier und dort huschte ein Eichhörnchen den breiten Stamm hinauf, klopfte ein Specht in die Rinde oder raschelte ein Rotkehlchen am Boden herum.Die beiden gingen immer tiefer und tiefer in den Wald hinein und waren fasziniert von den immer neuen Anblicken, den Tieren und den verschiedenen Baumsorten. Als sie irgendwann hungrig wurden kehrten sie um und fanden ohne große Mühe den Weg zurück zur Burg. Dort angekommen mussten sie erleben, wie der ganze Hofstaat auf den Beinen war und sie überall suchte und so kamen sie mit ihren langen Umhängen unerkannt in die Burg. Der Umhänge entledigt gingen sie gelangweilt über den Hof und wurden sofort erkannt. Der Fürst, ihr Vater ließ sie zu sich rufen und fragte wo sie gewesen seien. Worauf sie antworteten, sie haben den frühen Morgen auf der Ostmauer genossen, um die Sonne beim Aufgehen zu sehen und es sei wundervoll gewesen.Der Fürst war verdutzt, ob dieser Antwort hatte er doch den leisen Verdacht, daß ihn seine Söhne nicht die Wahrheit sagten und es vielleicht geschafft hatten auserhalb der Burg gewesen zu sein. Erfüllt mit Angst, ob der Gefahren draußen nahm er sie in seine Arme und drückte sie an sich.Die beiden waren natürlich zufrieden über ihre erfolgreiche Geschichte und versuchten am nächsten Morgen gleich wieder einen Ausflug zu machen. Dieses Mal gingen sie um 4 Uhr in der Frühe los und es war dunkel als sie am Wald ankamen. Vereinzelt waren kleine Lichter am Waldrand zu sehen, die ausgingen sobald sie sich ihnen näherten. Doch sie trauten sich nicht in den Wald und erst als die ersten Sonnenstrahlen die Dunkelheit vertrieben gingen sie tiefer hinein und erkundeten alles.Aber auch dieses Mal überfiel sie der Hunger und sie kehrten um, um wieder unerkannt mit ihren Umhängen das Hoftor zu passieren und sich alsbald der Gewänder entledigt unters Volk im Burghof zu mischen.Dieses Mal war es keinem aufgefallen, daß sie erst jetzt auf der Bildfläche erschienen waren.In der nächsten Nacht machten sie sich wieder auf, es war noch vor 3 Uhr und wieder schwirrten diese Lichter am Waldrand umher, die ausgingen sobald man ihnen zu nahe kam. Einmal gelang es dem Älteren, solch einen Leuchtkörper zu fassen und in seiner Hand entdeckte er das Insekt, von dem aus das Licht geleuchtet haben mußte. Er steckte das Insekt in eine Schachtel und nahm es mit. Auch der jüngere Bruder bekam eines zu fassen und betrachtete es interessiert in seiner Hand. Damit es nicht wegfliegen konnte, band er ihm einen Bindfaden um die Hinterbeine und befestigte das andere Ende an einem Zweig. Die Idee gut findend machte es ihm der große Bruder nach. So fingen sie ein Insekt um das andere und banden sie alle entlang ihres Weges in den Wald an. So konnten sie auch bei Dunkelheit tief in den Wald gehen und dank der leuchtenden Insekten auch wieder herauskommen. Dies taten sie fortan für viele Nächte und kaum einer im Burghof schöpfte Verdacht, obwohl die beiden sonst so lebendigen Burschen plötzlich tagsüber so träge und müde waren.In ihren nächtlichen Streifzügen, drangen sie immer tiefer in den Wald, immer mit der Absicherung in regelmäßigen Abständen ein leuchtendes Insekt mittels Bindfanden an einem Zweig festzubinden.Das ging so den ganzen Sommer und im Herbst machten die beiden eine lange Reise mit ihrem Vater von der sie erst nach 2 Monden zurückkamen. Es war kalt geworden und trotzdem hatten die beiden Burschen in der ersten Nacht nichts anderes zu tun, als sich etwas dicker anzuziehen und wieder in den Wald hinaus zu gehen und dort voller Erwartung tiefer und tiefer einzudringen. Daß der sonst so sanft beleuchtete Pfad nicht auf Anhieb zu finden war betrübte sie nicht. Wie hatten sie das vermisst während ihrer Reise mit dem Vater und so waren sie schon so tief eingedrungen, als sie plötzlich zugeben mußten, daß sie nicht mehr wußten wo sie waren. Sie hatten sie all die Wochen vorher imme rauf die leuchtenden Insekten verlassen, die Ihnen den Weg wiesen, aber von denen war nichts mehr zu sehen. Es blieb ihnen also nichts übrig als zu warten bis es hell wird und dann auf die Suche nach dem Heimweg zu gehen. Kurz bevor es hell werde wollte schliefen die beiden ein und da sie so viel herumgelaufen waren und überdies noch müde von der Reise waren schliefen sie den ganzen Tag und wachten erst wieder auf, als es längst wieder Nacht geworden war.So ging das einige Tage und sie waren recht verzweifelt, weil sie nicht merkten, daß es immer dann Tag wurde, wenn sie gerade einschliefen. Sie fühlten sich alleine und verlassen, hatten Hunger, den sie fanden nichts als Beeren als Nahrung.Dabei wäre es so einfach gewesen, wenn nur der ein oder andere mal länger wachbleiben würde oder früher auwachen könnte.Noch heute streifen sie deshalb durch die Wälder des nachts, lassen ihre krächzenden Laute ertönen und sind verwirrt und unruhig. Dass im Sommer die leuchtenden Insekten wieder erwacht sind und den Weg in und aus dem Wald leuchten haben sie vergessen aber vielleicht könnt ihr Ihnen ja helfen. Die Leucht-Insekten hängen noch an den Bäumen und führen tief in den Wald hinein – dort sind die beiden Buben und warten auf ihre Erlösung aus dem Wald. Um die beiden Jungs zu erlösen, müsstet ihr in ihrer Sprache zurufen, dass sie keine Angst haben sollen und ihr ihnen den Weg nach draußen zeigt! Das heißt folgendermaßen: Non soy tormento – partir de bosco
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