Feedback, Reflexion und Aufsichtspflicht für 12 bis 14-jährige
von mehlersoft (17.06.09 10:38:03)Da ich übernächstes Wochenende eine Einheit über Feedback & Reflexion (ca. 1 Stunde) sowie über Aufsichtspflicht (ca. 30 Minuten) für 12 bis 14-jährige halten soll/darf, stelle ich mir gerade die Frage: Was kann ich mit dieser Altersgruppe machen, ohne dass ich nur 1,5 Stunden Vortrag mache. Denn Vorkenntnisse dürfte diese Altersgruppe kaum haben.
Also wie kann ich diese Themen kreativ und aktiv für die Teilnehmer vermitteln? Ich hoffe auf Ideen, die auch gerne im Urmodus für Ältere zugeschnitten sind ...
Vielen Dank! Ich freue mich auf eure Anregungen und Vorschläge.
Laß sie selbst z. B. über die Aufsichtspflicht recherchieren und die Arbeitsergebnisse selbst präsentieren!
Feedback und Reflexion:
Es gibt da ein Stimmungsbarometer. Wie hat sich der Teilnehmer gefühlt. Wir hatten mal eine Wand. Jeder hatte einen Klebepunkt für gut oder schlecht zur Verfügung. Durch das Kleben nach rechts oder links tut man dann kund, wie toll man die Aktion fand.
Was man mit uns auch mal gemacht hat. Zwei verschieden farbige Zettel wurden verteilt. Auf dem weißen schreibt man, was man toll fand, und auf dem grünen, was man schlecht fand.
Ich denke, daß Du mal Dein Freund "Google" bezüglich Feedback- oder Reflexionsmethoden ansetzen solltest. Da findest Du bestimmt gute Anregungen. Guckst Du z. B. hier http://www.transferx.de/Reflexionsmethoden.pdf
Da habe ich mich wohl etwas missverständlich ausgedrückt, es geht klar zum einen um die Methoden, aber es geht eben auch um die Theorie dahinter.
Ich denke, ich werde eine Gruppenarbeit zu den verschiedenen Methoden (s.bspw.auch Auswertung) machen, doch wie kann ich die Theorie auch noch vermitteln?
Versuch, ihnen zu vermitteln, oder besser, mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten, welchen Sinn und Zweck haben Feedback und Reflexion. Wenn du das Ganze mit einem Brainstorming (max. 10 Minuten) beginnst, kommen sicher schon viele Ideen. Dadurch, dass sie mit eingebunden sind, nimmst du dem Ganzen etwas den Vortragscharakter. Die Methoden kann man daran anschliessen, so dass du vom "Warum" zum "Wie" kommst. In einer Abschlussrunde können sie das gerade gelernte sofort praktisch anwenden und erfahren am eigenen Leib, was Feedback und Reflexion bedeuten kann.
Wenn du es so ähnlich aufbaust, kannst du die trockene Therorie sehr anschaulich vermitteln, da die Thematik durch die praktischen Beispiele und die Mitarbeit greifbarer und einsichtiger wird.
Als praktisches Beispiel bietet sich ja direkt eine Aufsichtssituation an, in der ein Konflikt entsteht. Die Kinder müssen reflektieren, was passiert ist und was schief gelaufen ist. Dannach kommt das Feedback, was war gut, was nicht, was kann man anders machen. Man gibt ihnen nur die Fragen,ohne ihnen zu sagen, das sie gerade reflektieren und Feedback geben, das kommt erst später. Wenn die Zeit reicht, kann man das als Rollenspiel gestalten (ist noch eingängiger, wenn eins der Kinder mal die Betreuerrolle übernimmt), ansonsten geht auch eine Fallschilderung. Die dargestellte Situation kannst du der Altersstufe anpassen, so kann man das Ganze von 6 bis 16 Jahren anwenden. Vielleicht findest du sogar eine Situation, die in ähnlicher Form schon mal bei euch vorgekommen ist, dann haben die Kinder einen noch stärkeren Bezug dazu. Den theoretischen Hintergrund einzubinden, sollte dann auch nicht mehr schwer sein, da man di Kinder eh schon gefangen hat.
Frontalunterricht/-vortrag würde ich vermeiden, da die meisten nach 10min abschalten werden. Für beide Bereiche könnte ich mir gut vorstellen, Werbespots zu machen (wenn PCs/Notebooks mit z.B. Powerpoint vorhanden sind ist das gut, aber nicht notwendig; auch darrstellend auf einer Art Bühne möglich). Die Teilnehmer suchen sich in Gruppen ein Thema aus (einen Bereich aus dem Thema Aufsichtspficht oder eine Reflexions-/Feedbackmethode). Dieses müssen sie dann irgendwie darstellen, so dass den anderen der Inhalt/rechtliche Hintergrund vermittelt wird. Im Anschluss können Unklarheiten geklärt werden. Wenn mit einer Videokamera gefilmt wird, kann das die Motivation steigern.
Ein einführendes Anspiel könnte die Wichtigkeit der Aufsichtspflicht demonstrieren. Ihr fangt ganz normal an. Dann gehen alle Leitungspersonen aus dem Raum. Ein oder mehrere Schauspieler simulieren einen Vorfall. Danach kommen "Eltern"oder falsche Polizisten und stellen die kritische Frage: "Wer hatte hier die Aufsicht" Danach beginnt das Rätselraten und der Einstieg ist geschafft!
In welchem Rahmen machst Du das? Und was sind die Lernziele Deiner Einheiten? Sollen die Teilnehmer verstehen und akzeptieren, dass es wichtig ist, dass für sie (weil sie ja noch minderjährig sind) Aufsicht geführt wird? Und dass sie dann mehr Verständnis für strenge Betreuer haben?
Auch diese Altersstufe übernimmt beim DLRG schon an der ein oder anderen Stelle Hilfsarbeiten. Daher wird dieses Jahr (in Hessen) auch ein kleiner Einführungskurs für diese Altersstufe gegeben.
Ich freue mich sehr über die sehr kreativen Vorschläge (auch wenn einige davon klar den mir vorgegebenen Zeitrahmen sprengen). Ich habe mich jetzt zu folgendem Ablaufplan entschlossen:
- "Feedback & Reflexion" - was ist das, was fällt euch dazu ein, was bringt uns das? Sammeln an der Pinnwand (ohne auf die Unterscheidung zwischen Feedback & Reflexion einzugehen) - ca. 10 Minuten
- Worauf sollte man bei Feedback achten? (Jeder bekommt auf einem Zettel eine typische Feedback-Regel ausgeteilt und soll genau das Gegenteil davon als kurzes Rollenspiel widergeben, die restliche Gruppe versucht derweil diese Regel zu erraten) - ca. 20 Minuten
- Feedback-Methoden (verschiedene Methoden werden gruppenweise ausgeteilt, jede Gruppe soll diese erarbeiten und den anderen vorstellen) - ca. 30 Minuten
- Aufsichtspflicht - kurzes Brainstorming mit vorgelesenem Fallbeispiel - ca. 10 Minuten
- Aufsichtspflicht - was bedeutet diese, woher bekomme ich diese, wie erfülle ich diese? - ca. 20 Minuten
Das ist doch nicht verkehrt, was Du da planst. Die Praxis wird zeigen, ob Deine Teilnehmer da mitspielen.
Im grossen und Ganzen klingt es gut. Ich weis nicht, wieviele Teilnehmer du hast, aber ab 10 wirst du bei 2. mit 20 Minuten nicht auskommen (Erfahrungswerte
). Kleiner Tipp: Verplan nicht die komplette Zeit, sondern setz die Zeiten so, dass dir ca 15-20 Min. Freiraum bleiben, du wirst sie brauchen. Überleg dir am besten jetzt schon, wie du eventuell den einen oder anderen Teil umstrukturieren kannst (z. B. Teil 3 als Kurzvortrag), um Zeit, die du bei 1 und 2 verloren hast, wieder reinzubekommen. Ich kenn solche Situationen von der Uni. Wir haben meist ca. 80 % der Zeit verplant und waren am Ende froh, dass wir doch noch alles geschafft haben. Schön ist am Ende der Zeit noch eine Kurzreflexion, geht mit Daumen hoch oder runter innerhalb von Minuten. Ist vielleicht für dich wichtig, um zu sehen, wie es gelaufen ist.
Ich drück dir die Daumen und viel Spass!
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