Team auf Lager
von Betty1986 (01.03.09 18:46:22)Ich wollte mal von euch wissen, wie ihr den Lageralltag als TEAM handhabt.
Bei uns gibt es immer wieder das Problem, dass wir völlig ausgepowert sind gegen Mitte der Woche
und wir einfach nur noch funktionieren, um den Kindern ein nettes Lager zu bereiten.
Wir haben vor das zu ändern.
Wie schauts bei euch aus mit Pausen für die einzelnen Begleiter?
Gibt es bei euch Besprechungen am Abend? Wie schauen die aus?
Wird da auch darüber gesprochen, wie es jedem einzelnen im Team geht?
Okay, eigentlich stellst Du hier ja gleich viele Fragen, die sich alle um eines Drehen: Wie bekomme ich die Betreuer als ein Team hin und wie macht jeder von diesem mit Spaß und Freude mit. Und die Beantwortung dieser Fragen fängt bei mir nicht auf dem Lager, sondern schon viel früher an ...
Vorbereitung der Freizeit
Als Vorbereitung werden meist zwei Wochenenden genommen, in diesem wird das Thema, die Aktionen, die Spiele, etc. mit allen Betreuern gemeinsam erstellt. Da gehört natürlich eine ganze Menge an organisatorischer Vorbereitung an, allerding ist die zweite große Säule bei den Vorbereitungswochenenden, dass die Betreuer als ein Team zusammenfinden - beispielsweise durch Teambuldinggames, Kooperationsspielen, Einfühl- und Einschätzsspiele. Dazu gehört es auch, dass das ganze Wochenende spaßig und abwechslungsreich gestaltet ist. Und die abendliche Reflexionsrunde, in der jeder ausführlich schildern soll, wie er den Tag und jede Einheit empfunden hat, dient einerseits zur Reflexion der Vorbereitung der Vorbereitungswochenden, aber auch gleichzeitig als Übung für die Betreuer - damit es auch auf dem Lager unter Stress klappt.
Auf der Freizeit
Allgemein
Das Wichtigste auf der Freizeit ist, dass jeder am gleichen Strang zieht - bedeutet insbesondere, wenn die Kids etwas fragen, dessen Antwort nicht mit den anderen Teamern abgesprochen ist, die Antwort zu verschieben und es erst im Team zu besprechen. Sonst werden sehr schnell alle Betreuer gegeneinander ausgespielt und es wird sehr, sehr nervenaufreibend für alle.
Nach dem Mittagessen ist meist 1 bis 1,5 Stunden zur freien Verfügung für die Kinder. In diesen können diese mit dem mitgebrachten Material spielen, in der Sonne faulenzen, etc.. In dieser Zeit muss ein kleiner Teil des Betreuerteams (täglich wechselnd) direkt auf dem Platz verfügbar sein. Der Rest der Betreuer kann beispielsweise im Betreuerzelt faulenzen, oder noch was vorbereiten, oder eine Runde schlafen, oder ... aber auf jeden Fall auf dem Platz bleiben und im Notfall bereit sein aktiv zu werden.
Zudem kann jeder Betreuer bei uns einen freien Nach- oder Vormittag pro 7 Tage Freizeit nehmen - in dieser darf er dann auch den Platz verlassen (wenn es unbedingt sein muss).
Betreurrunden
Abends, wenn die Teilis im Bett/Zelt sind, treffen sich die Betreuer und (bei uns in folgender Reihenfolge):
- jeder reflektiert über den vergangenen Tag ausführlich und frei (keine Reflexionsmethoden als zwei Organgen, eine Zitrone, sondern alles schildern, wie man es empfunden hat, was gut, was schlecht, was demnächst anders, etc.)
- danach wird über mögliche Problemsituationen bzw. Problemfälle bzw. "schwierige" Teilis geredet und versucht diese zu lösen bzw. präventiv zu wirken (das ist dann auch der erste Punkt, der protokolliert wird)
- dann wird das Programm für den nächsten Tag besprochen, wer welche Aktion durchführt bzw. bei welcher hilft, etc.
- sonstiges
Das Zeltlagerteam bei uns besteht aus eigentlich recht vielen. Alle Gruppenleiter der einzelnen Sippen der Stämme versuchen sich zu beteiligen und so kommen wir immer ganz gut zurecht, sodass jeder mal eine Auszeit nehmen kann.
Die Küche ist bei uns für 60-70 Teilnehmer mit zwei „Küchenfeen“ besetzt.
Die Lagerleitung sind auch zwei Gruppenleiter. Sie erklären alles, sorgen dafür, dass jeder weiß, was jetzt als nächstes auf dem Lager passiert und was wir machen. Sie organisieren auch die Hinleitung zu unserem Thema fürs Zeltlager.
Der Rest, das sind so an die 10-12 Leute, teilen sich die Arbeit auf. Ob es das aufpassen bei Spielen ist, das leiten von Gruppen bei Geländespielen, bei einem Stationslauf eine Station zu stellen, Nachtwache organisieren und mit durchführen…
Nach dem Abendessen bekommen wir dann meistens eine Betreuerrunde hin und am Morgen vor dem Frühstück auch. Dort wird der Tagesablauf besprochen, was dafür gebraucht wird und wann das Ganze geschieht. Am Abend reden wir noch einmal darüber, wie uns der Tag gefallen hat, welche Probleme es gab und was wir vllt besser machen könnten.
So schaut das Team bei uns aus J und es funktioniert auch gut…
Bei mir ist es in der Regel so dass ich 2 Teambesprechungen am Tag habe. Eine nach dem Mittagessen und eine am Abend. In der Mittagsbesprechung die immer nur 10 Minuten dauert werden Details zum nächsten Tag diskutiert, eventuell auch Probleme die am morgen aufgetaucht sind. (dies ist aber nur möglich wenn du Kinder ab 8 Jahren hast, welche imstande sind sich die Zähne putzen zu gehen ohne etwas anzustellen).
In der Abendbesprechung ( nach dem zu Bett gehen) werten wir den Tagesablauf aus, diskutieren über Probleme (mit Kindern und im Team) und über Lösungsvorschläge. Meinem Team sage ich immer im Vorfeld, dass wenn sie ein Problem haben können sie gerne mit mir darüber reden, auch wenn es Teamintern ist. Danach hat an sich jeder Begleiter frei, darf aber selbstverständlich den Platz nicht verlassen. (meist sitzen wir zusammen und trinken noch etwas und reden miteinander ).
Ich hab aber auch die Erfahrung gemacht, dass ein Begleiter nicht gerne über sein Wohlbefinden diskutiert, wenn es sich nicht positiv auf die Gruppe auswirkt, daher rate ich dir immer ein Auge auf dein Team zu haben und wenn du eine Veränderung bemerkst einfach denjenigen auf die Seite zu nehmen und ihn darauf Anzusprechen.
Zum Thema Freizeit. Ich geb meinen Begleitern in den Sommerlagern immer einen halben Tag Freizeit wenn ein Ferienlager über 7 Tage andauert. Der Begleiter kann dann tun was er will, er muss nicht bei der Gruppe bleiben. In den Winterlagern (Skilager) kochen wir selbst und ich verabreich jedem Begleiter einen Tag Küchendienst, was zunächst wie eine Bestrafung klingt, ist aber die beste Erholung die es gibt. Aufstehen muss er mit der Gruppe, dann aber geht er seinen eigenen Weg. Seine einzige Verpflichtung an dem Tag ist es das Abendessen zu kochen. Er muss also einkaufen gehen. Für den Rest kann er alleine Ski fahren, schlafen oder tun was ihm gefällt nur telefonisch muss er ereichbar sein im Fall eines Unfalls.
Ich fahre seit mittlerweile mit dieser Methode seit 10 Jahren sehr gut. (hab ja auch einen harten Kern von 3 Leuten welcher fast immer dabei ist und mir sehr viel hilft)
Ich kann nur von meinen Erfahrungen in der offenen Jugendarbeit sprechen, aber ich finde, die sind durchaus auf Lager übertragbar, da bei uns ein funktionierendes Team überlebensnotwendig ist.
Ich habe feststellen müssen, dass Kinder sehr schnell spitz bekommen, wenn es Uneinigkeiten und Differenzen im Team gibt. Deshalb steht für mich Kommunikation ganz oben. Es kommt immer mal vor, dass ich mit einer Aktion eines anderen Bertreuers nicht ganz einverstanden bin, aber wenn nicht gerade Kinder gefährdet werden, sollte ich soetwas nicht vor den Kinder mit demjenigen diskutieren, sondern ihn zur Seite nehmen, um ihn darauf anzusprechen. So kann in vielen Fällen die Situation geklärt werden, bevor Unmut aufkommt. Zur Kommunikation gehört aber auch, die anderen Betreuer über etwaige Sanktionen schnell zu informieren, um ein Untergraben seitens der Kinder zu verhindern.
Bei uns läuft das ähnlich.
Wir versuchen auch schon in der Vorbereitung ein Team zu bilden. Durch gemeinsame Ausflüge, abendliches Grillen am Neckar und und und
Allerdings lernt man sich immer auch erst auf der Freizeit richtig kennen, es ist keineswegs eine Garantie, dass es später auch klappt - aber es erhöht die Chancen Probleme früh zu erkennen und der Zusammenhalt ist gleich zu Beginn stärker als sonst.
Auf der Freizeit gibt es bei uns auch Urlaub. Jedes Team entscheidet wie lange jeder Betreuer Urlaub bekommt. Bei 3 Wochen Freizeit sind das in der Regel 1 bis 2 Tage an denen ein Betreuer tun darf was er will. Ich bin Abends ins Westerländer Casino gegangen und habe eine Nacht auf ner Beach Party gefeiert. Hat mir ungemein geholfen Kräfte zu tanken und ich kann solchen "Urlaub" nur allen empfehlen - gerade bei langen Reisen wie den 3-Wochen-Freizeiten.
Unter der Freizeit gibt es jeden Abend vor der Teamsitzung ein Blitzlicht. Ich halte es für falsch, wenn alles im Team breit getreten wird. Viele Probleme, gerade die im Team, gehören nicht in die große Runde. Die Hemmschwelle wird größer wenn die Einstellung vorherrscht "Wir müssen darüber jetzt reden". Der Betroffene entscheidet das bei uns und niemand sonst. Es sei denn es wird so heftig, dass es das gesamte Team betroffen wird - aber das sind Sonderfälle.
Blitzlicht bedeutet jeder sagt NUR wie er sich gerade fühlt, mehr nicht. Keine Begründung, keine Wertung und keine Nachfragen. Das gibt einen netten Überblick über das Befinden im Team und zeigt schnell und ohne Filterung den Zustand an. Es ist viel leichter zu sagen "mir gehts nicht gut" als gleich über (persönliche) Probleme zu quatschen. Gerade bei emotionalen Sachen ist das kontraproduktiv. Zur Teamsitzung selbst gibts ja schon massenhaft Beiträge hier - da will ich nix drüber schreiben :)
Unsere Camps gehen meistens nur eine Woche und da kann man die Kräfte sehr gut einteilen ...aber es gibt auch halt Betreuer die dann am Stück 2-3 Wochen machen und diese bekommen dann wenn sie es wünschen auch Mittags schlaf und die Betreuer die dann halt frisch im Camp sind teilen sich halt gut auf. Mir persönlich hilft das meistens aber ich brauche auch nie viel schlaf.
Ja und Abends Reflektieren wir auch das was uns auf den Herzen liegt, wie Gruppe an sich harmoniert und wie Teilnehmer zufriedenheit insgesamt ist. Meistens dauert das dann so 1-2 stunden abends die wir dann zusammen sitzen dabei natürlich auch noch ein bierchen trinken, quatschen und auch immer viel lachen (Letztes Jahr einmal so viel das 2 Zimmer davon wach geworden sind.)
Bei uns gehen die meisten Freizeiten über 2 Wochen und wir machen das dann meistens so, dass wir zwischendurch halt immer mal ein paar Minuten Pause machen, oder das dann einer mal wenn er will und die Situation es erlaubt, für ne halbe Stunde oder so sich zurückziehen kann. Ansonsten machen wir wenn nötig und von der Situation her möglich auch meistens zum einen wenn nötig für einen Teamer und zum anderen auch für die ganze Gruppe, wo dann auch die Kids ausschlafen können und nur ein Teamer früher aufsteht und Frühstück rausstellt Wie genau wir das handhaben ist aber auch von Jahr zu Jahr unterschiedlich, vor zwei Jahren haben wir es zum Beispiel so gemacht, dass derjenige, der an den Ausschlaftagen Frühstück gemacht hat, sich danach auch wieder hinlegen konnte und wir Teamer dann alle ausschlafen konnten; dieses Jahr haben wir es so gemacht, dass der Teamer, der Frühstück gemacht hat sich dann auch in den Essensraum mit gesetzt hat oder so, um zu gucken, dass es leise bleibt, damit die, die noch schlafen auch schlafen können.
Abends planen wir halt meist noch den nächsten Tag, reflektieren den Tag, reden über die Gruppe sowie bei Bedarf über einzelne Persone, reden über uns als Team und dann halt noch über Dinge, die halt gerade anfallen (zum Beispiel wie die Finanzen aussehen, was wir die nächsten Tage kochen, Einkaufszettel schreiben, etc.). Das ganze wird wie Christoph auch schon gesagt hat meistens begleitet von nem bierchen oder ab und zu auch mal Wein oder Sekt, quatschen und viel Lachen (Dieses Jahr hatten wir es sogar, dass, als wir noch im Flur vor den Zimmer saßen und noch nicht mit der Teambesprechung angefangen hatten, weil wir die Kinder gerade erst ins Bett geschickt hatten, einige noch wieder die Zimmertüren geöffnet haben, weil wir mit der Aktion, dass drei von uns mit Panzertape zusammenklebten (was damit anfing, dass einer von uns seinen Schuh dekorieren wollte!) und entsprechendem Gelächter den ganzen Flur unterhalten haben.
Huhu Ihr Lieben,
wir machen mit den ganz kleinen immer kleine Lager, bis 3 Tage und alle 2 Jahre ein Sommerlage, weil wir uns sonst zu sehr untereinander auf den "Sack" fallen. pausen speziell ahben wir keinem, aber wenn man ein Gruppenleiter weg ist, kümmert sich halt ein anderer um die Meute/Sippe. (Bin bei den Pfadis)
Wir haben jeden Tag Abends immer ne Führerrunde, wo wir besptrechen, was gut gelaufen & was scheisse gelaufen ist & was am nächsten Tag s ansteht.
Wir fun ktionieren als Team eigtl. immer ganz gut, auch wenn es mal Streit gibt,. verstehen sich alle dann am Ende doch immer.
lg
Christian
Hallo,
viel ist schon geschrieben worden, ich handhabe es folgendermassen:
Vor dem Lager treffen wir uns zu einem Vorbereitungswochende. Als Einstieg gibt es Gedankenanstoss -dieses Jahr wieviel Raum brauchen die Kinder, das Team und ich selber - daraus haben wir 4 Stichworte abgeleitet, die uns besonerdes wichtig sind. Dieses Jahr: Harmonie, Respekt, Spass, Vorbild - diese begleiten uns nun durch die Woche. An diesem Wochenenden werden die Vorbereitungsarbeiten verteilt. Danach wir teilen unsere ca. 40 Kinder in 4 Gruppen ein. Das Team jeder Gruppe besteht aus 3 Personen, 1 erwachsene Person, 1 Jugendlicher und 1 Jungleiter - so kann die Arbeit aufgeteilt werden und die Jüngeren lernen von den Aelteren und die Kinder haben ihre eigenen Bezugspersonen. Im Lager selber haben wir nach dem Mittag Pause. Dh die Kinder müssen auf die Zimmer und wir Leiter trinken in Ruhe einen Kaffe und bereiten den Nachmittag vor. Abends nachdem die Kinder im Bett sind, ist Tagesrückblick. Mitte Woche organisieren die Jüngerenleiter die Disco, wir älteren haben einen freien Abend. Das gleiche steht umgekehrt den Jüngeren auch zu. Braucht jemand einmal eine Auszeit - ist dies bei dieser Aufteilung gut möglich. Ausserdem haben wir eine "Lageroma" sie ist Puffer, spielt mit den Kindern, tröstet sie usw. Das enlastet ebenfalls.
Klar auch bei uns steigt der Kaffeekonsum gegen Ende Woche immer mehr aber - aber die Stimmung im Team macht das wir alle durchhalten.
Dann ist es wichtig, dass durch das gute Erlebnis immer wieder das gleiche Team motiviert werden kann - dadurch wird vieles einfacher
Wünsch euch coole Lagertage
Auch ein Betreuer braucht während einer Freizeit eine Auszeit, die man ihm als Team gewähren sollte, damit er wieder neue Kraft sammeln kann. Z. B. kann ein Betreuer, der als Springer fungiert, für die Zeit der Auszeit, die Aufgaben des in Auszeit befindlichen Betreuers wahrnehmen. Ein zusätzlicher Betreuer (Springer) kann übrigens auch einspringen, wenn einer aus Eurem Team mal krank wird oder sich intensiver um ein krankes Kind kümmern muß, wenn dieses z. B. zum Arzt muß. Solche Springer wurden in Lagern, die ich kennengelernt habe, als "Medizinmänner" getarnt.
Bei uns läuft der Alltag eigentlich immer so ab, dass die Mitarbeiter sich morgens vor dem Wecken der Teilis treffen und der Tagesleiter den Tag mit einem kleinen geistlichen Input beginnt (wir fahren von unserer Gemeinde aus auf Freizeit). In der halben Stunde wird dann Kaffee getrunken, der Ablauf bis zum Mittagessen durchgesprochen und ob alles vorbereitet ist. Die nächste Besprechung ist dann die Mittagspause, die dann nochmal zum durchsprechen des nachmittagsprogramm, schlafen, oder kurzen Krisenbesprechungen genutzt wird, falls es nötig wird.
Am Abend ist dann nochmal Reflexion angesagt. Das heißt, dass der Tagesleiter den Plan nochmal durchgeht und dass jeder zu dem Tagespunkt was sagen kann, der will. Danach können dann noch einmal wichtige Themen/schwierige Teilis/andere Probleme angesprochen werden.
Insgesamt ist es natürlich so, dass sich jeder der mal kurz eine Pause braucht auch mal eine halbe Stunde zurück ziehen kann.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]4252[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a4252-Team-Lager.html

















