Mitspracherecht von Kindern
von Brueck (19.02.09 00:54:52)Wie sieht es bei Euch aus - haben da die Kinder irgendwie die Möglichkeit ihre "Stimme" mit bei Entscheidungen einfließen zu lassen? Bzw. Probleme gebündelt an euch, während der Freizeit, heranzutragen?
Bei uns wird in der Freizeit aus jeder Gruppe ein Gruppensprecher gewählt und diese wählen dann den "Lagerrat der Jugend". Dieser kann bei den täglichen Besprechungen dann dabei sein und Wünsche, Probleme und sonstiges vortragen. Und gibt das Ergebnis (falls es zu einem kommt) dann danach an die Gruppensprecher und die dann an ihre Gruppen weiter.
Wir gehen jeden Abend in die Zimmer/Zelte der Kinder, sprechen rückblickend über den Tag und über Probleme der Kinder
Wieviel Kinder sind denn dann bei euch dabei? Bei unseren meist um die 100 Kindern ist das doch etwas schwierig. Klar kommen die Kinder bei Problemen auch direkt zu uns, doch dieser Lagerrat ist für die Kinder immer ein gute Alternative.
Da wir bei uns Kleingruppen gebildet haben und täglich eine Kleingruppenstunde (die nur 30 Minuten lang ist) gemacht wird, in der
- Aktionen in der Kleingruppe gemacht werden
- teilweise Ankündigungen weitergegeben werden
- und eben ein Feedback eingeholt
- sowie über Probleme gesprochen wird
Jeden Abend findet ein Tagesabschluss in der Kleingruppe (10 Teilis) statt, in dem es auch Platz für Wünsche und Probleme gibt.
Außerdem gibt es noch das Lagerparlament. In dieses wählen die Teilis pro Kleingruppe einen Vertreter, was dann ca. 11 Vertreter sind. Die können dann zweimal die Woche im Lagerparlament beim Gesamtlagerleiter ihr Leid klagen, bzw. die Wünsche der Gruppe an diesen herantragen ;)
Als abschließendes Feedbackinstrument haben wir einen Fragebogen, auf dem die Teilis sich am Abreisetag nochmal die Möglichkeit haben in Ruhe uns ihre Meinung, Wünsche und Probleme mitzuteilen. Natürlich ists dann für den jeweiligen zu spät, aber das nächste Jahr kommt bestimmt..
Einen solchen Fragebogen haben wir seit einiger Zeit auch - für Kinder und Betreuer. Dort ist aufgeführt was Positiv und Negativ war, welches die Highligts waren und welche Wünsche es fürs nächste Jahr gibt. Auf dem Nachtreffen, wird dann noch einmal das ein oder andere aufgegriffen und darüber diskutiert. Mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg.
Kinder sollten in gewissen Punkten ein Mitspracherecht haben. Sie können Vorschläge für die Gruppenstunden machen. Oft werden sie von uns auch tatsächlich realisiert.
Bei uns ist es auch so, dass wir unsere Kinder fragen, was sie gerne in den Grustus machen würde, bzw sagen sie das meist von selbst und dann setzen wir das auch meistens um
Klar ist das so die beste Alternative. Was nützt es, wenn ich eine perfekt durchgeplante Gruppenstunde habe, doch die Kinder absolut keinen Bock darauf haben.
Bei uns gibts mit der Kinderrepubik sogar ein deutschlandweites Projekt das voll auf Paritizipation setzt. Da kommen Kinder aus ganz Deutschland zusammen auf eine Freizeit (ist ein Haufen Arbeit für die AWO und nur durch die Mittel des BMFSJ überhaupt finanzierbar). Die Freizeit hat ein Lagerparlament bei dem alle Kinder und jeder Betreuer eine Stimme hat. Entscheidungen werden nur hier getroffen - die Betreuer können also überstimmt werden.
Verrückterweise kam das noch nie vor ;) Die Kinder wissen mit so viel Verantwortung umzugehen, aber es bedarf sehr gefestigter Betreuer für diese Art der Freizeiten. Ist nichts für Neulinge die Angst haben die Kontrolle zu verlieren. Es klappt sogar so gut, dass wir jedes Jahr Zuschüsse bekommen und einige Diplomarbeiten aus der Sache heraus entstanden sind. Wir wählen mit Absicht niemals irgendwelche Vertreter, da wir jedes Kind hören wollen und Verterter diesen Dialog erschweren oder ganz unmöglich machen. Zumal die ja gewählt werden müssten, wenn noch nicht mal die Kennenlernphase um ist - pädagogisch also auch eher kritisch zu sehen.
Bei normalen Freizeiten setzen wir immer das Lagerplenum ein. Ist nichts anderes als ein abendliches Zusammenkommen aller Kinder und Betreuer. Jeder kann (muss aber nicht) sagen wie es ihm gerade geht - ohne Begründung warum - und danach wird kurz über den Tag geredet. Betreuer dürfen etwas motzen wenn etwas schief lief, die Kinder äußern ihre Wünsche und die brisanten Themen kommen schön zum Ausdruck - was ideal ist um unterschwellige Probleme zu vermeiden.
Auswertung durch anonyme Fragebögen ist bei uns auch Pflicht und wird durch die Geschäftsstelle kontrolliert und ausgwertet. Bei uns passiert das immer auf der Rückfahrt.
Bei uns in der KjG gibt es einen Mitgliederrat. Der setzt sich aus Mitgliedern der Leiterrunde und Vertretern der einzelnen Kindergruppen zusammen. Jede Gruppe schickt pro angefangene 5 Teilnehmer einen Vertreter. Der Mitgliederrat ist nicht auf ein Lager beschränkt, sondern er trifft sich das ganze Jahr über.
Da haben die Kinder die Möglichkeit mitzureden, sich Dinge zu wünschen, Aktionen o.a. zu kritisieren, bzw. verbesserungsvorschläge zu machen. Gleichzeitig haben wir Leiter die Möglichkeit die Meinung von den Kindern abzufragen und bei Planung auf ihre Meinungen Rücksicht zu nehmen. Die Kinder nehmen das auch sehr ernst und fühlen sich als Vertreter ihrer Gruppe sehr wichtig. Für uns ist es eine Möglichkeit mit den Kindern schon früh Demokratie und Mitbestimmung zu üben.
Das klappt alles nicht immer gleich gut, aber insegesamt halten wir es schon für sehr wichtig und legen viel Wert darauf!
ja ich finde auch das es viel mehr vom Teil nehmenden zum Teil habenden Jugendlichen gehen sollte.... außerdem bei uns können sie auch mit bestimmen... sei es die Regeln, Feste, aktivitäten etc. und Abends geht jeder Betreuer dann in seine Gruppen (kurz vor der schlafenszeit) und bequatscht mit ihnen den Tag was gut was was schlecht und was morgen ansteht.
Im letzten Jahr hatte ich auch so eine coole gruppe das ich ein zwei mal bis nachts um kurz vor 24 Uhr mit im Zimmer war...
@ Chris: ich habe für die nächste Exzess einen Beitrag über die Kirep geschrieben....
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