Schülerproteste
von mehlersoft (13.11.08 15:15:53)Mir flatterte soeben die folgende Pressemitteilung des BDKJ ins Haus. Erlebt habe ich den Streik nur durch die Plakataufrufe von http://schulaction.org/. Vielleicht habt ihr mehr davon gehört bzw. erlebt. Bin gespannt, was ihr darüber denkt?
Weiter einmischen!
Katholische Jugendverbände stehen Protesten von Schülerinnen und Schülern zur Seite.
Berlin, 12. November. Der Bund der Deutschen Katholischen Jugend BDKJ) begrüßt die bundesweiten Schulstreiks und ermuntert alle Jugendlichen eindringlich, sich in die bildungspolitischen Debatten lautstark einzumischen.
Der Dachverband der katholischen Jugendverbände teilt die Meinung der Schülerinnen und Schüler, dass der groß angekündigte Bildungsgipfel mal wieder nur Trippelschritte auf dem Weg zu einer echten Neuausrichtung der Bildungspolitik gebracht hat. "Die eklatanten Mängel in der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer, sowie in der finanziellen und personellen Ausstattung der Schulen werden nicht konsequent angegangen", so BDKJ-Bundesvorsitzende Andrea Hoffmeier heute in Berlin.
Jugendliche würden merken, dass sich die Bildungspolitik nicht an ihren Bedürfnissen ausrichte und dass notwendige Veränderungen zur Umsetzung individueller Förderung und zum durchlässigen und ganzheitlichen Bildungssystem weiterhin auf sich warten ließen. Nun nähmen die Schülerinnen und Schüler den Protest selber in die Hand, was Hoffmeier ausdrücklich unterstützt: "Es ist gut, dass Jugendliche die Proteste und Forderungen jetzt auf die Straßen tragen. Politikerinnen und Politikern rate ich, diesen Protest ernst zu ehmen."
Ich habe gestern einen Bericht gesehen, der sich mit den Schülerstreiks auseinandersetzte. Es ging um einen Protest in Berlin, bei dem die Schüler in eine Hochschule eindrangen, eine Ausstellung über die jüdiche Zwangsarbeit während dem 3. Reich zerstörten und einen Raum besetzte, der an diesem Tag an externe Manager vermietet war.
Wirklich eine sehr peinliche Sache. Ich denke, da gibt es bessere Alternativen, zu partizipieren. Problem ist wohl einfach, dass die meisten Lehrer ja nicht demonstrieren dürfen. (sie sind ja zum grüßten Teil beamtet) Hier ist der SChuss definitiv nach hinten losgegangen
Demonstrationen können durchaus sinnvoll sein. Allerdings sollte dies in einem geordneten Rahmen passieren. Die Ausschreitungen in Berlin sind wirklich beängstigend. Da wird alles kurz und klein geschlagen (Ausstellung) und unbeteiligte Personen aufs übelste beschimpft. Warum der Mob in die Uni eingedrungen ist, das würde mich mal interessieren. Wäre es nicht sinnvoller gewesen, die Studenten mit ins Boot zu holen, sind sie doch ebenso von der Bildungspolitik betroffen?
Viele der Demonstranten (so kam es in dem Bericht über die Ausschreitungen in Berlin auf jeden Fall rüber) wussten eigentlich gar nicht, wofür oder wogegen sie eigentlich auf die Straße gingen. Hauptsache keine Schule und zeigen, dass man eigentlich alles scheiße findet... Mit einem friedlichen Protest würde man wahrscheinlich mehr erreichen!
Also jetzt von Einzelnen auf die Masse zu schließen ist - wie immer - nicht ganz korrekt. Natürlich gibts bei jeder Demo irgendwelche Ausschreitungen. Bei tausenden von Menschen erklärt sich das aus purer Statistik. Der Vorfall in Berlin wurde übrigens nicht von 0815-Schülern geleite, sondern es waren Punks die mitgelaufen sind...
Es ist ja auch bei weitem nicht so, dass Berlin die einzige Demo hatte. Hier in BaWü gab es auch große Demos und wir sind hier leider Spitzenreiter in Sachen verkorste Bildungspolitik. Da sage noch jemand die Förderalismusreform war kein Schuss in den Ofen :)
Immerhin ist es nur noch eine Frage der Zeit bis auch die konservatifen Kräfte sich moderner Bildungspolitik nicht mehr verschließen können. Diese permanente Selektierung ist Schwachsinn und G8 zerstört (leider im wahrsten Sinne des Wortes) die Kindheit vieler Mädchen und Jungs. Baumhaus bauen, "der Fuchs geht um" und Trompete spielen gehören wie Mathe und Englisch zu wichtigen Dingen im Lernalltag. Genug politische Reden geschwungen...wünsche ein schönes neues Jahr! :)
"Natürlich gibts bei jeder Demo irgendwelche Ausschreitungen. Bei tausenden von Menschen erklärt sich das aus purer Statistik." Dieser Aussage kann ich so nicht zustimmen und finde ich viel zu pauschal.
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