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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen

Halloween - ja oder nein?

von Maerlin (28.10.08 10:39:26)

In ein paar Tagen ist wieder Halloween. Falls man noch nicht selber drauf gekommen wäre, wird man mit dem Gang durch ein Kaufhaus fast schon schmerzhaft mit der Nase drauf gestoßen.

Viele Kinder haben inzwischen den Brauch übernommen, am Abend des 31.10. durch die Straßen zu ziehen, an Haustüren zu klingeln und den Türöffner dann mit "Süßes oder Saures!" anzubrüllen.

Wie haltet Ihr das in Eurer Arbeit mit diesem Fest? Macht ihr was dazu? Oder lehnt Ihr diesen Brauch als unserer Kultur fremd und wegen seiner heidnischen Ursprünge ab?

Für mich habe ich entschieden, dass ich dieses Fest in meiner Arbeit nicht fördern und unterstützen werde, also keine Halloweenparties o.ä. bei uns im Jugendhaus veranstalten möchte. Mir geht es dabei weniger über den heidnischen Ursprung des Festes, als darum, dass hier ein Konsumfest aus Amerika bei uns eingeführt wurde, was keinerlei Wurzeln bei uns hat. Feste im Jahreslauf gibt es genug, die man feiern kann, da haben wir genug eigene. - Wenn Kinder aber mit dem Wunsch z.B. Kürbisschnitzen, Geistergirlanden o.ä. machen zu wollen, auf mich zukämen, würde ich dies aufgreifen, dabei aber die Gelegenheit wahrnehmen, sie über Halloween aufzuklären und mit ihnen zu diskutieren.

Viele Infos zu Halloween und auch praktische Vorschläge gibt es übrigens hier.

Ich freue mich auf eine angeregte Diskussion L&auml;cheln<- dies denkt Euch bitte als grinsenden Kürbiskopf.

Kommentar von RomeoseineJulia (28.10.08 17:52:08)

Ich selbst habe morgen meine Gruppenstunde und muss sagen, wir machen eine kleine Halloweenaktion. Wir werden Kürbisse schnitzen und eine Kürbissuppe kochen.  Die Mädels sind auf die Idee gekommen(wir machen zu Beginn des neuen Monats/Ende des vorherigen Monats einen Plan für unsere Gruppenstunden im kommenden Monat). Ich war erst dagegen, weil ich die gleiche Meinung habe wie du Andreas, aber dann habe ich mir zu Hause da noch mal drüber Gedanken gemacht. Ich hab einige Infomationen und Texte über Halloween raus gesucht und Gefallen daran gefunden. Es scheint mir auch für die Mädels wichtig zu sein, etwas mehr über den eigentlichen Ursprung von Halloween zu erfahren und deswegen hab ich mich jetzt für diese Aktion entschieden und noch ein Spiel dazu gestaltet

 Kürbisse hab ich auf dem Markt besorgt und die restlichen Zutaten bringen die Mädels mit, außerdem hab ich ein kleines Spiel vorbereitet. Die gesamte Gruppe wird in zwei kleine Gruppen aufgeteilt, im ganzen Gruppenhaus werden Zahlen versteckt und die einzelnen Gruppen müssen die Zahlen finden, zu mir kommen(ich sitz in unserer wundervollen Sofaecke), mir sagen, wo die Zahlen sind und eine Frage zum Thema Halloween beantworten.

 Eine gruselige Restwoche, Julia

Kommentar von Wuffi2209 (28.10.08 20:21:02)

Hallo,

bei uns in der Gemeinde wird auch kein Halloween mehr gefeiert. Wir hatten ein mal eine Halloweenparty. Doch unsere Hauptamtlichen waren der Meinung (und da haben sie recht), dass das nichts mit Kirche oder so zu tun hat. Wir feiern in der Woche um den 31.10. eine Hello-Luther-Party, wo wir an den Gründer der evangelischen Kirche denken. Zumindest gibt es nach der eigentlichen Party eine Andacht zum Thema Martin Luther.

 

Meine persönliche Meinung ist aber eine andere. Ich denke, dass man nicht unbedingt an Türen oder so klingeln muss. Aber eine kleine nette Gruselparty wäre vollkommen in Ordnung. Macht ja auch irgendwie ein bisschen Spaß.

 

Liebe Grüße Vivien

Kommentar von Matze2903 (29.10.08 17:48:30)

Für mich hat Kürbisschnitzen nichts mit Halloween zu tun. Wir haben als Kinder  Zuckerrüben ausgehölt und Gesichter reingeschnitten. Aus dem Fleisch haben wir Sirup gekocht. Als dann mein Vater irgendwann Kürbisse angebaut hat und diese zum aushölen freigegeben hat ging das Aushölen viel leichter. Daher haben wir auch dieses Jahr Kürbisse auf dem ASPIK Geschnitzt. Grundsätzlich gehe  ich dem Halloweenfest aber aus dem Weg, da ich den US-amerikanischen Konsumterror nicht unterstützen will. Und die meisten Eltern sind nicht unglücklich darüber. Gemeckert  hat bei mir noch niemand. Wenn die Kinder nachfragen habe ich aber ein paar Bastel- und Werkideen in der Hinterhand. Grusel- und Spukparty hebe ich   für Fasching auf.
Im Übrigen wundert es mich doch, das die Industrie Halloween- und Weihnachtsprodukte gleichzeitig auf den Markt werfen. Mann könnte doch Halloweensachen auch schon im April, ein halbes Jahr früher auf den Markt werfen.
Kommentar von rolimo (29.10.08 19:37:05)

Wir bei uns feiern auch nicht wirklich Halloween. Eine etwas gruslige Gruppenstund gab es jedoch meistens.
Kommentar von cadderly (30.10.08 15:21:20)

Bei uns wird meist von den Kindern irgentetwas zu Halloween gefordert. Eine richtige Feier gibt es nicht, aber selbstgemachte Deko wird aufgehängt und Masken werden gebastelt.

Zwei Sachen noch. Halloween ist keltischen Ursprungs und wurde von irischen Auswanderern nach Amerika gebracht. Die haben lediglich den Konsumterror zum gruseln dazugefügt.

Zum anderen hat Halloween durchaus einen Bezug zum Christentum, wenn auch indirekt, wie auch Ostern und Weihnachten. Halloween ist die Nacht der Geister und Toten. Die Christen haben Allerheiligen nicht zufällig auf den nächsten Tag gelegt. Die Nähe zu Halloween sollte bei der Missionierung helfen, dass diese Feier eher von den Heiden angenommen wurde. Zumal den drei Tagen (Halloween, Allerheiligen und Allerseelen) eine ähnliche Symbolik zu Grunde liegt.

Ich persönlich mag Halloween und dessen Grundgedanken. Auf den Konsumterror im amerikanischen Stil kann ich aber gut verzichten. Dann doch lieber gruseln im kleinen Kreis, mit Kerzen und nem passenden Video.

Kommentar von Unbekannt (31.10.08 10:15:52)
Unbekannt
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Also manache eurer Einstellungen sind schon etwas mittelalterlich. Ob Halloween in Konsum ausartet oder nicht liegt allein an euch und an niemand anderem. Anti-Amerikanismus ist zwar gerade in - aber spätestens am Mittwoch morgen, mit Obama als angehendem Präsident, wird sich auch dieser Trend etwas legen. Es scheint mir doch sehr seltsam, wenn auf amerikanischen Konsumterror geschimpft wird aber Starbucks-Kaffee getrunken und McDonalds-Burger gefuttert werden. Die Leute legen es immer so aus, wie es ihnen passt...

Amerika ablehnen und Nike-Schuhe anhaben, passt eben nicht zusammen. Ich für meinen Teil kann Menschen nur ernst nehmen, wenn sie nach ihren Werten auch Leben.

Maibaumaufstellen und Erntedank sind übrigens ebenfalls keine christlichen Feste - auch wenn sie heute in und mit der Kriche gefeiert werden. Was also sollte an Halloween so schlimm sein?!? Da habt ihr ganz schöne Vorurteile, mein lieber Schwan...

Erlaubt ist was Spaß macht! Halloween macht Kindern Spaß und es ist schön, wenn kulturelle Feste der Welt sich vermischen. Dadurch lernen wir andere Menschen kennen (und lieben), erweitern unseren Horizont und können andere Völker besser verstehen. Es ist eine Bereicherung und kein Rückschritt. Es ist schlicht und einfach die effektivste Sache der Welt um Kriege zu vermeiden.

Es gibt übrigens keine tollere Sache der Welt als in Dublin den St. Patricks-Day zu feiern - ob Christ oder nicht.

Kommentar von Marbella (02.11.08 19:11:37)

Zwar ist Halloween inzwischen vorbei und bei uns in Berlin durch die späten Herbstferien in diesem Jahr in Kitas und Schulen war es nicht so aktuell, da viele verreist waren. Aber grundsätzlich gebe ich Chris absolut recht. Es lohnt sich allemal, den irischen Ursprüngen dieses Festes nachzuspüren. Der Name bedeutet "Die Nacht vor Allerheiligen" (all Hallow's Eve) und wie sich dann alles nach Amerika verlagert hat, da ja viele Iren dorthin auswanderten und jetzt wieder den Weg nach Europa und dabei auch zu uns gefunden hat, ist schon interessant. Wie man eine Party mit Kindern veranstaltet, liegt ja in unserer Hand. Ein wenig Grusel, spannende Spiele und Geschichten machen Kindern jedenfalls großen Spaß. Und hierbei kann man auch gleich noch ein wenig Englisch lernen, denn es gibt viele einfache Gruselsongs und Spiele, die schnell in Englisch bewältigt werden.

Ist es nicht letztlich eine Art der Völkerverständigung, der gegenseitigen Annäherung und damit auch der Toleranz, wenn man durch die Bräuche der anderen Ähnliches in der eigenen Kultur feststellt oder einfach auch was übernimmt von anderen Bräuchen, weil es gefällt?

Kommentar von Hermi (11.11.08 19:54:32)

Ob man auf den Halloween-Hype aufspringt oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Aber gerade in der Arbeit mit Kindern, sollte man da schon genauer hinsehen, was man sich mit dem neuen Brauch einfängt. Gerade der Satz "Süßes, sonst gibt's Saures" ist keine Bitte um Süßigkeiten, sondern eine klar formulierte Drohung und Erpressung. "Schenk' mir was, sonst wirst du was erleben!" könnten die Kinder genauso sagen, allerdings würden dann bestimmt einige mehr ins Grübeln kommen.

Ich möchte die Kindern, die mir anvertraut werden in christlichem Sinne zu einem Handeln heranführen, das sich durch Nächstenliebe, Respekt und Regeln wie das selbstverständliche Bitten und Danken auszeichnet. Da passt für MICH Halloween nicht in das Konzept und daher wird es bei mir auch in Zukunft kein Halloween geben. Außerdem reicht eigentlich einmal im Jahr Fasching und Mummenschanz, das muss man sich nicht auch noch kurz vor dem auch schon viel zu frühen Faschingsbeginn (leider ist heute schon wieder so weit) in makaberen Kostümen auf der Straße herumtreiben. Es auch in vielen Regionen Deutschlands (u.a.) auch einen ähnlichen Brauch, die Heischegänge. Die haben zum Beispiel am heutigen St. Martins-Tag stattgefunden. Die sind aber mit der Zeit immer seltener geworden und in vielen Gegenden heute unbekannt. Da darf man sich dann aber schon wundern, warum wir gerade den Halloweenbrauch importieren.

Noch ein Appell: Spart euch die Süßigkeiten für die Sternsinger auf, die sammeln Geld für Hilfsprojekte auf der ganzen Welt und werden durch die Süßigkeiten für ihren anstrengenden Einsatz entschädigt. Das Sammeln von Süßigkeiten zu Halloween ist nichts anderes, als durch Medien und Werbung angestachelte Raffgier, der leider gerade die Kinder mehr und mehr verfallen...

Jetzt bin ich auf Reaktionen gespannt, da ich mir um das Provokationspotential meines Standpunkts durchaus bewusst bin! 

Kommentar von Marbella (11.11.08 20:07:50)

 

Ich finde den letzten Beitrag gar nicht so provokativ, sondern durchaus beachtenswert und nicht von der Hand zu weisen. Aber sind nicht auch viele Jugendfreizeiten heute vor allem Fun und Party? Gut, man muss nicht alles mitmachen und mit den Wölfen heulen,aber man kann das motivationsfördernde Element von Halloweenparties durchaus für hehre Ziele nutzen. Warum sollte man z.B. mit den Kindern nicht "TRick or Treat" problematisieren? Vielleicht haben sie dann auch selbst eine Idee, wie man die gesammelten Süßigkeiten nicht nur raffgierig selbst verschlingt. Sie sind ja da durchaus sehr kreativ und hilfsbereit! 

Kommentar von Matze2903 (19.11.08 16:21:56)

@ Hermann Leider bleibt es manchmal, bei uns oft  nicht bei der Drohung sondern es artet aus zur Sachbeschädigung oder Zedrstörung.

Wir hatten schon folgendes:

  • ausgehängtes Gartentörchen liegt beim Nachbarn im Garten, Junger Baum kaputt.
  • ausgehängtes Gartentörchen ist bis unseren Talgarten geschleppt worden. ( Nur Ärgerlich, war ein unbekannter Bekannter)
  • Gartentörchen ist zerstört worden.
  • Die Dinkelkekse meines Vaters wurden vor unserem Haus ausgeleert und zertrampelt (Bewußter Umgang mit Lebensmitteln?)
  • Zahnpasta, Abtönfarben, Kleber, Klopapier an den verschiedensten Stellen, an unseren Holzschindeln ums Auto auf den Pflastersteinender Einfahrtt  (beweußte Sachbeschädigung /Zerstörung privaten Eigentums).
  • Beschimpfungen
  • Kracher im Vorgarten
  • ....eigentlich schon genug oder?

Goldig war es am 30. Oktober  2007.Klingelingeling.  Es steht ein kleines Mädchen von 3 bis vier Jahren vor der tÜR und sagt "Trick or treat".
Ich sage, das ich keine Süssigkeiten habe, da dreht sich das Mädchen umund geht in Richtung ihrer Mutter, die auf der Straße stand. Ich konnte es mir nicht verkneifen und rufe dem Mädchen nach:"  Und was machst du für einen Streich?"
Das Mädchen bleibt verunsichert stehen und weiß nicht so recht was es tun soll.  und läuft dann zur Mutter.....

Kommentar von Iltis (20.11.08 10:49:15)

Also Matthias,

kannst du das wirklich an Halloween festmachen. Wir haben so was immer in der Nacht zum 1. Mai. (Auch kein "Christliches Fest")  Aber anders herum, warum machst du nicht mit den Kids, die sonst Scheiße bauen würden ne nette Halloweenparty? Ich denke das wäre doch besser als zu sagen: "Dieses böse Heidenfest will ich nicht feieren." Was übrigens total albern ist, denn alle Feiertage im Kirchenjahr haben heidnischen bezug bzw. liegen auf oder um Daten, die einen heidnischen Bezug haben, incl. Weihnachten und Ostern.

Also ich finde jeden Grund gut, was mit seinen Kids zu machen und da am nächsten Tag frei ist, bietet sich Halloween nun mal an, egal was man denn da macht.

Kommentar von cadderly (23.11.08 08:20:24)

Wenn man es ganz genau nehmen würde, war Christus sogar selber ein Heide (zumindest Heretiker)! Er wurde als Jude unter römischer Herrschaft geboren. Das römische Glaubenssystem lehnte er vollkommen ab, das jüdische zumindest in der damaligen Form. Laut Lexikon reicht das für die Definition eines Heiden.

Ich finde, es gibt viele schöne Feste und es ist mir meistens egal, welchen Ursprung sie haben. Die Frage für mich ist, wie gehe ich damit um; schliesse ich mich dem Konsum an (der Weihnachtsverkauf hat dieses Jahr bei uns im September (!!!) begonnen), oder gestalte ich solche Dinge nach eigenen Vorstellungen?

Ich hab kein Problem, mit unseren Kindern Feiertage für etwas besonderes zu nutzen. Das viele von ihnen muslimischer Herkunft sind, macht es noch interessanter, da wird für sie dann halt Weihnachten zu einem "heidnischen Fest". Sie haben trotzdem ihren Spass!

Kommentar von Matze2903 (25.11.08 16:56:58)

@ Daniel

diese Dinge kann ich an Helloween festmachen. Das sind die "Streiche", die an Helloween bei uns verübt wurden. Natürlich machen Jugendliche und Kinder auch an anderen Tagen Blödsinn und auch schlimmeren Blödsinn (siehe 1. Mai ...). Aber diese Auswucherungen sind speziell. Wir schnitzen unsere Kürbisse und kochen daraus Suppe (Begründung siehe oben).

Die Idee, eine Fete zu machen, um die Kiddies von der Straße zu holen und diesen Blödsinn zu verhindern, finde ich gut. Dieser Gedanken hat sich mir aber bis jetzt nicht gestellt, da die Kinder, mit denen ich arbeite, zum Großteil zu jung sind.

Werde diesen Gedanken aber im Hinterkopf behalten. Danke Daniel




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