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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen

Spiele-AG in Not

von Maerlin (29.09.08 08:35:21)

Mein Kollege, der dortige Schulsozialarbeiter, und ich haben innerhalb des AG-Programms einer Hauptschule eine Spiele-Arbeitsgemeinschaft angeboten. Gedacht war sie für bis zu 15 Schüler ab Klassenstufe 5. Das AG-Auswahlverfahren war so, dass jeder Schüler eine AG wählen musste, sie gilt als Unterrichtszeit. Die Schüler konnten aus 10 Angeboten auswählen und dabei erste, zweite oder dritte Wunschpriorität angeben.
Tatsächlich haben wir nun 23 Teilnehmer, wovon gerade mal zwei die Spiele-AG als ersten Wunsch angegeben hatten, die anderen hatten sich mehrheitlich entweder für Kochen (die Mädchen) oder Tanzen (die großen Jungs) angemeldet. Auch die Altersstruktur ist sehr ungünstig, da wir sowohl eine starke Fraktion von Fünftklässler-Mädchen haben wie auch einen starken Block von Achtklässler-Jungs, was gar nicht zusammen passt.
Beim ersten Treffen begannen wir mit einem Kennenlernspiel  (Vorstellungs-Würfelspiel (Vorschau)) und endeten mit „Rot-Gelb-Grün“. Das Ergebnis war ziemlich chaotisch, da wir die unterschiedlichen Temperamente einfach nicht unter einen Hut bekamen. Die großen Jungs haben nur Quatsch gemacht und sich gegenseitig hochgeschaukelt, die Kleinen und Jüngeren kamen sehr zu kurz. Richtig Spaß hat es glaube ich keinem gemacht, am wenigsten uns Spielleitern.
Wir sind nun am Überlegen, wie wir weiter machen können und was wir ändern sollten. Klar ist, dass wir nicht mit der Gesamtgruppe zusammen spielen können/ wollen, da die Bedürfnisse zu unterschiedlich sind.
Eine Idee war, die Altersgruppen zu trennen und abwechselnd mit den Älteren und mit den Jüngeren zu arbeiten. Ob das von der Schule her geht, weiß ich nicht, da ja dann immer eine Gruppe schulfrei hätte.
Die andere Idee bedeutet, dass mein Kollege und ich uns trennen und jeder von uns mit einer Gruppe parallel in verschiedenen Räumen spielt. Dies würde allerdings unserem Konzept widersprechen, da wir die Spiele-AG ja zusammen durchführen wollten.
Vielleicht weiß jemand hier einen Rat für eine dritte Alternative, die eher klappt?
Oder Ihr kennt Spiele, die man mit einer so gemischten Gruppe wie der unseren Spielen kann und wir müssten sie nicht trennen?
Kommentar von mehlersoft (29.09.08 09:16:04)

Also aus meiner Sichtweise gibt es noch die dritte Version, bei der Ihr auf eure Teilnehmer gut eingehen könnt und euer Konzept nur etwas ändern müsst. Es gibt viele Spiele, die für 5- und 8-Klässler gleichermaßen funktionieren, aber auch viele, bei denen das nicht klappt. Daher würde ich folgendes vorschlagen:

Einige Spiele werden in der Großgruppe, andere eben in den zwei Kleingruppen gespielt. Natürlich sollte man das dann vom Konzept her etwas klarstellen: "Nächste Woche spielen wir in den Klein-/Großgruppen!" Oder eben die Stunde selbst halbieren und in der einen Hälfte halbiert und in der anderen komplett bzw. je nach der angedachten Spiele entscheiden.

Kommentar von cadderly (29.09.08 11:09:46)

Mich würden vorab zwei Dinge interessierieren. Welche Art von Spielen sieht euer Konzept vor? Eher Gruppenspiele mit allen (oder möglichst vielen) gemeinsam, oder sind auch Brettspiele vorgesehen? ZUm anderen, welche Räumlichkeiten stehen zu Verfügung, nur ein Klassenzimmer, oder ist auch die Turnhalle eingeplant?

Ich denke, beide Faktoren sind wichtig, um eine so stark differendierende Gruppe zusammen zu bringen. Grundsätzlich würde ich die Gruppe nicht trennen, Sinn einer solchen AG ist meiner Meinung nach, Kinder mit ähnlichen Interessen zusammen zu bringen. Die Idee von Christian find ich gut, da ich glaube, es gibt viele schöne Spiele, die aber nicht den Geschmack von allen treffen. Die Splittung wird wahrscheinlich nicht einmal streng nach Alter ablaufen, sondern eher nach Vorerfahrungen und Interessen. Zudem kann man viele Spiele so abwandeln, dass sie altersunabhängig sind, oder dass die Blöcke kooperieren müssen, um das Spielziel zu erreichen. Gerade bei Konzentration- und Kooperationsspielen kann man gut variieren, so dass die Teilnehmer gerade ihre Stärken einbringen können. Als Beispiel fällt mir Fang den Floh (Vorschau) ein, da sind die lauten, hibbeligen Kinder deutlich im Nachteil und mit geschlossenen Augen ist es mir egal, ob der, den ich gefangen habe fünfte oder achte Klasse ist.

Kommentar von Maerlin (30.09.08 23:14:09)

Danke schon mal vorab für Eure Tipps! Da werden wir einiges von ausprobieren! Wenn Euch (oder anderen) noch mehr einfällt: Nur zu!

Zu Deinen Nachfragen, Holger: Wir hatten eigentlich eine Mischung aus möglichst vielen Spielen und Spielarten und -formen vor (natürlich über das Schulhalbjahr verteilt), letztlich sogar eine Art "Spieleführerschein". Räumlich sind wir nur eingeschränkt flexibel. Unser zentraler Treffpunkt ist das Spielezimmer der Schule, ein entsprechend möbliertes Klassenzimmer in gewohnter Größe. Die Turnhalle ist zeitgleiechg mit uns von einer anderen AG belegt, aber wir können natürlich den Schulhof, das sonstige Außengelände und einen nahegelegenen Park nutzen, wenn das Wetter mitmacht.




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