Problem mit einem Leiter und wie man es an einem Wochenende mit der ganzen Gruppe ansprechen kann
von lpangel85 (16.09.08 08:44:13)Hallo,
so kam in meiner letzten Frage auf ein anderes Thema weswegen ich jetzt dafür einen extra Bereich mache. Sorry dass das so lange gedauert hat.
Also folgende Problematik:
Letztes Jahr bei den Ferienspielen, viel eine Person (Leiter) auf. So gab es mehrere Probleme. Zum einen wollte Sie gewisse aufgaben nicht machen (keine Lusten usw.) zum anderen hat sie aber auch andere (neue Leiter) schlecht gemacht, weil sie halt die Aufgaben machen wollte.
Diese Person hat eigentlich nichts mit unserer Jugendarbeit zu tun. Sie war halt nur jedes Jahr als Teilnehmer dabei und hat danach so ein bisschen geholfen. Jetzt haben wir Sie halt das erste mal komplett eingebunden. Sprich Sie war auch mit auf dem Wochenende und so weiter.
Die Gründe warum Sie dieses Jahr eingebunden wurde sind folgende:
- Sie hat in den letzten Jahren immer ein bisschen geholfen (Kleinigkeiten/Nebenbei)
- Evtl. hat Sie neue Ideen die Sie einbringen kann
- Außerdem haben wir ab und zu ein Leiter Problem (letztes Jahr 150 Kinder aber nur teilweise 7-9 Leiter am Anfang des Tages)
- Hier die Möglichkeit geben auch in der Jugendarbeit mit zuarbeiten (Hat ja anscheinend Spaß dran, da sie sonst vorher nicht geholfen hat)
So nun ist das halt ein bisschen doof gelaufen. Da ich leider nicht anwesend war (bzw. nur teilweise) konnte ich das ganze nicht genau mit beobachten und habe es nur teilweise mitbekommen oder auch gehört. Unser Hauptleiter hat Sie zwar mehrfach drauf hingewiesen, aber weiß nicht ob Sie das so aufgenommen hat. Natürlich könnte man jetzt sagen, sie soll nächstes Jahr einfach wegbleiben, doch ich finde jeder Mensch hat eine zweite Chance verdient und man müsste es ihr noch mal direkt sagen.
Trotzdem habe ich mir überlegt auf diese Problematik beim nächsten Wochenende einzugehen. Also, ich möchte einmal mit ihr Sprechen, aber auch noch mal so ein Thema in der ganzen Gruppe besprechen…
Halt dass es darum geht, das man trotzdem anpackt auch wenn das jetzt vlt. nicht ganz so viel Spaß macht. Das man andere nicht schlecht macht. Das man die Autorität nicht untergräbt vor den Kindern. Sowas in die Richtung.
Und ich wollte wissen wie man das am besten an einem Abend umsetzen kann. Vielleicht eine Art Spiel (z. B. man gibt eine Situation vor und die Leiter entscheiden was der richtige weg ist und anschließend oder dabei wird diskutiert) oder irgendwas anderes was das Thema auch ein bisschen lockerer und nicht trocken rüberbringt.
Hoffe ihr habt ein paar Ideen für mich, danke schon mal im voraus.
Grüße Matthias
Hallo Matthias,
Einige Fragen die mir zu deinem Thema einfallen:
Ist es sicher, dass die besagte Leiterin zu dem nächsten Wochenende kommt? Wie hoch ist ihr Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit?
Wie steht euer Hauptleiter zu den Sachverhalten? Wie ist seine Haltung? (Eigentlich ist es seine Aufgabe solche Probleme an zu gehen und zu versuchen eine Lösung herbei zu führen)
Hat schon jemand, am besten unter vier Augen, mit der Leiterin gesprochen und nachgefragt wie sie die Situation beurteilt, welche Ansichten sie hat, ...?
Ich finde, dass es wichtig ist diese Dinge auch in deinen Betrachtungen zu berücksichtigen.
ich denke, eins der hauptprobleme dürfte mangelne erfahrung sein. du sagst selbst, dass sie mit der jugendarbeit wenig zu tun hat, somit ergeben sich auch kaum möglichkeiten, den umgang mit kindern und das damit einhergehende verantwortungsgefühl zu lernen und zu üben. die hilfestellungen, die sie als teilnehmerin geleistet hat, waren vermutlich auf freiwilliger basis. wenn sie keine lust hatte, mitzuhelfen, war es nicht ganz so schlimm, da sie kein fester bestandteil des betreuerteams war. dieses verhalten hat sie wahrscheinlich auf ihre betreuerrolle übertragen: aufgaben sind freiwillig. wichtig wäre es hier, bereits im vorfeld klar zu machen, dass sich die rolle des betreuers grundlegend von der des teilnehmers unterscheidet. dazu gehören vor allem pflichten und verantwortungen.
gerade bei neuen leitern oder solchen, die bisher nur teilnehmer waren und hilfestellung geleistet haben, bietet sich vor einer freizeit eine art crash-kurs an, in dem ihnen ihre neue rolle dargelegt wird. dabei können auch gruppendynamiken innerhalb des teams, notwendigkeit eines zusammenhaltes und lösungsvorschläge, wie eine differenz innerhalb des teams behoben werden kann, mit eingebracht werden.
solche vortreffen bieten noch zwei weitere vorteile. zum einen hat das team gelegenheit sich kennen zu lernen. reibungspunkte können evtl. bereits hier erkannt werden. kann man sie nicht in einem gespräch klären, so besteht zumindest die möglichkeit, für die zeit der freizeit einen "waffenstillstand" auszuhandeln, um vor den kindern als team aufzutreten. zum anderen kann man bei solchen treffen die aufgaben der einzelnen betreuer klar definieren. so hat jeder die möglichkeit, die aufgaben, die im absolut nicht liegen zu umgehen und jemanem anderen zu überlassen. das vermeidet diskussionen während der freizeit vor den kindern. sollte es während einer freiteit vokommen, dass ein betreuer mitbekommt, wie ein betreuer einen anderen schlecht macht, oder dessen authorität untergräbt, empfehle ich, dies nicht vor den kinder anzusprechen, sondern denjenigen an einen ungestörten ort zu bringen, um das thema zur sprache zu bringen. auf jeden fall sollte man damit nicht bis nach der freizeit warten, da sich sonst frust bei den betreuern aufbaut und auf die kinder überträgt. wichtig bei solchen gesprächen: man muss immer im kopf behalten, dass es dabei um ein verhalten, nicht um die person geht. also versuchen, mit neutralen argumenten versuchen, den anderen zu überzeugen. sollen meinungen oder gefühle mit einfliessen, immer von sich selbst ausgehen (ich hatte das gefühl..., meiner meinung nach..., ich hab das so gesehen...). so stelle ich meinen eigenen standpunkt dar, der durchaus von dem meines gegenüber abweichen kann und darf. es gibt ihm gleichzeitig die möglichkeit, seinen standpunkt zu erläutern, ohne das er sich gleich persöhnlich angegriffen fühlen muss (ich versuche nicht, ihm meine meinung aufzuzwingen).
spiele gibt einige, auch wenn sich nicht alle mit genau diese thematik befassen. um den leitern ein gefühl für zusammenhalt zu geben und um ihnen zu zeigen, wie wichtig es ist, dass sich jeder im team auf anderen verlassen kann, bieten sich spiele an, die nur im team gewonnen werden können (z.b. fang den panda (2738)).
direkt zur thematik bietet sich ein rollenspiel an. einer ist spielleiter und gleichzeitig beobachter. zudem ist er erzähler, er schildert die jeweiligen situationen, in denen sich die spieler befinden. vier rollen sind festgelegt: teamleiter, querschläger und zwei opfer, alle anderen sind einfache betreuer. der teamleiter ist allen bekannt, alle anderen rollen werden auf zettel geschrieben und in ein gefäss getan. jeder kommt nun zum spielleiter, zieht einen zettel und zeigt ihn nur dem spielleiter. danach geht dieser in einen seperaten raum, die spieler kommen einzeln zu ihm. hier bekommen sie von ihm verhaltensmuster an die hand, wie sie ihre rolle spielen sollen. die betreuer verhalten sich wie immer. die opfer sind unterschiedlich, einer steckt immer ein und versucht sich höchstens mit argumenten zu wehren, der andere staut seinen frust auf, wird dann aber persöhnlich und verzichtet auf argumente. der querschläger hat die schwerste rolle. er muss seinen unwillen und seine verachtung langsam aufbauen, von versteckter vermeidung zu blockade, von einfachen sprüchen zu offener beleidigung. er bekommt vom spielleiter die namen der beiden opfer genannt, sollte sich aber nicht nur auf diese konzentrieren.
der spielleiter schildert nun verschiedene situationen (verbereitung eines spiels, beobachten eines streites unter kindern/ betreuern, abendliche teamrunde), die spieler verhalten sich gemäss ihren rollen, wobei die teams für die erledigung der aufgaben vom teamleiter zusammengestellt werden (der ja nicht weis, wer wer ist). der spielleiter soll nun seine beobachtungen notieren, wie sich die einzelnen in den situationen verhalten (vornehmlich hervorstechendes oder ungewöhnliches verhalten). die letzte situation sollte der höhepunkt werden und immer mehr von der sachlichen auf die persöhnliche ebene abdriften.
danach setzten sich alle zusammen, um das ganze zu reflektieren. erste frage sollte immer sein: wie hast du dich gefühlt? als erstes sollten die spieler erzählen, wie sie die situationen wahrgenommen haben, danach schildert der spielleiter seine beobachtungen. wenn man für das ganze ein flipchart zu hilfe nimmt, bekommt man reichlich diskussionspunkte. vielleicht bekommt sogar derjenige, durch den das thema initiiert wurde, die opferrolle und somit die gelegenheit, mal die andere seite zu erleben.
viel spass beim ausprobieren.
(Ich bin zu faul, um alles zu lesen)
Ein Idee, wie du in einem Spiel auf ein solches Thema zu sprechen kommen kannst, findest du in der Kategorie Chips & Schokolade.
Die Karten mit den Diskussionspunkten dazu müsstest du jedoch selber noch erstellen.
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