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Diskussionsplatz - sonstiges

Das Team muss sich verstehen

von verschiedenen Autoren
(01.09.08 19:39:46)


Hi Hi,

bin seit Sa. von einer 12 tägigen sommerfreizeit (Jugendliche im alter von 14-17) zurück und musste feststellen wie wichtig es ist, dass es im team stimmt.

Gibt sicherlich schon unzählige beitrage dazu, aber irgendwie muss ich mir jetzt ein wenig von der sele schreiben und euch zutexten :-)

 

Dachte, dass die team wahl die ich zusammengestellt hab passen würde, aber gerade mit der person wovon ich dachte mit ihr würde es am besten passen, hatte ich meine meisten probleme!

Probleme waren u.a.

- Wir hatten 5 packungen chips/salzstangen etc. und ich wollte den kids davon etwas abgeben und wurde von ihr zusammengeschießen ala  lass uns erstmal schauen was wir noch davon brauchen

- Ich hatte immer den leisesten tisch anfangen lassen zum essen holen, auch das war ihr zu unfair

- auch ein gemeinsames anfangen beim essen war bei mir groß geschrieben.....sie wollte die kids zum essen kommen lassen wann sie wollten

- Cola durfte ich auch nicht trinken, weil sie es am abend zum mischen von schnaps brauchte (auch ich trinke am abend gern mal mehr)

- beschäftigung mit den kids wie z.b. mit ihnen etwas spielen oder der gleichen fehlte völlig 

gibt da noch so vieles, ich weiß es sind nur kleinigkeiten....aber die kleinigkeiten machen im ganzen viel aus und hat mich echt nur genervt und hat man dann mir in der zweiten hälfte auch angemerkt.....auch zu den kids war ich so streng wie in den letzten beiden jahren nicht.

 

Für mich bedeutet das, dass ich nur noch teamer haben will, die ich wirklich SEHR gut kenne. 

Kommentar von mehlersoft (01.09.08 20:35:04)

Hallo,

ich denke ähnliche Erfahrungen hat jeder von uns schonmal gemacht, jedoch behütet dich auch das "SEHR gut" kennen nicht vor solchen Erlebnissen. Schließlich kennt man die meisten Mitteamer aus Gruppenstunden oder auch privat, aber meist eben nicht von einem gemeinsamen Lager, auf dem ihr Verantwortung habt und jeder unbewusst zeigt durch welche Erziehung er selber gelaufen ist bzw. zeigt welchen Erziehungsstilmix er aktuell bevorzugt.

Die meisten Deiner Punkte finde ich ziemlich banal, jedoch kann ich es verstehen, wenn es jemanden auf dem Lager aufregt. Einige konstruktive Tipps kann ich Dir dabei mit auf den Weg geben:

  • Zu den Chipspackungen: Wenn Ihr solche Personen auf dem Lager habt, dann klärt schon beim Einkaufen für wen die jeweilige Tüte (also für die Teilis oder die Betreuis) gedacht ist. Dann gibt es nachher keinen Streit. Allerdings muss man dann auch so konsequent sein, dass man die Kasse vor dem Lager splitet in das allgemeine Essen, sonstiges Essen für Kids und sonstiges Essen für Betreuis und so Maximalbeträge festlegt - und ich fürchte, das wird diesen Personen dann auch nicht recht sein ;-)
  • Zum Essensbeginn: Ich würde es genauso machen; denn schließlich soll man positives Verhalten (Still beim Essen) belohnen. Dadurch hat eigentlich jeder Tisch eine Chance - ich wüsste mal gerne, was als Argumente für das "Unfair" angeführt wurden.
  • Also die Kids zum Essen kommen lassen ist gleich mehrfach eine schlechte Idee. So etwas geht am Brunchtag (lang ausschlafen und alles steht da) und auch beim Frühstück teilweise, aber bei den anderen Mahlzeiten würde ich es allein aufgrund des (hoffentlich) vorhandenen Programms als eine schlechte Idee sehen. Schließlich sollen da ja die Teilis mitmachen können und sich nicht grade zum Essen verkrümeln. Vielleicht solltet ihr aber mal solch einen Brunchmorgen einführen oder auch das Frühstück etwas variabler gestalten. Eigentlich halte ich davon nicht viel, aber wir dürfen ja auch mal Kompromisse eingehen ;-)
  • Zu dem Cola-Punkt möchte ich eigentlich nichts sagen, da es nur wieder die alten Diskussionen um Alkohol für Betreuer auffrischen würde (einfach mal die Suche benutzen). Schnaps finde ich jedoch (auch gemischt) einfach zu viel. Ihr tragt Verantwortung!
  • Zu der Beschäftigung mit den Kids: Vielleicht solltet ihr die Betreuis demnächst darüber aufklären, was ihr von diesen erwartet und ob diese das überhaupt machen wollen. Aber solche Betreuer habe ich auch schon erlebt - die kommen aber auch kein zweites Mal.

Was ich jedoch dabei denke ist einfach, dass es bestimmt zwischen euch beiden noch ein größeres Problem gibt, das möglicherweise noch irgendwo im Untergrund mitschwingt. Die Punkte sind zwar schlimm, aber für mich wäre es nicht so schlimm - es sind alles menschliche Punkte über die man lange und ausführlich reden kann und sollte und sich dann meist irgendwo in der Mitte treffen kann.

Liebe Grüße und verlier die Freude nicht am Jugendleitersein

   Christian

 

P.S.: Zu Deinem eigenen Schutz solltest Du Deinen Beitrag "anonymisieren". Die Möglichkeit dazu findest Du in der rechten Spalte.

Kommentar von Unbekannt (01.09.08 21:56:57)



User ausgetreten

Hi Christian,

 

schön von dir zu lesen und erstmal danke für dein tipp anonym zu werden :-)

Ich denke jedoch, dass wenn jemand diesen beitrag liest und auf der freizeit war...sofort bescheid weiß *g*

 

 

Nun aber mal zum thema....

 

Klar sind das alles recht banale dinge, aber wie schon gesagt...diese kleinen banalen dinge wurde für mich zu einen großen problem.

  • Zum thema Chips, die wurden aus der freizeitkasse gezahlt, also von dern kids eigentlich selbst und deshalb verstand und versteh ich die aufregung bis heute darüber nicht. Für mich gehen die kids auf der freizeit vor, dass heißt erst kriegen sie zu essen und dann eben die betreuer. Wenn vom essen nichts mehr übrig bleibt macht mir es nichts aus mal kalt zu essen oder so.....So war es eben bei den chips auch...warum soll ich so egoistisch sein mir 5 packungen verschiedener chips/salzstangen zu bunkern und erst den abend abwarten bevor ich den kids was geb?Eine packung oder 2 reichen locker für 6 personen.....so seh ich das!!!
  •  Ok, zum frühstücken hätte man drüber reden können, da war ich wohl etwas dickköpfig und seh ich auch ein...aber ich finde für die teamfähigkeit ein gemeinsames essen (frühstück, mittag und abend) einfach am besten. Einen brunch hatten wir natürlich auch um elf uhr, jedoch mussten alle da sein.
  •  Essenbeginn: Finde die belohnung für den ruhigsten tisch sehr sinnvoll.....50 kinder sind nun mal unheimlich laut wenn sie gleichzeitig schreien, warum soll ich dann schreiende kinder belohnen? Ein argument dies zu ändern war, dass nicht alle als erstes drankommen. Aber so ist das eben nun mal...wer laut ist, hat pech gehabt!
  • Klar vollsaufen ist nicht drin, aber ein-zwei schnaps finde ich nicht weiter schlimm....da bei uns immer einer stock nüchtern bleibt! Aber das wäre jetzt ein Thema das ins unendliche führen würde und jetzt nichts mit meinem zu tun hat.
  • Beschäftigung mit kids.....hab die betreuer darauf angesprochen warum siewährend der 10 stündigen busfahrt so gut wie nichts mit den kids machten und die antwort war dann"Wir haben noch 2 wochen zum kennenlernen und wollten deshalb ihnen zeit für sich lassen!! Jedoch finde ich im nachhinein, dass sie den kids viel zuviel zeit für sich gelassen hatten......ich finde man muss sich einfach mit den TE auseinandersetzen und das schon von anfang an während der busfahrt!!!!

Ob es zwischen uns größere probleme gibt, kann ich dir so nicht sagen da ich keine wüsste......jedoch hat diese person irgendwie oft gegen mich gearbeitet (fällt mir gerade so auf)...vielleicht hat ihr einfach meine art mit den kids umzugehen etc. nicht gefallen....keine ahnung

 

Aber danke .....

 

 

Kommentar von rolimo (01.09.08 22:33:33)

Noch einen Tipp... ich würde auch deinen Kommentar anonymisieren :-)

 

Ich schliesse mich mehrheitlich Christian an.

 

Kriegen die Kinder bei euch COLA zum Trinken?

Kommentar von Maerlin (01.09.08 22:42:15)

Wenn man solche Erlebnisse (die ich natürlich auch schon gemacht habe) liest, fragt man sich natürlich, wie hätte man das vermeiden können oder wie sollte man das nächste Mal an die Vorbereitung rangehen.

Bei einigen der aufgezählten Punkte dachte ich, dass dies (z.B. die Frage des Essensbeginns)eigentlich zu den Fahrten- und Freizeitregeln gehört. Die könnte man ja während eines Vorbereitungstreffens im Team besprechen und gemeinsam verbindlich festlegen. Die Busfahrt zum Ziel, besonders wenn sie so lange geht, gehört ja schon zum Programm. Auch dies könnte vorher mit Aufgabenverteilung besprochen werden.

Andere Probleme wie die Sache mit der Cola oder den Chips sind so natürlich nicht vorhersehbar, das muss dann vor Ort geregelt werden. Da ist es hilfreich, wenn jeden Abend, wenn die Kiddies im Bett sind, eine Teambesprechung stattfindet und bei einer Blitzlichtrunde jeder sagt, was ihn an diesem Tag besonders beeindruckt/ gefallen/ geärgert hat. Und dann kann im Team über solche Streitfragen diskutiert und entschieden werden. Auch dass solche Teamrunden allabendlich stattfinden, sollte bei der Vorbereitung besprochen und festgelegt werden.

Damit lässt sich schon mal einiger Ärger vermeiden. Wenn aber einfach die Chemie zwischen einzelnen Betreuern nicht stimmt, werden sich die Streitigkeiten irgendwie anders Bahn brechen. Ich schließe mich da Christian an, dass ein sich-schon-vorher-sehr-gut-kennen kein Schutz davor ist. Freizeiten sind ja immer irgendwie Extremsituationen: man sitzt die ganze Zeit aufeinander, ist im Dauerstress und chronischem Schlafmangel - da können Seiten zu Tage treten, die die betreffende Person nicht mal selbst an sich kennt.

Was uns da psychohygienisch immer sehr gut getan hat, war der "Urlaubstag": Bei einem 5-köpfigen Team auf einer 14-Tage-Freizeit hatte jeder pro Woche einen Tag "Urlaub", musste also nicht betreuen, bekam aber alle Mahlzeiten mit und durfte ansonsten weder von den Teamkollegen noch von den Kindern mit irgendwas behelligt werden. Dieser eine Tag pro Woche hatte sowohl den Einzelnen wie auch dem ganzen Team sehr gut getan, da man innerhalb der zwei Wochen zwei Inseln hatte, wo man mal wieder für sich sein konnte. So etwas geht natürlich nur, wenn der Betreuerschlüssel das zulässt und das Gesamtteam stark genug ist, an fünf Tagen der Woche mit einem Betreuer weniger zu arbeiten.

Kommentar von cadderly (02.09.08 10:13:50)

wir haben in unserer einrichtung ständig ein bis drei 1€-kräfte, die aus völlig anderen bereichen kommen, die meisten ohne pädagogische ausbildung. bis anfang des jahres hatten wir eine, die ähnlich quergeschlagen ist. sie war 9 monate bei uns. ihre aufgabe war die hausaufgabenbetreuung, die sie auch ganz gut bewältigt hat. das problem war, dass sie sich nicht auf diesen bereich beschrängte, sondern sich in die aufgaben der anderen einmischte und versuchte, ihnen vorzuschreiben, wie es richtig gemacht werden müsste. sie machte nichtmal vor den ausgebildeten halt und versuchte uns dinge zu erklären, die für uns selbstverständlich sind, oder sie griff in die verteilung von räumen oder die pc-nutzung ein, ohne mit den eigentlich verantwortlichen rücksprache zu halten. teilweise stand sie mit einer tasse kaffee und ner zigerette vor der tür, während wir "high life" hatten. die krönung waren zwei aktionen. sie hat mir erklärt, ich könnte nicht richtig mit den kinder umgehen und könnte sie nicht beurteilen  (ich arbeite seit acht jahren in der einrichtung und hab jahre pädagogik studiert), zum anderen hat sie auf einer teamsitztung alle niedergeredet und nicht zu word kommen lassen, hat sogar unsere leiterin und ihre chefin bepöbelt und teilweise als inkompetent bezeichnet. kommunikation war einfach nicht möglich und ich hab den raum verlassen.

solche personen können ein team einfach sprengen, und ich denke, teamarbeit ist extrem wichtig. bei uns der einrichtung können wir sowas auffangen, aber auf einer freizeit ist sowas einfach destruktiv. 

Kommentar von araisch (03.09.08 15:01:14)

Ich glaube da hat jeder einige Geschichten zu erzählen. Gerade bei Freizeiten, wo du auf externe Betreuer angewiesen bist, ist das ein unglaubliches Glücksspiel. Ich könnte da dir von einer Erzieherin im Praktikum erzählen, die sich ohne Rücksprache am 2. Tag von Papi abholen lies. Von Menschen die derart unfähig zur Teamarbeit sind, dass sie später vermutlich Leuchtturmwärter werden.. oder Eremit :) Und selbstverständlich auch die von Holger angesprochenen Supermenschen.

Wenn du das Team zusammenstellst, dann bist du doch die Chefin (ich nehme mal einfach an, dass du weiblich bist *g*) oder nicht? Bei uns ist die Entscheidungsstruktur ganz einfach festgelegt: Das Betreuer-/Logisik-/Küchenteam teamt mit ihrem Teamleiter täglich (oder nach Bedarf öfters). Dort werden dann solche Dinge angesprochen, der Teamleiter nimmt das mit in die Leitungsteamsitzung und da wird dann entschieden. Die oberste Entscheidungsgewalt liegt bei der Gesamtlagerleitung. Das klingt zwar ein bischen stark nach Hierarchie, jedoch ist bei einem 25-Personen-Team sowas nötig. Was ich damit sagen will: Wenn du die Freizeit leitest und das Team zusammensuchst, dann mach doch von Anfang an klar, dass du die Chefin bist. Wer das nicht anerkennt und ständig untergräbt fliegt eben raus. Solche Missstimmigkeiten breiten sich nämlich schnell im Team aus und können dann auch schnell sich auf die Kinder übertragen.

Da du anonym bist, weiß ich leider auch nicht wie alt du bist, aber wir haben schon seit Jahren altersmäßig homogene Teams. Das Betreuerteam mit 18-22 Jahren, eine Teamleitung in der alle >22 sind und eine Gesamtlagerleitung mit >30. (Mit ganz wenigen Ausnahmen, die schon länger dabei sind). Es ist mit jüngeren Betreuern einfacher, da die deine Authorität eher anerkennen. Wenn in meinem Team jetzt jemand mit 40 wäre, würde der sich mit großer Wahrscheinlichkeit nichts von mir mit meinen 23 Jahren sagen lassen. Das funktioniert aber nicht, da nicht jeder machen kann was er will. Man kann viel ausdiskutieren, am Ende brauchst du immer einen der Entscheidungen trifft (auch mal unpopuläre) und den alle anerkennen.

Ich will nicht für junge Betreuer plädieren, aber es muss einfach stimmen.

Für Schnell-Leser:

  • man braucht eine (1!) Person, die letzten Endes das Sagen hat
  • diese Person sollte fachlich und/oder erfahrungsmäßig voraus sein
  • Team sollte nicht (wesentlich) älter sein, als diese Person
Kommentar von cadderly (03.09.08 22:50:41)

@andreas

ich stimm dir zu, dass der teamleiter oder chef älter und hoffentlich erfahrener sein sollte, als die anderen betreuer. aber der schuss kann auch nach hinten losgehen. wir haten auf einer freizeit einen chefbetreuer, der über 50 war mit vielen freizeiten im nacken. der bertreuerstab war zu 80% zwischen 18 und 25. die älteren betreuer, allen voran der chef waren derart in ihren alten strukturen festgefahren, dass neuerungen,  die die jungen betreuer einbringen wollten, konsequent bombadiert wurden. es kam zu einem konflikt zwischen alt und jung, den auch die kinder mitbekamen. war einfach gift für die stimmung, aber wir konnten die freizeit noch retten. die freizeit war der horror. du hast 80 kids, die zwei wochen urlaub machen wollen und vier betreuer, die eher die vorstellung von einem bootcamp haben. und du must versuchen, gegen sie anzukämpfen.

was ich sagen will, die altersdifferenz der betreuer sollte nicht zu gross sein, um solche konflikte zu vermeiden, wobei ich sowohl eine hierachie, als auch allabendliche teamsitzungen notwendig finde. zum einen gibt es einen, der die verantwordlichkeiten verteilt (chef), zum anderen kann mann sich austauschen, was am tag nicht gut gelaufen ist (teamsitzungen).

Kommentar von Matze2903 (04.09.08 13:16:09)

Beim Durchlesen des Problems kann ich mich nur Andreas drei Schlusspunkten  anschließen.

Es gibt gewisse Vorgaben von den Trägern. Diese müssen eingehalten werden. Die anderen Vorgaben liegen beim Teamleiter und können in den Vorbereitungstagen bzw. -wochenenden disskutiert  und /oder verändert werden (Pflichten, Rechte und Freiheiten). Am Tag der Abfahrt muß der Tagesablauf, die Tagesstruktur, die Rituale und Aufgaben der einzelnen Helfer aber feststehen. Neue Teams müssen definitiv mehr absprechen, als eingespielte Teams, wobei auch eingespielte Teams sich nicht 100% auf ihre Routine verlassen können.  Der Teamleiter muss kontrollieren, das den Mitarbeitern klar ist, welche Aufgaben sie auf dem Lager haben und welche Aufgaben in der Vorbereitung daraaus resultieren. Hier ist einmal zu viel gefragt (auch wenn es den Mitarbeiter nervt)besser als  einmal zu wenig und auf dem Lager ist dann die Katastrophe da.
Das letzte Wort hat der Teamleiter, da er ja auch für das Gelingen der Freizeit gerade stehen muss.

Dieses Jahr als Teamleiter ist mir das aber nicht ganz gelungen, da wir aber ein eingespieltes Team sind, konnten meine Fehler zum Glück gut aufgefangen werden und ich/wir werden es in der Nachbesprechung genau besprechen, damit es nächstes Jahr nicht wieder passiert. 

@ Holger

fachlich und/oder erfahren bedeutet für mich, das er mit  Mitarbeitern umgehen kann, soweit auch flexibel ist, das er neue Ideen zulassen kann, wobei zulassen wiederum für mich heißt, nicht jeden Scheiß mitzumachen. 

@ Fragensteller

Gab es bei euch Vorbereitungstage? Wurden hier nicht Aufgaben verteilt wie "Beschäftigung im Bus" o.ä.? 

 

 

Kommentar von Unbekannt (04.09.08 15:44:20)
Unbekannt
Unbekannt


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Kann mich dem auch nur Anschließen und würde es auch noch konkreter Formulieren:

Es gibt zwei Dinge in der Vorbereitung: das Organisatorische und das Pädagogische.

Ersteres ist die Frage: wer ist wann wo und macht was, der grobe Tagesplan, evtl. schon Ausflüge (je nachdem eben)

Der pädagogische Teil beschäftigt sich mit Fragen wie: Strafen/Konsequenzen, Essensituation, Zimmereinteilung, Betreuerregeln, Kinderregeln und und und

Und bei letzterem kommt man gar nicht drum rum über diese Dinge zu reden, denn was passiert, wenn die Leute auf der Freizeit (oder gar in der Situation selbst) keinen gleichen Nenner haben, hast du ja erlebt. Es muss immer ein Grundkonsenz herrschen...und das unabhänig von der Hierarchie.

 

Zur "es muss eine Leitung geben"-Diskussion: das hatten wir schonmal sehr ausführlich. Letztendlich ist das Team ausschlaggebend. Nicht alle Teams brauchen einen Chef und nicht alle Teams kommen ohne einen aus. Letztendlich hat das aber nichts mit den Problemen zu tun, die kommen auch mit Chef ;) Niemand kann eine Linie vertreten wenn er sie aufgedrückt bekommt - man muss zwingend einen Grundkonsenz in der Vorbereitung (!!) erreichen.

Kommentar von araisch (04.09.08 17:58:41)

Vorbereitung ist natürlich extrem wichtig. Wir haben für jede Freizeit zwei Vorbereitungstagungen, die jeweils von Freitag Abend bis Sonntag Mittag andauern. Hier werden inhaltliche und pädagogische Themen geklärt (also von Programm über Regeln bis hin zu Vorgehensweisen bei päd. Knackpunkten wie Alkohol, Tabak, etc) und auch das Team lernt sich kennen. Hier kann man oft schon abschätzen, wie alle miteinander harmonieren. An einem ganzen Wochenende voller Teamarbeit und gemütlicher Runde am Abend lernt man Leute einfach besser kennen, als wenn man sich mal 2 Stunden irgendwo trifft. 

@Chris: Das war eine Aussage zu den Parametern des ersten Postings.

Hier ist natürlich keine Leitung erforderlich:

  • Jeder kennt jeden
  • Das Team ist schon erprobt (Vorjahr, Gruppenstunde, etc)
  • kleine Gruppe 

Man kann natürlich auch Glück haben, aber hier ist idR eine Leitung unabdingbar:

  • unerfahrene Mitarbeiter
  • Team kennt sich noch nicht bzw. nicht gut
  • Team kennt die Teilnehmer nicht (offene Arbeit, Ferienwerke, ..)
  • große TN-Anzahl (abhängig vom Alter und obigen Punkt ca. ab 40 TN)
  • großes Team (auch abhängig, aber ca. ab 7 Teamer) 
Unser Lager hat ca. 110 Jugendliche (13-15), die sich nicht kennen und werden betreut von gut 20 Teamern (incl. Küche und Logisitk), von denen ca. 50-75% Wiederholungstäter sind (sich auch kennen) und die Neuen sind teilweise "blutige Anfänger", zumindest kennen sie niemanden. In dem Fall wäre ein Lager ohne Leitung aller Wahrscheinlichkeit nach die große Katastrophe. (Kann mir als Teamleitung ja auch nicht selbst das Wasser abgraben ;))
Wenn ich jetzt mit einer Jugendgruppe ein Sommerlager mache, 20 Kinder, 4 Betreuer, alle kennen sich seit Jahren, dann brauche ich auch keine Leitung.
Kommentar von Unbekannt (04.09.08 20:00:42)



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Hi Hi,

 

jetzt muss ich mich erstmal entschuldigen, dass ich mich jetzt erst bei euch wieder melde, aber nach einer freizeit ist die zeit nun mal nicht gerade reichlich vorhanden da man einiges aufarbeiten muss.....kenn ihr sicherlich....zumindest die, die berufstätig sind ?!

 

Die anderen betreuer waren nicht westenlich älter oder jünger, jedoch kannte sich das halbe team aus einer anderen freizeit sehr gut.

Die freizeit aus der sie sich kennen ist jedoch vom ablauf her völlig unterschiedlich.

Teamleiter war ich dieses jahr zum erstenmal und muss auch gestehen, dass ich mich von der art der betreuer die sich kennen und jedes jahr eine andere freizeit betreuen leiten lassen hab.

Dieses jahr war ich auch anders drauf als all die jahre zuvor und war einfach der strenge betreuer ...all die jahre zuvor drückte ich immer irgendwie ein auge zu und dieses jahr hob ich gleich den großen zeigefinger......wieso ich dieses jahr so streng war kann ich nicht beurteilen.

Natürlich gab es auch so genannte vortreffen bei denen aber nicht festgelegt wurde wer was machen würde.

Ich finde es jedoch sehr gut, all diese meinungen von euch zu hören...daraus kann man viel lernen und natürlich verbessern.

Beschäftigung im Bus ist bei unserer freizeit eher schlecht....wie will man 50 TE im alter von 14-17 mehrer stunden beschäftigen?

Leider hatte unser bus kein dvd player.....

 

Was mich persönlich aber jetzt mal genau interessieren würde wäre euere meinung zu folgenden situation:

  • Betreuer sitzen vorne im Bus und beschäftigen sich mit den TE so gut wie gar nicht ....in den pausen ein kleines bisschen.....ich als leiter und als betreuer setze mich immer so ziemlich im hinteren drittel um kontakt zu den TE zu haben, sie ein bisschen kennenzulernen und natürlich um gleich zu wissen wenn sie scheiße bauen........----> bei ankunft und auf die frage warum sie sich nicht mit den TE bei der fahrt auseinander setzten meinten sie "wie haben noch 12 tage und genügend zeit sie kennenzulernen"
  • Auf der rückfahrt in einem doppeldecker und einer weiteren gruppe setzen sie sich alle runter, nur ich oben mit einer weiteren betreuerin der anderen gruppe oben bei den kids....oben sitzen rund  80% der TE......von den betreuern ist nie einer hochgekommen und fragt ob alles ok ist, hat sich mit den TE beschäftigt oder sonstiges der gleichen....auch als um 0.00 uhr geburtstag hatte, kam von ihnen keiner nach oben um zu gratulieren....sie machten es erst am rastplatz.
 

 Für mich steht im nächsten jahr ganz klar fest:

 

1. Vor der freitzeit klar machen, dass die TE wichtiger sind als die eigenen interessen (wegen chips etc.)

2. Klare tischordnung festlegen die nicht geändert wird

3. Festlegen wer wann einkaufen geht, kocht

4. Jeder betreuer erhält mind. einen halben tag für sich....so kann er in aller ruhe ausschlafen und zeit für sich haben.

5. Absprechen was kids dürfen und nicht und wie jeder einzelne betreuer sofort reagieren muss wenn ein TE dagegen verstößt

6. Den anderen betreuern klar machen, dass sie sich mit den TE auch auseinander setzen müssen.....auch abends und nach 12 uhr

 

Hab ich etwas vergessen?

 

Kommentar von cadderly (05.09.08 00:57:39)

du hat zwei punkte angesprochen, die für eine freizeitbetreuung meiner meinung grundlegend sind: zum einen empathie. du hast einen geburtstag sehr wichtig genommen, da dir das kind wichtig war oder zumindest seine gefühle. für die anderen schien es eher eine pflichtübung zu sein. ich finde, für einen teamleiter ist es wichtig, sich sowohl in die kinder, als auch in die betreuer hinenversetzten zu können, um auf die jeweiligen stimmungen zu reagieren. vorbereitungstreffen helfen, die betreuer einzuschätzen.

das zweite ist kommunikation unter den betreuern. ein beispiel: ein kind fragt mich um etaws und ich sage nein. das kind geht zum nächsten betreuer und der sagt ja. sofort merkt das kind, ich muss nur lange genug rumfragen, dann bekomme ich, was ich will. dazu gehör aber auch die kommunikation über aktionen der betreuer, die man nicht richtig findet. so eine situation im bus, wie du sie beschrieben hast, ist uns auchmal passiert. unser teamleiter hat uns beim ersten stopp ins gebet genommen und uns erklärt, wo die prioritäten liegen. er hat uns nicht einfach befohlen, uns aufzuteilen, sondern uns an unsere verantwortung erinnert. dannach waren die betreuer auf den ganzen bus verteilt.

ich denke, wenn man die beiden punkte, sich in den anderen hineinversetzen und probleme sofort ansprechen, beherzigt, dann hat man zumindest die grundlagen als teamleiter (auch als betreuer) erfüllt. 

 

Kommentar von fels298 (05.09.08 09:30:35)

Hallo,

zunächst sollte das Team von vornherein festlegen, wofür die Salzstangen bestimmt sind. Ich habe auch schon mal privat in einer Freizeit etwas bezahlt und an die Kinder meiner Gruppe weiter gegeben. Z. B. habe ich so mal einen Ausflug finanziert, wo die Kinder mal die Stadt kennengelernt haben, in der sie sich aufgehalten haben. Man hat es nicht honoriert. Ich habe daraus gelernt und werde das zukünftig lassen, wenn ich überhaupt noch einmal in eine Freizeit fahre. Da ich damals neu war und keinen Überblick darüber hatte, was ich vor Ort nutzen konnte, habe ich auch vieles von zu Hause mitgenommen.

 

Regeln sind für Betreuer und Kinder sehr wichtig. Regeln für Betreuer dürfen aber nicht so ausarten, daß z. B. der Chef dem Betreuer seinen Autoschlüssel in seinem Büro hinterlegen läßt, damit dieser in einem Zeltlager nicht geklaut wird. Das habe ich übrigens auch bei einem Vorbereitungstreffen gehört und teile diese Regel absolut nicht. Ich fahre z. B. mit einem Auto, daß meinem Partner und nicht mir gehört. Daher möchte ich auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht, daß sich der Chef möglicherweise an dem Autoschlüssel vergreift und mal eine kleine Spritztour mit dem Auto macht.

Es gibt unterschiedliche Auffassungen von Erziehung und Tagesabläufen! Ich persönlich finde es für die Kinder auch gut, wenn sie Struktur erfahren und gemeinsam mit dem Essen anfangen. Die Gemeinschaft erleben - das ist letztendlich auch der Sinn einer Freizeit. Viele Kinder erfahren im Alltag schon keine Gemeinschaft mehr. Sie werden zu Einzelkämpfern erzogen. Und ein wichtiges Ziel einer Freizeit ist, daß man bestimmte Normen z. B. durch Vorbild transportiert. Ich weiß, daß einige Betreuer das anders sehen. Selbst habe ich das auch erlebt, daß die Chefs eines Vereins mich total enttäuscht haben. Schlimm ist es sogar, wenn ein Chef aufgrund ihres Berufes - sie haben es studiert - Führungserfahrung haben müßten und die Kritik aufnehmen, die ihm durch Mitglieder des Teams entgegen gebracht wird. Cola gab es damals auf meiner Freizeit für Kinder und Betreuer auch zu kaufen. Schlimm finde ich, wenn die Cola dann bei den Betreuern abends zum Mischen von alkoholischen Getränken benutzt wird. Alkohol ist auf einer Freizeit tabu! Was ist, wenn es einen medizinischen Notfall in der Nacht gibt und man nachts zum Arzt ins Krankenhaus muß?

Wenn Du das nächste Mal Deine Mitstreiter aussuchst, achte auf deren Stärken und Schwächen, teile sie entsprechend ihren Aufgaben zu. Ich habe es mal erlebt, daß sich eine Basteltante öffentlich erklärt hat, daß ihr das Basteln nicht liegt. Das geht meiner Meinung auch nicht.

Kommentar von cadderly (05.09.08 10:24:32)

@petra

ich finde es schade, dass du nicht mehr auf freizeiten fahren willst, nur wegen einiger schlechter erfahrungen. das ist das, was ich mit kommunikation meinte. eine solche aktion, wie du sie beschrieben hast, könnte man im vorfeld besprechen und überlegen, wie sie zu finanzieren ist. ebenso  die regel mit dem autoschlüssel. ich denke, der chef hatte gute absichten, aber du warst damit nicht einverstanden, in einem gespräch über deine ansichten und argumente, hätte man vielleicht eine lösung finden können, es sein denn, der chef nutzt seine führungsposition aus und handelt nach dem motto: mein wort ist gesetz.

den punkt mit den einzelkämpfern finde ich wichtig. wenn schon das betreuerteam eher aus einzelkämpfern besteht, die gegeneinander arbeiten, wie sollen die kinder dann gemeinschaft lernen? es gibt immer verschiedene meinungen oder diskrepanzen auf freizeiten. ich finde es jedoch schlimm, wenn diese vor den kindern ausgetragen werden, dafür sind die abendlichen reflexionsrunden gedacht. ein guter chef sollte in solchen fällen die parteien trennen und das thema in diesen runden zur sprache bringen, damit eine lösung gefunden werden kann. dazu muss der chef neben erfahrung (studium, mehre freizeiten) auch empathie mitbringen, um den konflikt zu lösen. ein teamleiter, der die probleme der anderen betreuer ignoriert und nur sein eigenen weg geht, kann schnell eine freizeit torpedieren. es bildet sich eine schlechte stimmung unter den betreuern, die sich direkt auf die kinder überträgt.

den letzten punkt, den du ansprichst, finde ich besonders krass. er zeugt für mich von absoluter unmotiviertheit. wenn ich eine stärke habe, dann nutze ich sie auf einer freizeit. bei deinem beispiel hab ich das gefühl, die einstellung ist eher: ich weis, ich kann es, hab aber keine lust mich einzubringen. so unmotivierte betreuer würde ich auf einer freizeit nicht wollen.

Kommentar von fels298 (05.09.08 11:16:22)

@Holger:

In meinem Fall gab es damals nur einen richtigen Weg - Trennung -. Der Verein bietet seine Ferienlager jetzt an einem anderen Ort an. Dies ist für mich jetzt, nachdem sich meine privaten Verhältnisse etwas geändert haben, definitiv bei aller Liebe nicht mehr finanzierbar. Meine Prioritäten liegen jetzt auf einmal wöchentlich hier vor Ort stattfindende Gruppenstunden. Ich sehe hier und da aufgrund der gemachten Erfahrungen für mich auch einige offene Konflikte und die Erkenntnis, daß ich eher ein Mensch für hinter den Kulissen bin als der Frontmensch. Aber das ist etwas, was nur mich persönlich angeht. Natürlich kann man viele Dinge auch im Gespräch klären. Nur wenn man damals nicht die Möglichkeit zum Gespräch bekommt, weil man zum Beispiel vom Nachtreffen ausgeschlossen wird, in dem man gar nicht eingeladen wird, und wenn der Chef dann nur eine Meinung hört statt zwei, dann weiß ich, wo ich die Konsequenz ziehen muß. Dann gibt es keine Basis, auf der man aufbauen kann.

Kommentar von cadderly (05.09.08 12:25:25)

ganau das meinte ich mit teamarbeit, scheint bei euch nicht funktioniert zu haben. jetzt kann ich auch deine frustration besser verstehen. einzelkämpfer sein, oder dazu gemacht werden sind zwei verschiedene dinge. wir hatten mal ein kind mit massiven verhaltensauffälligkeiten dabei. wurde unter den betreuern rege diskussiert, aber keiner wollte es beim chef (pastor, war bei den besprechungen nicht dabei) ansprechen. nach einer woche hölle sprach ich ihn nach der messe an und wies ihn darauf hin, dass wir grosse probleme mit dem kind hätten. die antwort werde ich nie vergessen: heute ist sonntag, heute gibt es keine probleme!!!!! das war der punkt, wo ich kapituliert habe. ich war in diesem jahr auf zwei freiztein hintereinander (jeweils zwei wochen, also vier am stück). wir waren so frustriert, dass unser leiter uns dermassen ignoriete, dass wir den spruch zum motto machten. wenn etwas schief ging, hies es immer nur, heute ist sonntag, heute gibt es keine probleme (egal, welcher tag war). die kinder betreuten wir weiter. das lustige an der geschichte ist, sie kannten zwar nicht den ursprung, nahmen den spruch aber auf und nutzten ihn bei jeder gelegenheit. die freizeit lief nur, da wir ein eingestieltes betreuerteam waren (vom chef mal abgesehen), das regeln voher klar festgelegt hatte, inklusive ermessensspielraum, und immerwieder sich kurzgeschlossen hat, wenn schwierigkeiten auftauchten. deswegen finde ich komunikation so wichtig, da sonst das team auseinanderbricht und die kinder möglichkeiten finden regeln zu unterwandern, eigentlich der super-gau einer jeden freizeit.
Kommentar von araisch (05.09.08 14:56:03)

@Petra:

z. B. der Chef dem Betreuer seinen Autoschlüssel in seinem Büro hinterlegen läßt, damit dieser in einem Zeltlager nicht geklaut wird. Daher möchte ich auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht, daß sich der Chef möglicherweise an dem Autoschlüssel vergreift und mal eine kleine Spritztour mit dem Auto macht.

Wir raten unsren Betreuern (wie auch den Teilnehmern) dazu, ihre Wertsachen im Büro einschließen zu lassen. Wie schnell ist im Zeltlager etwas weg (verloren, geklaut, v.a. von externen "Besuchern" wenn der Platz praktisch leer ist, bei Unwetter abgesoffen, etc). Und bei allem was recht ist, aber ich hätte eher Angst davor, dass einer der Jugendlichen eine kleine Runde dreht, als meine Chefin Oo

Schlimm finde ich, wenn die Cola dann bei den Betreuern abends zum Mischen von alkoholischen Getränken benutzt wird. Alkohol ist auf einer Freizeit tabu! Was ist, wenn es einen medizinischen Notfall in der Nacht gibt und man nachts zum Arzt ins Krankenhaus muß?

Die Diskussion hatten wir zur Genüge :) Das hängt stark von der Freizeit (Art der Freizeit, Anzahl der Betreuer, "Nüchternheitsliste", Fahrdienst, etc) und der Menge und Art des Alkohols ab. 

Ich habe es mal erlebt, daß sich eine Basteltante öffentlich erklärt hat, daß ihr das Basteln nicht liegt. Das geht meiner Meinung auch nicht.

Ich hoffe, dass du mit Basteltante nicht "Erzieher/in" meinst. Das ist mMn etwas beleidigend.. und auch Erzieher haben das Recht Basteln nicht zu mögen. Der Beruf hat wesentlich mehr Facetten und Arbeitsmöglichkeiten als dass man von jedem Erzieher erwarten kann, dass er gut und gerne bastelt. Ebenso wie ich als (baldiger) Ingenieur offen zugebe, dass ich es hasse CAD-Pläne zu zeichnen. Macht mich das jetzt zu einem schlechten Ingenieur?

@Holger:

guter Spruch.. muss ich mir merken, kann man immer mal brauchen ;)

Was für ein Gefühl hattest du nach den 4 Wochen? Ich habe im letzten Jahr auch zwei gemacht, was dann 3,5 Wochen waren. Ich werde nie wieder zwei Freizeiten am Stück leiten. Nach 3 Wochen war ich derart übermüdet und (aus meiner Sicht) nicht mehr besonders fähig Konflikte zu lösen bzw. zu umgehn.

Kommentar von cadderly (06.09.08 02:53:07)

anch vier wochen am stück brauchte ich urlaub. zudem war es in der anfangszeit meines studiums, hatte also nicht die erfahrungen von heute, sondern grösstenteils nur theoriewissen ( erst zwei freizeiten als betreuer mitgemacht). ich war nicht der leiter, weil zu jung war, aber von den zwölf betreuern war ich einer von dreien, die zumindest die ansätze einer pädagogischen ausbildung hatten. ich würde sowas nicht nochmal machen, zwei freizeiten hintereinander sind hardcore. ich hab fast die gesamte heimfahrt (12 stunden) verpennt, hab nichtmal gemerkt, als mir die kids die socken mit kreide angemalt haben (sah ein bisschen nach picasso aus).

zum thema alkohol ist meine meinung, ein feierabendbier ist durchaus legitim, es darfnur nicht ausarten und es müssen immer ein bis zwei leute für den notdienst bereit sein.

das, was du zu der basteltante gesagt hast, find ich gut. erst war ich entäuscht, dass jemand mit einem talent, dieses öffentlich verneint. deswegen mein vorheriger kommentar. aber dann hatte ich zeit, über meine position nach zu denken. sie ist eigentlich auch nur durch mein talent zu malen definiert. find ich schade, da einige talente untergehen.

Kommentar von mehlersoft (06.09.08 08:42:11)

Also die Alkoholdiskussion ist hier Off-Topic und kann, wenn man möchte, in den zwei dazu existierenden Beiträgen fortgeführt werden:

Rund um die Beschäftigung während der Busfahrt: Beschäftigung während der Busfahrt (Vorschau)

Und, da es hier auch schon angeklungen ist, die Diskussion um die Frage: Ist ein Ferienlager nur Party und Konsum? (Vorschau)

Kommentar von fels298 (06.09.08 10:18:47)

Übrigens das mit dem halben Tag Urlaub während einer Freizeit finde ich auch gut. Ein Betreuer braucht seine Aus-Zeiten, um sich zu regenerieren. Ich bin auch mal um 3 Uhr morgens für eine Betreuerin eingesprungen und habe einem Kind aus ihrer Gruppe beim Inhalieren geholfen - Sie hatte Asthma. -

In meiner letzten Freizeit wurde ich z. B. krank, mußte auch medizinisch versorgt werden, mußte eine Diät einhalten. Ich hatte damals nicht die Möglichkeit, eine Aus-Zeit zu bekommen. Damals habe ich mit heftigen Bauchschmerzen ein Zirkuszelt abgebaut und als Gespenst in der Nachtwanderung gesessen, obwohl mir die Ärztin davon abgeraten hatte. Die Erinnerungen werden wohl unter dem Strich positiv bleiben, doch steht man in einer solchen Situation auch immer im Zwiespalt, fahre ich mit einer solchen Diagnose nach Hause oder helfe ich meinem Team, so weit ich kann. Damals habe ich mich für das Team entschieden. Leider wurde diese Entscheidung nicht honoriert. Ich habe daraus gelernt.

Ich denke, daß es wichtig ist, daß ein Team von der ersten Minute an gut zusammenarbeitet. Dies beginnt mit den Vorbereitungstreffen. Jeder sollte seine Ideen einbringen können, ohne das Gefühl zu bekommen, ausgenutzt zu werden. Mir ist es auch mal auf einem Vorbereitungstreffen passiert, daß sich niemand der Betreuer auf die anstehende Fragestellung vorbereitet hatte, obwohl es ausdrücklich auf der Einladung vermerkt wurde. Man besoff sich lieber und ging zum Strand baden. Ich sehe solche Treffen als Arbeitstreffen an und bereite mich entsprechend vor. Mit dieser Einstellung stand ich aber so ziemlich allein in dieser Runde da.

Kommentar von Unbekannt (06.09.08 16:08:46)
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Ich weiß nicht, ich finde du solltest dein eigenes Thema aufmachen Petra. Wenn du reflektieren willst, dann solltest du dir einen eigenen Rahmen schaffen - da kann dann auch besser disktuiert werden.

Aber zurück zum Thema:

 Betreuer sitzen vorne im Bus und beschäftigen sich mit den TE so gut wie gar nicht ....in den pausen ein kleines bisschen.....ich als leiter und als betreuer setze mich immer so ziemlich im hinteren drittel um kontakt zu den TE zu haben, sie ein bisschen kennenzulernen und natürlich um gleich zu wissen wenn sie scheiße bauen........----> bei ankunft und auf die frage warum sie sich nicht mit den TE bei der fahrt auseinander setzten meinten sie "wie haben noch 12 tage und genügend zeit sie kennenzulernen"

Natrülich klebt man als Betreuer auch etwas an "seinen" Leuten ;) Das ist normal. Nur merkt man als erfahrener Betreuer wann das geht und wann man eben sich selbst jetzt zurückstecken muss. Als Betreuer stehen die eigenen Interessen eben nicht so im Vordergrund und manchmal kommt's vor, dass man Sachen machen muss, worauf man eben keine Lust hat. 

Was du aus diesem Beispiel mitnehmen solltest: Busfahrt ist immer ein wichtiges Thema bei der Vorbereitung (oder Teamsitzung im Lager im Falle der Rückfahrt). Vorallem die Frage "wer macht wann wo was" ist wichtig und da hast du dann die Teamverteilung und die Zuständigkeiten. Bei Busfahrten ist es beispielsweise immer wichtig einen Busfahrermenschen zu haben der gut mit dem Fahrer kann und mit dem zusammen festlegt wann man Pause macht usw. Der trägt dann auch Anregungen/Probleme usw. an den Busfahrer ran falls das Team etwas hat. Konkret in der Situation kannst du deine Mitteamer darauf ansprechen und natürlich etwas auf den Putz hauen :) Okay ist das so nicht...

 

 Auf der rückfahrt in einem doppeldecker und einer weiteren gruppe setzen sie sich alle runter, nur ich oben mit einer weiteren betreuerin der anderen gruppe oben bei den kids....oben sitzen rund  80% der TE......von den betreuern ist nie einer hochgekommen und fragt ob alles ok ist, hat sich mit den TE beschäftigt oder sonstiges der gleichen....auch als um 0.00 uhr geburtstag hatte, kam von ihnen keiner nach oben um zu gratulieren....sie machten es erst am rastplatz.

Da kannst du ebenso einen gepfefferten Anmotzer austeilen, auch als Nicht-Chef (falls ihr sowas habt). Das is Scheisse und da muss man auch nicht lange drüber reden. Genauso beendet musst du es ausdrücken - die Leute wissen selbst, dass sowas nicht okay ist und jede Diskussion über warum/wieso/weshalb ist überflüssig. Verhindert werden kann auch das bei der Planung vorher (siehe oben).




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