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Ideenpool - Spiele - Spielpädagogik und allgemeine Tipps

Spiele anleiten

von verschiedenen Autoren
(01.05.08 13:59:40)


Anzahl der Spieler:3-999
Alter der Spieler:1-110


benötigtes Material:
keins

Beschreibung:

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Spiele gehören zu den Höhepunkten pädagogischer Maßnahmen. Damit die Spiele ein Erfolg werden, muss allerdings einiges beachtet werden. Hier einige Anregungen und Hinweise:

Eine gute Spielanleitung setzt einige Punkte voraus, damit das Spiel erfolgreich verläuft. Diese würde ich in 4 Kapitel aufspalten:

  1. Vorbereitung
  2. Die Spielerklärung/Anleitung
  3. Reflexion/Nachbesprechung (v.a. bei pädagogisch orientierten Spielen)
  4. Allgemeines

 

Vorbereitung

Vor dem Spielen (und am Besten auch vor der jeweiligen Aktion bei der gespielt werden soll) soll man sich mit dem Spiel vertraut machen. Dazu gehört es nicht nur die Spielanleitung einmal zu lesen, sondern auch das Spiel geistig (oder auch mit den Betreuern praktisch) durchzuspielen und über mögliche Abwandlungen nachzudenken. Am Besten ist es dabei auch, wenn man sich die Spielregeln stichpunktartig auf Karteikarten in eigenen Worten schreibt. Nötige Materialien sollten bereitgestellt werden.

 

Die Spielerklärung/Anleitung

Die Spielerklärung für die Teilnehmer einer Aktion sollte klar und eindeutig formuliert sein. Daher muss man ganz am Anfang um Ruhe bitten. Danach sollte man das Spiel in der folgenden Reihenfolge erklären (fehlt da noch was?):

  • Grober Überblick (um was geht es in dem Spiel eigentlich)
  • Spielfeld (und auch, wo der Sanitätsposten ist)
  • Gruppen
  • Spielprinzip
  • Spielregeln
  • Benennung von möglichen Gefahren
  • Spielende

Zwischen den Blöcken bzw. wenigstens am Schluss muss den Teilnehmern noch die Möglichkeit gegeben werden, Fragen zu stellen. So können eventuelle Unklarheiten noch vor Spielbeginn aus der Welt geschafft werden. Allerdings sollten die Teilnehmer auch dazu angehalten werden, sich die Frage bis zur Fragerunde zu merken und nicht die Erklärungen zu stören. Viele Fragen klären sich im Laufe der Spielerklärung von selbst.

Beim Erklären des Spielprinzips, der Spielregeln und des Spielendes sollte man sich an seinen eigenen Stichpunkten orientieren, nicht ablesen und am besten keine verschachtelten Sätze benutzen. Ruhig auch kompliziertere Passagen mehrmals auf verschiedene Art und Weise erklären. Der Spielleiter muss natürlich laut und deutlich sprechen. Gibt es mehrere Spielleiter, sollte die Erklärung einer allein übernehmen, um Verwirrung zu vermeiden.

Häufig bietet es sich an, erst noch eine Proberunde zu spielen, bevor das Spiel wirklich startet. Die Erklärung von einem Teilnehmer wiederholen zu lassen, ist eine gute Kontrollmöglichkeit dafür, was aus der eigenen Erklärung bei den Teilnehmern angekommen ist.

Es gibt verschieden Varianten, wie man ein Spiel erklären kann:

  • Zeichne das Spielfeld auf ein grosses Papier auf; so sind deine Erklärungen anschaulicher
  • Eine witzige Variante ist, dass Spiel in der Form eines Theaters zu erklären
  • Das Spielfeld mit den Teilnehmern abgehen und die Regeln "vor Ort" erklären

Reflexion/Nachbesprechung

Natürlich muss nicht jedes Spiel mit den Teilnehmern nachbesprochen werden. Allerdings sollte sich die Spielleitung nach dem Spiel über den Verlauf kurz austauschen. So können Änderungen für das nächste Mal, Probleme, Gefahren etc. kurz besprochen werden.

Werden mit dem Spiel pädagogische Ziele angestrebt, müssen die Ziele einerseits vor dem Spiel genau formuliert werden, andererseits dann nach der Durchführung auch ausgewertet werden. Hierbei hilft natürlich auch einschlägige (Fach-)Literatur.

 

Allgemeines

Einige Dinge, die bei allen Spielen und Anleitungen beachtet werden sollten:

  • Spiele die einem selber Spaß machen erklären sich leichter, als Spiele, denen gegenüber man eine persönliche Abneigung hat (dann lieber einen anderen erklären lassen)
  • Auch wenn es schöner ist, wenn alle mitspielen, sollte man den Teilnehmern die Möglichkeit geben, für ein Spiel auszusetzen (Stichwort Intimsphäre, Vorbelastung/schlechte Erfahrungen etc.) 
  • Alle Betreuer sollten nach Möglichkeit mitspielen (ausgenommen wenn es das Spiel bspw. für Absicherungsmaßnahmen o.ä. verbietet). Zum einen kann dann jeder seine kindliche Seite ausleben, die Teilnehmer bekommen nochmal einen neuen Anreiz und sehen auch gleich, dass man sich nicht einfach aus dem Spiel zurückziehen kann, sondern jeder mitspielt - aber beachtet den vorherigen Punkt!
  • Wenn der Spielleiter selbst mitspielt bekommt er nicht nur das Spielgeschehen (und mögliche Probleme etc.) hautnah mit, er kann auch gleichzeitig motivierend und lenkend eingreifen. Gerade jüngere Teilnehmer verlangen geradezu, dass die Spielleitung mitspielt. Das Verhältnis zwischen Leitungspersonen und Teilnhemern profitiert von gemeinsamen Erlebnissen
  • Das Spiel sollte nicht zu lange dauern, damit keine Langeweile aufkommt. Auch hier gilt: Wenn's am schönsten ist, sollte man aufhören. So wird das Spiel nicht "totgespielt" und die positive Stimmung wird bewahrt
  • Eigeninitiative der Teilnehmer sollte geschätzt und ermöglicht werden. Oft können Teilnehmer eigene Erfahrungen, Spielvariationen und eigene Ideen beisteuern, die das Spiel noch lebendiger und interessanter machen. Stures Beharren auf den (eigentlichen) Regeln und eigenen Vorstellungen führen leicht zu Frust/schlechter Stimmung unter den Teilnehmern.
  • Vor einer längeren Spielerklärung oder auch vor einem eher ruhigeren Spiel kann es sich lohnen ein eher schnelles und lebhaftes Spiel (z.B. Pferderennen (Vorschau)) durchzuführen, um den Bewegungs- und Aktivitätsdrang der Teilnehmer zu erfüllen.
  • Achte auf deine Wortwahl: Wie alt sind die Teilnehmer? Welchen Hintergrund haben diese? Welche Wörter kennen diese und welche Wörter sollte man eher umschreiben?
Wichtig: Diese Punkte sollen nur eine Anregung bieten. Sie ersetzen auf keinen Fall eigene Erfahrungen und Überzeugungen. Jeder muss einen für sich passenden und annehmbaren Stil finden.

Dann kann es auch schon ans Spielen gehen. Viel Spaß! 



Bemerkung/Hinweis:

Soweit meine aktuellen Gedanken. Gerne darfst und sollst Du sogar diesen Artikel überabeiten. Die Möglichkeit dazu findest Du in der rechten Spalte "Artikel editieren".

editiert: Hermi 16.5.08 10:54



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