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Ideenpool - Medizin & Erste Hilfe - Erste Hilfe auf Freizeiten, Lagern und in Gruppenstunden (EH-Wiki)

Unterkühlung

von kleineanne (01.02.08 11:00:32)

ausführliche Beschreibung

Befindet sich eine Person unzureichend geschützt für längere Zeit im Kalten, so beginnt er bald zu frieren. Damit wird der Stoffwechsel angeregt und mehr Wärme produziert. Wirkt trotzdem weiter Kälte ein, so wird der Betroffene blass, hat zum Teil blaue Lippen oder Ohrläppchen, ist erregter (schneller Herzschlag, schnelle Atmung) und verspürt manchmal auch schon Schmerzen an Händen, Füßen, Knien. Kühlt der Körper weiter aus (was auf eine Freizeit eigentlich nicht passieren sollte), dann wird der Betroffene schläfrig, seine Muskeln starr, er verspürt keine Schmerzen mehr. Dies kann im weiteren Verlauf bis hin zu Bewusstlosigkeit, Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand führen.

Eine unterkühlte Person ist sofort zu wärmen. Dabei sollte man aber vermeiden von 0 auf 100 zu wärmen, da der Kreislauf das nicht verträgt. Nasse Kleidung muss entfernt und gegen trockene Decken, Kleidung ersetzt werden. Ist die Person ansprechbar und bei klarem Bewusstsein, kann man ihr heiße, stark gezuckerte Getränke geben (auf KEINEN FALL Alkohol, da dies die Auskühlung noch verstärkt, dann lieber auf heiße Getränke verzichten). Es ist unbedingt der Rettungsdienst zu rufen! Vermeidet es, den Betroffenen unnötig zu bewegen, da sich sonst kaltes und warmes Blut miteinander vermischen.

Ist die Person schon so weit ausgekühlt, dass sie keine Schmerzen mehr spürt und nicht mehr zittert, dann den Betroffenen nicht mehr entkleiden, sondern nur noch vor neuer Kälte und Gefahr schützen und sofort den Rettungsdienst alarmieren.

 

Zusatz: Wie schlafe ich richtig im Schlafsack?

Der Schlafsack ist so konzipiert, dass er Wärme aufnimmt und reflektiert. Da bedeutet also, je weniger man im Schlafsack an hat, desto wärmer wird es, weil der Stoff die Körperwärme aufnimmt und wieder zurück abgibt. Hat man viel Kleidung an, dann ist der Schlafsack nur eine weitere Hülle um den Körper, kann aber seine Wärmereflektionsfunktion nicht ausführen.

stichpunktartige Zusammenfassung
  • Symptome: blass; blaue Lippen, Ohrläppchen; Schmerzen an Händen, Füßen, Knien; zittern
  • Maßnahmen: mit trockener Decke wärmen, wenn möglich Wärmflaschen nutzen, aber nicht direkt auf die Haut auflegen; gut gezuckerte heiße Getränke verabreichen (KEINEN Alkohol), Rettungsdienst alarmieren

 

  • Syptome: keine Schmerzen und kein Zittern mehr
  • Maßnahmen: nicht mehr bewegen oder ausziehen; sofort Rettunsdienst alarmieren

 

  • immer: gut zureden, Bewusstsein und Atmung kontrollieren; wenn nötig stabile Seitenlage oder (eher selten) Reanimation

 

Zusatz: Wie schlafe ich richtig im Schlafsack?

Je weniger man an hat, desto besser kann der Schlafsack die Körperwärme reflektieren.

Praxisfälle:

- beim Zelten
- zu lange im kalten Wasser bei Schwimmen
- Unfall beim Skifahren (gehunfähig wegen Verletzung am Bein) mit längerer Liegezeit



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