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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen

Fantasy-Rollenspiele

von Maerlin (25.01.08 09:27:53)

Ich werde demnächst bei uns im Jugendtreff eine Spiel-Gruppe für Jugendliche (13-16 Jahren) beginnen und bin gerade auf der Suche nach Programm-Ideen. Eine solche Idee war das Spielen des Fantasy-Rollenspiels "Das Schwarze Auge".

In meiner Studentenzeit habe ich DSA einige Male gespielt und habe auch noch etliches Material zu Hause. Ich habe jedoch keine Erfahrungen, wie und ob das bei heutigen Jugendlichen ankommt.

Kann mir jemand Tipps und Anregungen geben?

Kommentar von helias (25.01.08 18:23:28)

Also ich bin DSA-Fan und ich denke, es gibt schon einige, die sich für sowas interessiern... (ich kann immer mal wieder neue Leute anwerben für die Spielrunden... ich selbst spiele in 2 Gruppen bei mir in der Umgebung) wichtig ist aber, dass der Meister etwas Erfahrung hat und gerade bei den Anfangsabenteuern relativ flexibel. Auch die Atmosspähre trägt, finde ich zumindest, extrem zum Rollenspiel-Feeling bei (Kerzen, passende Musik, ...). Außerdem gibts spezielle Einsteigerabenteuer (z.B. Spielsteinkampagne, wird grade neu aufgelegt)...

Ich vermute mal es kommt auf die Gruppe an, ob ihnen Rollenspiel nicht zu kindisch erscheint und ob ihnen FantasyRPGs generell Spaß machen.... 

Kommentar von nest- (25.01.08 23:33:51)

Hallo!

Würde gerne mehr über DSA erfahren!

Kommentar von Maerlin (26.01.08 00:34:49)

Hallo Markus,

unter diesem Link findest Du ganz viel zu DSA und anderen Rollenspielsystemen.

DSA ist sozusagen die deutsche Spielart des in den USA entwickelten "Dungeons & Dragons", einem sog. "Pen-and Paper"-Rollenspiel.

Die Mitspieler sind Helden mit unterschiedlichen Fähigkeiten, was Stärke, Klugheit, Geschicklichkeit, Magiefähigkeit usw. angeht. Diese Fähigkeiten sind auf einem Heldendokument eingetragen. Ein Meister (= Spielleiter) erzählt den Mitspielern nun eine Geschichte, meist im Stil von "Herr der Ringe", in der sie selber als handelnde Personen mitspielen. An entscheidenden Stellen müssen die Mitspieler sagen, was sie nun tun: z.B. ob sie nun eine Tür öffnen, hiner der verdächtige Geräusche zu hören sind, oder ob sie lieber vorher anklopfen oder lieber weiter gehen. Der Meister erzählt dann, was als nächstes passiert.

Gekämpft wird auch, aber natürlich nicht in echt, sondern mit Würfeln in Form einer Probe auf die Fähigkeiten des Helden. Es gibt dazu viele Spezialwürfel, der häufigste ist der W20, d.h. er hat 20 Flächen und man kann damit 1 - 20 Punkte würfeln. Möchte ich als Spieler nun z.B. rausfinden, ob ich stärker bin als ein fieser Ork, könnte der Meister von mir eine Probe auf meine Stärke verlangen. Angenommen, meine Stärke hat den Wert 10, muss ich nun versuchen, mit dem W20 niedriger als 10 zu würfeln. Gelingt mir dies, ist meine Stärkeprobe gelungen.

Durch häufige gelungene Proben trainiere ich meine Fähigkeiten, und wenn mein Meister nett ist, schenkt er mir im weiteren Verlauf des Spiels vielleicht einen Punkt dazu, sodass mein Stärkewert 11 beträgt, was mir die nächste Probe darauf ja etwas erleichtert. So kann ein Spieler im Laufe der Zeit seinen Spielcharakter immer weiter verbessern und erweitern, was er dann auf seinem Heldendokument einträgt (daher Pen-and-Paper).

Soweit mal in aller Kürze. Die Regeln füllen ganze Bücher und können ganz schön komplex werden (wenn man das mag). Ich muss mich auch erst mal wieder einlesen.

Kommentar von araisch (27.01.08 20:23:20)

Ich glaube Shadowrun wird die Jugendlichen mehr begeistern. Zwar ist da die Komplexität gigantisch, aber kannst ja eine Art "Haussystem" also ein Regelwerk "Light" entwickeln.

Shadowrun spielt in der Zukunft, die Spieler sind quasi Söldner, die Aufträge erledigen und dafür Geld/Gegenstände bekommen. Die Mitspieler können sich hier zwischen Klassen wie z.B. Hacker, Kämpfer, PSI-Talent, Rigger (eine Art Mechaniker für Drohnen, Fahrzeuge etc) und Mischungen daraus entscheiden. Denke, dass diese Altersstufe eher auf Hightech und SciFi anspringt als auf Mittelalterfantasy :)

Ich versuche mich zur Zeit auch an einem Großgruppenspiel (100+ Teilnehmer) in diesem Genre.. ist sehr interessant, aber schwer umzusetzen. Denke als P&P ist das einfacher :) 

Kommentar von Snooc (22.12.11 12:14:20)

Ich habe vor kurzem bei einer 4-tägigen Gruppenfahrt auch den Versuch gewagt mal ein P&P Rollenspiel mit meinen Kindern zu spielen. Die sind allerdings erst 10-11 Jahre alt, weswegen ich Bedenken hatte ob das überhaupt funktioniert. Da ich selbst auch DSA spiele war das auch das System meiner Wahl, wobei ich die Regeln aufgrund des Alters der Kinder radikal vereinfacht habe. Hab für jedes Kind einen Helden vorbereitet (hier ist es wichtig die Kinder/Jugendlichen zu kennen um einschätzen zu können was für eine Art von Held sie wahrscheinlich bevorzugen) und dann an 3 Abenden jeweils ca 1,5 Stunden ein offizielles Einsteigerabenteuer (Begeisterter Neuanfang) gespielt. Problem war auch das die Gruppe mit 8 Kindern doch etwas groß für eine P&P Runde ist, es hat aber erstaunlich gut funktioniert die Kinder waren alle begeistert von dieser neuen Art des Spielens und die erste Frage nach dem Aufwachen war meistens "Spielen wir heute wieder DSA?"

Kann es also insgesamt nur empfehlen, egal ob Jugendliche oder Kinder, man muss es halt enstprechend dem Alter anpassen. Bei Interesse kann ich gerne meine vorbereiteten Materialien zur Verfügung stellen.

Shadowrun würde ich erst bei wirklich älteren Jugendlichen empfehlen, so ab 16 Jahren.




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