Frühaufstehergottesdienst im Advent: Thema: Brücke
von meinolfengel (21.01.08 11:37:49)[Erster Frühaufstehergottesdienst in der Reihe: Wir wandern auf Weihnachten zu]
Lied: Wir sagen euch an den lieben Advent
Begrüßung und Eröffnung
Pantomime
Szene 1: Darsteller kauern sich allein und einzeln verteilt im Raum nieder, deutlich sichtbar machend, dass man keinerlei Verbindung zu den anderen wünscht
Szene 2: Eine Person trägt mühsam eine Eimer mit Sand, eine zweite Person hinzu und hilft tragen
Szene 3: Zwischen zwei Darstellern liegt ein blaues Tuch; beide schlagen ganz langsam eine Brücke, indem sie sich über dem Tuch die Hände reichen
Einleitung
Viele Menschen wollen mit dem Advent etwas anfangen: Es soll nicht so laufen wie sonst, wenigstens in irgendeiner Weise möchte man sich auf Weihnachten vorbereiten. Sie sind heute Morgen zu diesem, ersten Frühaufstehergottesdienst in der Adventszeit gekommen. Der Jugendliturgiekreis möchte Sie einladen, mit uns zusammen auf Weihnachten zu zu wandern. Dabei werden wir verschiedene "Hindernisse" überwinden müssen. Heute z.B. führt uns unser Weg über eine Brücke.
Brücken sind heute nicht mehr aus der Landschaft weg zu denken. SIe verbinden räumlich Getrenntes wie z.B. Ufer und Berge. Aus diesem Grund ist die Brücke ein weit verbreitetes Symbol für die Verbindung und Vermittlung von Entgegengesetzem, von Vergangenem und Zukünftigem. Brücken bestehen aus den unterschiedlichsten Materialen und werden je nach Zweck als Fußstege, Straßen-, Eisenbahn-, Kanal- und Talbrücken bezeichnet.
Die ältesten Brücken über kleine Bäche und Flüsse waren wohl einfache Baumstämme. Noch heute findet man in Gebirgen kleine, einfache Holzbrücken über tiefe Schluchten und reißende Bäche.
Nach und nach wurden stabilere und sichere Brücken entwickelt. Dabei wurden außergewöhnliche lange oder hohe Brücken zu allen Zeiten als Wunderwerke menschlicher Schaffenskraft und Technik betrachtet. Eine Besonderheit aber bildeten immer schon bewegliches Brücken wie Zug-, Schwenk- oder Hebebrücken.
Bei vielen Völkern findet sich die Vorstellung von einer Brücke, die Himmel und Erde miteinander verbindet. Nach altgermanischer Überlieferung wird die Götterwelt mit der menschlichen Welt durch eine Brücke verbunden, die von der Erde als Regenbogen wahrgenommen wird. In Ansätzen ist diese Vorstellung auch in Jakobs Traum von der "Himmelleiter" zu entdecken.
Da Brücken für die Menschen wichtige Verbindungswege darstellen, wurden bzw. werden sie bis heute in Kriegen als strategische Maßnahme als erstes vernichtet.
Auf der anderen Seite ist die Brücke aber auch Symbol der Völkerverständigung, der Versöhnung und des Miteinanders geworden.
Lied: Das Licht einer Kerze
Erzählung (gefunden im Internet, Autorin: Anne Steinwart)
Geschiche vom Brückenbauer
"Du hast einen schönen Beruf", sagte das Kind zum alten Brückenbauer, "aber es muss schwer sein, Brücken zu bauen!"
"Wenn man es gelrnt hat, ist es leicht!", sagte der alte Brückenbauer. "Es ist leicht, Brücken aus Beton und Stahl zu bauen. Die anderen Brücken sind sehr viel schwieriger", sagte er, "die baue ich in meinen Träumen."
"Welche anderen Brücken?" fragte das Kind.
Der alte Brückenbauer sah das Kind nachdenklich an. Er wusste nicht, ob es verstehen würde. Dann sagte er: "Ich möchte eine Brücke bauen von der Gegenwart in die Zukunft. Ich möchte eine Brücke bauen von einem zum anderen Menschen, von der Dunkelheit in das Licht, von der Traurigkeit zur Freude. Ich möchte eine Brücke bauen von der Zeit in die Ewigkeit über alles Vergängliche hinweg."
Das Kind hatte aufmerksam zugehört. Es hatte nicht alles verstanden, spürte aber, dass der alte Brückenbauer traurig war. Weil es ihn wieder froh machen wollte, sagte das Kind: "Ich schenke dir meine Brücke."
Und das Kind malte für den Brückenbauer einen Regenbogen.
Lied: Herr, gib mir Mut zum Brücken bauen
Brückenbau
Unsere Welt braucht Brücken, wenn sie nicht auseinander fallen soll. Der alte Brückenbauer hat uns erzählt, von welchen Brücken er träumt. Er träumt von Brücken, die Bögen schlagen vom Dunkel zum Licht, vom Streit zur Versöhnung, von der Zeit zur Ewigkeit. Im Jugendliturgiekreis haben wir verschiedene Bausteine zusammengetragen, die uns notwendig erscheinen, damit eine Brücke entstehen und bestehen kann, um Menschen miteinander zu verbinden.
(Jugendliturgiekreis baut aus Schuhkartons eine Brücke. Auf den einzelnen Kartons stehen Schlagworte, die wir als Basis für eine Brücke zwischen Menschen betrachten: Verständnis, Liebe, Toleranz, Interesse, Vertrauen, Offenheit, Zeit, Verzeihen, Freundschaft usw.)
Lied (von CD): Bridge over troubled water
(Tipp: wir haben uns den deutschen Text gesucht und das Lied zweimal laufen lassen. Beim ersten Durchlauf haben wir den deutschen Text parallel gelesen!)
Überleitung zum Vater unser
Wir laden Sie nun ein, symbolisch Brücken zu schlagen. Es liegt an uns, ob die Brücke des Miteinanders auch unser Herz erreicht. Gott hilft uns dabei. Und er lädt uns ein, die Brücke zu ihm, täglich neu zu formen. Deshalb wollen wir nun gemeinsam beten...
VATER UNSER
Segen
Gott sei mir dir
beim Anbruch eines neuen Morgens,
dass du gespannt und erwartungsvoll dem entgegen blickst,
was dir dieser Tag abverlangt
und was er dir schenken wird.
Gott sei mit dir
in allem, was du tust,
dass deine Arbeit fruchtbar sei
und durch dein Wirken hindurch
etwas spürbar wird
von Gottes Frieden und Liebe.
Gott sei mit dir
in den Stunden deiner Muße,
dass du Ruhe und Frieden findest
in dir selbst
und dir neue Kräfte zuwachsen
für dein Tun.
Gott sei mit dir,
wenn die Nacht anbricht,
dass du dankbar zurückschauen kannst
auf die Last und die Lust
des vergangenen Tages
und gewiss sein kannst,
dass nichts vergeblich war.
Schlusslied: Tragt in die Welt nun ein Licht
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