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Ideenpool - Medizin & Erste Hilfe - Erste Hilfe auf Freizeiten, Lagern und in Gruppenstunden (EH-Wiki)

Allgemeine Hilfeleistung

von kleineanne (11.01.08 00:22:50)

ausführliche Beschreibung

Bei jedem Unfall gibt es bestimmte, immer wiederkehrende Hilfeleistungen. Sie dienen dazu, Handlungen zu koordinieren und mit einfachen Mitteln den Zustand des Verletzten zu verbessern. Viele Handlungen macht man wahrscheinlich automatisch oder sind selbstverständlich, aber hier einfach alles mal ausführlich zusammengefasst:

  1. Anschauen, ansprechen, anfassen
    Bevor man blindlings handelt, sollte man sich den Unfallort ansehen. Sind noch Gefahrenpotenziale zu beachten, z.B. Stromquellen, Maschendrahtzaun auf dem Gelände... Muss man den Unfallort eventuell absichern (Straßennähe, Waldwege, auf denen Autos entlangkommen könnten)?

    Bevor man die Person anfässt um ihr zu helfen, kann es sinnvoll sein, sie zuerst anzusprechen, um ihr die Angst zu nehmen und Nähe/Vertrauen herzustellen. Das ist aber situationsabhängig, je nachdem wie gut der Helfer und der Verletzte sich kennen.

  2. HELD (die kleine Merkhilfe)

    H = Hilfe rufen/Notruf

    Unterstützung ist immer gut und besonders in manchmal stressigen Situation. Deshalb kann es sinnvoll sein, einen zweiten Betreuer dazuzuholen, der einen mit Wissen und 2 zusätzlichen Händen unterstützt. Wenn es die Situation verlangt, muss auch der Notruf abgesetzt werden:

    112 wählen
    • WO ist der Unfall passiert? (genauer Ort, wenn nötig Etage, Geländegegebenheiten, sonstige mögliche Hindernisse)
    • WAS ist passiert? (Angabe, dass ein Kind betroffen ist, ist oft wichtig)
    • WIE VIELE Verletzte sind es? (meistens ist es ja nur einer, aber viel mehr Personen fasst ja ein Rettungswagen auch nicht)
    • WELCHE Verletzungen liegen vor? (je nachdem wird entschieden, ob ein Rettungswagen und zusätzlich ein Notarzt etc. geschickt wird)
    • WARTEN auf Rückfragen! (manchmal ist einiges schlecht angekommen, wegen evtl. schlechtem Empfang im Wald, evtl. sind noch zusätzliche Infos notwendig...)

    E = Ermutigen, trösten
    Es ist eine Tatsache, dass Trösten und gutes Zureden den Zustand eines Verletzten erheblich verbessert. Oft erfährt man im aktiven Gespräch auch noch den einen oder anderen Hinweis, der für die Hilfeleistung wichtig sein könnte (Übelkeit - giftige Beeren gegessen...). Man kann dem Kind erklären, was man tut (Ich verbinde dir jetzt den Arm. Dazu musst du ihn mal kurz anheben...) und so die Angst nehmen und vielleicht auch etwas ablenken. Es ist auch gut daran zu denken, das betroffene Kind evtl. ein bisschen abzuschirmen. Es fühlt sich sowieso unwohl und gaffende Kameraden, die vielleicht die Verletzung noch dramatisieren, verbessern die Atmosphäre nicht gerade.

    L = Lebenswichtige Funktionen kontrollieren
    Das klingt dramatischer als es ist. Eigentlich benhaltet dieser Punkt nur, dass das Kind während der Versorgung bis zum Eintreffen des Arztes unter Aufsicht sein soll, um sicherzustellen, dass es bei Bewusstsein bleibt, bzw. wenn es doch bewusstlos ist, dass die Atmung erhalten bleibt. Das L ist aber eigentlich nur bei schwerwiegenderen Verletzungen notwendig.

    D = Decke unterlegen, zudecken
    An kühlen Tagen (Herbst- oder Winterfreizeiten) oder bei bestimmten Verletzungen (auf dem kühlen Waldboden liegend wegen gebrochenem Bein, Schock...) kann es durchaus passieren, dass dem Verletzten kalt ist. Um zu vermeiden, dass der Körper auskühlt, sollte man den Betroffenen wärmen. Dazu muss man nicht immer eine Rettungs- oder Baumwolldecke parat haben, es reichen auch schon Jacken, Pullover,...

    WICHTIG! auch an warmen Tagen kann es sein, dass das Kind aufgrund von Schock friert. Daher sollte man auch dann wärmen, wenn es eigentlich unnötig erscheint.

Noch was: 

Es ist immer davon abzuraten, die Kinder selbst ins Krankenhaus zu fahren, da man ihnen als Fahrer nicht und sonst auch nur unter ungünstigeren Bedingungen als in der Wohnanlage helfen kann, wenn es ihnen unterwegs plötzlich schlechter geht. Und wenn man dann erst einen Rettungswagen ruft, hat man die gleiche Wartezeit, als wenn man es gleich getan hätte. Zum Teil kann das auch wirklich gefährlich werden! Als Laie kann man die Gefahren nicht abschätzen und das Kind evtl. in zusätzliche Gefahren bringen!

stichpunktartige Zusammenfassung

Anschauen der Situation
Ansprechen des Verletzten
Anfassen, um Hilfe zu leisten

H = Hilfe rufen, Notruf (112: Wo, was, wie viele Verletzte, welche Verletzungen, warten)
E = ermutigen, trösten
L = lebenswichtige Funktionen (Bewusstsein, Atmung) kontrollieren
D = Decke unterlegen, zudecken

nicht selbst ins Krankenhaus bringen

Praxisfälle:fast alle Zwischenfälle, die über ein kurzes Pflasterkleben hinausgehen


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