Frühaufstehergottesdienst im Advent: Thema: Berg
von meinolfengel (08.01.08 18:29:22)[Dies ist der dritte und letzte Gottesdienst unserer Reihe: Wir wandern auf Weihnachten zu]
Lied zu Beginn: Macht hoch die Tür
Begrüßung und Eröffnung
Einführung:
Auf unserer Wanderung auf Weihnachten zu, haben wir nun unser vorläufiges Ziel erreicht. Wir sind auf unserem Weg über eine Brücke gewandert, waren an gedanklichen Wegkreuzungen und haben uns in der Wüste verirrt. Heute nun sind wir symbolisch auf einen Berg geklettert. Wir können nun ein wenig spüren, was es heißt "oben" zu stehen. Es hat uns etwas Mühe gekostet, hier herauf zu gelangen, aber der Ausblick lohnt sich.
Das Symbol "Berg" ist - wie viele andere auch - ein spannendes Bild. In ihren gealtigen Ausmaßen verpsrren Berge den Blick, scheinen Felsmassen den Menschen zu erdrücken. Berge können so eine Bedrohung der Freiheit bedeuten.
Manche Berge galten früher als unüberwindlich. Solche Berge schienen ein Geheimnis zu hüten, wie etwa bis in unsere Tage hinein die Sage vom geheimnisvollen Yeti. In dieser Form ist der Berg ein Zeichen für Größe und Stärke. Dieses Zeichen führt dem Menschen vor Augen, wie klein und winzig er ist. Auf der anderen Seite stellen Berge für viele Menschen eine Herausforderung da. Den Gipfel eines Berges zu bezwingen ist für viele das schönste Erlebnis, das sie sich vorstellen können. Beim Erreichen des Gipfels überkommt einen dann dieses Wahnsinnsgefühl, etwas Großes geleistet zu haben.
Berge sind aber auch die Orte, die die Verbindung zwischen Himmel und Erde bilden. Bereits in der Bibel werden Berge als Orte der Gottesbegegnung beschrieben:
- Im AT will Abraham seinen Sohn Isaak auf dem Berg opfern und begegnet Gott.
- Mose steigt auf den Berg und empfängt die Zehn Gebote.
- Elija begegnet Gott auf dem Berg.
- Auf dem Berg Zion wird der Tempel Salomos errichtet.
- Im NT führt der Teufel Jesus auf einen Berg.
- Jesus zieht sich auf einen Berg zurück, um allein zu sein.
- Jesus predigt vom Berg aus. Auf dem Berg wird er verklärt und auf einem Berg stirbt er.
- Vor seiner Himmelfahrt sendet er die Jünger von einem Berg aus in die Welt.
Lied: Das Licht einer Kerze
Gespräch zwischen Bergschuhen
- Ich war bestimmt schon dreimal in den Alpen, bin durch die Eifel gewandert und in den Anden herumgeklettert.
- Ich bin durch die Einsamkeit der Wüste Afrikas gezogen, habe in Staub und Sand schweren Durst gelitten, bis ich auf eine Gruppe Normaden traf.
- Ich bin unzählige male durch Afrika gewandert und sah mich mit Krankheiten konfrontiert, die zu therapieren so einfach wären, hätte man nur genügend Geld.
- Ich habe auf meinen Wanderungen unzählige Feste besucht und die Freude der Menschen erfahren.
- Ich habe einen Traum, dass eines Tages jedes Tal erhöht und jeder Hügel und Berg erniedrigt wird. Die rauen Orte werden geglättet und die unebenen Orte begradigt. Mit diesem Traum werde ich fähig sein, aus dem Berg der Verzweiflung einen Stein der Hoffnung zu hauen.
- Jesus predigte auf einem Berg:
- Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.
- Selig, die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
- Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.
- Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigketi, denn sie werden satt werden.
- Selig, die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.
- Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.
- Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.
- Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.
- Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt werdet und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. - Ich bin an so vielen Gräbern vorbei gezogen und habe die Trauer der Hinterbliebenen gespürt.
- Ich bin an den Füßen von Soldaten durch viele Kriegsgebiete gewandert und habe die Zerstörung, Verwundung und den Tod durch die Waffen der Menschen erfahren.
- Auf meinen Wanderungen habe ich viele Menschen getroffen und wir sind gemeinsam ein Stück des Weges gewandert.
- Ich bin durch die Elendsviertel von Latein-Amerika gezogen und habe den Hunger und die Not der armen Bevölkerung gesehen.
- Ich bin durch viele fremde Länder gewandert und habe mich oft einsam und verlassen gefühlt, weil ich die Sprachen der Menschen nicht verstand.
- Ich bin schon so viel umhergezogen, doch das schönste ist immer nach Hause zu kommen und erwartet zu werden.
Lied: Jetzt ist die Zeit
Meditation
Wir laden Sie nun zu einer kleinen Phantasiereise ein. Setzen Sie sich bitte möglichst bequem hin:
In der Mitte sehen wir Bergschuhe und Rucksack -
die Ausrüstung zur Wanderung auf einen hohen Berg.
Wir sitzen ganz entspannt und schließen die Augen.
Im traum wollen wir nun miteinander einen Berg besteigen.
Wir stehen am Fuße des Berges.
Wir schauen hinauf,
dort oben glänz der Gipfel in der Sonne.
Zwischen Bäumen und Felsen schlängelt sich ein schmaler Pfad hinauf.
Wir gehen los und beginnen den Aufstieg.
Der Gipfel entschwindet unseren Blicken.
Nur die allmähliche Steigung des Pfades sagt uns:
Wir nähern uns dem Gipfel, Schritt für Schritt.
Wir gehen langsam und stetig.
Wir achten auf den Rhythmus unseres Atems.
Wir kommen an die Baumgrenze.
Bisher gaben uns die Bäume Schutz.
Jetzt sind wir der Sonne ausgesetzt.
Der Aufstieg wird steiler und mühsamer.
Wir können den Gipfel noch nicht sehen.
Es bleibt nur die Hoffnung:
er ist da.
Die Hoffnung gibt Kraft zum Weitergehen.
Außer Atem kommen wir auf eine Felsenplatte.
Jetzt können wir den Gipfel mit seinem Gipfelkreuz erkennen.
Wie nah er ist!
Froh über diesen Anblick nehmen wir das letzte Stück des Weges in Angriff.
Dann haben wir es geschafft.
Die Weite, der Überblick, die Grenzenlosigkeit -
all das wird uns hier oben geschenkt.
Wir lassen uns im Gras nieder.
Wir legen uns entspannt in die Sonne.
- - - STILLE!!!!
Wir machen uns langsam bereit für den Abstieg.
Wir genießen noch einmal den Ausblick
und gehen nun langsam den Berg wieder hinab.
Wer am Ausgangspunkt angekommen ist, öffnet die Augen und kommt langsam zurück in die Wirklichkeit.
STILLE
Vater unser
Segen
Gott zeige euch den roten Faden durch das Labyrinth des Lebens.
Gott gebe euch den Instinkt für gute Freundschaften.
Gott lasse euch Rosen mit Dornen sein, die schön sind, aber sich zu wehren wissen!
Gott lasse euch Bäume sein, die aus den Schwierigkeiten des Alltags zu den Höhen des Glücks aufsteigen.
Gott segne euch alle.
Und so segne euch der dreieinige Gott, der Vater, der Sohn und der hl. Geist. Amen
Dialog:
Karolin steht am Rande und winkt wie wild in Richtung "Himmel".
Konstanze tritt zu ihr hin und sagt:
"Sag mal, was machst du denn da die ganze Zeit. Wir sind doch hier auf den Berg gestiegen, um zur Ruhe zu kommen und du zappelst hier die nur rum."
Karolin: "Ich zappel hier doch gar nicht herum!" Hast du denn noch nicht gemerkt: wir sind hier auf einem Berg. Nur wenige Meter über uns ist der Himmel und dadurch ist Gott ganz nahe!"
Konstanze: "Du brauchst nicht so wild zu winken, Karolin. Du bist jetzt nicht näher bei Gott als unten im Tal. Gott hat keine Wohnung im Himmel, zu der du hoch winken kannst. Er wohnt bei den Menschen und gerade zu Weihnachten ist er uns besonders nahe."
Karolin: "Wieso? Das verstehe ich jetzt aber nicht! Ist Gott denn wirklich nur Weihnachten ganz nahe bei uns?"
Schlusslied:Selig seid ihr
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]3511[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a3511-Fruehaufstehergottesdienst-im-Advent-Thema-Berg.html

















