Frage zum Verhalten von älterem Leiter
von tim88 (22.10.07 15:36:00)Hallo alle miteinander, ich hätte mal eine Frage.
Es geht um die Strafe weil ein junge seinen Hamburger nicht mehr essen wollte...
Nun die Vorgeschichte:
Wir fahren jedes Jahr in ein Zeltlager mit unserer Messdienergruppe. Am letzten Abend gibt es bei uns eine Party, wo es dann selbst gemachte Hamburger gibt. Jeder darf so viele essen wie er kann, aber das was man sich holt muss gegessen werden.
Nun hat ein Junge sich wohl überschätzt und hat seinen 5.nicht mehr vollständig verzehren können/wollen. Und dann meinte einer unserer Älteren Leiter (er ist 32 Jahre alt/jung) er müsste den Jungen vor allen anderen Teilnehmern zwingen diesen zu essen.
Ich von meiner Seite aus unterstütze diese Haltung nicht, nur etwas dagegen zu sagen brachte nichts. Der Junge hat dann eine halbe Stunde heulend am Tisch gesessen und ihn dann am Ende doch irgendwie noch gegessen.
Was mich als Leiter beeindruckt hat, ist das Kinder die mit dem Jungen wenig Kontakt haben und ihn nicht besonders gut leiden können sich für diesen eingesetzt haben, indem Sie behaupteten das dies nicht mehr Bestrafung, sondern Folter und Mobbing wäre, und ob er selber so behandelt werden möchte.
Der Leiter lies sich jedoch nicht beeindrucken, erst als der Junge aufgegessen hatte durfte er in sein Zelt gehen und dort den größten Teil des Abends verbringen. Auch auf mein drängen hin würde der Junge weder vom leeren des Tellers befreit, noch durfte er nachdem er dann alles gegessen hatte wieder draußen spielen.
Ich möchte nun gerne von euch wissen wie Ihr euch verhalten hättet und was ihr in der Situation gemacht hättet.
Gruß Tim
Ich frage mich, warum ihr diese Regel eingeführt habt? Und wenn Kinder Probleme damit haben, warum ihr diesen Hamburger-Abend noch macht?
Ich gehe mal davon aus, dass es sich hier um jüngere Kinder (um die zehn Jahre) handelt. Essen wird bei uns meist ausgegeben und bei teilbaren Sachen eben auch kleinere Portionen. So wäre es bei euch auch denkbar, nach einer bestimmten Zeit nur nochmals halbierte Hamburgerbrötchen und Fleisch in der Auslage zu haben.
Ein Kind zu etwas zu zwingen, ist meistens falsch. Meist gibt es gute Gründe, warum dies das Kind nicht machen möchte. Hier ist der Grund sogar offentsichtlich: Satt! Aus Ernährungssicht ist es einer der größten Unsitten zu sagen, dass man aufessen muss. Und in diesem speziellen Fall bin ich sogar am Überlegen, ob das nicht eine Straftat ist. Essentsentzug ist eine und Zwang zum Essen in diesem Fall (bei keinem Kind mit Unter- bzw. Mangelernährung) garantiert auch.
Aber spätestens in dem Augenblick, wo das Kind anfängt zu heulen und deswegen nicht mehr draußen spielen darf, muss ich euch ganz ehrlich sagen: Das ist Freiheitsberaubung und bei euch sind elementare Mängel in der Ausbildung (und ev. Auswahl) eurer Leiter vorhanden.
Um zu deiner eigentlichen Frage aber zurükzukehren:
Bei dem Geschehen an sich, hätte ich den Leiter darauf hingeweisen, was er glaubt, damit erreichen zu wollen und vor allem ob er als Kind immer alles aufgegessen hat und ob er auch so behandelt werden möchte. Aber spätestens beim Heulen des Kindes hätte ich ihm klar gesagt, dass dies etwas weit geht und er dieses Verhalten so nicht mehr pädagogisch begründen kann. Das Stichwort Mobbing hätte ich dabei auch benutzt.
Aber viel wichtiger sehe ich an, es zu solchen Situationen in Zukunft gar nicht mehr kommen zu lassen:
- Klare Absprachen auf dem Planlager, ob diese Aufess-Regel beibehalten sein soll
- Wenn ja, wie geht man mit Kids vor, die dagegen verstoßen und bis zu welchen Grad betreibt man dies (wenn man zuviel isst, isst man nämlich dann auch wieder rückwärts)
- Wenn nein, wie kann man erreichen, dass alles aufgegessen wird (Essensausgabe angepasst an das jeweilige Kind, kleiner Nachschläge, etc.)
Ja es handelt sich um jüngere Teilnehmer. Bei uns wird Essen auch meist ausgegeben nur eben am letzten Abend nicht. Das ist nun mal bestandteil bei uns. Da kann man als jüngerer Leiter nichts dran änder. Die Idee mit den Hamburgern später einzureichen wurde Vorgeschlagen jedoch als nicht Sinnvol von den "alten" empfunden.
Das dies nicht gut war von unserm Leiter, der um einiges Öfter schon weggefahren ist, dachte ich mir bereits, aber alle Versuche ihn davon zu überzeugen schlugen fehl.
Werde diese Vorschläge nochmals beim Treffen vom Lager anbringen und wenn nicht muss man eben mit anderen Konsequenzen weiter machen, damit der Leiter dieses Verhalten ändert. Doch diese ist in vielen Punkten so, da wir jüngeren diverse Seminare mitgemacht haben und somit auch für ein paar Neuerungen wären, da nach 8 Jahren immer das selbe Schema den anderen -jüngeren- Leitern als auch den Kindern keinen Spaß mehr macht.
Nur wie überzeuge ich 5 Altleiter die sich kaum etwas sagen lassen?
Als Leiter hat man Rechte und Pflichten. unter anderem das Recht sinnvolle Regeln aufzustellen und die Sorgfaltspflicht. Wobei ich bezweifle, dass die Regel sinnvoll war; aber ich denke darin sind wir uns einig.
Ich kann dir nachempfinden. Ich glaube nicht, dass du alleine gegen 5 Altleiter ankommst. Hast du irgend eine Person, die dir helfen kann (z.B: Jugendarbeiter,...)?
Meiner Erfahrung nach reagieren andere "Altleiter" recht schnell aggressiv, wenn man sie kritisiert und blocken das Gespräch ab.
Ich würde diesen speziellen Vorfall mal auf der Seite liegen lassen: Wichtiger finde ich, dass ihr andere Neuerungen durchsetzt.
Überlege dir gut, was du ändern wolltest, sprich dich mit deinen Mitleitern ab und sucht gute Argumente dafür. Versucht dies anschliessend vor dem nächsten Lager/Freizeit diese durchzusetzten. Am einfachsten ist es, wenn du dir zum Vorneherein alle Argumente deiner "Gegner" überlegst und Gegenargumente dazu vorbereitest und natürlich, ist es auch gut, wenn du nicht ganz alleine dastehst, sondern noch einige deiner Mitleiter überzeugen kannst.
Gibt es bei euch einen "Chef"? Vielleicht ist es sinnvoll, wenn du zuvor mit diesem unter zwei Augen sprichst. Wenn dieser gut ausgebildet ist, sollte er wissen, dass er auch Meinungen von Minderheiten in seinem Thema akzeptieren und eventuell sogar vor dem Team vertreten können sollte.
Viel Glück
Die Sache mit dem Chef existiert schon so ein bisschen, mit dem kann man auch gut reden, aber Taten folgen keine. Aber das mit den Argumenten haben wir uns schon vorgenommen. Die Ausbildung der ältern ist nicht mehr so gut. Aber wenn wir mit 5 "Jungleitern" eine Neuerung planen und durchführen kann es gehen, hoffe ich zumindest. Habt ihr auch des Öftern solche Probleme?
Das diese Aktion natürlich nicht Sinnvol war ist denke ich allen die das gelesen haben bewusst. Aber ich denke das dies nicht mehr vorkommt, wenn dann wird man wohl härter gegen den Leiter der solche Aktionen macht vorgehen müssen.
Danke für eure Infos...ist doch Hilfreich und aufbauend
Da scheint wesentlich mehr im Argen zu sein. Aber gewisse Lösungsvorschläge wurden ja schon gemacht.
Zu der Situation mit dem aufgezwungenen "alles aufessen" möchte ich noch folgendes bemerken:
Was hat den "alten" Leiter dazu veranlasst die Situation eskalieren zu lassen. Ist dies bewusst geschehen oder ist sein Temperament mit ihm durchgegangen.
Ist ersteres der Fall, kann es sein, dass der "alte" Leiter eigentlich eine Machtprobe mit euch jungen Leitern veranstalten wollte. Ein solches Unterfangen vor den versammelten Kindern und zu Lasten eines Kindes wäre einfach nur ... (ich finde hier leider nicht die passenden Worte um das Negative nicht verletztend zu schreiben).
Wie haben sich die anderen älteren Leiter während und nach der Situation verhalten?
Sollte das Temperament einfach mit dem Leiter durchgegangen sein, wäre es an einem der anderen älteren Leiter gewesen die Situation diplomatisch zu bereinigen.
Ich würde euch vorschlagen, euch bei der Diskussion die ihr führen wollt einen von beiden Seiten anerkannten und neutralen Diskussionsleiter zu Rate zu ziehen.
Alles Gute.
In Bezug auf die rechtliche Sicht (Querverweis zu Christians Beitrag) : Über Dinge wie Nahrungsaufnahme / Aufsuchen von Toilettenräumen zu entscheiden (bzw. diese zu verwehren/zu erzwingen) sind soweit ich weiß Körperverletzung. Ob dies im vorliegenden Fall im jeweiligen Augenblick bewusst wird, ist eine andere Sache.
Dass das Verhalten des 32-jährigen Leiters nicht in Ordnung war, darüber sind wir uns alle einig (sowohl mit als auch ohne Bewusstsein der rechtlichen Sicht). Ich nehme jetzt mal an, dass der Lagerleiter (halt der "Verantwortliche") nicht der o.g. "Altleiter" ist. In diesem Fall müssen sich die Leiter, denen die Situation auffällt sofort beim Verantwortlichen melden, der die Aktion unterbindet. Sollte der 32-jährige nicht einlenken, muss er von der Leitung an der weiteren Teilnahme ausgeschlossen werden (unabhängig davon, wie lange die Freizeit noch dauert). Diese Situation hab ich in deutlich abgeschwächter Form ähnlich erlebt. Alle waren sich einig, dass da was schief läuft, aber außer mir hat keiner mit betroffenen Leitern gesprochen.
Im -deutlich schwierigeren- Fall, in dem der Leiter, der das Kind zum Essen zwingt, die Hauptverantwortung trägt, müssen die restlichen Leiter sich zusammentun. Sie müssen dies irgendwie verhindern (schon allein um dem Kind das Gefühl zu geben, dass es nicht ganz alleine ist und alle auf der Seite des einen Leiters stehen). Im schlimmsten Fall würde ich als "Neuleiter" meine Sachen packen und gehen. Ob das die richtige Alternative ist, sei jetzt mal dahingestellt, aber es setzt gegenüber dem 32-jährigen ein Zeichen.
Anmerkung: Der gesamte Kommentar ist meine persönliche Meinung und kein "so muss es gemacht werden!".
Was den Altleiter dazu veranlasst hat kann ich nicht sagen, aber ich denke nicht das es eine Probe war, denn gesagt haben wir etwas. Mehrmals. Also schließe ich dies aus, vielleicht war es einfach nur eine Aktion seine "Macht" zu zeigen. Die anderen Älteren haben sich dezent zurück gehalten, bzw. gesagt, das der junge dies selber Schuld sei.
Einen Lagerleiter haben wir nicht. Es ist ja ein Team, aber ohne Teamsprecher oder so etwas in der Art. Von daher gestaltet sich so etwas schwierig, werde aber beim nächsten Treffen nochmals meine Meinung äußern, das dies ein großes Fehlverhalten war.
Das mit dem gehen habe ich auch mal angemerkt, aber das schien egal zu sein. Dabei haben wir einen Mangel an Betreuern,wg. Schwanger, Hausbau usw., aber es hat nichts gebracht.
Werde mal an einem Konzept überlegen wie man dies am Besten verständlich machen kann, das es so nicht geht.
ich wollte mal anmerken, dass ich es gut finde, dass du nicht den "mantel des Schweigens" über die sache breitest wie die anderen das machen!! dazu gehört mut und eine menge selbstbewusstsein, sich letztendlich dann nochmal hinzustellen und in einer Teamsitzung das ganze nochmals anzusprechen!!
ich glaube ich kann mir sparen, zu sagen wie ich die sachen mit dem "Essenszwang" finde^^ aber in eurer gemeinde muss es doch jemanden geben der hauptverantwortlich für euch ministranten ist! mit dem würd ich an deiner stelle reden und auch seine meinung und hilfe einholen!!
ich glaube aber auch, dass ihr prinzipiell probleme in eurer oberminirunde habt!! das hatten wir auch, jetzt sind die drei ältesten gegangen und alles klappt super^^ was mir aber aufgefallen ist, ist dass der "altleiter" "schon" 32 ist!! bei uns waren/sind die ältesten Leitungsteamer 20 (oder 21?)! das alter soll jetzt natürlich nicht automatisch was schlimmes bedeuten, aber ist es bei einem so autoritärem Leitungsstil dann nich besser ihn "dezent" darauf aufmerksam zu machen das es zeit für einen wechsel oder eine verabschiedung wäre?!?!
wie es auch ausgeht, ich wünsche dir viel glück und wie gesagt habe ich großen respekt vor deinem mut!!!!
lg!!
Julia
Ich glaube, ein weiterer Kommentar zum Verhalten des Leiters ist nicht nötig- ich finde es voll daneben!
Bei uns ist es auch so, dass wir viele ältere Leiter haben (oder vielleicht eher hatten, die haben jetzt fast alle aufgehört), und ich kam als neue Leiterin dazu, und fand so ziemlich alles, was die gemacht haben, langweilig oder öde oder ... Auf alle Fälle wollte ich anders weitermachen. Es ist aber in der Tat nicht leicht, als Jungleiterin gegen altbekannte (und vielleicht auch altbewährte?) Methoden und Ideen vorzugehen. Da verstehe ich dich voll!! Was ich gemacht habe, wenn es um allgemeinere Dinge geht (jetzt auch nicht so ein krasser Fall wie deiner), ist folgendes: Ich habe nicht gesagt: "Ich finde das nicht gut, was du machst,", sondern "Ich würde eher...." oder "Man könnte doch auch..." oder "Was hältst du von....". Dadurch fühlen sich die Altleiter nicht einfach nur kritisiert, sondern sie haben eher das Gefühl, dass jemand mitdenkt. Ich selber reagiere auf so was auch nicht gereizt, was ich aber vielleicht eher tun würde, wenn jemand Neues kommt, und einfach immer sagt "nee, du, so nicht." oder so, ohne dass er wirklich weiss, weshalb wir etwas so und so machen.
Das hier ist jetzt kein Vorschlag für Extremsituationen, sondern nur für allgemeinere, womit du - wie oben angetönt - auch etwas Probleme hast. Ich bin damit ziemlich gut durchgekommen. Was ebenfalls gut hilft, sind vollkommen neue Ideen und Krativität, d.h: Bring neue Vorschläge, die noch nie da waren, oder schon ewig nicht mehr, engagier dich und zeig damit, dass du wirklich motiviert bist, und nicht nur alles schlechtreden willst, was vorher schon bestand.
Im Fall der von dir geschilderten Situation hätte ich es öffentlich und vor allen Kindern hemmungslos auf einen Krach mit dem Altleiter ankommen lassen. Ich hätte das Kind weggeschickt (so im Stil "für das nächste Mal weisst du es jetzt") und den Hamburger entweder gegessen oder weggeschmissen oder... Ich finde, wenn es so weit kommt, dass das Kind heult und auch die anderen Kinder das Kind in Schutz nehmen, und nicht mehr alle Leiter hinter der Sache stehen, und das nur in einer Situation, in der das "Erzwungene" nicht wirklich nötig ist, dann ist der Leiter wirklich zu weit gegangen.
Wenn es um ein Gebot der Sicherheit wegen ginge oder oder oder, dann kann man da nochmal neu drüber diskutieren. Da darf man glaube ich hart bleiben, auch wenn die Kinder heulen oder so. (Z.B. Sie dürfen nicht in den See, weil sie nicht schwimmen können. Oder sie dürfen auf den Hike ihre Colaflaschen nicht mitnehmen, weil das vorher gesagt war, und der Hike sonst nicht zu schaffen ist mit viel Gepäck, und weil Cola sowieso ungesund ist...) Hier können die Verbote oder Strafen begründet werden. Das finde ich äusserst wichtig, und dass man das auch den Kindern klar macht: "Mach das so und so", oder "du darfst das nicht, WEIL..." Dann sehen sie es auch viel eher ein und meckern nicht so rum.
Was ich auch total überzogen finde, ist, dass der Junge in deiner Situation nicht mehr raus durfte abends. Das Hamburger-Aufessen ist ja schon schlimm genug, aber ihn dann noch zusätzlich zu bestrafen, finde ich eine Sauerei. Er war ja wohl schon genug bestraft. Ich würde das auch an einer Sitzung oder so dem Altleiter direkt so ins Gesicht sagen, aber einfach nur, wenn noch andere Leiter dabei sind, die nicht nur hinter diesem stehen, weil du sonst eh keine Chance hast. Der sagt dann einfach "Das war so ausgemacht, dass er aufessen muss" und fertig.
Das hier ist meine eigene Meinung und nicht allgemeingültig, sondern das, wie ich reagiert hätte. Ich denke, es kommt immer auf die Personen und Situation drauf an, und als Aussenstehender ist es leicht, einfach mal einen guten Rat zu geben, aber diesen nicht umsetzen zu müssen. Trotzdem wünsche ich dir viel Mut und Erfolg!
Liebe Grüsse Monnica
Ich kann mich nur Monnica anschließen. Das wichtigste für Kinder und Teilnehmer ist, daß Regeln sinnvoll, nachvollziehbar und konsequent sind. Konsequent war die Reaktion des Älteren bestimmt, aber sinnvoll bestimmt nicht. ich glaube es gibt in vielen Freizeiten immer noch Traditionen, die aus anderen zeiten sich herübergerettet haben, die vor allem Ältere Gruleis immer noch Cool finden, die aber aus pädagogischer Sicht spätestens heute keinen Sinn mehr ergeben. Ich glaube es ist schwierig solche Themen vorab zu erkennen und anzusprechen, insofern wäre in dieser Situation wirklich nur die Lösung gewesen entweder klar Stellung zu beziehen und zu versuchen ein paar andere Gruleis einzubeziehen und Deine "richtige" handlungsweise durchzusetzen, oder den Älteren mal zur Seite zu nehmen und mit ihm zu reden, so daß er sein Gesicht nicht verliert vor den Teilnehmern. Natürlich ist das alles leicht gesagt und ich verstehe wie schwierig es ist die Autorität der Älteren in Frage zu stellen.
Ich bin slebst der Zeltlagerpapa, aber ich glaube bei uns bin ich oft derjenige, der Misstände anprangert, da ich merke, daß viele Gruleis aus Eigennutz, Unachtsamkeit oder Unwissenheit über mögliche Konsequenzen ihres Handelns sich falsch verhalten. Wichtig ist und bleibt sofort zu reagieren, aber so daß keiner sein Gesicht verliert, denn das Gruleiteam sollte vor den Teilnehmern natürlich möglichst einheitlich auftreten und nicht in Frage gestellt werden können von Teilnehmern.
Du klingst nach einer frischen jungen Generation von Gruleis und laß Dich deswegen nicht von den Älteren "versauen", sonder gehe Deinen Weg, zur Not auch woanders oder in eigenen Aktionen, Freizeiten, wenn es gar nicht anders ginge!
Thomas
Ich würde es noch interessant finden, was passiert wäre, wenn ein anderes Kind oder ein Leiter für das Kind den Hamburger gegessen hätte. Wie hätte der Leiter wohl reagiert?
Ein ganz wichtiger Punkt hat Monnica angesprochen: Sinnvolle Regeln, die man begründen kann.
Ein Variante für das Aufstellen der Regeln liegt auch vor, wenn die Kinder selber die Regeln aufstellen dürfen. Also ihr macht Gruppen und ihr gebt dir Themen zu welchen ihr Regeln haben wollt vor. (Natürlich ist in jeder Gruppe ein leiter dabei, der die Regeln nach euren Vorstellungen falls nötig steuert. Doch dann haben die Kinder den Eindruck
, sie hätten die Regeln selber aufgestellt und ahlten sich auch besser daran.
Ach, wir sind vom ursprünglichen Thema abgekommen...
Eure Ídeen sind gut...
Auf die Idee mit dem aufessen durch eine andere Person wurde vermiden, indem die Kinder auf Abstand gehalten wurden. Wir treffen uns demnächst, werde euch dann berichten wie es war. Hoffe ich erreiche was.
Ich drücke dir die Daumen!
Die Idee mit den Regeln selbst machen finde ich gut. Das haben wir in einem Vorbereitungswochenende auch getan und siehe da es gab einige Regeln, die eher eingehalten wurden, als wenn nur ich sie gesagt hätte oder ein Lagerleiter alleine. Man konnte jedes Mal darauf verweisen, daß das ja unsere Regeln sind, die wir uns slebst auferlegt hatten.
Viel Glück und Standvermögen, Tim!
Thomas
Habe so eine Situation in einer meiner ersten Freizeiten auch erlebt. Da zwangen zwei Leiter ein paar Kinder mit der Zahnbürste nen Tisch sauber zu machen. Gut sie hatten ihn auch dreckig gemacht, aber über die Konsquenz müssen wir nicht weiter reden...
Ich war jung, unerfahren und in der Hierarchie ganz unten. Habe bisher nur Freizeiten ohne Hierarchie erlebt, bei denen das Team wirklich dick befreundet war. Es gibt sie meistens, nur ist sie weniger offensichtlich. Spätestens in Extremsituationen bricht sie aber durch.
In dem konkreten Fall habe ich also meinen Mund gehalten. Ich wusste ganz genau wie falsch die Teamer gehandelt hatten, aber als junger Betreuer geht man nicht hin und tritt den Älteren auf die Füsse. Es ist verdammt schwer das zu tun und dies einem jungen Betreuer zu raten, halte ich auch für falsch. Es ist - meiner Erfahrung nach- faktisch unmöglich so aufzutreten. Dazu muss man gut gefestigt sein...
Zurück zur Situation: nach der Freizeizeit habe ich einen Brief an das gesamte Team geschrieben. Da ich ein Typ bin, bei dem nur gute Freunde merken ob es mir gut oder schlecht geht, sind die Leute natürlich erstmal aus allen Wolken gefallen. Auf der Freizeit habe ich ja nie etwas gesagt dazu. Sicher, war mein Fehler - ich hatte keinen Mut mich alleine gegen die Älteren zu stellen. Auf dem Auswertungswochenende (war ein jährlicher Lehrgang bei uns) in einer vertraulichen Runde, habe ich meine Geschichte - ohne Namen zu nennen - erzählt und habe daraus sehr viel mitgenommen.
Wenn ich dir einen Tipp fürs nächste Mal geben darf: niemals einen Älteren vor dem Team oder gar den Kindern blossstellen bzw. so harsch angehen. Du hast, selbst als Unerfahrener, andere Möglichkeiten. Mal von dem Streit ganz abgesehen der dadruch mit hoher Wahrscheinlichkeit ausbrechen wird.
Ziehe den älteren Betreuer aus der Situation heraus und beharre darauf bis er mit dir vor die Tür oder in ein anderes Zimmer geht. Mach deutlich wie du dich dabei fühlst und setz dein "Jüngling-Veto" (ich nenn's einfach mal so) ein: "Hans, ich find das nicht gut. Lass den Jungen gehen. Weißt du wie oft mir das selbst passiert? Und wer hat eigentlich das letzte Stück seiner Pizza beim letzten Teamtreffen liegen lassen? Das warst doch du..." oder "Mir gehts dabei echt richtig schlecht. Komm lass es gut sein - ich sorg dafür, dass es nicht mehr vorkommt. Lass mich das machen, ok? Ich schaff das."
Du weißt was ich meine. Gehst du auf diese Schiene, hast du selbst als junger Betreuer eine gute Chance das richtige durchzubekommen. Anders riskierst du einen Streit und je nach Team, kann sich die Freizeit für dich zum Horrortrip werden. Sicher bist du auf der richtigen Seite, aber die radikalste Methode ist nicht immer die beste. Nur wenn alle Stricke reißen, sollest du direkt die Leute angreifen. Diplomatie ist wichtig, gerade für die Jüngeren.
Es gelten aber immer die Grundregeln:
Streitigkeiten im Team werden NIE vor den Kindern geklärt - es sei denn es gibt keine andere Möglichkeit. In deinem konkreten Fall, gab es die aber meiner Meinung nach schon.
Der Betreuer der die Strafe ausgesprochen hat, nimmt sie auch wieder zurück. Die Kinder sind nicht blöd, die merken natürlich wenn du mit jemandem vor die Tür gehst und danach den Jungen laufen lässt. Damit untergräbst du die Authorität des anderen Teamers. Auch nur in Notfällen sollest du Strafen aufheben die ein anderer ausgesprochen hat.
Soweit meine Erfahrungen. Hoffe es hilft etwas :)
Hakko alle mieinander, hatten unser Treffen, es lief naja sagen wir so lala. Auf der einen Seite gaben Sie mir Recht, aber fanden Ihre Bestrafung doch angemessen. Ich habe daraufhin gesagt, das ich es nicht so machen werden und man über so etwas reden sollte und dann eine andere, wenn überhaupt Bestrafung eifallen lassen.
Aber das dies ein wenig übertrieben war hat der eine Leiter dann doch eingesehen. Das nächste mal wird es besser sagte er. Ich denke das ist ein Anfang das auch die "Jung"Leiter etwas zu melden haben und auch nicht nur schlechte Ideen haben.
Das hört sich doch gar nicht soo übel an! Ich finde es super, dass sie deine Meinung wenigstens schon mal diskutiert haben und eingesehen haben, dass da wohl doch etwas falsch war. Mach weiter so und lass dich nicht überfahren :-)
Wenn man bedenkt, wie schwer es einem selbst oft fällt, Fehler einzugestehen, so muß man das Verhalten desjenigen vor der Gruppe auch so "honorieren" oder einordnen. Es scheint, als ob er das wirklich eingesehen hat, und das ist der richtige Anfang. Hoffe das ermutigt auch andere bei Euch im Team, sich das ein oder andere Mal etwas kritischer an Themen und Meinungen heranzuwagen, die vermeintlich von den Älteren diktiert werden.
Zur Alles-Aufessen-Regel:
Meiner Meinung nach ist die Regel, dass Kinder ihr Essen erstmal aufessen sollen, oder sich nur soviel nehmen sollen wie sie essen können eigentlich nicht schecht, allein um den Teilis zu erklären, dass es Unsinn ist sich Essen zu nehmen, nur damit man es am Ende in den Müll schmeißt.
Allerdings empfinde ich es, ein Kind solange zu bedrängen aufzuessen bis es heult als absolut geschmacklos. Es hätte sicherlich gereicht das Kind aufzufordern aufzuessen und eben an die Regel zu erinnern. Was auf jeden Fall noch sinnvoll gewesen wäre, wenn das Kind seinen Rest dann auch selber entsorgt (Essensreste sind immer eine Sauerei beim Abwaschen)
Zur Kritik an älteren Leitern:
Lebt die Jugendarbeit nicht auch ein bisschen davon, dass man als Leiter und Mitarbeiter immer wieder dazulernt, oder dass man auch mal Kritik annimmt? Bei solchen Leitern frage ich mich, wo man so einen Charakter erwirbt, dass man seine eigenen Fehler nicht mehr einsieht. Natürlich sollte man vor den Kids Geschlossenheit zeigen und Probleme abends bei der Besprechung bereden, aber irgendwo gibt es meiner Meinung nach auch noch Grenzen, die man nicht überschreiten sollte und darf, weil solche Zwangaktionen, wie ich auch finde schon fast an Nötigung grenzen...
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