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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen

Verhaltensauffälligkeiten

von Vanille_EiS (23.06.07 23:21:29)

ADHS Aufmerksamkeitsdefizit Syndrom mit Hyperaktivität

Merkmale:

- Die Betroffenen sind unfähig, Einzelheiten zu bearbeiten, machen Flüchtigkeitsfehler

- Sie arbeiten nachlässig und unordentlich

- Kurze Aufmerksamkeitsspanne

- Sie machen einen geistig abwesenden Eindruck

- Sie beginnen Aufgaben, führen sie nicht zu Ende und fangen etwas neues an

- Sie vermeiden Aufgaben mit einer längeren Konzentrationsspanne

- Sie sind leicht ablenkbar

- Sie könenn eigene Reaktionen schwer zurückhalten

- Sie können nicht warten, bis sie an der Reihe sind

 

Pädagogischer Umgang

- Das Kind erfahren lassen, dass es so, wie es ist, angenommen ist

- Dem Kind helfen, eingen Wünsche zu formuliern

- Mit den Kindern üben, nicht sofort zu reagiern (Stoppkarten)

- Zusammen mit den Kindern die Stärken herausfinden und fördern

- Den Lernzuwachs rückmelden, zusammen das nächste Lernziel formulieren

- Darauf achten, dass das Kind das wahrnimmt, was gesagt wurde, evtl. nachfragen

- Verhaltensregeln aufstellen und auf die Einhaltung achten

- Erwünschtes Verhalten verstärken

- Nicht mit andern Kinder vergleichen

Kommentar von fels298 (24.06.07 07:46:58)

Wo ist das Problem? Man muß sich als Betreuer auf die Bedürfnisse der Kinder einstellen. Da die sogenannten "Problemkinder" in den nächsten Jahren zunehmen werden, besteht da auch Handlungsbedarf. Man kann diese Kinder nicht einfach in die Ecke stellen, sondern muß sich halt Kanäle ausdenken, auf denen man miteinander kommuniziert.
Kommentar von mehlersoft (24.06.07 12:13:04)

Wäre schön wenn der obige Beitrag (und auch die anderen der Autorin) nochmal überarbeitet werden, so dass diese übersichtlich werden, sich an die deutschen Schreibgewohnheiten orientieren und vielleicht noch an Übersichtlichkeit gewinnen (und zu ganzen Sätzen werden?). 

 

Umgang mit verhaltensauffäligen Kindern ist natürlich etwas schwieriger, aber nicht zu schwierig. Mit gesundem Menschenverstand und Vorbildung über jeweilige Auffälligkeit ist ein Umgang mit diesen meist unproblematisch, aber manchmal trotzdem nicht zu gewährleisten. Ein kleines Beispiel dazu, wo wir aufgeben mussten: Zwei ADHS-Kinder waren mit auf der Freizeit (65 Kids, 12 Betreuer). Nach 7 Tagen mit einigen, kleinen Problemen kam schließlich der Höhepunkt, wo beide anfingen sich zu prügeln. Daraufhin folgten Gespräche mit den Eltern und den Eltern mit den Kids, wobei diesen nochmal etwas ins Gewissen geredet wurde. Zehn Minuten später schlugen beide sich mit Eisenstangen. - und wir wissen bis heute noch nicht, wo sie die Eisenstangen her hatten.

 

Kommentar von fels298 (24.06.07 18:30:55)

Nicht jeder gesunde Erwachsene hat auch den Draht zu solchen Kindern. Wenn man von den Eltern schon im Vorfeld weiß, daß die Kinder ADHS haben, hat man ja auch die Freiheit als Betreuer NEIN zu sagen. Man muß sich die Frage stellen, ob man als Betreuer die zusätzlichen Aufwendungen z. B. zusätzliche Betreuungspersonen leisten kann oder nicht. Hier ist Ehrlichkeit sehr wichtig.
Kommentar von Quirin (25.06.07 19:36:15)

Ist es denn eigenlich noch vertretbar solch verhaltens-auffällige / gestörte Kids einem "geschulten Laien" anzuvertrauen ??

Und ist es nicht auch ein klarer Vertrauensbruch seitens der Eltern wennso etwas gegenüber den Betreuern nicht erwähnt wird ??  

 Oder ist das nur eine Modererscheinung ??  Hyperaktivität --> Ritalin !! Fertig !!

Kommentar von Vanille_EiS (25.06.07 20:13:24)

Ich finde das jedes Kind das gleiche recht hat!

Ich hab auch Legasthenie und bin froh, nicht ausgeschlossen zu werden.

Ich will mit meinen Beitrag keinen dazu zwingen, Kinder zu nehmen oder abzulehnen, sondern nur informieren!!!

Es giebt viele Kinder, die das nicht wissen und dadurch viel Probleme haben.

Bei Auffälligkeiten kann man Eltern ansprechen und die evtl einen Artz aufsuchen und das Kind bekommt Hilfe.

viel Spaß noch dabei

Ramona

Kommentar von fels298 (25.06.07 21:48:59)

Ich habe im Gespräch mit anderen Eltern (Meine Tochter ist auch behindert.) die Erfahrung gemacht, daß viele Kinderärzte sehr schnell zu den Diagnosen Hyperaktivität greifen. Oft wird Ritalin als Zaubermittel angesehen, aber das ist es in Wirklichkeit nicht, denn es ist ein Medikament, das durchaus Nebenwirkungen hat.

 

Meiner Meinung nach kann man ein verhaltensauffälliges Kind durchaus einem erfahrenen Betreuer anvertrauen. Es ist auch sehr wichtig, daß die Kinder nicht ausgeschlossen werden. Aber es erfordert halt viel Fingerspitzengefühl, diese Kinder in die Gruppe zu integrieren. Die anderen Kinder der Gruppe verstehen nicht, warum das von ADHS betroffene Kind nun gerade austickt.

Kommentar von Kleistermonster (26.06.07 17:49:53)

Zunächst möchte ich klar stellen, dass Hyperaktivität keine Modeerscheinung ist, sondern schon seit Jahrzehnen existiert! Ich finde es auch nicht gelungen bei Kindern mit ADHS von "gestörten" Kindern zu sprechen. Diese Kinder zeichnen sich entweder durch extreme Energie und Bewegungsdrang aus oder genau mit dem Gegenteil, was manchmal einfach vergessen wird!!!

Generell würde ich solche Kinder nicht ausschließen, aber ich gestehe jedem zu zu überprüfen, ob man Verhaltensauffällige Kinder betreuen kann und die Gegebenheiten dies zu lassen. Wir haben auch auf Jugendfreizeiten im Ausland (Im Zelt am Strand) körperbehinderte oder blinde Teilnehmer gehabt und weniger Probleme mit diesen gehabt, als mit anderen Teilnehmern. Vielleicht sollte man seine eigene Motivation und Einstellung dazu erst einmal überprüfen....

Kommentar von Unbekannt (27.06.07 14:18:14)



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Ich sehe das genauso. Ich bin selbst ein ADHS-"Kind" und finde es schon heftig von gestört zu reden.

Man muss, egal welche Charaktereigenschaften ein Kind hat, auf jeden Teilnehmer individuell eingehen und behandeln. Wichtig ist Grenzen zu zeigen und "auf den Boden zu holen".

Wenn Kinder sehr negativ auffallen und man überfordert mit ihnen ist, muss man natürlich überlegen wie man sich weiter verhält. Dies hat dann aber meistens mit mehreren Faktoren zu tun und nicht nur damit, dass das Kind etwas aufgedreht ist!

Die meisten Problemkinder haben da andere Ursachen.

 

Kommentar von fels298 (27.06.07 16:47:42)

@...:

 "Die meisten Problemkinder haben da andere Ursachen." Dem stimme ich vollkommen zu. Es ist ja nicht nur ADHS. Viele Kinder haben auch Wahrnehmungsprobleme. Es gibt auch das komplette gegenteilige Krankheitsbild von ADHS. Der Umgang damit ist auch nicht so einfach.

 

Kommentar von cadderly (04.09.08 14:20:30)

ADHS-Kinder sind schwierig zu händeln, deshalb sollte zumindest ein Profi dabeisein (Ausbildung in diesem Bereich). Sie pauschal als gestört zu bezeichen finde ich übertrieben. Nach dem DSM und dem ICD gibt es verschiedene Merkmale, die erfüllt sein müssen, um Verhaltensauffälligkeit oder Verhaltensstörung zu bestimmen. Bei den meisten ADHS-Kinder ist es nur eine Auffälligkeit, die mit Retalin und einer entsprechenden Behandlung soweit gemildert werden kann, dass sie ein normales Leben führen können. Die beiden Kinder mit den Eisenstangen fallen schon eher in die Kategorie Verhaltensstörung. Das hat aber nicht zwingent mit ADHS zutun, sondern kann eine Ursache des Umfelds sein (fehlende Impulskontrolle). Dafür gibt es Antiaggressionstrainings.

Bei Freizeiten finde ich es wichtig, wenn die Eltern schon im Vorfeld auf solche Auffälligkeiten hinweisen. So kann das Betreuerteam entscheiden, ob sie in der Lage sind, ein solches Kind zu händeln. Ich denke, es ist keine Herablassung oder Stigmatisierung, wenn man sagt, wir haben nicht die Möglichkeiten, das Kind angemessen zu betreuen.

Kommentar von Unbekannt (04.09.08 16:04:24)
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Also bei unseren Freizeiten gehört AD(H)S zum Standard. Kaum eine Freizeit die nicht ihre drei, vier ADS'ler hat. Wir haben inzwischen schon spezielle ADS Freizeiten auf denen ausschließlich solche Kinder sind. Dort arbeiten wir vorallem mit den etwas härteren Fällen - da gehts darum Selbstvertrauen aufzubauen. Oft haben die Kinder mit ADS eine Menge von Klassenbucheinträgen,Schulwechseln usw. hinter sich und haben Probleme sich in Gruppen einzufügen (sie reagieren oft mit aggresivem Verhalten). Sind sie allerdings mit anderen ADS'lern zusammen treten diese Probleme nicht auf. Wie auch immer, ist ein komplexes Thema. Wir werten diese Freizeiten auch wissenschaftlich in Kooperation mit einer Uni aus und haben echte Erfolge auf dem Gebiet. Die Profs. und wir sind uns da einig: Ritalin wirkt wie eine Droge und kann nicht die Lösung sein. In Heidelberg gibts mehrere Spezialisten auf dem Gebiet - kam sogar in ARTE (Sendereihe: "Was uns auf den Nägeln brennt").

Diese Kids auf der ADS-Freizeit sind allerdings nur ein gewisser Prozentsatz (quasi die, die durch die sozialen Netze rutschen). Viele viele andere Kinder mit ADS haben entweder gar nichts (Stichwort: Modekrankheit - gerade Hausärzte kennen ADS oft nicht wirklich und stellen falsche Diagnosen) oder haben ein wenig ausgeprägtes ADS. Selbst die Extremfälle sind zu beherrschen - vorausgesetzt man hat verstanden, dass es unfair ist alle Kinder gleich zu behandeln. Bei ADS ist das A und O die Beziehung zu den Betreuern. Mit einer tollen Beziehung zum Kind kann man Zeuge von Wundern sein :)

Kommentar von cadderly (05.09.08 01:13:30)

retalin ist ein aufputschmittel und somit tatsächlich als droge brauchbar. bei härtefällen ist es jedoch notwendig, als HILFSMITTEL, um dem kid die aufmerksamkeit und ruhe für die therapie zu geben. leider sehen einige ärtze das mittel immernoch als heilmittel an und vernachlässigen die therapie, in diesem fall finde ich den einsatz gefährlich. an fehldiagnosen oder verfrühten diagnosen werden wir wohl nicht vobeikommen. die idee, eine freizeit nur mit adhs-kids zu veranstalten, find ich gut, solange das betreuerteam in dem bereich geschult ist.



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