Zeckenimpfung fürs Lager empfohlen?
von schnuspel (16.05.07 12:24:11)Hallo liebe Grikler!
Das Robert-Koch-Institut empfiehlt ja schon seit langem die FSME Impfung für alle Wald- und Wiesenmenschen in betroffenen Gebieten. Trotzdem ist diese keine Pflicht, wird aber seit letztem Jahr von einigen Krankenkassen bezahlt. Nun hat sich in den letzten Jahren der FSME Stamm von Süden nach Norden ausgebreitet und angesichts des milden Winters ist mit noch mehr (befallenen) Zecken zu rechnen.
Die Situation ist folgende - wir fahren im Sommer immer nach Tschechien ins Böhmisch-Mährische Hügelland. In Tschechien gesamt, haben sich die FSME-Fälle im letzten Jahr verdoppelt, was aber daran liegt, dass dort keiner geimpft ist, weil die Impfung Geld kostet. Ich habe im Internet eine Grafik gefunden, die unser Ferienlager auch als Risikogebiet einschätzt. [Dazu ist aber anzumerken, dass dises Grafiken von den Impfstoffherstellern gemacht werden, und die wollen ja bekanntlich Geld verdienen!] Als Reiseinformationen der Tschechischen Regierung wird die Impfung nur für Waldarbeiter und Förster empfohlen, aber ich denke Nachtwanderung, Geländespiel, Wald- und Wiesenrallye sind schon mehr Grund als genug. Ganz davon abgesehen: Reiterkinder, die jeden Tag mehrere Stunden durch das Gebüsch krabbeln. Wir haben jeden Sommer, viele Zecken von der Krankenschwester entfernen lassen und die Hunde die z.B. beim Ausreiten mitlaufen sind manchmal ganz übersäht von Holzböcken.
Dazu kommt nun noch ein böser Aspekt: Der Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, der nur personengebunden ausgeliefert wird. Das heißt, wenn ein Rezept ausgestellt ist, wird an die Arztpraxis geliefert, manchmal tragen die Patienten den Impfstoff auch selbst zum Arzt. Dabei kommt es immer wieder zum Problem der Erwärmung! Nicht alle Apotheken geben eine Kühlkiste mit, der Impfstoff liegt im Auto wird warm und fängt an sich zu regenerieren. Im letzten Jahr als der Impfboom einsetzte, weil die Krankenkassen begannen zu zahlen, gab es übermäßig viele Erkrankungen an FSME durch die Impfung! Daraufhin wurde sogar Impfstoff von den Pharmafirmen zurückgerufen (obwohl er in Ordnung war). Die Unterbrechung der Kühlkette stellt also einen hohen Gefahrenfaktor dar, den man als Patient nicht kontrollieren kann. Die momentane Erkrankunsgrate nach Impfung ist 1 zu 100 000.
Empfehlt ihr in euren Reiseinformationen/unterlagen diese Impfung? Würdet Ihr das auch machen, wenn es sich um einen Grenzbereich handelt?
Mein Veranstalter informiert auf seiner Website in den FAQ, dass die Impfung eigentlich nicht nötig ist, er sie aber trotzdem empfiehlt. Im großen und ganzen hat der Text auf mich aber eher die Wirkung: "Impfung unnötig" Und auch die Betreuer werden nicht danach gefragt oder darauf hingewiesen. Sollte man das ändern?
Habe ich übertriebene Angst um meine Kinder? Sollte ich meine Impfung auffrischen lassen? Lasst Ihr Euch impfen?
Ich bin gespannt auf Eure Meinungen!
Also ich habe mir 2005 bereits die FSME-Impfung geholt und habe diese von meiner normalen Krankenkassen damals schon bezahlt bekommen. Der Punkt bei dieser Impfung ist ganz einfach: Die Vorteile überwiegen gegenüber den Nachteilen.
Und das Problem bei dieser Krankheit ist einfach: Vorbeugend kann man schützen! Sobald die Krankheit ausgebrochen ist (man also diese bekommen hat), ist bisher keine Behandlung vorhanden.
Zu deiner herangezogenen Erkrankungsrate nach Impfungen: Wie hoch ist die denn nach anderen Impfungen? Und woher stammt diese Zahl?
Wir fahren in die Rhön und raten unseren Eltern bzw. den Kids zu der Impfung.
also ich würde die eltern auf jeden fall auf das risiko aufmerksam machen und dazu raten zu impfen!! ich werd seit ich ein kind bin regelmäßig gegen FSME geimpft (ich wohn ja auch in Baden... :D) und ich kann Christian echt nur zustimmen, dass man vorbeugend schützen kann und es ist auf jeden fall ungefährlicher zu impfen als nachher hirnhautentzündung oder ähnliches zu haben!!!!
Lasse mich persönlich nicht impfen. Ich wohne zwar auch in Baden (Gruß aus Karlsruhe übrigens, julia :D), aber bin ehrlich gesagt sehr selten im Wald oder auf ner Wiese. Und das obwohl ich es besser wissen sollte: hab vor 3 Jahren ne Zeckenattacke mit 12 (!!) Zeckenbissen über mich gehen lassen. Damals hatte ich ne aktive Impfung und habe auch alle Zecken gleich entdeckt. Jaja, so ist das mit irgendwelchen Teamfindungsseminaren mitten im pfälzer Wald.
Würde auch auf den Rat des Robert Koch Instituts hören und zum Impfen raten. Aber zwingen kannst du niemanden.
Also ich persönlich lasse mich auch impfen. Und da wir hier in Bayern ja bekanntlich im Risikogebiet leben erkundigen wir uns schon immer auf der anmeldung nach der zeckenimpfung der Kinder. Wir hatten zwar bis jetzt keine großen Probleme mit Zecken...aber sicher ist sicher^^. Normalerweise ist die Impfung kein Problem, nur in manchen Regionen sind dieses Jahr die Impfstoffvorräte kleiner als die Impfwilligen... Ich war diese Woche beim Arzt und hab noch eine Dosis bekommen, meiner Schwester muss auf die neue Liefrung warten... Also wer vor hat sich Impfen zu lassen sollte nicht zu lange warten!
Ich habe noch mal meine Ärztin und Mutti befragt (und die hat mich prompt geimpft) und sie meinte insgesamt wiegen sich die Risiken ungefähr auf - dass heißt wenn nicht ganz klar ist wie hoch das Risiko ist, also:
- ob man eine Zecke im Gebiet antrifft
- die einen anknabbert
- sie überhaupt infiziert ist
- diese Infektion überhaupt übertragen wird
- und dann noch ausbricht

Und trotzdem bin ich gespannt ob mein Reiseverein die Impfung seinen Betreuern empfiehlt - mal abwarten...
Okay, ich denke es ist klar, dass man sich nicht impfen lassen braucht, wenn es kein Risikogebiet ist ... und damit wären schon die Punkte 1-3 bei dir erledigt - denn im ein Risikogebiet ist nur ein Risikogebiet, wenn es dort Zecken gibt, die dann zwangsläufig auch einen anknabbern, die infiziert sind. Damit sit die Impfung sinnig.
Habe in Niedersachsen gewohnt, aber weil wir als Kind immer nach Bayern in Urlaub gefahren sind, wurde ich bereits damals geimpft. Jetzt in Hessen würde ich das auf jeden Fall machen...
Frei nach dem Motto. Vorbeugen ist besser als später das Nachsehen zu haben.
Bin jedoch mit Kindern auch häufig im Wald usw. unterwegs und da sollte man auch Vorbild sein! Die Risiken an FSME bzw. Borreliose zu erkranken ist vielleicht nicht so hoch, jedoch die Krankheiten selber sind mir persönlich zu gefährlich. Bei Ausflügen würde ich zusätzlich zu Zeckenmitteln z.B. aus der Apotheke raten, diese halten Insekten fern und riechen meist nach Nelken. Bei Fahrten in Zeckengefährdete Gebiete würde ich die Eltern auf jeden Fall darüber informieren und zu einer Impfung raten. Das Risiko liegt dann bei den Erziehungsberechtigten.
Wie schon erwähnt ist die Impfung keine Pflicht.
Das heisst jedoch nicht das man als Organisator eines Ferienlager einfach darüber hinwegsehen kann/soll (zumindest sehe ich das so).
Die Einladungen/ Anmeldungen für unser Zeltlager 07 sind seit dieser Woche im Umlauf......
Sobald ich von Eltern diese Anmeldung ausgefüllt zurückbekomme erhalten diese ein Schreiben mit dem üblichen Gelaber (Bestätigung der Anmeldung; Was braucht das Kind; Was braucht es nicht; Wegbeschreibung usw). Dazu kommt jedoch auch der Hinweis das bei einem Zeltlager Zecken leider kaum zu Vermeiden sind und das es Sinn macht die Kinder gegen FSME impfen zu lassen.
Gegen die ebenfalls von Zecken übertragene Borreliose gibt es bisher leider noch keinen Impfstoff. Jedoch lässt sich Borreliose in der Regel durch Antibiotika heilen. Die Symptome dieser Infektionskrankheit sollte man jedoch rechtzeitig erkennen. Zu dem Thema kann ich euch folgenden Link empfehlen: http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/thema/borreliose/index.xml
Ich hatte vor einigen Tagen zu dem Thema auch eine Diskussion angefangen, die aber wegen der bereits bestehenden Seiten wieder dicht gemacht wird.
Ich habe mich vor mittlerweile bestimmt 10-12 Jahren zum ersten Mal impfen lassen und as auch 2x noch aufgefrischt. Seit einiger Zeit bin ich auch in naturkundlicher Behandlung und habe gerlernt, daß die Impfung eine Lebendimpfung ist und die Zahlen von oben wirklich wahr sind - man muß also vergleichen, wie hoch das Risiko ist, sich durch eine Impfung anzustecken und wie hoch das Risiko ist, überhaupt einen Zzeckenbiss zu haben, bei dessen Zecke es sich um eine infizierte handelt und sie auch noch lange genug drinnen sit, daß man sich anstecken kann.
Ich glaube durch bewußtes Absuchen nach dem Aufenthalt im hohen Gras, Waldrand etc. ist das Risiko am effektivsten zu minimieren und aus eigener Erfahrung hat sich durch solch konsequentes Handeln bei mir die Anzahl der Zeckenbisse von ca. 10 im Jahre 1998 auf max 1 in diesem Jahr reduziert, überdies kann diese zecke dieses Jahr nur etwa 2h drinnen gewesen sein. Man muß sich halt rigoroser um seinen Körper kümmern und das natürlich auch von Kindern einfordern.
Wichtig ist dabei bestimmt die Eltern vorab einzubinden. Wir informieren darüber in unseren Elternabenden vorher, fragen die Impfung in der Anmeldung ab, empfehlen aber keine Impfung explizit, denn dazu kenn man die Umstände der einzelnen Kinder nicht genügend. Es gibt bestimmt Kinder, die richtig häufig in Wiesen unterwegs sind und zudem nicht ausreichend sensibilisierbar sind, so daß eine vorbeugende Impfung Sinn machen könnte. Aber um unsere Kinder nicht unnötig vollzupumpen und deren Organismus zu belasten rate ich typischerweise jedem davon ab. Hier kann man von den Affen lernen - sich regelmäßig absuchen hilft und fördert zudem die Sozialkontakte untereinander - gerade Berührungsängste sind ja nicht selten heute.
Thomas
Hallo zusammen!
Als erstes kann ich nur sagen, wenn ihr im Mai eine >Anmeldung wegschickt führ die Fahrt im Juli braucht man keine Impfung mehr zu empfehlen!
Die Impfung im Mai zu beginnen ist genauso unnötig wie sie ins Klo zu spritzen!
Die FSME Impfung besteht aus ich glaub 3 Impfungen! Und zwar die Erstimpfung, dann 4-6 Wochen nach der Erstimpfung die Auffrischungsimpfung und dann nach einem halben Jahr die erneute Auffrischungsimpfung.
Logischerweise bringt die Info zur Empfohlenen Zeckenimpfung 2 Monate vor Freizeitbeginn gar nichts mehr! Mán müsste jetzt (wobei es eigentlich auch schon wieder fast zu spät ist!) mit der Info über Zeckenimpfung beginnen, dass eine höchst mögliche Abwehrmöglichkeit des Körpers nach FSME-Impfung nächstes JAhr im Sommer besteht!
Vlg
Vera
Also die Impfung besteht aus drei Impfungen im Zeitplan X, X + 4 Wochen und X + 1 Jahr. Allerdings ist der Impfschutz bereits nach der zweiten Impfung voll vorhanden. Drei bis fünf Jahre nach der letzten Impfung folgt eine Auffrischungsimpfung.
Somit ist die Impfempfehlung selbst im Mai mit Zeltlager im Juni nicht unnütz.
Die oben genannten Zahlen konnte ich bisher noch aus keiner öffentlichen mir zugänglichen Quelle nachlesen. Ich finde immer nur andere Zahlen. Bis mir keiner von diesen Zahlen eine vertrauenswürdige Quelle offenbart, zweifel ich diese weiterhin an.
Ich muss sagen das es diesen sommer gar nicht so schlimm war wie angedroht hatten bei 500 kids, 9 zecken die wir abziehen mussten! und das im zeckenhochgebiet, denke eltern sollten es selber wissen ob sie die mit risiko verbundene impfung durchführen sollten...
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