Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder
Ich leite eine Kolping Kinder-Gruppe für Kinder von 8 bis 14 Jahren. Insgesamt sind es 10 - 12 Kinder. Ein Mitglied ist ein 10 jähriger Sonderschüler, der ungefähr das Altersniveu eines 6 jährigen hat. Daraus ergeben sich besonders bei Spielenachmittagen Probleme. Viele Spiele versteht er einfach nicht (besonders wenn Zahlen eine Rolle Spielen). Dadurch geht er auch nicht richtig aus sich heraus. Er nimmt immer mehr die Zuschauerrolle ein und traut sich nicht zu, mit den anderen Kindern mitzumachen.
Welche Spiele gibt es, die diesen Jungen mehr integrieren könnten, aber die anderen Kinder nicht zu sehr unterfordert? Ich suche Spiele, an denen auch die größeren Kinder Spaß haben, wobei aber das geistige Defizit des Jungen nicht so deutlich hervortritt. Womit kann man das Selbstwertgefühl des Jungen steigern ?
Gibt es etwas, was er besonders gut kann oder, dass er sehr gerne macht?
Versuche solche Dinge in die Gruppenstunde zu integrieren.
Wissen die anderen Kinder, was mit ihrem Kollegen los ist?
Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass der Junge einen Paten zur Seite gestellt bekommt. Du musst natürlich entscheiden, ob das immer der gleiche sein soll oder das abwechselt, je nachdem wie gerne der Pate dieses Amt übernimmt. Ist zwar vielleicht nicht die beste Lösung, aber du wirst sicher ein Mädchen finden, was dieses Amt übernimmt.
Als Spiele wären wahrscheinlich die einfachen am besten geeignet:
- Völkerball
- Verstecken
- Schnitzeljagt (große Gruppe, da kann er mitlaufen und fühlt sich trotzdem nicht ausgeschlossen)
... die einfachsten Spiele sind oft die besten und lustigsten. (Obstsalat... gehen ja auch)
Ich konnte bisher, da er ja eher still ist, noch keine besonderen Neigungen feststellen. Ich hab das Gefühl er entzieht sich jedem Mitmachen, aus Angst nicht mithalten zu können. In der letzten Gruppenstunde ist er das erste mal mir gegenüber etwas aufgetaut und hat von sich aus ein bischen erzählt. Ich habe auch das Gefühl, er ist es gewohnt immer am Rande zu stehen und kennt es gar nicht anders.
Die anderen Kinder wissen sehr wohl, dass mit ihm etwas nicht so ganz stimmt. Sie haben ihn zwar ziemlich selbstverständlich aufgenommen, es gab auch keine Hänseleien oder Vorurteile. Sie haben es nur irgendwann aufgegeben, ihn zu motivieren, weil ja kaum eine Reaktion kam.
mmh, das ist natürlich sehr schwierig. Vielleicht kannst du ja mal mit den Eltern reden und versuchen, die darüber auszuquetschen, wie der Junge sich in der Schule so verhält und womit er sich in seiner Freizeit beschäftigt bzw. wofür er sich interessiert. Vielleicht und diese Möglichkeit besteht vor allem, wenn der Junge nicht seit seiner Einschulung auf einer Sonderschule war, ist er aber auch viel zu oft überrundet worden und hat Angst vor Enttäuschungen. Zudem möchte ich aber noch anmerken, dass (nicht an allen Sonderschulen) richtige Freundschaften echt selten sind, also ein reger Sozialkontakt eher nicht gegeben ist, deshalb ist es möglich, dass er sich erst an die neue Situation gewöhnen muss (kommt natürlich drauf an, wie langer er schon zur Gruppenstunde kommt; ist aber möglich, dass er ein Jahr oder so braucht).
Und wenn Du das ganze drehst. Ich habe in einem Lager eine Gruppe erwachsene Behinderte eingeladen. Zuerst haben wir über die Aengste, die Vorurteile gesprochen. Diese waren sehr gross und ich musste die Kinder etwas herunterholen. Danach haben wir einen Tag lang mit ihnen gespielt, Würste gebraten und und. Am Abend haben wir eine Feedbackrunde gemacht und ich war mehr als erstaunt, was abgegangen ist während diesem Tag. Vielleicht kannst du die Klasse von deinem Kind einladen oder besuchen. Gemeinsam mit der Lehrperson ein Programm ausarbeiten und so die Stärken von den Kindern betonen, die hat jedes Kind. Sollte dies nicht möglich sein, würde ich Kontakt mit Eltern und Betreuungspersonen aufnehmen und ihnen das Problem schildern. Sie können dir sicher weiterhelfen.
Haben wir dir bei jetzt helfen können?
oder hast du eine andere Lösung gefunden?
Danke für die vielen Tipps. Da ich die Kindergruppe nur alle 14 Tage betreue, kann ich die Ratschläge natürlich erst nach und nach umsetzen. Aber ich habe viel neues erfahren und werde nun auch versuchen es anzuwenden. Über Erfolge werde ich natürlich berichten.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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Sonderschüler wie integrieren?
von kolping-kids (07.03.07 13:43:42)Ich leite eine Kolping Kinder-Gruppe für Kinder von 8 bis 14 Jahren. Insgesamt sind es 10 - 12 Kinder. Ein Mitglied ist ein 10 jähriger Sonderschüler, der ungefähr das Altersniveu eines 6 jährigen hat. Daraus ergeben sich besonders bei Spielenachmittagen Probleme. Viele Spiele versteht er einfach nicht (besonders wenn Zahlen eine Rolle Spielen). Dadurch geht er auch nicht richtig aus sich heraus. Er nimmt immer mehr die Zuschauerrolle ein und traut sich nicht zu, mit den anderen Kindern mitzumachen.
Welche Spiele gibt es, die diesen Jungen mehr integrieren könnten, aber die anderen Kinder nicht zu sehr unterfordert? Ich suche Spiele, an denen auch die größeren Kinder Spaß haben, wobei aber das geistige Defizit des Jungen nicht so deutlich hervortritt. Womit kann man das Selbstwertgefühl des Jungen steigern ?
Kommentar von rolimo (09.03.07 12:43:15)
Gibt es etwas, was er besonders gut kann oder, dass er sehr gerne macht?
Versuche solche Dinge in die Gruppenstunde zu integrieren.
Wissen die anderen Kinder, was mit ihrem Kollegen los ist?
Kommentar von Unbekannt (09.03.07 16:06:42)
Vielleicht gibt es die Möglichkeit, dass der Junge einen Paten zur Seite gestellt bekommt. Du musst natürlich entscheiden, ob das immer der gleiche sein soll oder das abwechselt, je nachdem wie gerne der Pate dieses Amt übernimmt. Ist zwar vielleicht nicht die beste Lösung, aber du wirst sicher ein Mädchen finden, was dieses Amt übernimmt.
Als Spiele wären wahrscheinlich die einfachen am besten geeignet:
- Völkerball
- Verstecken
- Schnitzeljagt (große Gruppe, da kann er mitlaufen und fühlt sich trotzdem nicht ausgeschlossen)
... die einfachsten Spiele sind oft die besten und lustigsten. (Obstsalat... gehen ja auch)
Kommentar von kolping-kids (09.03.07 22:00:00)
Ich konnte bisher, da er ja eher still ist, noch keine besonderen Neigungen feststellen. Ich hab das Gefühl er entzieht sich jedem Mitmachen, aus Angst nicht mithalten zu können. In der letzten Gruppenstunde ist er das erste mal mir gegenüber etwas aufgetaut und hat von sich aus ein bischen erzählt. Ich habe auch das Gefühl, er ist es gewohnt immer am Rande zu stehen und kennt es gar nicht anders.
Die anderen Kinder wissen sehr wohl, dass mit ihm etwas nicht so ganz stimmt. Sie haben ihn zwar ziemlich selbstverständlich aufgenommen, es gab auch keine Hänseleien oder Vorurteile. Sie haben es nur irgendwann aufgegeben, ihn zu motivieren, weil ja kaum eine Reaktion kam.
Kommentar von Unbekannt (10.03.07 14:37:19)
mmh, das ist natürlich sehr schwierig. Vielleicht kannst du ja mal mit den Eltern reden und versuchen, die darüber auszuquetschen, wie der Junge sich in der Schule so verhält und womit er sich in seiner Freizeit beschäftigt bzw. wofür er sich interessiert. Vielleicht und diese Möglichkeit besteht vor allem, wenn der Junge nicht seit seiner Einschulung auf einer Sonderschule war, ist er aber auch viel zu oft überrundet worden und hat Angst vor Enttäuschungen. Zudem möchte ich aber noch anmerken, dass (nicht an allen Sonderschulen) richtige Freundschaften echt selten sind, also ein reger Sozialkontakt eher nicht gegeben ist, deshalb ist es möglich, dass er sich erst an die neue Situation gewöhnen muss (kommt natürlich drauf an, wie langer er schon zur Gruppenstunde kommt; ist aber möglich, dass er ein Jahr oder so braucht).
Kommentar von sunnestrahl (16.03.07 11:07:08)
Und wenn Du das ganze drehst. Ich habe in einem Lager eine Gruppe erwachsene Behinderte eingeladen. Zuerst haben wir über die Aengste, die Vorurteile gesprochen. Diese waren sehr gross und ich musste die Kinder etwas herunterholen. Danach haben wir einen Tag lang mit ihnen gespielt, Würste gebraten und und. Am Abend haben wir eine Feedbackrunde gemacht und ich war mehr als erstaunt, was abgegangen ist während diesem Tag. Vielleicht kannst du die Klasse von deinem Kind einladen oder besuchen. Gemeinsam mit der Lehrperson ein Programm ausarbeiten und so die Stärken von den Kindern betonen, die hat jedes Kind. Sollte dies nicht möglich sein, würde ich Kontakt mit Eltern und Betreuungspersonen aufnehmen und ihnen das Problem schildern. Sie können dir sicher weiterhelfen.
Kommentar von rolimo (17.03.07 19:27:28)
Haben wir dir bei jetzt helfen können?
oder hast du eine andere Lösung gefunden?
Kommentar von kolping-kids (17.03.07 19:36:24)
Danke für die vielen Tipps. Da ich die Kindergruppe nur alle 14 Tage betreue, kann ich die Ratschläge natürlich erst nach und nach umsetzen. Aber ich habe viel neues erfahren und werde nun auch versuchen es anzuwenden. Über Erfolge werde ich natürlich berichten.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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