Übergewichtige Kinder
von rolimo (24.11.06 15:12:41)Seit einiger Zeit hört man in den Medien oft von Kinder, die übergewichtig sind.
Es heisst in der Schweiz sei jedes vierte Kind übergewichtig.
Ich kenne recht viele Kinder und Jugendliche, jedoch ist mir persönlich nur sehr selten ein übergewichtiges Kind aufgefallen.
Okay... vielleicht liegt es daran, dass ich auf dem "Land" lebe oder ich kenne nur Kinder, die sich "sportlich betätigen".
Wie ist es mit euch?
Habt ihr Erfahrung mit solchen Kindern? Bist du/warst du selber ein übergewichtiges Kind?
Was sollte man eurer Meinung nach dagegen unternehmen?
(http://de.bluewin.ch/news/index.php/schweiz/news/20061124:brd042)
Ich denke mal, dass das Problem ist, wo man definiert, dass Normal aufhört und Übergewichtig anfängt. Das Maß der Dinge ist heute der BMI: Gewicht / (Körpergröße*Körpergröße)
Normal ist er zwischen 20 und 25. Übergewichtet fängt bei mehr als 25 an.
Das Problem darüber mit dem Augenmaß zu urteilen (wie du es etwas probierst), ist es nicht wirklich gut möglich festzustellen, ob das Kind 24 oder 26 hat.
Das Problem bei dem Übergewicht liegt im Allgemeinen nicht nur im zu vielen Essen, sondern auf den Säulen: Essen, Sport und Stressbewältigung. Auf diesen baut das Gut-Drauf-Prinzip auf. Die Schulungen dazu sind wirklich sehr interessant und kann ich jedem empfehlen (leider nur Deutschland).
Dabei geht es natürlich dann auch darum dem Küchendienst (=Kinder) Alternativen zum herkömmlichen Essen daheim aufzuzeigen. Frische Kräuter, frisches Gemüse, Spaß beim Dekorieren, Vollkorn, etc, etc. - Naschen und Probieren natürlich immer erlaubt.
Geschockt hat mich dieses Jahr die Aussage einer 12-jährigen beim Küchendienst (am Schälen einer Salatgurke mit einem Sparschäler): "Meine Mutter erlaubt mir daheim nicht so was zu machen."
Habe vorletzten Samstag einen Veranstaltung unter dem Motto von Gut-Drauf veranstaltet. Da ich dazu eine Ausarbeitung noch verfassen muss, werde ich diese dann hier auch entsprechend veröffentlichen. Zudem habe ich momentan noch einen Artikel über gesunde Ernährung von Studenten verfasst, den man in Ausgabe 6 des Focus-Campus lesen kann und viele Tipps enthält (hier vielleicht auch bald als Anhang).
Ansonsten gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gute Broschüren (leider wohl wieder nur Deutschland): Ernährungsaufklärung
Zu Empfehlen sind: Wenn der Hefeteig spazieren geht - Ernährungsaufklärung für Kinder und Jugendliche, Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen - So finden Sie ein gutes Programm, Alle Gut-Drauf-Hefte sowie bei Unterrichtsmaterialien: Essgewohnheiten, Ernährung und Gesundheit
Ich habe einige Zeit eine Pfadfindersippe geleitet und möchte von der folgenden Begebenheit berichten:
jemand hatte ein Kletterseil an einem Baum im Garten aufgehängt und schlug vor, dieses Seil zu 'beklettern'. Ich habe das dann einfach mal vorgemacht. Von meiner 7 köpfigen Sippe konnten nur 2 das Seil erklettern. 2 Weitere konnten wir zu einem Versuch bewegen.
Die Sippe war echt toll, aber dieses Beispiel fällt mir zu diesem Thema ein.
Über Ernährung wurde schon gesprochen. Als Ideen für Gruppenstunden könnte man einfach Bewegungsspiele mit etwas mehr Laufen ausstatten. Wichtig ist sicherlich, ganz behutsam einen Impuls zu geben und nicht ein Wir-machen-jetzt-Sport-weil-ihr-dich-seid Gefühl zu erzeugen. Schließlich hat sich jemand, der zur Gruppenstunde kommt schon von z.B. dem Computer wegbewegt. Folglich ist eine spannende Gruppenstunde schonmal ein kleiner Beitrag um etwas zu bewegen.
Das übergewichtige Kind kennt sein Problem und es ist Sache der Eltern, dies zu lösen. Wir als Verantwortliche können mit gesundem Essen dagegen halten. Wichtiger scheint mir, das Kind vor und in der Gruppe zu "schützen", in dem man den Kindern bewusst macht, jedes hat einen Schwachpunkt und auch Stärken. D.h. Stärken fördern, Schwächen zulassen oder je nach Gruppendruck bewusst machen.
Ich bin seit ein paar Jahren Pfadileiterin und möchte nur sagen, dass man v.a.auf Lagern den Kids gut "gesundes" und, was für mich besonders wichtig ist, genussvolles Essen näherbringen. Eine Idee ist zum Beispiel im Laufe von mehreren Spielen Lebensmittelbons zu gewinnen und in einem weiteren Spiel, ev. auf Wettbewerbsbasis (schönste Deko, am schnellsten zubereitet, beste Mischung/ bester Geschmack...) diese zu verwerten.
Auch kann es bei "gewichtigeren" Kindern hilfreich sein, wenn man das Programm ein bisschen auf sie zuschustert: z.B. mehr Koordination bei Bewegungsspielen.
Es ist sicher nicht unser Job das Problem zu lösen und wir können es auch nicht. Wieder die alte Thematik: wir sind ehrenamtliche Betreuer, keine Sozialarbeiter.
Aber natürlich können (und das ist denke ich auch unsere Pflicht) gesundes Essen anbieten. Bei uns passiert das allein aus Kostengründen. Wir können es uns schlicht nicht leisten jeden Tag ne Portion Pommes zu fritieren ;)
Salat gibt es jeden Mittag und die Kids sind wild drauf - sogar die dickeren. Kleiner Tipp: Gurken- und Karottensticks mit lecker Quark-Dip kommen Abends extremst gut an. Alles was Fingerfood ist, wird mehr gegessen hab ich so das Gefühl...
Übrigens: in Berlin kostet ein Döner 2,50 Euro. Versuch mal für das Geld eine vollwertige Mittagsmahlzeit (so dass es nicht jeden zweiten Tag Nudeln gibt) zu zaubern. Für ärmere Familien ist es (leider) auch schlicht billiger nen Döner zu kaufen als selbst zu kochen...
Hallo
Hab die Disskusion erst entdeckt und finde es echt interessant. Also ich persönlich habe in einer EInrichtung mit Kinder gearbeitet und von 20 waren 9 übergewichtig. Eine war extrem stark übergewichtig. Was ist das für ein Leben für ein Kind wenn es mit 13 Jahren, einer Größe von 1,50 m und einen Gewicht von 150 KILOGRAMM tagtäglich leben muss? Dieses Kind kann nicht mal ins Kino gehen, da es nicht in den Sessel passt. Es DARF keine Treppen steigen, da es zu leicht runterfallen könnte.. Und die Eltern geben tagtäglich zwei Sandwich mit Majo zu Pause mit. Auf ein Gespräch darauf wurde zwar auf das Pausebrot geachtet aber zu Hause auch genauso fettreich weiter gegessen. ALso ich persönlich finde, dass es vor allem Sache der Eltern ist, das Gewicht des Kindes zu kontrollieren und einzugreifen, zumal es bei diesem Kind nicht Krankheitsbedingt ist. Allerdings wäre es sinnvoll, die Eltern immer mal wieder darauf hinzuweisen und auch die Kinder selbst, mit ihnen einen Kochkurs zu machen z. B. Gesunde Ernährung näher erläutern, damit die Kinder zumindest klüger sind als die Eltern.
Denn warum sonst gibt es solche Sendungen wie "Liebling wir bringen die Kinder um" - meines Erachtens auch nur Quotenmacherei. Aus jeden gesellschaftlichen Problem, dass sich wie z. B. Übergewicht oder verhaltensauffällige Kinder wird gleich eine Sendung gedreht, siehe Liebing wir bringen die Kinder um oder die super Nanny.
Na ja
Ich hoffe und wünsche, dass sich die Eltern besinnen oder die Kinder klüger sind.
zu den sendungen, die macher sollte man standrechtlich erschiessen. sie sind nur auf quoten gemacht und wiedersprechen teilweise aktuellen pädagogischen methoden.
zu adipösen kindern kann ich sagen, in unserer einrichtung haben wir einen anteil von ca 25%. wir haben als festen bestandteil einmal in der woche kochen auf dem programm. der mitarbeiter, der kocht, ist vegetarier. die gerichte sind nicht immer kalorienbewusst, aber den kindern wird gerade gemüse nähergebracht, und es wird ihnen gezeigt, dass auch gesundes essen lecker sein kann.
ich denke nicht, dass wir das essverhalten der kinder ändern können. aber wir können ihnen zeigen, dass es ausser fastfood noch andere bereiche gibt und das gemüse nicht weh tut. im sommer haben wir auch regelmässig obstsalat mit melone, weintrauben etc. auf dem plan. die eltern können wir selten verändern, aber wir können den kindern neue optionen an die hand geben, und ich glaube, mit ihnen gemeinsam kochen, ist ein weg.
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