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Pärchen - Leiter und Teilnehmer

von Ulli82 (20.04.06 16:21:56)

Hallo zusammen,

wir werden im Sommer eine Sommerfreizeit nach Dänemark veranstalten.
Momentan ist es so, dass wir ein Pärchen dabei haben:

Leiter (19 Jahre) und Teilnehmer (15 Jahre)

Hat jemand schon mal eine solche Situation gehabt und kann uns Tipps geben wie man am Besten damit umgehen kann/soll?

Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich das Ganze sehr kritisch finde.

Sind für jeden Tipp, Rat, Anmerkung o.ä. dankbar!!!
Kommentar von seilerddd (20.04.06 16:46:47)

Das ganze ist wirklich nicht gut zu heißen und kann auch negative Folgen haben.
Gerade auch auf Grund der Altersspanne kann da leicht "Verführung Schutzbefohlener" ins Spiel kommen.
Will dir da ja keine Angst machen, aber für den Betreuer (19) kann das schon Folgen haben, wenn der Teilnehmer (15) das nur richtig darstellt.
Ich schau mal, ob ich einen passenden Artikel noch finde und werde ihn dann hier reinstellen!
Kommentar von seilerddd (20.04.06 16:50:06)

Hier eine Textpassage aus dem Script "Aufsichtspflicht & Reiserecht" des Institut JULEIQUA:

"Beziehungen zwischen Jugendleiter und Teilnehmer sollten während
einer Ferienfreizeit nicht entstehen, da schnell das „Ausnutzen
eines Abhängigkeitsverhältnisses“ unterstellt werden könnte.
(§180 Abs. 3 StGB) Die Situation ist zwar bei geringen Altersunterschieden
(Teilnehmer 14 Jahre, Jugendleiterin 15 Jahre) und
beiderseitigem freien Einverständnis oder bei bereits zuvor bestehender
Beziehung anders zu bewerten, die Leitlinie „keine Beziehung
zwischen Teilnehmer und Betreuer“ ist aber die sicherste
und hilft auch, die Stimmung in der Ferienfreizeit nicht unnötig anzuheizen."
Kommentar von Iltis (20.04.06 20:51:42)

Also wenn ich das richtig verstanden habe, ist es so, dass das Pärchen schon existiert. (ist es nicht so?!) also nicht erst auf der Freizeit entsteht.

Und das ist vollkommen legitim.

Ich frage mich nur, warum ihr einen so kleinen Teamer-Teilnehmer Abstand wählt. Meines erachtens ist es nicht sinnvoll so "junge" Leiter mit auf eine Jugendfreizeit für wahrscheinlich bis 16jährige mitzunehmen.

Nichts desto trotz habt ihr aber ein Problem und es ist ein Problem!

Denn es können Autoritäten untergraben werden. Internes aus der Leiterrunde wird zu den Teilnehmern durchdringen usw.

Eine Lösung ist da sehr schwierig und kommt auf den Einzelfall an. Auf jeden Fall würd ich mich als Leiter mal mit den beiden zusammensetzen und die Fronten klären.

Dann müsst ihr gemeinsam eine Lösung finden. Am besten wäre es natürlich, wenn einer von beiden nicht mitfahren würde, was natürlich dann den Teamer treffen würde. (Denn Teilnehmer gehen immer vor).
Anders herum weiß ich halt nicht, wie viele Teamer ihr habt, bzw. ob ihr noch welche in Reserve habt.

Wünsch dir viel Glück und gute Nerven für das Gespräch. Vielleicht entwickelt es sich ja besser als du erwartest.
Kommentar von Kleistermonster (20.04.06 22:32:06)

Ich finde die Altersspanne auch sehr bedenklich, aber ich denke dass Betreuer im Alter von 19 und Teilnehmer bis 16 völlig Ok sind.

Ein guter Freund von mir (damals 18) und eine Bekannte (damals 16) waren ebenfalls in dieser Situation, weil sie sich bereits für die Freizeit entschieden haben, bevor sie zusammen waren. Bei den beiden hat es sehr gut geklappt, jedoch haben sie einen sehr distanzierten Umgang auf der Freizeit gehabt und ich halte dies auch für sinnvoll. Es gab Teilnehmer, die erst am Ende der Freizeit erfahren haben, dass die beiden ein Paar sind und das fande ich persönlich gut so.

Ich bin mit beiden unabhängig befreundet gewesen und die beiden konnten gut damit umgehen. Er war jedoch auch für die Mädchen aus ihrem Zelt kein Ansprechpartner (schon allein wegen dem Geschlecht) und bei Ausflügen war es auch für beide OK nicht immer zusammen zu sein.

Wenn ihr dies hin bekommt, dann wäre dass wahrscheinlich die Lösung für deine Befürchtungen in Bezug auf die Freizeit.

Dennoch halte ich für wichtig die Eltern des Mädchens mit einzubeziehen, denn schließlich sind alle Kontakte zwischen einem 19jährigem und einer 15jährigen rechtlich sehr bedenklich.

Nadine
Kommentar von Ulli82 (21.04.06 07:35:15)

Vielen Dank schon mal für euere Kommentare.

Es ist richtig, dass die beiden momentan zusammen sind. Ob die "Beziehung" bis zum Sommer hält, weiß man natürlich nicht, aber ich finde so etwas sollte man nicht einfach auf sich zu kommen lassen.

Einen von beiden sozusagen "rauszuwerfen" halte ich nicht für sinnvoll, vor allem, weil sich beide unabhängig voneinander angemeldet haben, bevor sie zusammen gekommen sind.

Ein Gespräch sollte man auf jeden Fall mit beiden führen, das seh ich auch so.
Dass mit den Eltern ist allerdings so eine Sache, denn wenn sie ihrer Tochter erlauben mit dem Jungen zusammen zu sein und bei ihm zu übernachten, werden sie sich kaum darum kümmern was auf der Freizeit passiert oder?
Kommentar von guereza (21.04.06 21:18:28)

Blöde Situation !
Man keiner Seite gerecht werden. An irgendeiner Stelle wird es immer Stress geben. Dadurch kann eine ganze Freizeit leiden. Gut überlegen und weise entscheiden.
Kommentar von tiniz (24.04.06 15:31:14)

Ich finde die Altersspanne zwischen Leitern und Kindern keineswegs bedenklich. Wir fahren mit den Messdiener jedes Jahr auf Fahrt. Wenn man 16 ist fährt man auf Leiterschulung und wird Leiter. Somit sind die ältesten Teilnehmer 15 und die jüngsten Leiter 16. Das gab bei uns aber noch nie Probleme. Man kann ja schließlich nicht den Leuten von 16-18 oder von 14-16 sagen, dass sie nicht mehr mitfahren dürfen, obwohl sie jahrelang mit dabei waren. Auch bei uns gab es ein Päärchen zwischen Leitern und Teilnehmern, aber wo kein Kläger da kein Richter und wenn sich das Päärchen "zurückhält" ist es völlig in Ordnung.
Kommentar von Iltis (24.04.06 18:04:05)

Da muss ich ganz einfach sagen: "Glück gehabt" dass da noch nie was passiert ist oder es Probleme gab.

Ich würde keinen 16-Teamer (welcher ja sowieso kein "richtiger" Teamer sein kann auf 15-jährige Teilnehmer loslassen.

Aber da back jeder Träger ja bekanntlich eigene Brötchen.
Kommentar von seilerddd (24.04.06 19:20:07)

Also bei uns hat man auch die Chance, mit 16 zum Teamer zu werden. Aber natürlich werden dann die neuen Teamer nicht de 15jährigen betreuen, sondern sich um die kleineren kümmern. Probleme gab es da noch nicht weiter.
Kommentar von crunchy (26.04.06 18:00:20)

ich muss sagen, dass ich es nicht gutheißen kann, wenn man jungen Mitarbeitern so wenig Chancen einräumt.
Lieber Herr Esser, wann haben sie denn angefangen mitzuarbeiten? Ich hoffe nicht erst mit 20 oder später, denn dann wären ihnen eventuell wichtige Erfahrungen entgangen, die man als junger Teamer oder Leiter macht.

Als Erwachsener hat man fast immer eine natürliche Autorität, die sich fast nur aufs Alter beschränkt. Ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, dass man sich als junger Teamer den Respekt und die Autorität der Teilnehmer erst erarbeiten muss, was ich gut finde. Ich hab als 15-jähriger bei Kinderfreizeiten angefangen und im darauffolgenden Sommer (mit 16) auf einer Jugendfreizeit Mitarbeiter gemacht. Dort hab ich mit einer gleichaltrigen Teilnehmerin angebändelt, was ich hinterher sehr bereut hab, zugegeben. Dennoch hat mich diese Erfahrung viel gelehrt und auch die Erwachsenen haben sich nicht eingemischt, da ich sie nicht um Rat gefragt habe. Will jemand jetzt von mir wissen, wie es ist von wegen Teilnehmer und Teamer sage ich ihm klar: das geht meistens nicht gut, vor allem da das Bild, welches die Teilnehmer von den Mitarbeitern haben nicht unbedingt das ungetrübteste ist. Meine damalige Freundin (mit der ich übrigens jetzt sehr gut befreundet bin) hat mir gesagt, dass sie auf besagter freizeit sehr zu mir aufgesehen hat - bei gleichem alter.

fazit: nicht das Alter spielt eine Rolle sondern die Reife.
wäre ich reifer gewesen, hätte ich wohl nichts mit ihr angefangen.

liebe grüße jonathan
Kommentar von Iltis (26.04.06 18:23:57)

Gut Jonathan!

Erst mal möchte ich klarstellen, dass ich überhaupt nichts dagegen habe, dass junge Teamer mit dabei sind. Als zweites denke ich, dass wir ungefähr gleich alt sind.

Nun zu meinen Ausführungen: Ein unter 18jähriger darf gar kein "voller" Betreuer sein. Da gibt es gar keine Diskussion. Wenn ein Träger das macht, ist das einfach unverantwortlich. Es geht nicht darum, dass er Betreuungsaufgaben übernehmen kann, sondern um die Gesamtverantwortung.

Wenn es um Kinderfreizeiten geht, kann man einem Jugendlichen sicher mehr Verantwortung zukommen lassen, aber bei Jugendfreizeiten (und bei Jugendlichen spreche ich von 14-17 Jährigen, denn das sind Jugendliche s. KJHG) kann man keinem 17järigen einen 16jährigen Betreuer vortellen.

Die andere Seite wäre, dass ich niemals mein Kind auf eine Freizeit mitschicken würde, auf der die Teilnehmer älter sind als manche Betreuer.

Rein organisatoisch ist einfach zu sehen, dass es mit einem gewissen Altersunterschied einfacher ist, zu betreuen.

Ich hoffe du hast mich jetzt richtig verstanden.
Kommentar von Kleistermonster (26.04.06 21:27:49)

Grundsätzlich können 16 oder 17jährige, die eine gültige Juleica -Ausbildung haben und die Card als Betreuer auf Freizeit voll berücksichtigt werden. Es versteht sich jedoch von selber, dass über 18jährige dabei sind.

Wir fahren zum Beispiel häufig mit einem Hauptamtlichen und mehreren jungen Erwachsenen, bei dem auch mal ein 17jähriger dabei ist. Wichtig ist aber die Einstellung und Reife dieser Person. Wir haben schon Betreuer dabei gehabt, die gerade 18 geworden sind bei Teilnehmern bis 17 Jahre und es gab überhaupt keine Diskussionen und auch keine "Autoritätsprobleme". Jedoch haben wir auch schon 20jährige mit gehabt, die fast mehr Ausfmerksamkeit benötigten als die Teilnehmer. Nicht immer ist also das Alter entscheidend sondern die Reife.

Jedoch war das Thema nicht der Altersunterschied zwischen Betreuern und Teilnehmern, sonder die Pärchenbildung zwischen diesen beiden Personengruppen und dabei gelten ganz andere Richtlinien und auch klare Gesetze, die wir einhalten müssen...

Nadine
Kommentar von skamp (02.06.06 13:43:27)

Bedenktlich finde ich das überhaupt nicht bei uns gibt es mitlerwiele mehrere solcher Pärchen, Ich war eine Zeitlang ebenfalls mit einer Teilnehmerin zusammen mit einem Altersunterschied von 6 Jahren (ich 21 sie 15)

Es gilt einfach die strickte Regel während des Programms sind alle TN's gleich zu behandeln was man in seiner Freizeit macht geht doch absolut niemanden was an.

Wenn man gegen das Gesetz verstöst macht man das in einem solchen Fall bewusst und muss bei einer Anzeige auch die aleinige Haftung übernehmen der Verein hat nichts damit zu tun (ausser das beide zufällig dabei sind) also soll er auch nichts sagen.

übrigens sind bei uns alle die wollen mit 15 Leiter und ich bin mit 22 der älteste aber ich musste bei vielen Treffen mit anderen Jugendoranisationen feststellen, dass junge Leiter oft viel besser sind da sie auf der selben Ebene sind wie die TN's und sich besser mit Ihren Problem identifizieren können. Wichtig ist dabei nur dass sie von Anfang an den TN klarmachen dass sie wenn es drauf ankommt das Sagen haben.
Wir hatten damit noch nie Probleme!!!
Kommentar von Unbekannt (01.07.06 22:02:49)
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EDIT:
Ahh...verdammt jetzt hab ich doch glatt das Thema verwechselt im ersten Beitrag hier.
Also ein Pärchen würde ich nichtmal unter den Betreuern mitnehmen. Auch wenn ich gestehen muss mit meiner derzeitige Freundin (18 Jahre übrigens - kein Teilnehmer! *g*) auf einer Freizeit zusammengekommen zu sein.
Daher weiß ich auch wie man sich aus der Gruppe rauszieht - klar, ist man verliebt gibts andere Prioritäten als die Betreueraufgaben.

Würde das nicht zulassen.
Kommentar von araisch (22.08.06 11:50:25)

Was man vielleicht noch auf der rechtlichen Seite ergänzen sollte:
Während der Freizeit ist der Teilnehmer unter deiner Aufsichtspflicht und du bist verantwortlich für ihn. Das heißt, auch wenn die Eltern und der Teilnehmer selbst zur Zeit noch für die Beziehung sind, jedoch später sich einer der Beiden das anders überlegt, bist du der Dumme. Es sollte auf jedenfall klar sein dass auf der Freizeit die beiden nichts miteinander zu tun haben und der Betreuer auch keine direkte leitende Funktion gegenüber dem Teilnehmer hat. Ich persönlich hätte einen von beiden daheim gelassen, falls du das nicht willst musst du auf jeden fall beiden deutlich klar machen dass sie während der Freizeit "nicht zusammen sind". Das hört sich vielleicht krass an, jedoch kann es ansonsten sehr üblen Stress geben.
1.) Beziehungen von Volljährigen mit unter 16 Jährigen sind sowieso strafbar
2.) sind Beziehungen zwischen Leiter und Teilnehmer eben so wie zwischen Lehrer und Schüler zu behandeln
3.) ist es dir bekannt dass die beiden eine Beziehung haben, und das tolerieren dieser bzw. die Gelegenheit dazu geben ist allein schon strafbar
4.) ist bei Komplikationen der Leiter der Freizeit dran und nicht der Betreuer.
Angenommen der Teilnehmer wird schwanger, klingt zwar sehr krass aber nicht unbedingt unplausibel. Die Eltern verklagen das Zeltlager und bekommen recht (bekommen sie 100%), dann zahlt der Träger der Freizeit die Alimente und der Leiter bekommt eine saftige Strafe.

Ich will nicht schwarzmalen, jedoch hatten wir den Fall schon und sind gerade noch so mit einem blauen Auge davon gekommen.
Kommentar von AMR_JWB (31.10.07 23:33:32)

Wir haben in diese Richtung keine Probleme da wir nur mit Jungs ins Lager gehen.




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