Diskussionsplatz - Programmpunkte
Hallo,
mich würde eure Meinung zu Punktesystemen auf Freizeiten interessieren. Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht, und flass ihr auch ein solches System habt, wie zieht ihr es auf?
Bei uns gab es im letzten Lager für folgendes Punkte:
- Nachtruhe
- Pünktlichkeit
- Mithilfe beim Küchendienst
- Ordnung im Zelt
- Spiele
- Sonstiges
Jeder Punkt wurde von einem anderen Betreuer bewertet. Max. konnte man in einer Kategorie 5 Punkte bekommen. Leider ist nun folgendes passiert: Hat man Kinder um einen Gefallen geboten, wurde man immer gleich gefragt, ob sie dafür einen Punkt bekommen. Hat man nein gesagt, wurden die Aufgaben nur teilweise oder schlecht gemacht. Wenn sie einen Punkt bekommen haben, haben sie sich angestrengt. Das ganze hat mich ziemlich gestört, da wir ja kein kapitalistisches System aufbauen wollten, bei dem nurnoch nach Bezahlung gearbeitet wird.
Wie sieht das bei euch aus?
Nunja, wir haben kein Punkte-System und setzen vieles, was ihr belohnt, einfach schon als Selbsverständlich voraus. Die Kinder werden in Kleingruppen eingeteilt und in diesen abwechselnd für die folgenden Dienste eingesetzt:
- Küchendienst (Tisch decken, Spülen, Tische abwählen)
- Klodienst (Klos putzen)
- Impuls-Dienst (Abend- & Morgen-Impuls durchführen)
- Lagerkreisdienst (zum Lagerkreis rufen)
Das man pünktlich zum Lagerkreis kommt, ist einfach eine Regel. Die Nachtruhe ist auch ab dem 3. Abend meist kein Problem mehr und vorher geht es auch. Sollte es Beschwerden über die Ordnung im Zelt geben, so müssen dass die Zeltbewohner selbst regeln (einmal ausräumen und wieder neu ein).
Das ganze mit den Punkten finde ich nicht sehr sinnvoll, denn was bringen die Punkte? Gibt es dann nachher auch noch Preise?
Ja, wir haben der Gewinner-Gruppe einen Preis überreicht, sonst wäre das ganze ja sehr sinnlos.
Wir haben nicht ein Punktesystem für die Tagesolympiade (Jeden Tag gibt es ein kleines Spiel in Gruppen, die Punkt geben.) Jede Gruppe bekommt einen kleinen Preis.
Unter anderem hat mich der Artikel Pärchen - Leiter und Teilnehmer (Vorschau) auf eine andere Arte von Punktesystem gebracht. Ich habe noch keinen Kurs erlebt, wo es wirklich angewendet wurde, dies ist der Grund, dass ich es nicht so gut kenne. Ich habe aber schon von einigen gehört, dass es gemacht wurde.
Alle Gerüchte, die im Lager entstehen werden gesammelt.
Irgendwo im Lagherhasu wird eine Liste aufgehängt, auf welcher alle Punkte aufgeschrieben werden.
Punkte werden für Päärchen-Gerüchte verteilt.
TN -TN gibt am wenigsten Punkte.
Leiter-Leiter etwas mehr.
TN-Leiter mittel viele Punkte.
Leiter-Küche viele.
TN-Küche am meisten.
Die genauen Punktzahle weiss ich nicht...
In welchem Lager "punktet" es am Meisten?
Hihi, witzige Idee.
Ist die Küche bei euch so schlimm, dass es dafür die meisten punkte gibt?
Also uns widerstrebt ein solches System. Damit bewertest du die Kinder ja. Auch wir haben Bewertungen auf unserer Freizeit (allein schon einige Spiele), aber die Kids sollen doch Auszeit von der Schule und dem ewigen Leistungsdruck - der inzwischen ja enorm ist in den Schulen - haben.
Daher sind wir gegen solche "globalen" Bewertungen, davon gibts schon genug im Leben der Kinder. Wir setzen auf Freiheit und Gemeinschaft.
Sorry wenn ich den Buh-Mann spielen muss. Soll nicht heißen das alle böse sind die's einsetzen - nur wir würdens aus den Gründen nicht machen.
Ein Punktesystem ist immer dann gut, wenn es in Maßen passiert und dem Ansporn und de Gruppengefühl dient und nicht so streng gehandhabt wird, dass daraus Missgunst und Betrug entstehen.
Wir vergeben Punkte immer für jedes Zimmer: Jedes Zimmer bildet in dem Sinne eine Gemeinschaft.
1. Punkte können die Kinder zuerst einmal durch Gruppenspiele bekommen. Hierbei wird drauf geachtet, dass die Verteilung gerecht erfolgt und keine Gruppe am Ende alle Punkte hat und die anderen nichts.
2. Weiter können sie Punkte durch positives Verhalten bekommen. Allerdings spezifizieren wir diese Kategorien vorher nicht. Das heißt, wir vergeben nur Punkte, wenn wir davon ausgehen, dass die Kinder das ohne Hintergedanken getan haben. Wenn sie z.B. einmal ihr Zimmer superordentlich aufgeräumt haben, dann bekommen sie Punkte, wenn sie allerdings von da an jeden Tag ihr Zimmer ordentlich aufräumen in der Hoffnung Punkte zu bekommen, dann bleibt es bei der einmaligen Punktevergabe.
3. Abzüge gibt es einmal bei klarem Regelverstoß ( diese Regeln werden vorher klar genannt)und dann auch noch bei unfairem Verhalten, wiederholtem Ignorieren der Betreuer etc.
--> Dieses Jahr nehmen wir große Plastikröhren, die wir je nach Punkteanzahl mit kleinen Styroporkugeln füllen....
WICHTIG: Die Punktevergabe sollte ausgeglichen und fair ablaufen. Das heißt, auch wenn es vielleicht eine Gruppe gibt,die in Spielen etc. nicht so gut ist, sollten sie trotzdem bei gutem Verhalten mit Punkten belohnt werden, sodass der ABstand zu den anderen Gruppen nicht so groß ist...Schließlich sollte dieses Punktesystem der Motivation dienen und nicht dem Ausschluss und der Demotivation.
So ne Art "Harry-Potter"-System, oder? Also Wettkampf zwischen den "Häusern"?
Wir handhaben das Ganze ohne Punkte. Wie gesagt, globale Bewertungen über die gesamte Freizeit hinweg lehnen wir ab. Was spricht denn dagegen einfach für solche "Pluspunkte" die Belohnung gleich folgen zu lassen?
Für aufgeräumte Zimmer verteilen wir dann auch mal eine Packung Gummibärchen.
Die Ziele des Bewertungssystems lassen sich auch ohne diese "Oh wir liegen 5 Punkte zurück - reißt euch am Riehmen"-Stimmung erreichen. Gutes Betragen fördern durch direkte Belohnungen (obs nun 15 Minuten länger im Meer sind oder Gummibärchen) wirkt ebenfalls und ich habe diesen Wettkampfcharakter nicht dabei.
Bei uns wirken sich solche Wettkämpfe doch zum Teil etwas anders aus als geplant: beispielsweise besonders kritisch wirds wenn sich ein Kind verweigert, dann den Gruppendruck von dem Kind zu nehmen - welches ja eigentlich gegen die Betreuer arbeitet - ist enorm schwer. Vorallem muss ich dem Kind beistehen obwohl es eigentlich eher ein Störfaktor ist.
Ich behaupte sogar das Belohnungen die zeitnah folgen mehr Ansporn sind als eine Ehrung am Ende der Freizeit. Denn da kommt dann bei 14 Tagen wieder das Problem der Langzeitmotivation hinzu.
Daneben habe ich die Kinder so wie sie sind. Niemand ist auf eine Belohnung aus, diese werden ja vollkommen ohne Plan verteilt. Bei einem Wettkampf geben sich die Kinder anders, weil sie eben gewinnen wollen.
Wir haben vor zwei Jahren noch ein anderes Punktesystem eingeführt:
Am Anfang des Lager wird eine Liste erstellt mit zirka Zehn Fluch und anderen "Unwörtern". Bei uns standen da unter anderen "Arsch" und "Cool". Wer eines dieser verbotenen Wörter vor einem Leiter sagte, bekam ein Strichlein... bei 5 Strichen musste man eine Strafarbeit machen... :-)
Eine Woche ging es gut, so wurde dann beispielsweise anstelle von "cool" "unten links" gesagt, danach wurde die Liste immer mehr vernachlässigt...
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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Punktesystem auf Freizeiten
von seilerddd (17.04.06 10:56:24)Hallo,
mich würde eure Meinung zu Punktesystemen auf Freizeiten interessieren. Was habt ihr für Erfahrungen damit gemacht, und flass ihr auch ein solches System habt, wie zieht ihr es auf?
Bei uns gab es im letzten Lager für folgendes Punkte:
- Nachtruhe
- Pünktlichkeit
- Mithilfe beim Küchendienst
- Ordnung im Zelt
- Spiele
- Sonstiges
Jeder Punkt wurde von einem anderen Betreuer bewertet. Max. konnte man in einer Kategorie 5 Punkte bekommen. Leider ist nun folgendes passiert: Hat man Kinder um einen Gefallen geboten, wurde man immer gleich gefragt, ob sie dafür einen Punkt bekommen. Hat man nein gesagt, wurden die Aufgaben nur teilweise oder schlecht gemacht. Wenn sie einen Punkt bekommen haben, haben sie sich angestrengt. Das ganze hat mich ziemlich gestört, da wir ja kein kapitalistisches System aufbauen wollten, bei dem nurnoch nach Bezahlung gearbeitet wird.
Wie sieht das bei euch aus?
Kommentar von mehlersoft (17.04.06 14:09:58)
Nunja, wir haben kein Punkte-System und setzen vieles, was ihr belohnt, einfach schon als Selbsverständlich voraus. Die Kinder werden in Kleingruppen eingeteilt und in diesen abwechselnd für die folgenden Dienste eingesetzt:
- Küchendienst (Tisch decken, Spülen, Tische abwählen)
- Klodienst (Klos putzen)
- Impuls-Dienst (Abend- & Morgen-Impuls durchführen)
- Lagerkreisdienst (zum Lagerkreis rufen)
Das man pünktlich zum Lagerkreis kommt, ist einfach eine Regel. Die Nachtruhe ist auch ab dem 3. Abend meist kein Problem mehr und vorher geht es auch. Sollte es Beschwerden über die Ordnung im Zelt geben, so müssen dass die Zeltbewohner selbst regeln (einmal ausräumen und wieder neu ein).
Das ganze mit den Punkten finde ich nicht sehr sinnvoll, denn was bringen die Punkte? Gibt es dann nachher auch noch Preise?
Kommentar von seilerddd (17.04.06 14:55:59)
Ja, wir haben der Gewinner-Gruppe einen Preis überreicht, sonst wäre das ganze ja sehr sinnlos.
Kommentar von rolimo (18.04.06 11:34:31)
Wir haben nicht ein Punktesystem für die Tagesolympiade (Jeden Tag gibt es ein kleines Spiel in Gruppen, die Punkt geben.) Jede Gruppe bekommt einen kleinen Preis.
Kommentar von rolimo (20.04.06 17:45:02)
Unter anderem hat mich der Artikel Pärchen - Leiter und Teilnehmer (Vorschau) auf eine andere Arte von Punktesystem gebracht. Ich habe noch keinen Kurs erlebt, wo es wirklich angewendet wurde, dies ist der Grund, dass ich es nicht so gut kenne. Ich habe aber schon von einigen gehört, dass es gemacht wurde.
Alle Gerüchte, die im Lager entstehen werden gesammelt.
Irgendwo im Lagherhasu wird eine Liste aufgehängt, auf welcher alle Punkte aufgeschrieben werden.
Punkte werden für Päärchen-Gerüchte verteilt.
TN -TN gibt am wenigsten Punkte.
Leiter-Leiter etwas mehr.
TN-Leiter mittel viele Punkte.
Leiter-Küche viele.
TN-Küche am meisten.
Die genauen Punktzahle weiss ich nicht...
In welchem Lager "punktet" es am Meisten?
Kommentar von seilerddd (20.04.06 18:07:16)
Hihi, witzige Idee.
Ist die Küche bei euch so schlimm, dass es dafür die meisten punkte gibt?
Kommentar von Unbekannt (01.07.06 21:43:04)
Also uns widerstrebt ein solches System. Damit bewertest du die Kinder ja. Auch wir haben Bewertungen auf unserer Freizeit (allein schon einige Spiele), aber die Kids sollen doch Auszeit von der Schule und dem ewigen Leistungsdruck - der inzwischen ja enorm ist in den Schulen - haben.
Daher sind wir gegen solche "globalen" Bewertungen, davon gibts schon genug im Leben der Kinder. Wir setzen auf Freiheit und Gemeinschaft.
Sorry wenn ich den Buh-Mann spielen muss. Soll nicht heißen das alle böse sind die's einsetzen - nur wir würdens aus den Gründen nicht machen.
Kommentar von JanaK. (05.07.06 13:45:43)
Ein Punktesystem ist immer dann gut, wenn es in Maßen passiert und dem Ansporn und de Gruppengefühl dient und nicht so streng gehandhabt wird, dass daraus Missgunst und Betrug entstehen.
Wir vergeben Punkte immer für jedes Zimmer: Jedes Zimmer bildet in dem Sinne eine Gemeinschaft.
1. Punkte können die Kinder zuerst einmal durch Gruppenspiele bekommen. Hierbei wird drauf geachtet, dass die Verteilung gerecht erfolgt und keine Gruppe am Ende alle Punkte hat und die anderen nichts.
2. Weiter können sie Punkte durch positives Verhalten bekommen. Allerdings spezifizieren wir diese Kategorien vorher nicht. Das heißt, wir vergeben nur Punkte, wenn wir davon ausgehen, dass die Kinder das ohne Hintergedanken getan haben. Wenn sie z.B. einmal ihr Zimmer superordentlich aufgeräumt haben, dann bekommen sie Punkte, wenn sie allerdings von da an jeden Tag ihr Zimmer ordentlich aufräumen in der Hoffnung Punkte zu bekommen, dann bleibt es bei der einmaligen Punktevergabe.
3. Abzüge gibt es einmal bei klarem Regelverstoß ( diese Regeln werden vorher klar genannt)und dann auch noch bei unfairem Verhalten, wiederholtem Ignorieren der Betreuer etc.
--> Dieses Jahr nehmen wir große Plastikröhren, die wir je nach Punkteanzahl mit kleinen Styroporkugeln füllen....
WICHTIG: Die Punktevergabe sollte ausgeglichen und fair ablaufen. Das heißt, auch wenn es vielleicht eine Gruppe gibt,die in Spielen etc. nicht so gut ist, sollten sie trotzdem bei gutem Verhalten mit Punkten belohnt werden, sodass der ABstand zu den anderen Gruppen nicht so groß ist...Schließlich sollte dieses Punktesystem der Motivation dienen und nicht dem Ausschluss und der Demotivation.
Kommentar von Unbekannt (06.07.06 15:52:27)
So ne Art "Harry-Potter"-System, oder? Also Wettkampf zwischen den "Häusern"?
Wir handhaben das Ganze ohne Punkte. Wie gesagt, globale Bewertungen über die gesamte Freizeit hinweg lehnen wir ab. Was spricht denn dagegen einfach für solche "Pluspunkte" die Belohnung gleich folgen zu lassen?
Für aufgeräumte Zimmer verteilen wir dann auch mal eine Packung Gummibärchen.
Die Ziele des Bewertungssystems lassen sich auch ohne diese "Oh wir liegen 5 Punkte zurück - reißt euch am Riehmen"-Stimmung erreichen. Gutes Betragen fördern durch direkte Belohnungen (obs nun 15 Minuten länger im Meer sind oder Gummibärchen) wirkt ebenfalls und ich habe diesen Wettkampfcharakter nicht dabei.
Bei uns wirken sich solche Wettkämpfe doch zum Teil etwas anders aus als geplant: beispielsweise besonders kritisch wirds wenn sich ein Kind verweigert, dann den Gruppendruck von dem Kind zu nehmen - welches ja eigentlich gegen die Betreuer arbeitet - ist enorm schwer. Vorallem muss ich dem Kind beistehen obwohl es eigentlich eher ein Störfaktor ist.
Ich behaupte sogar das Belohnungen die zeitnah folgen mehr Ansporn sind als eine Ehrung am Ende der Freizeit. Denn da kommt dann bei 14 Tagen wieder das Problem der Langzeitmotivation hinzu.
Daneben habe ich die Kinder so wie sie sind. Niemand ist auf eine Belohnung aus, diese werden ja vollkommen ohne Plan verteilt. Bei einem Wettkampf geben sich die Kinder anders, weil sie eben gewinnen wollen.
Kommentar von rolimo (06.07.06 21:33:03)
Wir haben vor zwei Jahren noch ein anderes Punktesystem eingeführt:
Am Anfang des Lager wird eine Liste erstellt mit zirka Zehn Fluch und anderen "Unwörtern". Bei uns standen da unter anderen "Arsch" und "Cool". Wer eines dieser verbotenen Wörter vor einem Leiter sagte, bekam ein Strichlein... bei 5 Strichen musste man eine Strafarbeit machen... :-)
Eine Woche ging es gut, so wurde dann beispielsweise anstelle von "cool" "unten links" gesagt, danach wurde die Liste immer mehr vernachlässigt...
Kommentar von DLRGTOBY (07.05.07 10:24:38)
Wir haben auch ein Punktesytem und finde es echt super wie dies ankommt.
Die Kinder fiebern viel mehr bei Programmen mit wie sonst.
Wichtig finde ich es nicht zu übertreiben und nicht alles nur nach Punkten bewerten.
So wird bei uns auch erst dannach überlegt was wir nun mit in die bewertung nehmen.
Roland: Das mit den Unwürtern finde ich auch nicht schlecht.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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