Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder
Mal eine blöde Frage, aber wie verhält man sich Phobikerkindern gegenüber am besten? Ich kenne Erwachsene, die solche Probleme und inzwischen auch genug Selbstbewusstsein haben, damit fertig zu werden. Aber alle haben mir erzählt, dass man gerade als Kind Probleme hat, seine Angst zu verstecken oder gar dem Fluchtreflex nachzugeben. Zusätzlich empfindet das Kind sein Verhalten als überaus peinlich und beschämend und hat teilweise auch echte psychische Probleme. Wie ist es sinnvoll darauf einzugehen, weil man will ja die Blamage für das Kind ersparen?
Für alle, die nach der Überschrift auch keine Ahnung hatten, worum es geht: de.wikipedia.org/wiki/Phobie
Nach dem Wiki-Artikel handelt es sich ja um eine Angststörung, bei der man dann Fluchtartig das Weite sucht. Meine Antwort darauf wäre ganz einfach: Mit den Eltern darüber reden.
Wir hatten z.B. vorletztes Wochenende einen Jungen gehabt, der sich schnell bedrängt fühlt und dann weglaufen würde. Diese Info hat uns die Mutter gegeben und gleich auch noch die Adresse der Oma, zu der er wohl laufen wird, da diese nur 3 Straßen entfernt wohnt. Für den Notfall hatte er allerdings auch ein Handy dabei, um seine Mutter zu informieren.
Bei dem Spiel Obstsalat kam es dann natürlich zu solch einer Situation: Der Junge stand in der Mitte, alle Kids riefen Obstsorten rein und der Junge ging. Da kein betreuer sofort nachgesprungen kam (Bedrängen!) hat er sich nur in den großen Saal im Haus zurückgezogen. Nach 5 Minuten bin ich dann hinterher, er saß dort auf einem Stuhl, und ist auch bereitwillig wieder mit raus, als er hörte, dass wir jetzt ein anderes Spiel spielen.
Kann gut sein, dass das jetzt den Vergleich mit "richtigen" Phobikern nicht standhält, aber ich wollte eigentlich nur darauf, dass man mit den Eltern reden soll. Die wissen, was man tun muss und kann. Und wenn man es sich nicht zutraut, auch den Mut haben es zu zugeben.
P.S.: Im Rhamen von Bitte an alle User: Prägnante Titel für Artikel (Vorschau) habe ich deinen Titel abgeändert!
Ich denke jeder Ratschlag zum Umgang mit diesen speziellen Kindern von uns ist da eher fehl am Platze. Das fällt unter die Rubrik "Psychische Krankheiten" und dem entsprechend hat keiner von uns hier einen tieferen Einblick in den Kopf eines solchen Kindes.
Wenn so ein Kind dabei ist, hilfen wohl nur die Tipps der Eltern weiter. Denke bei solchen Erkrankungen muss man sehr individuell auf jeden Betroffenen eingeben. Aber wie gesagt, da sind die Eltern die Experten und müssten ja in aller Regel Bescheid wissen.
Schätze mal sowas ist um einiges schwieriger als bei normalen "Außereiserkindern", die haben ja keine Panik bzw. Angstzustände vor irgendwas. Zumindest hatten wir das bei unsren Außreisern nie. Versteckte Angstzustände ja (das krasseste an das ich mich erinnern kann, war ein Junge dessen Mutter kurz davor war das Sorgerecht zu verlieren, der hatte diese Angstzustände), aber meistens war es die Unzufriedenheit, Wut, Hänseleien die die Kids vor Situationen weglaufen liesen bei uns.
Ich bitte hier doch grundsätzlich zu unterscheiden zwischen "Panik" und "Phobie".
Eine Panik ist eine kurzfristige Angstattacke, welche nach kurzer Beruhigungszeit wiede erlischt (wie in Christians Beispiel).
Eine Phobie hingegen fängt an bei leichten Angstzuständen (zB. hervorgerufen durch Ekel -> Arachnophobie (Angst vor Spinnentieren) und geht hin bis zu einer richtigen Todesangst.
Die Symptome reichen von "nein, ich geh nicht näher an die Spinne ran" bis hin zu Schockzuständen"
Das Feld der Phobien ist selbst in der Psychologie ein gänzlich ungeklärtes. Lediglich Thesen und Vermutungen bestehen, was aber hier jetzt zu weit führen dürfte.
Wie Chris sagte, sind hier die Eltern die richtige Anlaufstelle, da diese meist gelernt haben mit den Problemen des Kindes umzugehen.
Man sollte jedoch ein solches Kind sehr genau beobachten, denn befindet man sich in dem Bereich psychischer Krankheiten (beginnend bei Schweißausbrüche, Zittern, Panik) muss man über den Auslöser nachdenken und sollte einen Abbruch der Freizeit für das Kind in Erwägung ziehen.
Ich denke auch, daß wir als Pädagogen sehr genau abwägen müssen, ob wir dem kind, der Gruppe und uns zumuten können, auf eine Freizeit mitzufahren. Ich habe im Gegensatz zu Chris die Erfahrung gemacht, daß es sinnvoll ist, auch den Arzt zu konsultieren, weil manche Eltern nicht allzu reflektiert mit der Krankheit ihres Kindes umgehen können. Das erfordert natürlich die Entbindung von der Schweigepflicht und damit eine menge Aufwand, aber kann u.U. für das Kind lohnenswert sein.
Genau beobachten, wie Thomas sagt, ist aber natürlich unabdingbar!
Also, ich mag mich jetzt auch nochmal einschalten: Ich kenne durch meinen selbst an einer Phobie leidenden Freund verschiedene Phobiker, allerdings alles Erwachsene, die mir fast übereinstimmend erzählt haben, dass ihre Eltern entweder nichts von der Phobie wissen oder dass sie selber nicht damit umgehen können. Ich habe dieses Problem bei meinem Freudn auch mehrmals erlebt. Daher kam meine Frage ja eigentlich auf: Wie verhalte ich mich dem Kind dann gegenüber, ohne es zu blamieren? Ist nämlich echt schwierig...
Eine Frage an Anne:
Wie gehen denn Deine Freunde damit um bzw. wie würden sie es sich wünschen, damit umzugehen? Das könnte doch ein guter Hinweis sein?
Ich glaube, daß es sinnvoll ist, diese Kinder soweit möglich "normal" zu integrieren und ggf. das Thema Phobien in der Gruppe zum Thema zu machen. Damit stellt man das betreffende Kind zwar teilweise auch bloß, aber dann können alle offener damit umgehen, so nach dem Motto: "Ein gebrochenes Bein könnte man sehen, hier ist eben eine Krankheit, die man nicht sehen kann, die aber trotzdem Auswirkungen hat". Ich habe mit Kindern, die trauern, dahingehend recht gute Erfahrungen gemacht, daß die Gruppe diese Kinder mitgetragen hat.
Genau das ist, denke ich, problematisch!!!
Denn wir werden es selten mit sog. spezifischen Phobien (Angst vor Spinnen, offenen Plätzen, Blut, ....)zu tun haben. Und falls doch ist es möglich diese situationen zu vermeiden oder zu beenden.
Das Problem wir meistens eine "Soziale Phobie" sein, also, dass jemand angst hat vor einer Gruppe zu stehen und zu sprechen, sonstirgendwie im Mittelpunkt zustehen oder sogar nur das Gefühl hat er könnte beobachtet werden.
Und genau so jemand soll in den Mittelpunkt gestellt werden und "teilweiße bloßgestellt werden"?
Ich habe auch keine "Rezepte" was man machen kann oder soll. Finde aber auch dass das Gespräch mit den Eltern gesucht werden sollte und dass man vor allem Verständnis für die Situation haben sollte und das Kind nicht zu irgendetwas zwingt. Denn wir sind keine Therapeuten, wir als Gruppenleiter können (und sollen) keine Phobien heilen.
Unser Ziel sollte es sein, diesem Kind, wie allen anderen auch, eine Gruppe zu geben, in der es sich wohlfühlen kann.
Wie meine Bekannten damit umgehen? Sie haben inzwischen raus, wie sie unauffällig flüchten können ("Äh, ich musste doch noch mal auf Klo") beziehungsweise ihre Angst nach außen hin nicht zu zeigen, was ja bei jüngeren Kindern eher problematisch ist. Mein Freund ist zusätzlich zur Zeit auch dabei aktiv etwas dagegen zu tun, in dem Sinne hat sich das alles verändert.
ich glaube, daß wir es nicht so selten mit speziellen phobien (spinnen phobie etc.) zu tun haben. viele kinder trauen sich nur nicht, wie bereits mehrfach gesagt, es zuzugeben. aus eigener erfahrung weiß ich, daß man auf gar keinen fall versuchen soll, das kind mit logischen erklärungen weiterzubringen, das bringt nämlich gar nichts!!! ich finde es wichtig, daß man möglichst viel ruhe und verständnis in einen klärungsprozess mit einbringt. viel zeit, die man ja eigentlich nicht hat, und verständnis sollte abgezwackt werden. eine lehrerin hatte mich auf einer klassenfahrt gezwungen und mich mit den worten "stell dich nicht so an" zu einer begegnung mit "meiner phobie" gezwungen. aber gott sei dank sind wir kinder-und jugendmitarbeiter ja heute auf einem anderen stand ;-)
Das mit auf dem anderen Stand würde ich gar nicht mal so sagen. Über Phobien wird viel zu wenig aufgeklärt. Die Betroffenen schämen sich, werden nicht ernst genommne, leiden teils an psychischen Problemen. Ich glaube, dass viele Betreuer gar nicht viel von Phobien wissen - okay, Spüinnenphobie, die hat ja angeblich fast jedes Mädchen... Aber was ist mit echt ausgefallenen Sachen - Knallphobie, Angst vor Männern (gerade bei kleineren), Angst vor Tieren, Angst vor Farben, Angst vor der Höhe (das beginnt bei dem Aufstieg auf einen Stuhl),...
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, denke ich, gerade weil es für einen Nichtphobiker so schwer nachzuvollziehen ist, dass wir als Kinder- und Jugendmitarbeiter viel zu wenig darüber wissen.
Ist auch die Frage des Vorkommens. Ich hatte bisher kein Kind mit einer Phobie und die letzten 5 Jahre auch keine andere Freizeit hier im Rhein-Neckar Gebiet. Ich finde man sollte solche Spezialfälle nicht überbewerten, denn die Chance das man auf so einen krassen Fall trifft der eine ganze Freizeit für ein Kind beeinflussen kann ist sehr sehr niedrig.
@ Martin: Sorry, aber hier stellt sich mir die Frage, als was du dich siehst auf Freizeiten? Es ist nicht deine Sache zu bewerten ob Eltern sich um ein Kind kümmern und darüber zu richten. Du bist ein Betreuer für wenige Tage, kein Ersatzpapa (so schwer es auch bei einigen Kids fällt). Mit einem Arzt über solche intimen Dinge zu reden, halte ich für eine grobe Überschreitung der Grenzen.
Sicher kann es Kinder geben für die es hilfreich wäre, aber ich bezweifle stark ob ein Freizeitbetreuer der Richtige ist um das zu beurteilen bzw. sich da einzumischen. Wenn eine Einmischung erforderlich ist entscheiden (Gott sei Dank) nicht wir Betreuer.
ich will nochmal bekräftigen, daß es wahrscheinlich gar nicht so selten sit, daß man/wir auf ein Phobie-Kind treffen... heutzutage ist durch die mediale vielfalt dieses psychische problem doch verstärkt zu beobachten. durch meine eigene phobie bin ich aber auch etwas aufmerksamer bei diesem thema...
Naja...ich weiß nicht. In meinem Umfeld gibt's das nicht. Oder zumindest nicht so stark das es eine Beeinträchtigung eines Menschen wäre und ich es damit sehen würde.
Ansonsten sollte man nicht jede Angst als Phobie abstempeln.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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Verhalten und Umgang gegenüber Phobikern
von Unbekannt (27.06.05 15:05:58)Mal eine blöde Frage, aber wie verhält man sich Phobikerkindern gegenüber am besten? Ich kenne Erwachsene, die solche Probleme und inzwischen auch genug Selbstbewusstsein haben, damit fertig zu werden. Aber alle haben mir erzählt, dass man gerade als Kind Probleme hat, seine Angst zu verstecken oder gar dem Fluchtreflex nachzugeben. Zusätzlich empfindet das Kind sein Verhalten als überaus peinlich und beschämend und hat teilweise auch echte psychische Probleme. Wie ist es sinnvoll darauf einzugehen, weil man will ja die Blamage für das Kind ersparen?
Kommentar von mehlersoft (27.06.05 16:13:16)
Für alle, die nach der Überschrift auch keine Ahnung hatten, worum es geht: de.wikipedia.org/wiki/Phobie
Nach dem Wiki-Artikel handelt es sich ja um eine Angststörung, bei der man dann Fluchtartig das Weite sucht. Meine Antwort darauf wäre ganz einfach: Mit den Eltern darüber reden.
Wir hatten z.B. vorletztes Wochenende einen Jungen gehabt, der sich schnell bedrängt fühlt und dann weglaufen würde. Diese Info hat uns die Mutter gegeben und gleich auch noch die Adresse der Oma, zu der er wohl laufen wird, da diese nur 3 Straßen entfernt wohnt. Für den Notfall hatte er allerdings auch ein Handy dabei, um seine Mutter zu informieren.
Bei dem Spiel Obstsalat kam es dann natürlich zu solch einer Situation: Der Junge stand in der Mitte, alle Kids riefen Obstsorten rein und der Junge ging. Da kein betreuer sofort nachgesprungen kam (Bedrängen!) hat er sich nur in den großen Saal im Haus zurückgezogen. Nach 5 Minuten bin ich dann hinterher, er saß dort auf einem Stuhl, und ist auch bereitwillig wieder mit raus, als er hörte, dass wir jetzt ein anderes Spiel spielen.
Kann gut sein, dass das jetzt den Vergleich mit "richtigen" Phobikern nicht standhält, aber ich wollte eigentlich nur darauf, dass man mit den Eltern reden soll. Die wissen, was man tun muss und kann. Und wenn man es sich nicht zutraut, auch den Mut haben es zu zugeben.
P.S.: Im Rhamen von Bitte an alle User: Prägnante Titel für Artikel (Vorschau) habe ich deinen Titel abgeändert!
Kommentar von Unbekannt (27.06.05 16:48:56)
Ich denke jeder Ratschlag zum Umgang mit diesen speziellen Kindern von uns ist da eher fehl am Platze. Das fällt unter die Rubrik "Psychische Krankheiten" und dem entsprechend hat keiner von uns hier einen tieferen Einblick in den Kopf eines solchen Kindes.
Wenn so ein Kind dabei ist, hilfen wohl nur die Tipps der Eltern weiter. Denke bei solchen Erkrankungen muss man sehr individuell auf jeden Betroffenen eingeben. Aber wie gesagt, da sind die Eltern die Experten und müssten ja in aller Regel Bescheid wissen.
Schätze mal sowas ist um einiges schwieriger als bei normalen "Außereiserkindern", die haben ja keine Panik bzw. Angstzustände vor irgendwas. Zumindest hatten wir das bei unsren Außreisern nie. Versteckte Angstzustände ja (das krasseste an das ich mich erinnern kann, war ein Junge dessen Mutter kurz davor war das Sorgerecht zu verlieren, der hatte diese Angstzustände), aber meistens war es die Unzufriedenheit, Wut, Hänseleien die die Kids vor Situationen weglaufen liesen bei uns.
Kommentar von Tomas (28.06.05 00:24:39)
Ich bitte hier doch grundsätzlich zu unterscheiden zwischen "Panik" und "Phobie".
Eine Panik ist eine kurzfristige Angstattacke, welche nach kurzer Beruhigungszeit wiede erlischt (wie in Christians Beispiel).
Eine Phobie hingegen fängt an bei leichten Angstzuständen (zB. hervorgerufen durch Ekel -> Arachnophobie (Angst vor Spinnentieren) und geht hin bis zu einer richtigen Todesangst.
Die Symptome reichen von "nein, ich geh nicht näher an die Spinne ran" bis hin zu Schockzuständen"
Das Feld der Phobien ist selbst in der Psychologie ein gänzlich ungeklärtes. Lediglich Thesen und Vermutungen bestehen, was aber hier jetzt zu weit führen dürfte.
Wie Chris sagte, sind hier die Eltern die richtige Anlaufstelle, da diese meist gelernt haben mit den Problemen des Kindes umzugehen.
Man sollte jedoch ein solches Kind sehr genau beobachten, denn befindet man sich in dem Bereich psychischer Krankheiten (beginnend bei Schweißausbrüche, Zittern, Panik) muss man über den Auslöser nachdenken und sollte einen Abbruch der Freizeit für das Kind in Erwägung ziehen.
Kommentar von Unbekannt (28.06.05 22:32:57)
Ich denke auch, daß wir als Pädagogen sehr genau abwägen müssen, ob wir dem kind, der Gruppe und uns zumuten können, auf eine Freizeit mitzufahren. Ich habe im Gegensatz zu Chris die Erfahrung gemacht, daß es sinnvoll ist, auch den Arzt zu konsultieren, weil manche Eltern nicht allzu reflektiert mit der Krankheit ihres Kindes umgehen können. Das erfordert natürlich die Entbindung von der Schweigepflicht und damit eine menge Aufwand, aber kann u.U. für das Kind lohnenswert sein.
Genau beobachten, wie Thomas sagt, ist aber natürlich unabdingbar!
Kommentar von Unbekannt (29.06.05 11:54:04)
Also, ich mag mich jetzt auch nochmal einschalten: Ich kenne durch meinen selbst an einer Phobie leidenden Freund verschiedene Phobiker, allerdings alles Erwachsene, die mir fast übereinstimmend erzählt haben, dass ihre Eltern entweder nichts von der Phobie wissen oder dass sie selber nicht damit umgehen können. Ich habe dieses Problem bei meinem Freudn auch mehrmals erlebt. Daher kam meine Frage ja eigentlich auf: Wie verhalte ich mich dem Kind dann gegenüber, ohne es zu blamieren? Ist nämlich echt schwierig...
Kommentar von Unbekannt (29.06.05 13:55:42)
Eine Frage an Anne:
Wie gehen denn Deine Freunde damit um bzw. wie würden sie es sich wünschen, damit umzugehen? Das könnte doch ein guter Hinweis sein?
Ich glaube, daß es sinnvoll ist, diese Kinder soweit möglich "normal" zu integrieren und ggf. das Thema Phobien in der Gruppe zum Thema zu machen. Damit stellt man das betreffende Kind zwar teilweise auch bloß, aber dann können alle offener damit umgehen, so nach dem Motto: "Ein gebrochenes Bein könnte man sehen, hier ist eben eine Krankheit, die man nicht sehen kann, die aber trotzdem Auswirkungen hat". Ich habe mit Kindern, die trauern, dahingehend recht gute Erfahrungen gemacht, daß die Gruppe diese Kinder mitgetragen hat.
Kommentar von faenny (30.06.05 11:34:53)
Genau das ist, denke ich, problematisch!!!
Denn wir werden es selten mit sog. spezifischen Phobien (Angst vor Spinnen, offenen Plätzen, Blut, ....)zu tun haben. Und falls doch ist es möglich diese situationen zu vermeiden oder zu beenden.
Das Problem wir meistens eine "Soziale Phobie" sein, also, dass jemand angst hat vor einer Gruppe zu stehen und zu sprechen, sonstirgendwie im Mittelpunkt zustehen oder sogar nur das Gefühl hat er könnte beobachtet werden.
Und genau so jemand soll in den Mittelpunkt gestellt werden und "teilweiße bloßgestellt werden"?
Ich habe auch keine "Rezepte" was man machen kann oder soll. Finde aber auch dass das Gespräch mit den Eltern gesucht werden sollte und dass man vor allem Verständnis für die Situation haben sollte und das Kind nicht zu irgendetwas zwingt. Denn wir sind keine Therapeuten, wir als Gruppenleiter können (und sollen) keine Phobien heilen.
Unser Ziel sollte es sein, diesem Kind, wie allen anderen auch, eine Gruppe zu geben, in der es sich wohlfühlen kann.
Kommentar von Unbekannt (30.06.05 12:49:46)
Wie meine Bekannten damit umgehen? Sie haben inzwischen raus, wie sie unauffällig flüchten können ("Äh, ich musste doch noch mal auf Klo") beziehungsweise ihre Angst nach außen hin nicht zu zeigen, was ja bei jüngeren Kindern eher problematisch ist. Mein Freund ist zusätzlich zur Zeit auch dabei aktiv etwas dagegen zu tun, in dem Sinne hat sich das alles verändert.
Kommentar von stakirem (01.07.05 11:46:23)
ich glaube, daß wir es nicht so selten mit speziellen phobien (spinnen phobie etc.) zu tun haben. viele kinder trauen sich nur nicht, wie bereits mehrfach gesagt, es zuzugeben. aus eigener erfahrung weiß ich, daß man auf gar keinen fall versuchen soll, das kind mit logischen erklärungen weiterzubringen, das bringt nämlich gar nichts!!! ich finde es wichtig, daß man möglichst viel ruhe und verständnis in einen klärungsprozess mit einbringt. viel zeit, die man ja eigentlich nicht hat, und verständnis sollte abgezwackt werden. eine lehrerin hatte mich auf einer klassenfahrt gezwungen und mich mit den worten "stell dich nicht so an" zu einer begegnung mit "meiner phobie" gezwungen. aber gott sei dank sind wir kinder-und jugendmitarbeiter ja heute auf einem anderen stand ;-)
Kommentar von Unbekannt (04.07.05 13:12:24)
Das mit auf dem anderen Stand würde ich gar nicht mal so sagen. Über Phobien wird viel zu wenig aufgeklärt. Die Betroffenen schämen sich, werden nicht ernst genommne, leiden teils an psychischen Problemen. Ich glaube, dass viele Betreuer gar nicht viel von Phobien wissen - okay, Spüinnenphobie, die hat ja angeblich fast jedes Mädchen... Aber was ist mit echt ausgefallenen Sachen - Knallphobie, Angst vor Männern (gerade bei kleineren), Angst vor Tieren, Angst vor Farben, Angst vor der Höhe (das beginnt bei dem Aufstieg auf einen Stuhl),...
Ohne jemandem zu nahe treten zu wollen, denke ich, gerade weil es für einen Nichtphobiker so schwer nachzuvollziehen ist, dass wir als Kinder- und Jugendmitarbeiter viel zu wenig darüber wissen.
Kommentar von Unbekannt (04.07.05 15:24:04)
Ist auch die Frage des Vorkommens. Ich hatte bisher kein Kind mit einer Phobie und die letzten 5 Jahre auch keine andere Freizeit hier im Rhein-Neckar Gebiet. Ich finde man sollte solche Spezialfälle nicht überbewerten, denn die Chance das man auf so einen krassen Fall trifft der eine ganze Freizeit für ein Kind beeinflussen kann ist sehr sehr niedrig.
@ Martin: Sorry, aber hier stellt sich mir die Frage, als was du dich siehst auf Freizeiten? Es ist nicht deine Sache zu bewerten ob Eltern sich um ein Kind kümmern und darüber zu richten. Du bist ein Betreuer für wenige Tage, kein Ersatzpapa (so schwer es auch bei einigen Kids fällt). Mit einem Arzt über solche intimen Dinge zu reden, halte ich für eine grobe Überschreitung der Grenzen.
Sicher kann es Kinder geben für die es hilfreich wäre, aber ich bezweifle stark ob ein Freizeitbetreuer der Richtige ist um das zu beurteilen bzw. sich da einzumischen. Wenn eine Einmischung erforderlich ist entscheiden (Gott sei Dank) nicht wir Betreuer.
Kommentar von stakirem (05.07.05 11:43:19)
ich will nochmal bekräftigen, daß es wahrscheinlich gar nicht so selten sit, daß man/wir auf ein Phobie-Kind treffen... heutzutage ist durch die mediale vielfalt dieses psychische problem doch verstärkt zu beobachten. durch meine eigene phobie bin ich aber auch etwas aufmerksamer bei diesem thema...
Kommentar von Unbekannt (06.07.05 11:19:43)
Naja...ich weiß nicht. In meinem Umfeld gibt's das nicht. Oder zumindest nicht so stark das es eine Beeinträchtigung eines Menschen wäre und ich es damit sehen würde.
Ansonsten sollte man nicht jede Angst als Phobie abstempeln.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]1510[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a1510-Verhalten-Umgang-gegenueber-Phobikern.html

















