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Wenn es zur Routine wird...

von Unbekannt (23.05.05 16:55:36)

Die letzte Freizeit hat mir deutlicher als je zuvor gezeigt, wie viel Routine schon in meinen Abläufen steckt und wie oft sich doch alles wiederholt.
Es ist nicht mehr dasselbe wie früher eine Neigungsgruppe zu leiten, die Abendprogramme sind trotz aller Veränderung nicht mehr so aufregend für mich wie früher und auch bei Heimwehbekämpfung fühle ich nicht mehr so stark mit den Kindern mit als früher. Alles ist etwas öde.
Ich würde viel dafür geben nochmal die Freizeiten so zu erleben wie am Anfang. Diese Überflutung mit Gefühlen, Eindrücken, Gedanken und Geräuschen ist unbeschreiblich. Ich habe es an unsrem Neuling gemerkt, der kam gar nicht mehr aus dem Reden und Staunen heraus.
Bei mir hat das alles etwas gewechselt...

Geht mir das nur alleine so, oder habe ich noch Leidensgenossen?
Und was macht man gegen diese Routine?

Und um den etwas depressiven Unterton zu entschuldigen: ich bin (wiedermal) in das 24h Stunden Loch, nach einer Freizeit, gefallen. Die Kids fehlen mir etwas und ich langweile mich. Ich bin sicher einige hier kennen das Gefühl :-)

Kommentar von mehlersoft (23.05.05 17:58:33)

Leider kenne ich auch gein Allheil-Mittel gegen die Depri-Phase danach ... bis auf: Gleich die nächste Freizeit planen!

Um mal deiner Darstellung zu widersprechen, aber ich finde es auch sehr schön teilweise Routine zu haben, weil dann kann man sich um Sachen kümmern, die die Neuen leider nicht sehen oder gerade nicht machen, wiel sie die Wichtigekit nicht sehen (Nägel wegräumen, Gegenstände aufsammeln, nächste Aktion nochmal etwas besser auf das Thema zuschneidern). Wenn ich da so an meine erste Freizeit denke ... oh jeh, das war das reinste Chaos für mich und eigentlich nichts gut und ordentlich vorbereitet.

So spricht jetzt jemand, der gestern erfahren hat, dass er mit Abstand der Lageropa sein wird (ich bin ja sooooooo alt, "wo ist mein Krückstock?").


Kommentar von Gerard (24.05.05 08:27:05)

Hallo Chris,
Wie ist die Freizeit denn gelaufen?
Wenn ich mich recht erinnere bist du doch der Leiter der Freizeit gewesen. Da hast doch auch bestimmt eine Menge neuer Erfahrungen gemacht!
M.f.G.
Gérard


Kommentar von Tomas (24.05.05 17:03:08)

Och, ich hab nichts gegen diese Routine.
Auf der einen seite sind natürlich viele Eindrücke anders oder milder als am Anfang, jedoch mache ich auch immer wieder positive Erfahrungen, die ich vorher nicht gemacht habe, da ich da keinen Kopf dafür hatte.
Ausserdem macht es mir unheimlich Spass eventuell sachen aus ehemaligen freizeiten zu wiederholen, eventuell zu perfektionieren und mit damaligen erlebnissen zu vergleichen.

Routine bekommt man ja nur in sachen, die man immer und immer wieder macht. Und wenn bei jemandem eine Freizeit nur aus solchen sich immer wiederholenden Dingen besteht, dann macht dieser jemand irgendwas falsch :)

P.S. @ Gérad
Wäre lieb, wenn solche Beiträge wie Deiner als private Nachricht an den Empfänger gingen, denn ich finde ein solches "Geplauder" macht die beiträge hier nur unnötig "teuer". Ist nicht böse gemeint, ok? :)


Kommentar von Unbekannt (24.05.05 18:09:36)
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Es wiederholt sich schon so einiges auf Freizeiten. Abendliches Vorlesen, das Programm, die Neigungsgruppen, die Teamsitzungen, das Essen (und der Ablauf des Essens), und und und
Die Liste lässt sich ja endlos erweitern.

Es wiederholt sich nicht 100%ig, aber mich ödet es etwas an in letzter Zeit. Ich hatte schon die "perfekte" Disko, die lustigste Teamsitzung usw.
Es gibt sicher Sachen die sich toppen lassen, aber irgendwie fehlt mir dazu die Motivation. Es ist und bleibt alles auf eine Art identisch. Das Grillen wird beim 10. Mal einfach etwas ausgelutscht.
Sogar die Geschichten der Kids lassen mich inzwichen recht kalt (Mama alleinerziehend, Mobbing in der Schule, etc.). Ich komme mir vor wie ein Sozialarbeiter der den Beruf schon eine Weile macht. Einfach abgestumpft.
Vielleicht rückt sich das alles wieder zurecht in diesem Sommer, aber zur Zeit ödet mich das etwas an. Gott sei Dank, haben meine kleinen Jungs auf der Freizeit mich immer auf Trab gehalten. Da kam wiedermal alles vor, von Heimweh bis in die Hose machen. Aber die warn wirklich toll, hatte selten so ein liebes Zimmer. (Übrigens sind 4 der 7 Briefe schon raus gegangen *gg*)

Ich brauch etwas neues, eine neue Freizeit mit mehr Nervenkitzel. Glaube langsam wirds doch Zeit für die Königsdisziplin, unsre Hyperaktiven-Freizeit. Mal schaun ob ich da nächstes Jahr rein kommen kann...


Kommentar von Tobias (25.05.05 17:38:55)

Sicherlich ist es um so öfter man etwas macht immer langweiliger, wobei ich denke gerade bei Einer Freizeit ist eine richtige Eintönigkeit festzustellen. Ich selber habe inzwischen 10 Freizeiten mitgestaltet als Teamer, allerdings nie Als Gesamtverantwortlicher oder Oberteamer oder wie Ihr es sonst nennen wollt. Meine Erfahrung ist das in unseren Teams immer ein riesiges Potential an neuen Ideen waren wie Brettspiele als Geländespiele umgeschrieben wurden, oder auf Fit für die Freizeit Veranstaltungen neue Spiele erklärt und auch ausprobiert worden sind, die dann oft auf der nächsten Freizeit zum Einsatz kamen. Im Moment bin ich auch an der Planung für eine Freizeitgruppe die ich außer einem Leiter überhaupt nicht kenne eine Freizeit zu planen. Ist nicht ganz einfach wenn man nur die ungefähren Randbedingungen kennt. Es ist der Versuch einer Gruppe mal ein Programm auszuarbeiten ohne irgendwelche direkten Vorgaben, so dass Ihr Lager mal evtl. anders aussieht.
Wir haben auch schon ein paar Mal einfach Freunde oder auch andere Freizeitteamer gebeten dass sie mal ein ungefähres Programm zusammenstellen sollen für uns. Da gibt es dann doch öfters mal was Neues. Die Hauptarbeit bleibt aber trotzdem beim Freizeitteam. (ich hoffe das kapiert irgendwer *gg*)
Gruß Tobias


Kommentar von Unbekannt (26.05.05 09:10:30)
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Wir haben so unter Standardprogramm das wir abspulen. Hört sich etwas sehr unprofessionell an, aber zu dem Standard gehören inzwischen um die 100 Neigungsgruppen und 30 verschiedene Abendveranstaltungen. Jedes Jahr kommen da auch ein paar neue dazu und alte fallen weg.
Im Grunde ist es eben immer dasselbe Programm. Und ich bin nicht der Programmmensch im Team. Das war ich nie und werde es auch sicher nie sein *gg*
Ich bereite auch Abendprogramme vor, aber irgendwelche neuen Dinge die ich noch nicht "live" miterlebt habe, würde ich niemals planen. Das überlasse ich den anderen. In der Sache bin ich zu ungeschickt und nicht offen genug für Neues.

Für mich wird es nach diesem Sommer Zeit für etwas neues. Sei es Jugendfreizeiten oder ein neues Hobby. Mich reizt es zum Beispiel in der Küche für eine Freizeit zu stehen und Essen zu zaubern. Da habe ich noch eine Menge zu lernen :-)


Kommentar von faenny (28.05.05 10:31:46)

Ich denke gegen Routine ist überhaupt nichts einzuwenden. Die gibt zumindest mir, Sicherheit.
allerdings würde cih das was du beschreibst nicht unbedingt als Routine bezeichnen, (ein anderer Begriff fällt mir aber auch nicht ein)

Aber gegen dieses Gefühl, was du beschreibst, kann ich dir empfehlen wirklich mal andere Freizeiten mitzumachen oder in die Küche zu stehen. Ich war nie mehr als 2, 3 mal auf der gleichen fReizeit und so wurde es dann nie langeweilig.
Jedes Team, jede Organisation ist so anders, dass man sich immer wieder auf etwas neues einstellen muss, unterschiedliche Voraussetzungen und Probleme hat. Mir hat es geholfen, mich jedes mal wieder neu "voll reinzuhängen"


Kommentar von SKohler1 (27.01.06 13:09:24)

Ich denke, das Routine bei bestimmten Sachen sogar essentiel ist, so z.B.bei sicherheitsrelevaten, oder gefährlichen Sache, die bei Unerfahrenheit oder Unachtsamkeit leicht in die Hose gehen könne. Solche Aktionen sind etwan, wenn man mit den Teilnehmern im Hochseilgarten arbeiten. Dabei sollten die betreffenden Trainer nicht nur die sicherheitstechnische ( Sichern, Knoten, usw. ) Ausbildung haben, sondern auch eine gewisse Routine in deren Anwendung um ein ungefährdetes Programm zu gewährleisten. Dasselbe gilt sicherlich auch fürs Schwimmbad.
Ansonsten kann ich dir zustimmen, das Freizeiten nach ein bis zwei Jahren ein anderes Programm brauchen um auch für die Teamer und länger mitfahrenden TEilnehmer noch interresant zu bleiben.


Kommentar von DLRGTOBY (05.09.07 02:07:40)

 

Wir ändern jedes Jahr das Programm so das es jedes Jahr eine neue herausforderung für jeden ist. Langeweile gibt es bei uns nicht. Jedes Lager unterscheidet sich bei uns es wird schon beim Aufbau darauf geachtet das einige Zeltle anderst stehen als im vorjahr.



Kommentar von uebbi (11.12.07 21:38:09)

Als Lageropa muß ich mich dazu nun auch mal melden. Fahre seit 25 Jahren ins Sommerlager und davon seit 19 Jahren als Gruppenleiter und ca. 12 Jahre als Hauptleiter. Natürlich ist da eine Routine vorhanden und ich muß sagen, daß mir diese Routine das Rückgrad gibt, die Freizeit jedes Mal etwas anderes zu gestalten. Sei es der neue Platz (wir wechseln jedes Jahr), das wechselnde Team, neue Nachwachsende, neue Teilnehmer, das Motto und deren Umsetzung, das Küchenteam, hier und da mal ein neues Zelt, neue Tagesaktionen, die aus Diskussionen mit anderen Lagerleitern entstehen oder als IDee aus dem Team heraus geboren werden,... die Liste ist unendlich lang.

Ich glaube bei uns gibt es auch einige, die mit der Routine zu kämpfen haben, das ist aber meist eine Sache, wie man das sieht und was man letztendlich möchte. Ich habe noch einige Ideen und Aspekte, die ich gerne mal testen würde, die mir das Lagerleben nicht langweilig werden lassen. Außerdem kann ich einem Kommentar nur zustimmen, daß mit der Sicherheit und der Erfahrung auch mehr Raum bleibt für weitere Details, die man sonst übersah oder sich nachher ärgerte, weil dafür zu wenig Zeit war. Ich glaube man darf nie aufhören, ständig das neue anzusehen, zu integrieren was passt und das traditionelle zu hinterfragen, wie es sich dem Wandel der Zeit anpassen könnte, sollte.

THomas



Kommentar von Iltis (25.12.07 23:31:53)

Was ist Routine? Fahre schon seit einigen Jahren auf Freizeiten, mache einige Seminare im Jahr mit Jugendlichen und denke, ich habe schon fast alles erlebt. Doch jedes Mal, wenn ich weg bin, kommt was neues unvorbereitetes.

Vielleicht liegt das daran, das ich selbst immer neue Sachen mache, vielleicht, weil ich mit Menschen arbeite, die nun mal alle anders sind, aber die Routine wie der Chris sie beschreibt, könnte mich glaub ich nie einholen.

Benutz es doch als Professionalität, dass bestimmte Arbeitsabläufe nicht mehr hundert mal überdacht werden können, aber nimm dir auch neue Spielfelder.

Last but not least: Jeder ist für sich selbst verantwortlich. Nimm die dir Abwechslung, die du brauchst. Es wird sie dir kein anderer vor die Füße schmeißen. 



Kommentar von Brueck (16.02.09 22:59:44)

So wie Chris es am Anfang beschreibt - nur das ich die Neue bin. Und ich will alles so perfekt wie möglich machen. Bin über die letzten 8 Jahre in diese Position hineingewachsen. Zuerst nur als "Gast", dann als Gruppenleiter. In diesem Jahr das zweite Mal als stellvertr. Lagerleiterin aber mit den Aufgaben des Lagerleiters (dieser möchte in diesem Jahr ausscheiden). Irgendwann hatte mich das Virus "Zeltlager" infiziert und es gibt zum Glück kein Gegenmittel.

Das Loch nach der Freizeit gab es bei mir im letzten Jahr auch. Alles um mich herum war danach nur noch langweilig und viel zu ruhig, überhaupt nicht hektisch, keine neuen Herausforderungen. Ich hatte versucht, dies mit viel "nacharbeiten" zu retuschieren, doch es half nix. Doch leider ging das über etwa 2 Wochen, bis ich mich wieder an die Ruhe gewöhnt hatte. 

Abwechslung hab ich genug und werde ich wohl immer genug haben, da ja das "Personal" auf unserer Freizeit immer wieder wechselt. Ich hab mal drüber gerechnet. Die letzten 36 Jahre haben wir etwa 300 Betreuer verschlissen. Also von Rotine dürfte keine Spur sein. Doch ich werde mich überraschen lassen, wie sich das diesjährige Lager entwickelt und das darauffolgende und as darauf folgende und.....



Kommentar von Hermi (17.02.09 11:25:26)

Ich habe beim 15. Freizeitwochenende zu zählen aufgehört. Aufgrund einer gewissen Müdigkeit und Routiniertheit habe ich mich dazu entschlossen, meine Aufgaben abzugeben und sozusagen in Ruhestand zu gehen. Irgendwie fühlt sich das mit 22 aber schon etwas komisch an und mittlerweile tut es mir schon etwas leid. Aber ich habe schon eine neue Herausforderung gefunden und werde hoffentlich wieder mit 100% Energie und Motivation durchstarten...



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