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Pakete und Post auf Freizeiten

von Unbekannt (02.05.05 13:13:57)

Alle Antworten sind auf 0.1 GM begrenzt, weil diese Rubrik eine Sonderaktion ist und so vielen Betreuern wie mnöglich zugänglich gemacht werden soll innerhalb des grik's.

Bekommen eure Kids Pakete auf der Freizeit?
Was macht ihr wenn das überhand nimmt?
Wie geht ihr mit "Fresspaketen" (oder "Überlebenspakte", wie sie die Eltern bei uns gern nennen *gg*) um?
Welche Erfahrungen habt ihr in diese Richtung gemacht?

Zu Definition:
Unter "Fresspaketen" verstehe ich Pakete die randvoll mit Chips, Schokolade und Gummibärchen gefüllt sind.

Danke an Roland für die Anregung!
Kommentar von rolimo (04.05.05 09:43:26)

Wir bitten die Eltern bei uns am Info-Anlass, dass wenn sie ihren Schützlingen ein Paket senden, dass sie dem Paket Dinge für die ganze Schar geben. Natürlich darf darin auch einen Teil sein, der nur für das Kind bestimmt ist.

Bei uns hat das bis jetzt immer geklappt...

Als Kind, war ich immer ein "Armer", denn ich habe nie ein Paket erhalten... wie geht ihr damit um?
Kommentar von Tobias (04.05.05 12:41:37)

Wir haben den Eltern schon immer gesagt dass wir Pakete nicht an die Kinder Während dem Lager weiterleiten, sondern erst auf der Heimfahrt austeilen. Dadurch i­st das Problem gelöst worden, ich denke dass jedes Kind auch eine Woche mit weniger Süßigkeiten auskommt. Außerdem gibt es ja auch während der Freizeit die Möglichkeit evtl. Süßigkeiten zu kaufen.
Kommentar von pentos (04.05.05 15:19:42)

Bei uns können die Eltern den Kindern Fresspakete schicken, aber es wird von vornherein gesagt, dass, sollte das überhand nehmen, die Pakete erst auf der Rückfahrt ausgehändigt werden.

Als sehr erfolgreich hat es sich auch erwiesen, die Pakete so zu verteilen und auspacken zu lassen, dass der Rest des Zimmers es mitbekommt - normalerweise sorgen die Kinder dann selbst dafür, dass nicht einer nich alles wegfuttert.

Einige Eltern schicken übrigens auch mal direkt was an die ganze Gruppe adressiert - das ist immer nett!

Wir haben übrigens auf jeder Fahrt einen eigenen Kiosk mit, bei dem die Kinder Sachen ein paar Cent billiger als im Supermarkt kaufen können - so hat man meist auch einen Überblick darüber, was gefuttert wird... ;-)
Kommentar von Unbekannt (04.05.05 18:07:52)
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Das mit dem Kiosk haben wir auch auf unsren Freizeiten. Dank der Metro haben wir auch Preise im Cent-Bereich und irgendwie immer am Ende 30 Euro oder so über (ungewollt!). Da gibts dann ne nette Abschlußparty für die Kids am Ende mit Chips & Co.

Pakete sind bei uns erstmal erlaubt, solange es nicht diese Fresspakete sind. Wenn die Eltern mal zwei Tüten Gummibärchen schicken ist das nicht wirklich schlimm finde ich. Sollte ein Kind jetzt eine Wochen Ration Süßes bekommen, darf es sich alle zwei Tage etwas rausnehmen. So teilen wir das Ganze schön ein und mit dem Kompromis können beide Seiten leben.
Auch wir sagen den Eltern, dass sie bitte keine Kriegsvorröte schicken sollen. Leider halten sich ja nicht immer alle dran, aber mit unserer Regelung klappten diese Sachen auch eigentlich gut.
Kommentar von rolimo (09.05.05 17:01:13)

Ein gutes System finde ich noch dieses:

Am Lagerinfotag verteilt man den Eltern pro Kind zwei (oder auch mehr) spezielle "Paketkleber".

Alle Pakete, die im Lager ankommen und aufdenen einen solchen Kleber angebracht ist, werden direkt an die Kinder gegeben; Alle anderen werden an die ganze Gruppe verteilt.
Kommentar von Unbekannt (09.05.05 18:34:16)
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...das ist ganz schön mutig. Solltest du das machen verstößt du in Deutschland zumindest gegen das Gesetz. Stichwort Briefgeheimnis & Eigentum.
Du kannst doch nicht hergegehn und die Süßigkeiten anderer Leute verteilen *gg*
Kommentar von Tobias (09.05.05 19:10:51)

Ich denke wenn das von Anfang an bekannt ist kann man das machen. Ansonsten könnte es schwierig werden, aber ich würde mir das auf jeden Fall vorher unterschreiben lassen, dann bist du auf der sicheren Seite. Ich finde die Idee mit den Aufklebern echt gut.
Kommentar von Unbekannt (09.05.05 19:25:28)
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Bist du dir sicher, dass man das Briefgeheimnis so "umgehen" kann?
Ich glaube, dazu bräuchtest du etwas mehr als nur eine Unterschrift. Dazu brauchst du normal eine Vollmacht. Und das ist etwas übertrieben für eine Freizeit finde ich.

Ganz unabhänig davon: wie würdet ihr euch fühlen, wenn ein Paket an euch einfach von den Betreuern an andere verteilt würde?
So in Ordnung finde ich das nicht. Zustimmung der Eltern oder nicht. Sollten sich die Eltern nicht an diese zwei Pakete halten und ihr zieht die Regelung durch, würds bei unsren Kindern Tränen geben. Unsren Kids sind die Pakete von zu Hause heilig.
Wie ich gesagt habe, ist das Einteilen bzw. Zurückhalten von Süßem eine Sache. Aber es ungewollt wegnehmen und verteilen finde ich richtig richtig böse. Wenns gewollt ist von den Kindern und Eltern, okay. Aber was nützt euch so eine Regel, wenn ihr sie eh nur auf die Fälle anwendet, bei denen es eh gewollt ist das alle was abbekommen?
Kommentar von rolimo (10.05.05 09:01:37)

Okay... die Pakete verteilen, dass ist vielleicht nicht die beste Lösung...
Aber die Idee mit den Klebern finde ich trotzdem gut... man kann ja die kleberlosen Pakete am Schluss des Lagers geben... oder was auch immer...
Kommentar von faenny (10.05.05 10:10:20)

Bei uns haben es die Eltern zum Glück eingesehen, dass diese Fresspakete unnötig sind, und ihr Kind mal eine Woche ohne Süßigkeiten (oder mit dem was sie am lagerinternen Kiosk kaufen können) gut auskommen kann. Halte ich für die beste Lösung.
Probleme hatten wir mehr an Wochenendausflügen. Da hatte meistens jeder ovn vorne herein für die ganze Gruppe etwas dabei.. und das war dann eindeutig zuviel (eigentlich reicht es ja, wenn jeder, mengenmäßig, nur etwas für sich mitbringt, das kann man dann ja trotzdem untereinander teilen)
Kommentar von Unbekannt (10.05.05 17:12:03)
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@ Roland: machts doch einfach so das ihr nur zwei pakete pro Kind weitergebt. Die restlichen werden einfach am Ende der Freizeit den Eltern in die Hand gedrückt. Damit dürftest du keine Probleme haben. Allerdings sollte man nicht vergesssen das den Eltern zu sagen, sonst kommts zu Missverständnissen *gg*

Allgemein denke ich, braucht man solche Regelungen ja aber nur wenns wirklich mal zu heftig mit den Paketen wird. Ansonsten ist ja alles in Butter und es besteht kein Regelungsbedarf :-)
Kommentar von SchnuLa (30.04.06 16:45:23)

Hallo Leute,

ich wollte mal eben meine Erfahrung los werden.

Es kam ein Paket für ein Mädchen ich nenn es hier mal Anja. Anja bekam in unserem zehntägigen Lager ein Päckchen und soviel Briefe und Karten (von Mama, Papa, Oma, Opa, Onkel, Tante, Gott und die Welt) wie ich in meiner mehr als zehnjährigen Lagerkarriere.
Ich sprach mit Anja, Ihre Gruppenmitglieder kamen dazu und wir gingen in deren Schlafraum und öffneten mit der ganzen Gruppe das Paket, so dass alle sahen, was Anja von Oma und Opa geschickt bekam. Es war ein typisches Fresspaket, die Gruppe, andere Teilnehmer und ich hatten sehr viel Spaß bei der Aktion. Anja hat super geteilt, hatte keine Bauchschmerzen und Oma und Opa hatten ganz viele Kinder glücklich gemacht, was ganz sicheer in deren Sinne war.

Wir werden in diesem Jahr den Eltern ans Herz legen, das sie und auch andere Leute keine Päckchen und Pakete schicken.

Vom öffnen fremder Post halte ich auch nichts, gibt zu schnell ärger.

Euch allen viel Spaß und wenig ärger in Euren Lagern

CU Markus
Kommentar von Bergen (20.05.08 23:57:31)

Wir führen in unserem Zeltlager eine heimlich Liste darüber, welche Kinder Pakete und Birefe bekommen und welche nicht. Kinder, bei denen absehbar ist, dass sie im Laufe der 14 Tage keine oder nur sehr wenig Post bekommen, kriegen dann immer vom "ZeltlagerGnom", einer lieben Phantasiegestalt unseres Zeltlagers Post oder auch mal ein kleines Paket. Kinder, die gar keine Post bekommen, sind bei uns selten. Wir ermutigen die Eltern sogar den Kinder Post zu schicken und auch mal ein Paket, weil die Kids sich darüber freuen. Bei den Paketen bitten wir auch darum mit den Süßigkeiten nicht zu übertreiben oder etwas für das ganze Zelt zu schicken, es kann ja auch etwas anderes sein, eine Zeitschrift oder neue Batterien. Bisher haben wir in den letzten 25 Jahren unseres Zeltlagers wenig Probleme damit gehabt. Bekommt ein Kind wirklich mal sehr viel, würden wir es in Absprache mit dem Kind einteilen, ein Argument, z.B. die Schokolade im Kühlschrank aufzubewahren zieht immer. Meistens teilen die Kinder gerne ihre Süßigkeiten mit den anderen, denn sie möchten sicher auch mal etwas von einem anderen Kind abbekommen!

<>Post zu lesen, Pakete zu öffnen oder deren Inhalt gar zu verteilen geht natürlich gar nicht!!! Verstößt sowohl gegen das Birefgeheimnis als auch gegen das Eigentumsrecht der Kinder.

 

So schauts bei uns aus!!!

 

LG

Nicole

 

Kommentar von DieNici (18.06.08 13:24:45)

Wir teilen den Eltern und auch den Kindern von vornherein mit, dass große Fresspakete entweder von uns bis zum Lagerende aufbewahrt oder aber mit der Gruppe geteilt werden müssen. Bei uns kommen viele Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen kommen ist es einigen Eltern eben nicht möglich ihren Sprösslingen zusätzliche Leckereien zukommen zu lassen. Wenn man den Kindern, die eben zu den glücklichen zählen, die Fresspakete bekommen unter vier Augen und einfühlsam erklärt sind die IMMER gerne bereit zu teilen. Ist doch cool, wenn man eine abendliche Zimmerparty mit Schokolade und Gummibärchen schmeißen kann ;)

Allerdings ermutigen wir die Eltern und Verwandten auch dazu öfter mal einen Brief oder eine Postkarte zu schicken, denn das ist meist was ganz besonderes und hat sich als besser erwiesen als ständige Telefonate. Damit auch da bei denen, die keine Post bekommen kein Neid aufkommt schreiben da auch schon mal die Betreuer per "Lagermail" ein Briefchen.

LG Nici 

Kommentar von cadderly (06.09.08 12:08:29)

Die Idee mit der Lagermail und dem Lagergnom find ich gut, aber wie macht ihr das? Gerade im Ausland haben die Kinder die Möglichkeit, herauszufinden, dass der Brief nicht aus der Heimat ist (falsche Briefmarke und Poststempel). Wir haben das so gehändelt, dass wir immer jemanden zu Hause hatten, der für solche Briefe oder Postkarten verantwortlich war. Einmal anrufen, den Namen durchgeben und zwei Tage später war die Karte da.

Mit Fresspaketen hatten wir eher wenig zu tun, eher hatten die Eltern die Kinder schon vorher eingedeckt. Der Extremfall waren zwei Kids, die schon übergewichtig waren (10 Jahre) und beide eine grosse Sporttasche voll mit Süssigkeiten mit brachten. Wir haben die Taschen konfiziert und den Kids die Möglichkeit geben, eine kleine Menge als Tagesration abzuholen, oder auchmal eine grössere Menge für eine Zimmerparty. Am Anfang der Freizeit wurden sie wegen ihrer Übergewichtigkeit oft gehänselt, aber nach drei, vier Partys haben die anderen Kids sie akzeptiert und für sie wurde es noch eine schöne Freizeit. Sie haben fast den ganzen Vorrat an die anderen Kids verteilt. Also Fresspakete find ich nicht per se schlimm, man muss sie nur richtig handhaben. Die Aktion war vielleicht pädagogisch nicht ganz korrekt, aber sie hat dazu geführt, dass die beiden Jungs das Gefühl hatten, nicht mehr Aussenseiter zu sein, sondern Teil einer Gemeinschaft, auch wenn es über Bestechung lief. Beim Nachtreffen haben wir gemerkt, dass einige echte Freundschaften mit den beiden entstanden sind, Kids, die die beiden so akzeptierten, wie sie sind (ohne Süssigkeitenbestechung). In dem Fall hatten die Fresspakete mal einen positiven Effekt.

Kommentar von DieNici (06.09.08 15:24:03)

Hallo Holger,

 "Lagermail" oder ganz uncool und altmodisch "Lagerpost" läuft bei uns folgendermaßen: Gleich zu Beginn des Lagers wird mit ein paar Kids zusammen ein Schuhkarton zum lagerinternen Postkasten umfunktioniert bzw. basteltechnisch verschönert, mit Einwurfschlitz und Vorhängeschloss versehen usw.. Der steht dann für den Rest der Lagerzeit an einem für alle zugänglichen Ort. Daneben liegen entweder ausgemusterte Postkarten (Druckereien abklappern) oder auch einfach handlich zugeschnittenes Kopierpapier zur freien Entnahme. Dann können sich die Kids untereinander oder auch den Betreuern, Küchendamen etc. kleine Briefchen und Nachrichten schreiben. Das geschieht entweder mittels Name/Kleingruppenname/Zimmernummer-Adressierung oder aber auch etwas geheimnisvoller über die Wäschenummern (Einmerkhilfe für das Eigentum der Kinder). Abends dann stempeln die zwei Postmeister-Betreuer die ganzen Briefe, sortieren sie und wenn gerade recht schlimme Beschimpfungen ins Auge fallen wird mitunter sogar zensiert und die unschäne Karte geht auf dem Postweg verlustig. Am nächsten Tag nach dem Frühstück kommt dann die große Zeremonie der Postzustellung im Speisesaal.

Das ist immer ein Riesenhighlight auf unseren Lagern und es gibt so fleißige Briefeschreiber, die sogar Schreibzeug mit ins Schwimmbad nehmen und dort eifrig texten. Blöd ists immer nur für die recht umschwärmten Betreuer die dann in ganz arge Nöte kommen, wenn sie gefragt werden warum sie denn immer noch nicht auf alle Briefe, die sie bekamen geantwortet haben (der Rekord liegt bei 5 Stück von einem Kind an einen Betreuer - und das täglich!!) 

Das angenehme ist wie schon erwähnt, dass man hierbei als Betreuer recht schnell erkennt, wer von den Kindern wenig oder gar keine Post bekommt und selbst mal ein Kärtchen schreiben kann bzw. dem Außenseitertum entgegenwirken.  

Kommentar von cadderly (07.09.08 02:30:58)

Hi Nici

Setz dies bitte in den Ideenpool, denn ich denke, davon können viele profitieren, die auf Freizeiten Probleme mit fehlender Post von zu Hause haben.

Kommentar von frankschae (19.12.09 10:38:46)

Bei uns wird das mit den Briefen und Paketen so gehandhabt, dass jeder auch die an ihn adressierte Post bekommt. Natürlich wird den Eltern vorher gesagt, dass die Kinder nicht in den Krieg ziehen ( wie chris das ja schon so schön ausgedrückt hat mit den Kriegsvorräten :-) ). Die meisten geben in der Regel sowieso an ihre ganze Hütte dann etwas ab. Die Kids können sich bei uns auch so im Kiosk mal etwas kaufen ( natürlich zum Selbskostenpreis). Dann hat man auch bei allen eigentlich eine ganz gute Übersicht, wer immer wieviel kauft. Zum Öffnen von Briefen sage ich nur: No way! Ich würde auch nicht wollen, dass jemand liest was meine Mama mir schreibt... Auch wenn ich jetzt nicht glaube, dass man gleich angezeigt wird, wegen dem Bruch des Briefgeheimnisses, weil man mal liest, was in dem Brief des Teilnehmers steht.




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