Diskussionsplatz - pädagogische Fragen
Heimwehpillen - sinnvoll oder übertrieben?
von Unbekannt (08.04.05 16:10:07)Alle Antworten sind auf 0.1 GM begrenzt, weil diese Rubrik eine Sonderaktion ist und so vielen Betreuern wie mnöglich zugänglich gemacht werden soll innerhalb des grik's.
Das Thema habe ich aus dem Artikel Medizinkoffer auf Freizeiten (Vorschau) und fand es sehr interessant.
Was habt ihr für Erfahrungen mit den Heimwehpillen und dem
Placebo-Effekt?
Ist es eher nützlich oder übertrieben?
Bin gespannt auf eure Meinungen!
Und Danke an Kerstin für die Anregung :-)
Also, bei uns auf Lager funktionierts. Wir haben unsere Heimwehtropfen sogar von einer befreundeten Apothekerin gekriegt. Medizin muss schließlich auch so aussehen und so schmecken. Wichtig dabei ist, wie es rüberkommt. Wenn der Leiter beim Verabreichen der Tropfen schon grinsen muss, merken die Kinder meistens doch, dass irgendwas faul ist.
Bei Heimweh (wenn die Kinder es offen zugeben) hilft auf Dauer aber eher eine "Zwangs"-Beschäftigung der Kinder (Mithilfe in der Küche, beim Holzsammeln, Spiele, ...). Dann legt sich das mit dem Heimweh normalerweise auch schnell wieder. Die Tropfen lassen unter Umständen nämlich recht schnell in der Wirkung wieder nach.
Wir setzen Placebos (Brausetabletten aller Art(Calcium, Magnesium, ...)) vor allem dann ein, wenn Kinder (bei vermutetem Heimweh oder wenn sie keine Lust haben, am Programm teilzunehmen) mit vorgetäuschten Krankheiten (Bauchweh, Kopfschmerzen) kommen.
Soläuft das bei uns auch, das sind meistens Kinder die aufmerksamkeit wollen. Die schicken dann ihre FReundinnen zu uns um uns zu sagen, das ihre Freundin Bauchweh hat. Oft wollen die dann auch nicht mehr essen und da hilft kein zureden die bleiben Dickköpfig.
Sind auch meistens die selben.
Ich finde Eure kommentare ehrlich gesagt ganz schön gefährlich. Ich hoffe das Ihr wist, das die Kinder denen Ihr Calzium oder Magnesium Tabletten gebt keine Allergie auf diese Stoffe haben !!!
Ich kann da leider nur aus eigener Erfahrung sprechen, denn so einen Fall hatten wir schon auf einem Zeltlager.
Wenns den "Pilln" sein sollen wie wäre es mit smarties.
Oder noch besser wie wäre es mit ner runde "schmusen". Nehmt Euch für die Kinder Zeit, schenkt Ihnen die erforderliche Aufmerksamkeit und gestalltet Eurer Programm vernünftig.
Also Mit Magnesium und ähnlichem würde ich auch vorsichtig umgehen.
Unsere Heimwehtabletten bestehen aus Traubenzucker und das wirkt... ;-)
Grunsätzlich finde ich diesen Placebo-Effekt nicht schädlich. Allerdings sollte man ihn nicht immer anwenden oder darauf zu spekulieren.
Bei uns setzen wir diese Methode als Notlösung ein. Wenn gerade keine Zeit ist oder wir alle anderen Register schon gezogen haben kommen die Heimwehpillen zum Zug.
Aber auch gegen Smarties können die Kids allergisch sein. Da ist ja auch nicht gerade wenig Chemie drin. Als relativ allergiefreie Lösung empfehlen sich Pfefferminzduftöle auf dem Kopfkissen oder so Dinge.
Mal ne ganz andere Frage:
Muss man denn überhaupt gleich was gegen Heimweh unternehmen?
Ich habe schon die Erfahrung gemacht, dass Kinder das manchmal einfach brauchen und sich dadurch eine Auszeit nehmen. Ich finde, so lange so ein Rückzugverhalten nicht extrem ist und nicht zu lange dauert, kann man dies einem Kind auch zustehen.
Fall es nicht von alleine wieder mitmacht, würde ich beschäftigung und Aufmerksamkeit irgendwelchen Heimwehmedikamenten auf jedenfall vorziehen. Denn das Kind muss dann ja denken: "Prima, ich kann mein Problem mit Medizin lösen" Und das so etwas sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln...
Meine Mutter ist Lehrerin und öfter mit Klassen der Stufe 5-9 (Hauptschule) im Schullandheim. Sie benutzt die farbigen Menthos als Anti-Heimweh-Pillen mit einem von mir designten Medikamenten-ähnlichen Aufdruck.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Kinder die "Pillen" nicht als Menthos erkennen, soweit ich weiß kriegt die aber auch jeder vor dem Einschlafen.
Kommt jedenfalls super an, und bleibt den Kids auch in Erinnerung!
Zu Stefanie:
Ich finde deinen Einwand schon berechtigt, finde aber, dass die Methode meiner Mutter da ein ganz gelungender Mittelweg ist. Mit Aufmerksamkeit klappt das ja leider nicht immer so mit Einzelbetreuung. Bis man aus einem pubertierenden Mädel herausbekommt, ob es jetzt Liebeskummer ist oder Heimweh, also bis sich erstmal dieses Vertrauensverhältnis aufgebaut hat, so lange hat man normalerweise ja nicht, da man sich noch um die anderen kümmern muss.
Ich stimme dir aber auf jeden Fall dabei zu, dass man Kinder auch mal ein bisschen trauern lassen kann. Solange es nicht ausartet.
Wenn doch:
Manchmal wirkt ein bisschen Ablenkung auch schon sehr heilend gegen Heimweh.
Das finde ich jetzt aber doch etwas "krass". Jeder bekommt die vorm Einschlafen?
Grundsätzlich bin ich ja auch der Meinung das niemand von ein oder zwei "Heimwehkiller" medikamentenabhänig wird. Aber wenn es wirklich jeden Abend eine Tablette (mit medizinischem Aufdruck) gibt, ist diese Gefahr wohl nicht von der Hand zu weisen. Ich könnte mir sehr gut vorstellen das soetwas schon eine gewissen Eindruck zu Medikamenten aufbaut.
Aber ich kann die Situation deiner Mutter sehr gut verstehen. Die Hauptschulkids sind oft sehr sehr stressig. Wenn es auch meistens wirklich ganz liebe Kinder sind. Zeit für Einzelbetreuung bleibt da als Lehrer nicht oft. Außerdem musst du als Lehrer ja auch immer aufpassen wie weit du da gehst. Ein zu enges Verhältnis zu den Schülern ist sicher nicht nützlich im Allgemeinen.
Bei uns bekommen die Kinder nur am Abend Heimwehpillen.Das sind dann Baldrianperlen und die haben bisher immer gut gewirkt!
Tagsüber versuchen wir den Kindern besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen (z.B. durch Spielen von Gesellschaftsspiele spielen o.Ä.)Dabei muss man aber vorsichtig sein und es mit der AUfmerksamkeit nicht übertreiben, denn dann neigen die Kinder schnell dazu Heimweh zu bekommen nur um center of attention zu werden.
Baldrian wirkt aber super...auch noch bei den älteren!
Lg Lisa
Find ich gut das mal darauf hingewiesen wird, das Heimweh auch nur genutzt werden kann um Aufmerksamkeit zu bekommen. Was mache ich den mit den Kindern die dafür schon berühmt sind?
Aufmerksam wäre da doch der falsche weg,oder?
Hallo Antje,
ich hab in solchen Fällen ganz gute Erfahrung gemacht mit einem klärenden Gespräch unter 4 Augen. Oft ist es sinnvoll das Kind nach dem Essen oder während den Pausen zwischen dem Programm mal unauffällig herauszunehmen und an einem Ort wo man nicht gestört wird, z.B. im Schlafraum der Leiter oder so, mit dem jenigen Kind zureden. Ich kann sagen dass gerade bei denen es schon einer Dauerzustand war es sehr erfolgreich gewirkt hat, allerdings hab ich den Kindern aber auch klar gemacht dass sie dadurch sich nicht unbedingt zu Freunden der Leiter werden. Manchmal muss man aber auch vorsichtig sein, nicht das man ein Kind zu Früh anspricht. Ich kann nur sagen ein Gespräch klärendes Gespräch wirkt oft besser als tausend Pillen.
Gruß Tobias
Hallo Lisa,
ich möchte jetz nicht gesundheitsapostel dastehen aber meinst Du wirklich Baldrian ??
Eine Kurze exkursion zum Thema Baldrian :
Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Baldrians sind sein ätherisches Öl und die so genannten Valepotriate, die sich beim Trocknen der Pflanze chemisch umwandeln und für den charakteristischen Geruch verantwortlich sind. Außerdem enthält Baldrian Alkaloide, die erregend auf Katzen wirken sollen (daher sein Name : Katzenbaum), Stärke und Zucker.
Baldrian wirkt beruhigend, einschlaf- und durchschlaffördernd, krampflösend und muskelentspannend. Außerdem hat er psychisch einen leicht anregenden Effekt. Durch diese Wirkungen vermag er, innere Ruhe, Angst und Spannung zu beeinflussen und einen Zustand der Ausgeglichenheit hervorzurufen.
[F]Valepotriate weisen eine hohe Reaktionsfähigkeit auf und gelten daher als potentiell kanzerogen[/F].
Kanzerogen = Krbserregend
Bitte überdenkt die Gabe von Baldrian an Kinder !
! Denn sie wissen nicht was sie Tun !
Ich möchte mich jetzt auch noch mal zu WOrt melden, denn ich finde es echt erschüternd, wie einfach und schnell Kinder Medikamente bekommen. Wir haben uns vor einer Freizeit auch einmal die Frage gestellt, ob wie Placebos mitnehmen sollen oder nicht. Nach einem Gespräch mit den Eltern auf dem Elternabend waren wir und die Eltern schnell einig, dass die Kinder keine Medikamente bekommen, welche nicht vom Arzt verschrieben wurden.
Ich finde es echt traurig, dass in unserer Gesellschaft so schnell zu Tabletten gegriffen wird. Für die jenigen, welche unbedingt meinen, dass dies nötig ist, so würde ich doch vorschlagen, dass vorher die Eltern angerufen werden und gefragt werden. Außerdem halte ich "Globolis" echt sinnvoller als Baldrian, Magnesium oder Calcium. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was dadurch bewirkt werden kann.
Mit Kindern reden hat noch immer geholfen und auch ein warmer Früchtetee oder Kakao kann Wunder bewirken. Vielleicht sollte sich jeder noch einmal Gedanken darüber machen, welchen Sinn/ welche Aufgabe eine Freizeit für die Teilnehmer haben sollte....
Nadine
Ich kann mich Nadine da nur anschließen!!!
Und ich finde es wirklich erschreckend was hier so alles rauskommt. Ich weiß nicht was bei euren Freizeiten anders ist als bei unseren, aber bei uns kommt Heimweh eher selten und nur bei einzelnen Kindern vor und wenn dann ist das Thema meist auch schnell wieder geklärt.
Ich frag mich ehrlich ob ihr das Thema nicht irgendwie überbewertet, es handelt sich hier nur um Heimweh. Heimweh ist ein stückweit normal (selbst ich sehne mich, wenn ich unterwegs bin manchmal nach hause und bin dann nicht so gut gelaunt) und ist keine Krankheit!
Habt ihr schona mal was von Self-fullfilling-prophecy (sich selbst erfüllende Prophezeiung) gehört? So wir der sogenannte Erwartungseffekt in der Psychologie genannt, er besagt, dass das was man erwartet auch in Erfüllung geht. Dieser Effekt wir oft unterschätzt, aber zahlreiche versuche haben das Gegenteil gezeigt: der Einfluss von unserer Erwartungshaltung auf das Verhalten von Kindern ist groß!
Vielleicht solltet ihr also einfach eure Einstellung mal ändern und euren Teilnehmern zutrauen, dass sie ihr Heimweh auch ohne Pillen und Balsdrian überwinden. sOfern sie überhaupt Heimweh bekommen.
Heimweh kann hochgradig ansteckend sein. Warst du noch nie alleine in einem Zimmer mit 5 Kids die alle gleichzeitig Heimweh hatten?
Gut, ich dachte an alles andere als Heimwehpillen. Hatte genug zu tun in der Situation. So einfach ist Heimweh in einigen Situationen auch nicht zu handeln, gerade bei den Kleineren breitet sich das Abends rasend aus. Die 5 Kids warn 6 bis 8 Jahre alt, aber nach einer Runde Karten war die Welt wieder okay :-)
Ich bin, wie gesagt, der Meinung Heimwehpillen sind in irgenwelchen Stresssituationen okay. Es gibt einfach irgendwelche Momente in denen der Betreuer keine Zeit hat sich jetzt von einem Kind abziehen zu lassen wegen einer Kleinigkeit wie Heimweh (für die Kids ist es natürlich keine Kleinigkeit!). Da gebe ich ein paar Kräutertropfen aufs Kopfkissen, erzähle die japanische Anti-Heimweh-Tropfen Story und die Kids schlummern brav vor sich hin danach.
Wirkliche Pillen gegen Heimweh habe ich bisher noch nie gegeben. Die Tropfen tuns ja auch ganz gut. Insgesamt habe ich 3 Mal bisher Tropfen gegeben. Das meiste der Kräutertropfen landet auf meinem Pulli wenn ich irgendwelche Klos saubermachen muss oder so Dinge :-(
Das Ganze beruht ja auf der "Self-fullfilling-prophecy". Der Placebo-Effekt ist genau dasselbe. Ohne dran zu glauben funktioniert es nicht.
Bei kleinen Kindern finde ich es als eine mögliche Heransgehensweise , denn die sind oft das erste mal alleine mal von zu Hause weg, man sollte sich aber doch Zeit nehmen mit dem Kind einmal zu sprechen und zu zeigen das es gar nicht schlimm ist von zu hause weg zu sein, dann ist meistens das ganze Heimweh schon gegessen und wenn dannn, gibts in der Apotheke so richtige Placebo Pillen die auch keine Stoffe enthalten, auf die man üblicherweise Allergien entwickeln kann (chirugen-Stahl zum schlucken).
Aber bei größeren Kindern son ab 9 liegt das Problem meistens tiefer (kein Spaß, Ausgrenzung etc.) und man sollte sich doc auf alle Fälle Zeit nehmen mit dem Kind darüber zu sprechen un das Problem mit ihm gemeinsam zu lösen.
Ein gute vorbeugende Maßnahme kann es zum Beispiel sein auf der Freizeit eine aktive Gruppenzeit einführen. Das ist eine Zeit, die fest imTagesplan verankert ist und bei der sich der Bertreuer eine halbe/Stunde mit seiner Gruppe beschäftig und kleinere und größere Probleme klären kann.
Das heißt also, wenn man das erste mal von zuhause weg ist und heimweh bekommt braucht man Placebos???
Wenn es bei den "tiefer liegenden" Problemen der älteren Kinder (mal davon abgesehen, dass die "Schwere" eines Problems nichts mit dem Alter zu tun haben muss)gut ohne Heimwehpillen funktioniert warum dann bei den Kleinen nicht auch???
Ihr merkt, ich bin komplett dagegen. Mag an mir liegen, da ich selbst so gut wie nie Medikamente nehme. Aber im Prinzip liegt meiner Auffassung diese Überlegung zugrunde:
Heimweh ist ein psychisches Problem (auch wenn es sich manchmal körperlich auswirkt z.B. Bauchweh)
Mit Medikamenten behandelt man körperliche Krankheiten, (Ausnahme: Psychopharmaka, aber die gehören in die Hände von Psychatern/Psychologen), Medikamente zu verabreichen ist sowieso nicht erlaubt (das dürfte dann wahrscheinlich auch für Plazebos gelten)
Also passen Pillen und Heimweh für mich einfach nicht zusammen.
(Gegen die Tropfen aufs Kopfkissen hab ich ja gar nichts, auch wenn ich wirklich noch nie solche Probleme mit Heimweh hatte)
Naja, placebos haben keinerlei wirkstoffe und bestehen nur aus dem was die Tabletten zusammenhält. Dürfen also verabreicht werden. Damit ihr das nicht falsch versteht, sicher sollte man sich auf alle Fälle mit dem Kind beschäftigen, denn Heimweh ist immer etwas psychisches.
Aber wenn die Kinder 5-6 sind und das Hauptproblem wirklich darin besteht, dass sie in einem anderen Bett schöafe und die Mama nicht da ist, ist sowas auch mal geehmigt.
Ich persönlich halte auch nichts von Placebos und bin da eher für irgendwelche eklig schmeckenden Bonbons oder so (denn Medizin schmeckt nun mal nicht gut) aber kenne auch Gruppenleiter die das machen und habe da jetzt nicht wirklich viel dagegen.
Es hat doch niemals jemand behauptet, dass wenn man das erste Mal von zu Hause weg ist, Placebos braucht...
Aber es gibt durchaus irgendwelche Situationen, in denen es einfach nicht möglich ist Betreuer abzuziehen. Sicher ist Reden die beste Lösung, aber eben nicht immer machbar. Zumindest bei unsren Freizeiten.
Und dann gibts eben die weniger gute, aber schnelle und unkomplizierte Lösung.
Grundsätzlich bin ich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Medikamenten. Meiner Meinung nach sollte man Medikamente weder verharmlosen, noch irgendwie gut reden.
Ich denke (und das wiederhole ich mich glaube ich), dass eine Placebo-Pille keine positive oder negative Einstellung zu Medikamenten aufbaut. Wer das behauptet, hat niemals selbst als Kind ein Placebo bekommen.
Aus meiner Erfahrung (als 7-jähriger wurde ich mal mit einem Placebo "geheilt") können die Kinder sehr gut unterscheiden zwischen dem Wundermittelchen von irgendwelchen chinesischen Mönchen (z.B.) und der Medizin in unseren Apotheken.
Placebo hin oder her. Ich denke jeder Betreuer kann das selber am besten Abschätzen wie er mit dem einen oder anderen Kind in Bezug auf Heimweh umgeht. Das Beste ist sicher reden, allerdings muss man da auch aufpassen, da sonst die anderen Kinder das "Problemkind" ausschließen weil es immer wieder bei einem Betreuer ist (siehe oben) bzw. Mit Kindern reden (Vorschau). Die Idee mit den Tropfen ist sehr gut, hab ich vor Jahren mal ausprobiert und es hat wirklich den gewünschten Erfolg gebracht.
Ich hoffe dass jeder Leiter / Teamer schnell herausfindet was bei welchem Teilnehmer wie am besten hilft.
Gruß an alle die mitdiskutieren
Tobias
Ich hab mittlerweile einige Reisen betreut mit Kindern zw. 3 (!!) und 14 Jahren.
Klar gab es da auch schon Heimweh. Jedoch hab ich NOCH NIE bei einem Kind Medikamente (Baldrian ist eins und das ist indiskutabel und verantwortungslos!) oder auch nur Placebos gebraucht.
Bei den meisten Kindern hilft das hier bereits oft genannte "etwas Zeit in das Kind investieren" oder ein eins zu eins Gspräch, bei dem man auch recht schnell die Simulanten heraus bekommt.
Wenn das nichts hilft kenne ich zwei Möglichkeiten und bisher haben die im Zweifelsfall immer geholfen:
Bei kleineren Kindern (bis 6 Jahre ca):
Kusskästchen:
Die Kinder bekommen von ihren Eltern kleine Schachteln (Streichholzschachteln o.Ä., eventuel gebastelt, verziert, mit Foto, was auch immer) mit, in denen die Eltern mindestens für jeden Abend einen Gute-Nacht-Kuss hinein packen, welches sich das Kind jeden Abend rausholen kann (wie, bleibt den Kindern überlassen und NEIN, die fliegen natürlich nicht alle auf einmal raus, wenn man die Schachtel öffnet ;-) )
Bei allen Kindern:
Briefe von zu Hause
Diese kurzen oder längeren Briefe sollten die Eltern den Kindern im Vorwege geschrieben haben und die Betreuer verwaren diese OHNE Wissen des Kindes. Inhalt sollte motivierenauf die Kinder wirken und nicht davon erzählen wie sehr die Eltern das Kind doch vermissen.
Diese Post können die Kinder im Heimwehfall lesen oder vorgelesen bekommen.
Wenn ich mein Kind mit auf eine Reise schicken würde und meinem Kind würden dort Dinge wie Baldrian verabreicht werden ohne mein Wissen wäre das die letzte Reise die mein Kind mit dem Veranstalter gemacht hätte und ich würde über rechtliche Folgen nachdenken.
Leute, schaltet doch mal euren Kopf an...
Heimweh ist keine Krankheit, also müssen die Kinder auch keine Medizin dagegen kriegen. Meist kommt Heimweh davon, dass ein Kind nicht ernst genommen wird (und dagegen hilft keine Medizin), dass es sich langweilt (daran ist wohl auch kaum das Kind schuld...), dass es geplagt wird oder das ihm ein bestimmtes z.B. ein bestimmtes Ritual fehlt.
Die Kinder müssen noch nicht wissen, dass es gegen jedes wehwechen Medikamente gibt. Das erfahren sie früh genug, wenn sie Krankenkasse bezahlen müssen.
Wenn Kinder an "Simulitis" leiden dann stellt sich die Frage woran das liegt (Programm ist öde, man scheut sich vor Anstrengung (z.B. längere Wanderung) usw.
villeicht will das Kind auch über etwas reden oder braucht eine Portion Schlaf.
Ich lasse solche Kinder vorerst im Zimmer ausruhen (abgedunkelt, keine Lektüre, usw.). Den meisten, bzw. den Simulanten ist es dann schnell zu langweilig und plötlich sind sie wieder quicklebendig.
Immer langsam. Hier gibt doch niemand Medizin dagegen, oder?
Es geht hier um Tick-Tacks & Co nicht um Medikamente...
Heimweh kommt beim besten Programm, Betreuerteam und den besten Eltern vor. Es lässt sich nicht wie oben dargelegt an irgendwelche Punkte binden. Sicher gibt es Auslöser, aber ich habe ich schon erlebt das bei einem netten und fröhlichen Brief der Eltern Heimweh ausbricht, obwohl die Kids alles klasse fanden...
Ich gebe Placebos in Situationen in denen ich gerade im Stress bin und beim besten Willen keine Zeit für Heimweh abzwacken kann. Grundsätzlich wird wohl hier niemand behaupten das solche einmaligen Placebos (im Zahlen: ca. alle 4 Freizeiten ein Tick-Tack bei mir) die Kinder in ihrem Denken über Medikamente beeinflussen wird. Ich bitte um etwas mehr Praxisbezug :-)
Denkt mal zurück an die Zeit als ihr Kind wart und dann erzählt mir bitte nochmal das ihr nach einem Abend mit einem Placebo und der "Anbau-durch-tibetische-Mönche"-Story in eurem Denken gegenüber Medikamenten beeinflusst wird. Die Theorie ist nett, aber in der Praxis keineswegs zu halten...
Anders ist das bei dem regelmässigen Gebrauch. Aber wie ihr lesen könnt, macht das hier niemand, sprich es steht auch nicht zur Debatte.
Noch eine Frage zu Albert:
"Die Kinder müssen noch nicht wissen, dass es gegen jedes wehwechen Medikamente gibt. Das erfahren sie früh genug, wenn sie Krankenkasse bezahlen müssen."
Das ist doch keine Begründung gegen Placebos...
Sowas ist doch absoluter Quatsch. Wie kommst du denn auf sowas?
Nachtrag:
Baldrian ist und wird immer eine Pflanze bleiben. Sicher gibts Medikamente die Baldrian einsetzen, keine Frage. Aber das ist doch ne komplett andere Sache...
Oder hast du schonmal Ricola auf Rezept bekommen?!?
Das kann doch nicht euer Ernst sein. Bleibt doch mal sachlich und haltet euch an die Fakten!
Über die rechtlichen Folgen braucht sich der Veranstalter in dem Fall keine Sorgen zu machen. In der Sache würde niemals verhandelt werden...
Zum Thema "Baldrian ist eine Pflanze": Es gibt zahlreiche Medikamente auf pflanzlicher Basis, dass diese dadurch ungefährlicher sind, wage ich zu bezweifeln. Denn es ist und bleibt Medizin.
Chris, sorry aber meinst Du Deinen Nachtrag ernsthaft?
Sicher ist Baldrian eine Pflanze, das sind jedoch auch viele aus denen Drogen gewonnen werden, viele aus denen Gifte gewonnen werden usw. Nein, ich mache Baldrian jetzt nicht schlimmer als es ist, diese Übertreibung sollte das ganze nur verdeutlichen.
Wie Christian schon sagte, Baldian ist und bleibt Medizin. Und wenn ich daran denke wie schnell Kinder heutzutage schon von ihren Eltern gegen alles mögliche Medikamente bekommen muss man das nicht noch unterstützen.
Und ob in einer solchen Sache nie verhandelt würde, darüber wäre ich mir nicht so sicher. Baldrian ist ein Medikament und das darf meinem Kind niemand ohne meine Zustimmung verabreichen! Und das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die unseres Gesetzgebers.
Ich will hier niemanden angreifen (*g* nein, auch dich nicht Chris) jedoch seid verdammt vorsichtig mit dem was ihr dahingehend tut.
In einem anderen Thread schrieb ich etwas zu Kohletabletten und wurde da (zum Teil sicherlich zurecht) in der Luft zerrissen für *g*
Also selbst bei Sachen wie Kohletabletten, die nichts in sich haben was einem Körper schadet (Mengenabhängig natürlich) sollte man vorsichtig sein, dann bei Sache wie Baldrian erst recht... oder?
Wo bitte steht das Baldrian ein Medikament ist?!?
Wenn das stimmt was ihr sagt, dann wäre es strafbar (wie gesagt) Ricola zu geben ;-)
Medikamente können auf der Basis von Baldrian hergestellt sein, aber Baldrian selbst ist kein Medikament. Das ist Fakt. Nachzulesen auf wikipedia...
Ich bitte um Fakten und Belege für derartige Sachen, nicht um Vermutungen!!
Und solange ich hier keine Belege habe, stelle ich diese Behauptung sehr stark in Frage. Eben habe ich auch eine Mail eines Medizin-Studenten bekommen. Dem wäre das auch neu...
Also her mit dem Gesetz in dem das steht!
Zuerst mal etwas Allgemeines zu Wikipedia: Was dort steht und was nicht, würde ich sehr mit vorsicht genießen, da es in allerlei Richtungen (politisch wie auch anders) jederzeit geändert werden kann.
Ich habe die beiden Artikel
de.wikipedia.org/wiki/Baldrian
de.wikipedia.org/wiki/Echter_Baldrian
gelesen, dass dort steht, das Baldrian kein Medikament ist, konnte ich nicht finden. Jedoch das folgende zu einem Punkt der Inhaltsstoffe davon:
"Alkaloide sind organische, meist basische und stickstoffhaltige Verbindungen, die in Pflanzen, seltener auch in Pilzen und Tieren auftreten. Sie haben auf den tierischen bzw. menschlichen Organismus meist ganz charakteristische Wirkungen. Die meisten sind sehr giftig. Alkaloide finden auch als Arzneimittel Verwendung. Etliche sind intensiv wirkende Drogen.[...]"
Dzu noch ein Ausschnitt von www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/baldrian.htm:
"Baldrian und Missbrauchs-Gefahr?
"Natürlich, wirksam und nebenwirkungsfrei", das sind die wichtigsten Versprechen der Anbieter für Pflanzenheilmittel im Allgemeinen und solche mit Wirkung auf das Zentrale Nervensystem und damit Seelenleben im Speziellen. Doch so einfach ist es nicht mehr. Je eher die Pflanzenheilmittel in das Zentrum wissenschaftlichen Erforschens gerückt sind und vor allem je mehr Menschen diese Substanzen einnehmen, besonders ohne ärztliche Kontrolle, desto deutlicher wird die Erkenntnis: keine Wirkung ohne Nebenwirkungen. Und dazu gehören auch die Begriffe "Sucht und Missbrauch", die vor allem den synthetischen ("chemischen") Arzneimitteln, insbesondere den Psychopharmaka zugeordnet werden."
Die Mail deines Medizin-Studentens lasse ich übrigens nicht gelten: Du bräuchtest dafür die Kombination eines Anwaltes und eines fertigen Mediziners, damit ich es als bewiesen betrachte.
@Chris
1)Der Titel lautet: ...Pillen...
Pillen sind eine Form, Medikamente zu verabreichen. Wenn Kinder also "Pillen" gegen Heimweh bekommen, lernen sie also, dass man das mit Medikamenten heilen kann.
Damit meine ich, dass man sich um die Kinder kümmern soll und ein bisschen darüber nachdenken soll, wieviel vernünftig ist und was eben unnötig ist. Dies ist nämlich ein erstes Erfolgserlebnis mit Placebos.
Im übrigen: Ich habe tatsächlich niemals als Kind Placebos gekriegt, weil entweder war ich Krank, dann half Ruhe und in schwereren Fällen Medikamente) oder dann war ich eben Gesund. Kritisches hinterfragen ist jedenfalls in der heutigen Zeit der "hoppla, ich hab da mal ein bisschen Kopfschmerzen, werfe ich mir doch noch ein Aspirin ein" Generation wohl angebracht.
Meiner Meinung nach brauchen viele Leute Placebos, weil sie eben "erfahren" haben, dass es gegen alles ein Mittelchen gibt (und dieser Meinung brauchst du ja nicht zu sein).
2)Dass Heimweh beim besten Programm vorkommt ist klar (oder es ist doch nicht das beste Programm...?). Ich wollte mit dieser Bemerkung nur dazu anregen, über diese (Anhalts-) Punkte nachzudenken. Wenn's schliesslich so einfach wäre, gäbe es ja wohl eine 10-Punkte-und-nie-mehr-Heimweh Liste.
Ich sehe nicht ganz, wo du dich angegriffen fühlst bzw. worüber du genau diskutieren willst.
ich find um das thema wir ein bissl viel Aufsehen gemacht , Pillen zu geben find ich zwar prinzipiell nciht toll aber das ganze mit tropfen seinen es bachblüten oder auch nur ein paar tropfen zuckerwasser sind jetzt nciht wirklcih schädlich und helfen manchmal wirklich wunder
Zu Christian muss ich doch jetzt noch was loswerden:
gerade du als Informatiker müsstest wissen welche Qualität die Wikipedia inzwischen hat (siehe Statements vom Goethe-Instituts, Grimme-Preis & Co). Die Qualität ist ein Faktum und es wundert mich wirklich wie du es in Frage stellen kannst bei dem was die schon erreicht haben. Bertelsmann kann seit Jahren nicht mehr mithalten...
Wie auch immer was mich extrem stört ist die Behauptung Baldrian wäre eine Arznei. Es ist eben definitiv nicht so (Nein nicht weil es nicht da steht, steht bei einem Auto das es kein Flugzeug ist?!?), sondern weil es das gleiche wie mit Pfefferminze etc. ist. Es sind verdammte Pflanzen und sicher haben sie ihre Eigenschaften, aber mit Arzneien sind die Wirkungen nun doch beim Besten Willen nicht zu vergleichen. Es ist einfach falsch und unqualifiziert solche Behauptungen aufzustellen. Bitte redet doch mal mit Leuten die davon Ahnung haben und hört euch an wie die das sehen.
Das ist es was mich hier so auf die Palme bringt *gg*
Zum Thema Placebos nochmal:
Ich denke du verstehst meine Meinung nicht ganz. Sie deckt sich ja soweit mit deiner! ABER es gibt Situationen in denen eben Placebos hilfreich, nützlich und durchaus verantwortbar sind. Man sollte nicht gleich alles was damit zu tun hat verdammen. Es ist was vollkommen anderes gleich und immer Placebos zu geben, als wenn ich es bewusst in einer Situation mache in der ich es als Betreuer für sinnvoll halte.
Um es deutlicher zu machen, eine Situation in der ich das letzte Mal (vor 1 Jahr glaube ich war das, weiß es aber auch nicht mehr ganz sicher):
Ein Junge heult wegen Heimweh. Gut, ich ziehe das Standardprogramm durch und lenke ihn ab. Ich stelle Fragen über den Hund, die Eltern, die Schule, die Oma und alles was mir sonst noch einfällt. Nach 10 Minuten Small-Talk hat er sich etwas beruhigt. Aber als ich weggehen will fängt alles wieder von vorne an. Ich hole die Karten und spiele wieder 10 Minuten mit ihm und rede mir die Zunge fusslig über alles mögliche. Endlich ist es rum und es geht ihm wieder gut. Keine 5 Minuten bin ich wieder draußen und es fängt wieder an. Das Spiel geht ca. 1 Stunde, ich habe immer weniger Zeit für ihn weil ich dringend wo anders gebraucht werde. Irgendwann nach einer Stunde hole ich die Flasche mit dem Duftöl und erzähle ihm die Geschichte von den tibetischen Mönchen tief in den Bergen die das Zeugs anbauen usw. Nachdem ich ihm das Öl auf das Kopfkissen getan habe ist alles wieder okay und ich kann endlich meinen anderen Aufgaben wieder nachkommen.
Dazu muss man sagen, der Junge war extrem heimwehgefährdet. Jeden Tag hat der geweint und es war unmöglich ihn abzulenken. Sowas hatte ich bisher auch nicht gesehen. Nachdem Placebo wars wie auf einen Schlag weg. Ich habe ihm erzählt das die Wirkung von dem Öl ne Woche anhält.
Verstehst du jetzt was ich meine? Ich habe auch eine Verantwortung gegenüber anderen Kindern und viele andere Aufgaben. Es ist unmöglich mich so lange abziehen zu lassen wegen Heimweh. Und da ich nicht ewig Zeit für ein Kind haben kann, sondern auch für andere noch Zeit haben muss, war das die logische Lösung. Und ich finde es war auch die optimale Lösung für das Kind, die anderen Kinder (die langsam auch die (zitat:) "Heulsuse" als Außenseiter gebrandmarkt haben) und für das Team.
In dem Fall wars jetzt auch normales Duftöl. Allerdings hätte ich ich auch Tic-Tac nehmen können. Das Duftöl war eben gerade auf dem Tisch im Betreuerzimmer.
Meine Bedenken sind halt nur bei Medikamenten. Gegen den Einsatz von 100% Placebos habe ich in schlimmen Fällen nichts (Duftöl, TicTac, etc.).
Ich möchte mich auch noch einmal zu Wort melden und Christian in seiner Meinung unterstützen. Medikamente in Tablettenform mit oder ohne Inhaltstoffe (z.B. Baldrian) sollten auf einer Freizeit keine Anwendung finden. Ich bin bislang (auch mit Sechsjährigen Kindergartenkindern, die das erste Mal wo anders geschlafen haben) immer gut mit Gesprächen, einem Tee oder Kakao (Glückshormone!) klar gekommen....
Ohne jemandem etwas unterstellen zu wollen möchte ich nochmal auf die Wichtigkeit unsere pädagogischen Arbeit hinweisen. Mir ist es wichtiger, als die persönlichen Belange der einzelnen Kinder einzugehen, als mein Programm durch zu ziehen. Die heutigen Kinder sind nicht mehr sehr wiederstandsfähig und durch vorschnelle Verabreichung von Medikamenten wird dies sicherlich nicht verbessert.
Wir haben mal ein ADHS Kind auf einer Kinderfreizeit betreut, welches durch strikte Lebensmittelkontrolle die Hyperaktivität unter Kontrolle bekommen hat (ohne Ritalin). Für dieses Kind hatten wir eine Lebensmittelliste, was er nicht essen darf und bei jeder Mahlzeit hat er von der Jugendherberge sein "spezielles" Essen bekommen. Es war für die Jugendherberge und uns ein zusätzlicher Aufwand, aber dieser hat sich meiner Meinung nach gelohnt, weil er keine Medikamente nehmen brauchte.
Versucht auf Medikamente oder Präparate, die ähnlich aussehen bitte zu verzichten! Es hilft Kinder psychisch nicht, wenn sie lernen, dass es überall gegen Tabletten gibt!!
Nadine
Ihr versteht es nicht...
Hier gibt doch NIEMAND Medikamente, denn das ist VERBOTEN! Daher brauchen wir hier doch nicht über die möglichen Folgen und den pädagogischen Wert zu unterhalten, oder?
Ich bin aber der Meinung das eine einmalige Placebo-Pille nicht die Wirkung hat die ihr hier anprangert. Sicher wird dem Kind dadruch in der Situation der Eindruck vermittelt, dass es Pillen gegen alles gibt. Wenn ich es aber am Ende der Freizeit auflöse erreiche ich dadurch den gegenteiligen Effekt, oder?
Also lasse ich das nicht so gelten. Zudem bezweifle ich sehr stark (und habe es selbst als Kind & Betreuer erlebt), dass es eben nicht so ist das ein bleibender Eindruck wegen einer Pille entsteht. Anders sieht das sicherlich aus bei häufiger Benutzung (wobei dann das Placebo nicht mehr wirkt).
Mit einmaligen Placebos gehen meine Erfahrungen in eine komplett andere Richtung. Wie gesagt, als Kind und Betreuer. Es ist schlichtweg nicht so in der Praxis.
Zu ADHS noch kurz:
Obwohl dies eigentlich nichts mit dem Thema zu tun hat: es ist auch ohne Ritalin und Lebensmittelumstellung möglich ADHS einzudämmen bzw. zu "heilen". TV-TIPP dazu: ARTE mit "Was uns auf den Nägeln brennt".
Chris,hast du auch noch den ausstrahlungstermin der sendung parat? wär klasse, weil interessant.
War eine super Doku, lief vor einem knappen halben Jahr. Leider nur noch über ZDF/ARD digital zu bekommen (die strahlen das ab und zu mal aus, aber frag mich nicht wann) oder als Sendemitschnitt direkt von ARTE. Der Sendemitschnitt ist teuer, aber es lohnt sich.
Vorallem ist der Film keine Stellungnahme für oder gegen Ritalin. Es kommen Eltern mit und ohne Medikament zum Sprechen und am Ende sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Sehr interessant und gerade in den heutigen Zeiten wichtig in der ADS als Krankheit gebrandmarkt wird. Leider ist es in der Realität eben nicht so, ADS ist keine Krankheit, sondern eine Verhaltensauffälligkeit. Dies wird auch deutlich in den Filmen und Dokus. Eine der wenigen qulifizierten Dokus zu dem Thema.
Mehr Infos unter: http://archives.arte-tv.com/de/archive_208259.html
Die Doku die ich meine wird als zweites beschrieben.
Hallo zusammen,
langsam hab ich das Gefühl die Diskussion zielt teilweise auf ein anders Thema ab nämlich ADS bzw. ADHS. Vielleicht sollte man die letzten Beiträge vielleicht in den Bericht Artikelname (Vorschau) verschieben.
Gruß Tobias
Wie wäre es, wenn hier mal jemand eine Zusammenfassung machen würde, was hier alles schon geschrieben wurde? Ich habe den Überblick ein wenig verloren...
Als Alternative gehen bei kleinen Kindern auch Kuscheltiere, wenn man ihnen erzählt, dass die einem als man selber klein war und Heimweh hatte immer geholfen haben und das man ganz doll auf das Tier aufpassen muss. Dann beschäftigen die lieben Kleinen sich damit und sind abgelenkt, aber man muss ihnen erzählen, das der Bär, Löwe etc. dann immer weiter auf einen aufpasst, auch wenn er nicht mehr da ist, weil es sonst nämlich zu einem Heimwehwettkampf um das Tierchen kommen könnte. So bleibt zu hoffen, dass jede Nacht nur ein neues Kind Heimweh hat.
Heimwehtabletten sollten nur ein unterstützende Wirkung haben. In den meisten Fällen ist Heimweh ein Symtom für zu wenig Beschäftigung und Langeweile. Es sollte das Ziel sein, den Kontakt zu anderen Kindern herzustellen und somit die Gedanken und den Spaß auf die Aktionen zu lenken. Placebos sollten diesen Weg nur erleichtern und nicht als einziges Mittel verabreicht werden. Ganz so leicht sollten wir uns die Arbeit mit Kindern nicht machen.
Heimweh gehört zu einem Lager/Freizeit. Es gilt zu Bedenken, dass es für Kinder eine grosse Anstrengung ist sich unter vielen anderen Kindern ophne Vertrauensperson zu organisieren.
Darum gebe ich mit den Lagerinfos ein Notfallblatt mit (wer Lust hat kann sich bei mir melden, sende gerne eines zu) worauf nebst Krankenkasse etc. auch vermerkt werden kann, ob ein Kind unter Heimweh leidet. So habe ich schon eine Ahnung was auf mich zukommt. Wobei ich oft die Erfahrung mache, dass Mütter mehr leiden wie die Kinder. Grundsätzlich gibt es bei mir keine Telefonate nach Hause und umgekehrt, denn diese fördern das Heimweh und eine Kettenreaktion bei anderen Kindern ist nicht ausgeschlossen.
Gibt es dann Probleme, versuche ich es erst mit einem Gespräch und ein paar extra Minuten Zeit nur für dieses Kind. Abends mach ich die Runde und wünsche jedem Kind persönlich eine Gute-Nacht, hilft auch oft.
Sollte es nichts nützen, haben wir Beruhigungs Globuli von Similisan dabei. Andere Placebo würde ich, wie schon oft erwähnt nicht empfehlen.
Und wenn alle Stricke reissen, dann nehme ich Rücksprache mit den Eltern, die haben oft nochen einen Geheimtipp.
So habe ich in 12 Jahren noch nie ein Kind heimgeben müssen
Hi Leute,
zu der Diskussion mit den Heimwehpillen kann ich aus Erfahrung sagen, dass sie bei uns auch ziemlich gut ankommen. Früher bin ich öfter mit auf Freizeiten von Kids im Alter von 6-12 Jahren mitgefahren, und habe mich intensiv um die jüngsten gekümmert. Aber nicht immer hat kuscheln gut geholfen. Wir haben dann meistens Traubenzucker oder Smarties als Heimwehpillen getarnt. Bei älteren würde ich vielleicht auch Heimwehkaugummi empfehlen. Den Kids geht es ja auch nur im entferntesten Sinne um irgendwelche Medikamente. Denen ist es wichtig, dass sie jemand ernst nimmt und nicht sofort weggeschickt werden mit dem Kommentar: Das wird schon wieder.
Teilweise machen wir mal eine Übernachtung im Gemeindehaus. Da machen dann aber so 60 Kids teilweise mit. Und da rufen wir bei Heimweh auch mal die Eltern an. Hier denken wir dann auch an die 59 anderen Kids wenn eins Heimweh hat. Ich hatte beim ersten Mal ein schlechtes Gewissen als wir die Eltern angerufen haben. Doch die waren entgegen meinen Vermutungen total begeistert. Da sie kaum erleben, dass sich die Teamer so viel Sorgen machen.
Wir setzen selten Heimwehpillen ein. Besser nützt ein Heimwehtee (Früchtetee mit grossem Zuckeranteil). Oftmals äussert sich das Heimweh nicht direkt sondern die Kids versuchen es zu verstecken. Man spührt es wenn sie sich kleine Verletzungen holen. Da wirkt jeweils ein übergrosses Pflaster und ein paar gute Worte. Im äussersten Notfall setzen wir auch Heimwehtabletten ein. Bei uns sind das Homöpathische Kalktabletten ohne grosse Wirkung die eigentlech für Kleinkinder sind. Die Wirkstoffe sind dadurch schach dosiert und ungefährlich für die Kinder im Schulalter.
Ich habe eine Freundin, die immer schreckliches Heimweh hatte, egal wie gut das Programm war, egal wo oder mit wem wir weggefahren sind... Und sie erzählt heute noch, dass sie einmal in einem Sommerlager (in der 2. Klasse) "Heimwehpillen" bekommen hat, die allerdings nur Smarties waren, ihr aber geholfen haben, weil sie dachte, dass es nun besser geht. Ich denke, pädagogisch und rechtlich ist das kein Problem, oder?
Und wenn die Eltern einen darauf ansprechen, kann man ja auch problemlos erzählen, wie die Lage war, und weshalb man so gehandelt hat. Das war bei ihr genauso, und ihre Eltern haben ihr dann nach dem Lager (dass sie übrigens überstanden hat!!) erzählt, dass es nur Smarties waren. Seitdem hatte sie kein Heimweh mehr.
Das sit echt interessant diese Diskussion. Ich fahre seit 25 jahren ins Zeltlager und wir haben noch nie über Pillen diskutiert. Natürlich habe wir auch jedes jahre Heimwehkinder dabei und da kan das programm noch so gut sein, manche Kinder haben einfach die Veranlagung in einer gewissen Alterphase oder beim ersten Mal so lange von zuhause weg Heimweh zu bekommen.
Da Heimweh aber keine Krankheit ist, würde ich das auch nie mit Pillen oder Placebopillen versuchen zu bekämpfen. Klar gilt, daß man heimwehkindern mehr Aufmerksamkeit schenken muß und das ist ja meistn auch der eigentliche Grund, der von den Kindern erzielt werden soll. Schließlich fehlt ja die Rund-um-Sorglos-Betreuung der Mutter / Eltern zuhause während der Freizeit.
Da auf Dauer kein Grupenleiter für eine Einzelperson abgestellt werden kann haben wir schon oft von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, das Kind abholen zu lassen. Das ist abzuwägen, da das Kind damit natürlich auch einen misserfolg verbinden kann, insofern sind intensive Telefongespräche mit den Eltern nötig, wenns schlimmer wird und abzuwägen, ob das Kind auch mal telefoniert oder nicht. Meistens diskutieren wir das in der Lagerleitung und dem Zeltgruppenleiter, bevor wir Schritte, wie mit zuhause telefonieren unternehmen. Auf der einen Seite haben wir natürlich die Herausforderung, es für alle Teilnehmer interesant zu machen und auf der anderen Seite auch jedem Teilnehmer gegenüber natürlich die Verpflichtung sich um ihn auch mal individuell zu kümmern. Diese Gratwanderung muß man täglich ausloten im Bezug auf Heimwehkinder. Sieht man die Belastung für das lagerleben und die Gruppenleiter so finde ich, daß es angemessen ist nach der 2.durchheulten Nacht auch übers Abholen mit den Eltern zu diskutieren. meist kommt von deren Seite ja auch noch ein zwei interessante Tipps. Wichtig auch, daß die betreuenden Gruppenleiter sich auch ehrlich Zeit nehmen und das Kind diese 100% Zuwendung auch spürt in dem Moment. Wer schnell Resultate erwartet ist hier fehl am Platz. Dafür ist nicht jeder Gruppenleiter der Typ - hier muß man auch gezielt Gruppenleiter mal zuteilen.
Als sehr gut hat sich auch die Vorarbeit mit den Eltern herausgestellt. Gerade Eltern von jüngeren Kids oder denen, die zum esten Mal mitfahren sollte klar sein, daß Heimweh entstehen kann und wie man dem zum einen vorbeugt schon zuhause (Gespräche und Motivation sich ganz auf die Freizeit einzulassen, klar sagen, was die Eltenr in der Zeit machen und daß sie zur not das Kind auch abholen können, wer sonst wenn nicht sie!) Andererseits ist es sehr von Vorteil mindestens einmal in der Zeit von 10 Tagen mal Post von zuhause zu bekommen. Das muß ja nicht gleiche ein Naschpaket sein, aber ein Lebenszeichen (evtl. mit motivierenden Zusätzen,..) ist schon sehr sinnvoll. Ob ein Kind Heimwehgefährdet ist oder nicht empfehle ich auch immer bereits auf der Anmeldung bei "Sonstiges" zu vermerken.
Einmal hatte ich ein Kind dabei, deren Mutter schon mit mir als Kind dabei war. Dieses Kind hatte ein kleines Büchlein dabei, in dem standen viele Sachen und unter Heimweh stand dann: Nimm dein Kuscheltier ganz fest in den Arm! - das fand ich total genial - die Mutter hat im Vorfeld daran gedacht und eine kindgerechte Lösung versucht zu finden. Hat zwar in diesem Fall nicht so einfach funktioniert, aber das Kind ist jetzt zum 2.mal dabei gewesen komplett und ich glaube das Thema hat sich erledigt für immer!
Wir haben die Erfahrung gemacht, daß es oft nur darauf ankommt, daß die Kids wissen zuhause ist alles ok, keine krankheit oder sonstige Katastrophen sind passierrt. Klingt heftig wird aber echt so geäußert manchmal.
Ich glaube die sinnvolleren "Pillen" heißen "in den Arm nehmen", sich mal Zeit nehmen oder die Freunde (wenns es welche gibt is die Wahrscheinlichkeit ja auch schon geringer!) zu motivieren, sich stärker um das Kind mitzukümmern.
Wenn man zur Belohnung oder zur Aufmunterung etwas bekommt ist das ok, aber es sollte nicht der EIndruck entstehen: "Wenn ich Heimweh habe nehme ich eine Pille!" Ich glaube in der heutigen Zeit sollten wir auch hier Vorbild sein und Krankheiten in erster Linie nicht mit Pillen, sondern mit Ursachenforschung bekämpfen. es ist eh schon wahnsinn wieviele Leute Tabletten nehmen, verschrieben bekommen, ohne daß die Wirksamkeit und das Risiko jedem klar ist. Vorstellbar wäre für mich höchstens homöopathische Globoli - aber auch das ist nicht allgemein zielführend.
Thomas
also bei globoli müssen bei und die eltern immer vorher unterschreiben, dass sie damit einverstanden sind wenn wir bei insektenstich/verletzung globolis geben!
ansich halte ich die idee, kindern placebos zu geben, völlig daneben!! ich hatte auch schon heimwehkinder, mit denen hab ich dann einen tee getrunken, mich mit denen unterhalten, karten gespielt und dann noch nachts mein kuscheltier verliehen und halt gesagt, dass sie mich auf jeden fall wecken können wenns schlimmer wird!! hab mit einem mädchen zweimal nachts tee getrunken, etc... und dann konnt sie aber auch einschlafen! ich denke grade heimweh, das abends aufkommt is auch vllt eher so ne langweile-reaktion, wenn man nich sofort einschlafen kann 8also dass man dann anfängt an zu hasue zu denken,...)
ich war mal bei einem schüleraustausch in frankreich und hab dann mal meine eltern angerufen und obwohl ichs echt voll schön fand musst ich dann voll anfangen zu heulen; also wenn man kinder mit eltern telefonieren lässt kann es noch viel schlimmer werden als vorher!!!
in jedem fall würde ich davon abraten, tabletten oder tropfen zu geben, wobei ich die idee mit den ätherischen düften nich schlecht finde und für eine gute alternative halte!!
Wie ist das jetzt mit den Smarties? Darf ich einem Kind in einer Notfallsituation (wenn reden und in den Arm nehmen und was weiss ich nicht hilft) Smarties als Heimwehpillen verkaufen, ohne gleich Probleme zu bekommen, auch wenn ich sage, es wären Tabletten?
Das Kind erkennt doch die Smartis Problem los und weiss, dass dies keine Pillen sind...
schon!! welchem kind kann man heutzutage smarties oder tictac als heimwehpillen verkaufen?!?!?! die sind doch alle voll konsum- und süßigkeitenorientiert^^ :)
Naja es gibt vielleicht noch Kinder die nicht so verwöhnt sind, die es vielleicht nicht merken.
Andererseits ist es doch eine schöne Geste einem Kind etwas Süßes zu geben und ihm dadurch etwas Geborgenheit zu geben.
Man sollte vielleicht auch den Hintergrund des heimwehs sehen. Liegt es nur daran, dass man im falschen Bett liegt oder daran, dass man sich nicht integrieren kann und gemobbt wird. Da helfen sicher auch Süßigkeiten.
Die Kinder suchen mit Heimweh meistens "mütterliche" Aufmerksamkeit. Ein Pflästerchen auf dieses Bobo und Pillchen für dieses Wehweh. Egal was, die kapieren das in ihrem Heimweheifer gar nicht richtig!
Okay, dass die Smarties meiner Freundin geholfen haben, ist mittlerweile auch schon sicher zehn Jahre her... Und sie war auch noch doll klein. Aber es hat funktioniert... Und es gibt sicherlich noch unbekanntere Süssigkeiten als gerade Smarties :-)
Ich denke man sollte wie Thomas Ü. oben geschrieben hat, eher nach der Ursache suchen als Pillen zu geben. Denn kommen die Kleinen dann nicht auf die Idee, dass Medizin glücklicher macht, bzw. immer hilft? Ich finde dass man sich dadurch irgendwie dem eigentlichen Problem entledigt und dass man dann beim nächsten Lager wieder Pillen verabreichen muss. Anstatt mit dem Kind über die wirklichen Probleme zu reden.
Ich muss aber auch sagen dass ich bei den Pfadfindern bin und wir eher mit einer kleineren Gruppe weg fahren, in der auch ein engerer Kontakt zwischen Kindern, Jugendlichen und Leitern besteht. Wenn man in der Ferienfreizeit mit Kindern wegfährt, die einen zum ersten mal sehen ist das natürlich eine ganz andere Situation. Dennoch denke ich das mit den Pillen das eigentliche Problem nicht löst.
Aber die Idee das die Eltern ihre Kinder auf die Fahrt vorbereiten sollten, finde ich gut. Denn auch wir haben mittlerweile ein Handy-Verbot für die Jüngeren erteilt, weil meistens Heimweh entsteht wenn das Kind mit Mama spricht.
Wir haben bei unseren Fahrten, meines Wissens nach, noch nie Heimwehpillen vergeben.
lg
Martin
Mir fällt gerade noch ein wichtiger Aspekt ein. Eine echte Mutter hat ein ganz anderes Gespür für aufkommendes Heimweh oder direktere Erfahrung zur Abhilfe als ein normaler Gruppenleiter. Einen guten nebeneffekt, den wir uns schon oft zu eigen gemacht haben. Viele jahre hatten wir statt junger Erwachsener oder Jugendlicher in der Küche Familien oder Muttis dabei und haben dann meistens echt gute Anregungen erhalten für spezielle Kinder oder sogar schon früher als wir es merkten die Tipps bekommen, um wen wir uns mal etwas intensiver kümmern sollten.
Mittlerweile selbst Papa kann ich dem nur zustimmen - mit eigenen Kindern verschiebt sich oft die Wahrnehmung von solchen Sachen.
Nur als Idee am Rande,
Thomas
Ich finde es auch Sinnvoll nicht zu viel zu junge Gruppenleiter mit auf eine Hüttenfreizeit oder Zeltlager zu nehmen!
Wir hatten auf ner Hüttenfreizeit mal den Fall, dass viele der großen Betreuer weg waren und wir notgedrungen mehr Gruppenleiter in dem Alter zwischen 14 und 16 Jahren mitnehmen mussten als uns lieb war! Auf der ganzen Freizeit hatte ich als einzige "große" Betreuerin mehr mit Heimwehkindern und kleinen Wehwehchen zu tun als ich eigtentlich dazu Zeit hatte. Ich musste zusätzlich auch noch 70 Mann verpflegen unbd das lässt sich halt niocht einfach mal so nebenbei máchen.
Unsere männliche Fraktion der großen Betreuer war leider bei dem Thema Heimweh nicht ganz so beliebt bei den Kindern wie ich als weibliche Person.
Dabei merkt man eigentlich erst, wie reif ein Betreuer ist und wie Kinder auf jüngere Betreuer reagieren! Ich werde nie wieder mit so wenigen erwachsenen Betreuern auf ne Freizeit fahren.
Ich hab aus dieser Geschichte gelernt, dass zwar erwachsaene Betreuer oft nicht so im Gruppengeschehen integriert sind wie Jüngere, aber dafür auch nur durch kleine Gesten und Aufmerksamkeiten gegenüber einem Kind mehr erreichen kann als jüngere unerfahrenere Gruppenleiter
Viele liebe Grüße
Vera
ich finde es gut, weil schon allein der psychologische effekt oftmals hilft bei kindern. natürlich sollten die pillen auch äußer,oich wie medizin aussehen und nicht aus eine gmmibärchentüte oder ähnliches. man sollte auch eine gewissen ernshaftigkeit an den tag legen und verständnis zeigen. mit wortern we "hab dich nicht so" erreicht man das gegenteil
Ich finde Heimweh-Pillen nicht gut. "Medikamente" helfen nicht über das Heimweh hinweg. Die Kinder müssen lernen, mit der Trennung von den Eltern und von zu Hause umzugehen.
Bei uns im Lager hatten wir mal so ein braunes Fläschen mit so nem Pipetten-Deckel als Verschluss in das wir einfach Pfefferminztee getan haben und bei Heimweh dann ein paar Tropfen in ein Glas Wasser geträufelt haben vor den Augen des Kindes. ist ganz problemlos und wirkt. Allerdings wenden wir das total selten an, kommt vllt. 1-2mal in einem Jahr vor. Ist dann auch eher was fürs Einschlafen als für Tagsüber.
Man kann auch zuckerwasser nehmen....davon ein paar tropfen aus einer flasche, die für kinder nach medizin aussieht wirken wahre wunder...bei uns sind solche"krankheiten" auch gerne mal ansteckend....
bei richtigem heimweh hilft aber wirklich nur ablenken und das kind so ko bekommen, das es todmüde abends ins bett fällt....
Die guten alten Liebesperlen helfen im Notfall auch. Medis gibts bei uns nur vom Doc! Oft reicht es doch wenn die Kinder ein wenig betüdelt werden.
Ist sogar wissenschaftlich bewießen, dass so was hinhaut: Placebo-Effekt. Solange man den Kindern weißmacht, dass die Pillen helfen und sie dran glauben, wirken sie auch, egal welche "Tabletten" man nimmt - klar sind die bekannten Smarties in dem Fall wohl eher kontraproduktiv ^^ außerdem würd ich Pillen empfehlen, die ohne Zucker sind, das macht sich nach dem Zähneputzen nicht gut.
Trotzdem wirkt am besten immer noch Ablenkung, ein spannendes Spiel zum Müdewerden, notfalls eine Einschlafgeschichte...
Wir machen immer ein Sommerferienlager (2-3 Wochen), da fahren wir meistens in ein Haus am Waldrand. Am ersten Tag noch vor dem Abendessen bauen wir mit allen Kindern eine Heimwehhütte aus Holz und Laub etc. neben unserem Haus( damit wir sie im Blick haben). Wenn dann tagsüber ein Heimwehfall auftritt darf das Kind in den Spielpausen sich in die Heimwehhütte setzen und einen Brief nach Hause schreiben den wir am nächsten Tag dann zur Post bringen.Alle Kinder sind scharf darauf sich mal in die Hütte zusetzen wobei es max. 2 Kinder gleichzeitig sein sollten. Für abends und die Nacht haben wir im Haus ein kleines Zimmer als Heimwehzimmer eingerichtet, mit einem Kissen und leiser Musik/ Hörspiel und verdunkelten Lampen wo die Kinder sich hinsetzten können und malen oder einfach der Musik zuhören können. Als regel für den Raum ist das wenn ein Hörspiel oder Lied zuende ist sollen sie wieder ins Bett gehen. Hat bisher immer super geklappt und es sind in 12 Jahren nur zwei Kinder im Raum eingeschlafen. Dadurch hatten wir nie (sehr sehr selten) Probleme mit Heimweh. Mindestens einmal in dieser Zeit sollten die Kinder auch Post von zuhause bekommen.
Baldrian und andere Pillen halte ich persönlich nicht für sehr sinnvoll
Das mit dem Duft-Öl ist eine sehr gute Idee für kürzere Fahrten( Wochenende und ähnliches) wo sich das Hütte bauen nicht lohnt.
Also, da das Thema ja nicht out wird und wieder aufgefrischt wurde, möcht ich auch meinen "Senf" dazu geben.
Grundsätzlich zum Thema Medis: Ich als Mai geb meinem eigenen Kind auch Medikamente, sowohl "verschreibungspflichtige" als auch homöophatische. Aber auch weil ich mein eigenes Kind auch wirklich kenne und weiß wie es reagiert und vorallem wenn dann was nicht stimmt!!!
Als Mama möcht ich nicht, wenn mein Kind auf Freizeit ist, dass irgendwer meinem Kind irgendwas verabreicht, auch Globulis sind MEDIZIN und Baldrian geht gar ned!!!
In dem Posten als Sani im Zeltlager mit einem zuverlässigen Ersthelfer als Partner haben wir da schon stundenlang mit Heimwehkindern auseinander gesetzt, wir haben da viele "Mittelchen" wenn Kinder sich nicht wohlfühlen!
Es ist, jetzt nur aus meiner Erfahrung, nicht nur dass das Kind Mama und Papi oder Hund oder Katz vermisst, sondern in erster Linie, dass das Kind mit der Situation überfordert ist und oder sich halt nicht wohl fühlt, sich mit einem Kind aus dem Zelt nicht versteht oder nachts im Dunkeln Angst hat weils vor lauter Aufregung nicht schlafen kann usw. klar gibts auch Fälle in denen die Kiddis einfach im Mittelpunkt der Betreuer stehen möchten...das muss man abwägen und beobachten.
Wir haben die Brausebonbons (Vitraletten heissen die glaub) Tee und unsere Kuschelwärmflasche im Gepäck...
Manche haben auch dauernd ein Wehwechen, da hilft Wassereis ganz prima,...erst kühlen und dann essen!!! Wirkt echt Wunder!
Grundsätzlich sind bei Heimwehkinder ein paar nette Worte, Verständnis, besondere Beschäftigungen einfach hilfreicher als Placebos,...bei uns gibts da auch mal ein Traubenzucker....aber nicht als "Medizin" sondern als "Heimweh-Tröster" und wie gesagt, ein bisschen Zeit von den Mitarbeitern,...
und wenns am nächsten Tag nicht besser wird, kommt der Brief nach hause ins Spiel...und vorallem bei den Kleinen nicht all zu sehr beschäftigen sonst sind sie erst recht müde und überfordert...sondern auch mal beim Abendprogramm das Kind auf den Schoß nehmen und zuschauen...und dann wirds auch wieder besser!
Wenn das Heimweh nachts kommt ist natürlich immer etwas schrecklicher weil das ganze Zelt in Aufruhr ist, da hilft ein warme Decke am Lagerfeuer und ein Tee oder Kakao...und dann mit der Wärmflasche wieder ab ins Bett!
Also alles in allem ist das Heimweh echt anstrengend und anstecken!!! Aber mit ein bissle Geduld und Zeit bekommt man das alles in Griff!!!
Und wenns gar nicht anders geht und bevor das ganze Zelt ihre Taschen packt, telefonieren wir kurz mit dem Eltern und die meisten findet sich dann die passende Idee!
Also aus Erfahrung kann ich sagen, dass sich Zeit nehmen, zuhören, ein heißer Kakao, usw. Wunder wirken! Nach Hause telefonieren lassen sollte man die Kinder eher nicht, das verstärkt das Heimweh nur. Und die kleinen Heimweh-Globulis haben schon meine Lehrerinnen in der Volksschule auf Schullandwoche verwendet: Wenn das Kind nicht zu weinen aufhören will, können die echt helfen! Da erfüllen die homöopathischen kleinen weißen Kügelchen echt ihren Zweck! Placebo eben, wie alle anderen homöoapathischen Mittelchen auch:
Wenn die Kinder dran glauben, wirken sie super!
Also,
ich bin auch schon des öfteren mit Jugendgruppen in diversen Zeltlager gewesen.
Gute-Laune-Drops oder Heimwehpillen habe ich immer im Gepäck. Diese sind aber immer nur für den Absoluten Notfall. - Die Ablenkung und das Gespräch mit dem Betroffenen ist es, was bei mir bisher immer geholfen hat.
Damit wir allerdings nicht mit dem Gesetzt in Konflikt treten "Verabreichung von Medikamenten" handelt es sich bei mir auch um Smarties und co, allerdings immer nur in einer Farbe und ohne weiteren Aufdruck (M und M's) und auch nur für den absoluten Notfall.
Ich denke man sollte Placebo-Heimwehpillen nicht überbewerten, aber auch nicht völlig weglassen. Natürlich sollte man es ertst mal mit Kakao/Tee einem Gespräch und etwas Zuneigung versuchen, auch sollte das Kind erst mal versuchen, allein über den Schmerz hinwegzukommen, denn es wird im Leben noch öfter auf solche Situationen stoßen.... aber wenn gar nichts mehr geht und sich der Zustand des Kindes auch nach 1-2 Tagen nicht bessert, hilft so eine Heimwehpille manchmal Wunder. Ich kenne einige Kids, die da dran fest glauben (nichts da von Konsumorientiertheit) natürlich sollten es nicht unbedingt Smarties sein, ich würde kleine weiße Pfefferminz-Pastillen empfehlen, aber wenn nichts anderes da ist, tun´s die guten alten TicTac´s aber auch, denn ohne die vertraute bunte Verpackung erkennen die Kinder das oft gar nicht, besonders wenn sie Heimweh haben (spreche aus Erfahrung...)!
Aber das beste ist immer noch: Ablenkung und Auspowern, damit das Kind nicht mehr daran denkt. Manchmal gibt es auch vereinzelt Kinder, die sich total fürsorglich um andere Kinder mit Heimweh kümmern. Das würde ich so lange dulden, bis es zu viel wird und das helfende Kind sich auf nichts anderes mehr konzentriert (essen, Zähne putzen, Küchendienst,...)
Hallo zusammen, in Bezug auf Clemens Beitrag würde ich gerne anmerken das auch homäopatische Mittel Wirkstoffe enthalten, man sollte sie daher niemandem ohne Grund verabreichen. In der Jugendarbeit behandeln wir sie genau wie alle Medikamente. Heimwehpillen verwende ich persönlich nicht, auch wenn ich weiss das viele sehr erfolgreich damit arbeiten. Ich aber gehe lieber auf die Kinder ein, dabei hilft oft schon das Hinweisen auf die tollen Aktionen die im Lager schon stattgefunden haben und das noch vieles mehr kommt was die Kinder verpassen würden wenn sie nicht dabei wären.
Markus wenn ich dich kurz korrigieren darf. Homäopatische Mittel haben nachweisbar keine Wirkstoffe. Die ursprünglichen Wirkstoffe werden immer weiter verdünnt bis dieser eben nicht mehr nachweisbar ist. Wer an homäopatische Mittel glaubt, glaubt eben nur an die Energie oder "geistige Kraft" die in den Wirkstoffen enthalten sein sollen. Im Grunde halt auch nur ein Placebo. Allerdings mit dem Unterschied das man nicht an die Heilkraft glauben muss sondern eben seinem Arzt oder Apotheker vertraut. Zumindest kam das bei einigen Studien raus.
Zum Thema allgemein: Wir hatten immer einen Speziellen Betreuer dabei für die Heimwehkinder. Da gabs dann halt mal solche Nachmittagsunternehungen wie Eislaufen (Wandern und danach ein Eis essen) oder ähnliches und ab und an auch Smarties als Zaubermittel gegen Heimweh.
Wenn ich mir dir damaligen Kinder heute ansehe hat es ihnen auch nicht geschadet und es gibt auch immer noch ehemalige Kinder die heut noch von dem besonderem Eislaufen erzählen...
Im Grunde muss man da für sein Lager immer ne eigene Idee entwickeln weil eben Ansprüche, was geht und was nicht, sehr unterschiedlich sind. Hat man erstmal eine Idee erfolgreich umgesetzt sollte man die auch weiter verwenden.
Wir hatten ein ziemlich stressiges lager. und natürlich was durfte nicht fehlen. Heimwehkinder. Was bei uns wirklich gut geklappt hat, denn das kennen nicht viele kinder, sind Jelly Bellys. Als Muntermacher Verkauft und so richtig eklige geschmacksrichtungen gibt es da ja auch. ;-)
Hi! Ich bin auch dagegen, Kindern zu suggerieren, dass es gegen alles und jedes Medikamente gibt. Wir haben dieses Mal direkt am Anfang der Freizeit mit allen Kindern "Heimwehmedizin" gemacht, die bestand aus Cornflakes, weißer Schokolade (also Choco Crossies in weiß) und wurde mit roter + grüner Zuckerschrift verziert. Damit war für alle Kinder klar, was es ist. Außerdem wurde damit thematisiert, das Heimweh nichts unendlich Schlimmes ist, sondern etwas, was fast alle kennen und womit wir klarkommen. Ein einziges Kind hat sich mal so einen Heimweh- Happen geholt... und den Rest haben wir beim Abschlussgottesdienst an alle verteilt. Einige Kinder hatten mal telefoniert mit daheim, wir hatten nur ausdrücklich darum gebeten, dass die Eltern nicht von sich aus anrufen. Aber das Wichtigste ist wohl wirklich die Zuwendung- und da muss man vor allem aufpasen, die etwas ruhigeren, "angepassten" Kinder nicht zu übersehen, die nicht schon von sich aus die Aufmerksamkeit auf sich ziehen.
Hallo zusammen
Wir haben im Lager jeweils Traubenzucker dabei, welche die Kinder bekommen.
Zudem haben wir eine tolle Geschichte, welche die "Medizin" schnell überflüssig macht.
Heimwehspinne: Jedes Heimwehkind bekommt eine süsse Spinne auf die Hand gemalt. Folgende Geschichte. Mama Spinne und ihre vielen hundert Kinder müssen Abschied nehmen, den ein Haus für soviel ist einfach nicht drin. Damit die vielen Kinder nicht so schrecklich Heimweh haben müssen, bekommen sie von der Mutter eine Spinne aufs Bein gemalt und wissen so, dass die Mama immer da ist, auch wenn sie sie gerade nicht sehen.
Ist zwas super banal, aber die Kinder lieben es. Zudem finde ich es wichtig, dass man den Kindern auch sagt, dass sie, wenn das Heimweh plagt, die Spinne anschauen sollen, auch weinen dürfen und sich überlegen, was man der Mama alle erzählen will. Weinen ist ok.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]1357[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a1357-Heimwehpillen-sinnvoll-uebertrieben.html

















