Medizinkoffer auf Freizeiten - Inhalt
von Bohne (04.04.05 10:37:04)Auf Freizeiten haben wir immer einen Medi-Koffer dabei, damit man im Fall der Fälle reagieren kann. Nun, da er vor dem nächsten Zeltlager neu bestückt werden soll, kam die Überlegung, ob wir wirklich alles notwendige drin haben, oder ob uns irgendetwas wichtiges fehlt.
Hier mal die derzeitige Bestückung des Koffers:
-Verbandsmaterial (Mullbinden,Pflaster(versch. Größen),Dreiecktuch...)
-Verbandschere
-Pinzette / Zeckenzange
-Brand-/Wundsalbe
-Sportsalbe
-Heimwehplacebos
-Lutschtabletten gegen Halsschmerzen
-Paracetamol (nur für die Betreuer ;-))
-Niveacreme
-Einmalhandschuhe
-Desinfektionssalbe (Betaisadona)
-Desinfektonsspray
-Kühlpads
Ich denke jetzt habe ich alles aufgeschrieben, was sich bei uns im Medi-Koffer befindet.
Jetzt bin ich gespannt auf eure Meinungen.
Hallo Fabian
Diese Liste ist zwar nicht schlecht aber ich würde Sie noch mal mit der Liste einem Erste Hilfe Kasten für das Auto abgleichen besonders wegen den Mengen. In so einem Erste Hilfe Kasten ist eigentlich alles drin was man braucht. Außerdem gibt es in vielen Sportgeschäften auch so Erste Hilfetaschen für unterwegs, die sind auch nicht schlecht.
Ein Tipp wie Ihr vielleicht auch noch Geld sparen könnt beim Besorgen von Erste Hilfe Material. Wir haben vor einem Jahr alle Apotheken in unsere Stadt abgeklappert und gefragt ob sie etwas spenden können. Wir haben insgesamt fast 4 Komplette Erste Hilfesets bekommen.
DIN 13164 - Kfz-Verbandkasten
Inhalt:
1 Heftpflaster DIN 13019-A 5 x 2,5 cm
8 Wundschnellverbände DIN 13019-E 10 x 6 cm
3 Verbandpäckchen DIN 13151-M
1 Verbandpäckchen DIN 13151-G
2 Verbandtücher Brandwunden DIN 13152-BR 400 x 600 mm
1 Verbandtuch DIN 13152-A 600 x 800 mm
6 Kompressen 100 x 100 mm
2 Mullbinden DIN 61631-MB-6 6 x 400 cm oder
Fixierbinden DIN 61634-FB-6
3 Mullbinden DIN 61631-MB-8 8 x 400 cm oder
Fixierbinden DIN 61634-FB-8
2 Dreiecktücher DIN 13168-D
1 Rettungsdecke 210 x 160 cm
1 Erste-Hilfe-Schere DIN 58279-A 145
4 Einmalhandschuhe DIN EN 455
1 Erste-Hilfe-Broschüre
nicht mehr enthalten:
1 Verbandtuch Brandwunden DIN 13152-BR
3 Mullbinden DIN 61631-MB-8
1 Mullbinde DIN 61631-MB-6
12 Sicherheitsnadeln DIN 7404-48-St-vn
1 Ölkreide
neu hinzugekommen:
1 Rettungsdecke 210 x 160 cm
Gültig seit 01.01.1998
Gruß Tobias
Bei uns ist da noch etwas mehr drin. Die Standardkoffer bekommen wir vom Träger gestellt (2 pro Freizeit mit allem drum und dran). Danach legen wir Betreuer unsere Mittelchen dazu. Es kommt ab und zu vor das noch irgendwelche Medizin von alten Freizeiten überbleibt. Die nehmen wir Betreuer in der Regel an sich wenn die Eltern die nicht mehr brauchen oder wollen. Ist ganz praktisch weil die Ärzte bei denen wir sind uns inziwschen kennen und grundsätzlich immer dasselbe verschreiben. Und wenn wir die alten Medikamente noch haben dann nehmen wir die und sparen uns den Gang zur Apotheke und die Kosten für die Krankenkasse. Natürlich überprüfen wir das Haltbarkeitsdatum von den alten Medikamenten ;-)
Ansonsten schmeißen wir Betreuer für uns privat noch ein bisschen was in die Koffer:
- Kopfschmerzmittel
- Tropfen gegen Durchfall
- Koffeintabletten (die sind für extreme Situationen in denen nur noch 1 bis 2 Teamer einsatzbereit sind und es einfach weitergehen muss, keine Ahnung ob die wirklich wach halten haben wir mal irgendwann von ner Apotheke bekommen *gg*)
Aber was machen Kühlpads im Koffer? Die sind vielleicht 2 Stunden kühl danach wars das. Wir haben immer ein paar in einem Gefrieschrank liegen für Notfälle. Alternativ tuts auch Wassereis mit nem Handtuch drum.
Übrigens wenn ihr "Lemocin" als Halswehtabletten habt: weg damit, das bringt nix. Die lindern zwar die Schmerzen, heilen aber nicht. Hat uns mal n Arzt erzählt. Seitdem nehmen wir andere. Aber die darf man ja eh nur nach einem Arztbesuch verabreichen.
Wenn Kinder spezielle Medikamente benötigen, dann bekommen wir als Betreuer die von den Eltern mit genauen Anweisungen (schriftlich!) was wann in welcher Menge verabreicht werden muss...
Die DÃÂnge, die du aufgezählt hast, sind bei uns nicht sooo wichtig, da wir meist nur wenige Tage auf einem Zeltlager unterwegs sind... Das mit den Lemocin musste ich leider auch schonmal feststellen, da diese aber, meines Wissens nach (sollte ich hier falsch liegen, bitte korigiert mich), aufgrund ihrer schwanchen Wirkstoffe, auch ohne Gang zum Arzt gegeben werden dürfen, befinden sie sich halt im Koffer für die ersten Schmerzen.
Die Kühlakkus kommen natürlich nach der Ankunft sofort ins Kühlfach, is ja klar, außerdem haben wir aber noch Kühlpads zum knicken... Durch das Knicken wird eine chem. Reaktion in den Pads ausgelöst die dies dann kalt werden lassen... Zwar etwas teurer, aber sehr praktisch...
Ahso...ich kenne solche Knickpads bisher nur in der heißen Variation. Ist ja nett das es sowas auch fürs Kühlen gibt. Werd mich mal umschaun ob wir so etwas auftreiben können, ist sehr praktisch. Danke!
Lemocin ist doch aber apothekenpflichtig und damit darf man es normal nicht geben. Soweit ich weiß zählt das auch zu den Medikamenten.
Bei uns gibt es noch was ganz tolles für Kinder die sehr Simulations anfällig sind.
Brausetabletten (einfach in Wasser auflösen, trinken und die Schmerzen sind weg)
Meistens klappt es, vorausgesetzt die Betreuer plappern das nicht rum und die Kinder kriegen das nicht mit.
Also wir haben auf einer Schulung von einer Ärztin (selbst ehemalige Pfadileiterin) eingetrichtert bekommen, dass man auf keinen Fall "Heimweh-Pillen" verteilen soll. Und zwar lernen die Kinder auf diesem Weg nur, dass Tabletten gegen alles helfen, aber lernen nicht den kritischen Umgang und bewussten Einsatz mit Medikamenten. Ich finde das ganz richtig so und empfehle in diesen Fällen eher, dem Kind einen (Beruhigungs-)Tee zu kochen und diesen auch als solchen zu vermitteln. Das gleiche gilt für die Simulanten... da gibt es doch andere Lösungen!
Das is doch mal ein Thema über das man diskutieren kann, oder?
Für alle die Interesse haben gehts hier weiter: Heimwehpillen - sinnvoll oder übertrieben? (Vorschau)
Zu den Einweg-Knick-Kühlpacks: Ich bin im DRK und besorge für unsere Freizeiten immer solche Einweg-Packs für Unterwegs. Wir haben für jede Gruppe die das Lager verlässt eine Gürteltasche mit den wichtigsten Sachen gepackt (Liste kann ich auf Anfrage hier Posten). Darin befindet sich auch mindestens ein so ein Kühlpack. Für die Unfälle im Lager benutzen wir auch die Mehrweg-Gel-Pads aus der Gefriertruhe.
Die Einweg-Dinger kosten bei uns ganze 50 cent.. ich denke das ist keine Diskussion wert...
Hier die Packliste für unsere EH-Gürteltaschen:
Packliste „Erste Hilfe-Gürteltaschen“
2x 10x10 Kompressen
1x Sofort-Kälte-Pack
1x Pflasterstreifen (ca. 20cm lang)
1x Schere
1x Fenistil-Gel
2 Paar Einmal-Handschuhe
1x Verbandpäckchen
1x Paket Taschentücher
1x kleiner Müllbeutel
Ich denke was in jede dieser taschen gehört, was hier jedoch keiner erwähnt hat:
Kohlekompretten
da diese problemlos auch ohne arzt- oder elternrücksprache verabreicht werden dürfen.
Wir haben sie noch nie gebraucht, aber je nach Lager, mal mit besseren, mal mit schlechteren Toiletten kann Durchfall jedem Betreuer und/oder Kind so ein Lager zur Hölle machen.
Weiterhin wichtig ist Desinfektionsmittel. Sei es für kleinere Wunden/Ratscher, als auch für die Hände. [k]hab hier diesbezüglich nochmal schlau gemacht, Christian (siehe Post unter mir) hat recht, Desinfektionsmittel ist lediglich für Besteck (Zeckenzangen usw) geeignet oder für die eigenen Hände)
Das mit den Kohlekompretten habt ihr etwas falsch verstanden. Natürich rennt nicht jeder auf ner Ausfahrt damit rum, in einee Lager-EH-Tasche gehören sie dennoch. Zwischen einer Magen-Darm-Grippe und nem Durchfall weil einer das Essen nicht abkonnte kann man im normalfall unterscheiden.
Jedoch werden die Kids damit nicht vollgestopft, sondern davon wird mal EINE verabreicht. Wenn das nicht sofortige Linderung bringt ist natürlich der Gang zum Arzt angesagt.
Jedoch sind Kohletabletten weder Allergen, noch schädigen sie den Körper in irendeiner Weise (bei einmaligem Gebrauch sowieso nicht) und können auch an Kinder verabreicht werden.
Da Kohletabletten keine Medizin sind (rechtlich) kann es hier auch keine rechtlichen Folgen geben.
Und wer meint er hätte davor Angst im nachherein Probleme zu bekommen wegen sowas:
Bedenkt mal, dass ihr Kindern auf nem Lager nichtmal nen Splitter entfernen oder einen verklebten Kaugummi aus den Haaren schneiden dürft, das gilt als Körperverletzung!
[Editiert wegen neuerer Erkenntnisse :-) ]
Desinfektionsmittel sollen mittlerweile nicht mehr angewandt werden. Das lernt man mittlerweile auch in jedem Erste-Hilfe-Kurs. Die Wunde kurz mit Wasser auswaschen, wenn man meint, dass es nötig ist, sonst gar nichts machen. Der Hintergrund dazu ist, dass das Blut ja von innen nach außen fließt und somit den ganzen Schmutz mit nach draußen nimmt.
Desinfektionsmittel können mittlerweile häufige zu allergischen Reaktionen führen. Sollte es ein Problem mit der Wunde geben, keine Experimente machen, sondern ab zum Arzt. Der einzige Punkt für den man das Desinfektionsmittel noch braucht, ist zur Desinfektion von Pinzette, Zeckenzange, etc..
Bei den Kohlekompretten denke ich mir: Bevor ich diese verabreiche würde ich auch auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, denn woher weiß ich, ob es *nur* Durchfall ist (der übrigens eigentlich sehr gefährlich ist) oder Magen-Darm-Grippe oder sonstwas? Zum anderen gehören diese aus meiner Sicht nicht in diese kleinen Taschen, da diese für die Erste-Hilfe Unterwegs gut sind (also auf Wanderungen, Waldspiel, etc.), sondern in den großen Koffer auf dem Platz.
Zum Desinfektionsmittel und den Kohlekompretten: Ich kann euch nur raten, damit ganz vorsichtig gegenüber anderen zu sein. Gerade Schutzbefohlenen gegenüber. Ich kann Christian mit seinem letzten Beitrag nur recht geben.
Was ihr euch selber gebt und einnehmt ist eure Sache, aber was ihr Kindern oder Jugendlichen andreht an Medikamenten, die z.B. "nur Durchfall haben" ist nicht mehr so einfach zu handlen! Wenn da was schief gehen sollte, seid ihr dran! (Klar, da wo kein Kläger da kein Richter, aber heut zutage gibt es immer mehr Kläger!)
Genauso ist es auch mit "ich fahre das Kind mal schnell ins Krankenhaus". Früher hatten wir nachts immer einen Fahrdienst eingerichtet, der dann mit Kindern, die ins Krankenhaus mussten, dorthin gefahren ist. Bis jetzt ist da, toi toi toi, auch nix passiert. Aber mittlerweile machen wir das so gut wie gar nicht mehr. Klar kann man mit einem der Schnupfen oder sowas hat, also nix akutes ganz normal zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren. Sobald aber ein Unfall, etc passiert sollte die 112 nicht weit sein. Tut euch damit einfach selber einen gefallen. Denn, wenn da unterwegs was passiert, oder durch den Transport eine Behandlung verzögert wird kann das ganz unangenehme Folgen haben! Außerdem ist es für alle Streßfreier! Na gut, wenn da ne horde Kinder auf dem Platz rumlaufen und ein Rettungswagen vorgefahren kommt ist das nicht so der Hit, weil alle gleich denken es ist weiß gott was passiert. Aber ich denke nach dem 3. Mal, wenn die anderen sehen, die Kinder kommen Gesund wieder, wird ein Rettungswagen nicht mehr so viel aufsehen erregen! Sonst einfach den Rettungswagen nicht bis direkt auf den Platz fahren lassen.
Viel mir nur gerade so ein ;-)
Hallo zusammen,
Ich bin Pfadfinderleiter und in den meisten Fällen bei uns in den Lagern für die Erste Hilfe zuständig.
Richtig ist, dass prinzipiell sogar die Anwendung von Wunddesinfektionsspray eine Körperverletzung ist.
Trotzdem vertrete ich die Ansicht, dass es sinnvoller ist, "Bagatellverletzungen" wie zB kleine Schürfwunden etc direkt im Lager zu verarzten, indem man sie mit Wasser und ggfs einem milden Wunddesinfektionsspry (zB. Octenisept) reinigt und dann mit Pflastern/Kompressen soweit verpackt, das bei Outdoor-Aktionen (und das ist ja im Zeltlager nunmal fast alles) keine Schmutz oder Dreck reinkommt. GGfs noch ein bisschen Betaisadona drauf, aber eben nur bei kleineren Wunden.
Wichtig ist auch, dass das Pflaster nach Möglichkeit abends entfernt wird, so dass die Wunde über Nacht trocknen kann und man sich dann am nächsten morgen neu überlegen kann, ob es Sinn macht sie noch weiterzuverbinden oder nicht.
Das Lemocin-Phänomen tritt so mehr oder weniger bei allen verschreibungsfreien Halsschmerztabletten auf, da die alle nur eine sehr geringe Wirkstoffkonzentration haben. In vielen Fällen helfen die aber sofern sie rechtzeitig eingenommen werden und wenn nicht, wird eben ein Arzt aufgesucht.
Um aber nochmal kurz auf die rechtliche Seite zurückzukommen:
Wir haben es mal in einem Lager ausprobiert und sind wirklich wegen jeder kleinen Verletzung zu einem nah am Lager gelegenen prakt. Arzt gefahren. Das hatte zum Erfolg dass dieser uns daraufhin "freundlich" bat, so einen "Kleinscheiss" doch bitte selber zu verarzten und ihm damit nicht die Praxis zu blockieren (was ich auch irgendwo nachvollziehen kann).
Schließlich haben wir nun in den "Formailienzettel" den wir uns vor jeder Fahrt ausfüllen lasse ein großes Feld "Medikamentenallergien" eingefüht und die FOrmulierung, dass die Eltern uns erlauben, diese Bagatellverletzungen von entsprechend qualifizierten Gruppenleitern (Med-Student, Rettungssanitäter, notfalls aber sogar Ersthelfer) versorgen zu lassen, wobei auf Wunsch eines Kindes auch immer noch die Option der Fahrt zum Arzt offen steht.
Mit dieser Regelung fahren wir eigentlich sher gut und fühlen uns auch rechtlich auf der sicheren Seite.
Was haltet ihr davon?
nochmal: @Wunddesinfektionsspray: Mediziner raten, wie oben schon von mir aufgeführt, von deren Benutzung mittlerweile ab.
Das man Schürfwunden selbst behandelt (Wasser darüber laufen lassen, Pflaster) wurde nirgends abgestritten. Ob euere neue Rubrik auf dem Formalienzettel etwas bringt, wage ich zu bezweifeln, da in diesem Gesetzt ja geregelt wird, dass es nur von einem Mediziner gegeben etc. werden darf. Solche Gesetze können Eletrn nicht aufheben. Das große Problem sehe ich allerdings darin, dass es viele unbekannte Allergien gibt ... und ihr nunmal kein Mediziner seid, der dann entsprechend darauf reagiert (und ja, es gibt Allergien, die innerhalb von einer Minute jemanden außer Gefecht setzen).
Nochmal ein Link zur ganzen Thematik: "Erste-Hilfe für Betreuer"-Wiki
Ich bezweifle stark ob die Unterrschrift der Eltern reicht um diese Sache außer Kraft zu setzen. An eurer Stelle würde ich da wirklich erstmal einen Rechtsanwalt alles prüfen lassen. Ihr pokert sehr hoch, wenn etwas passiert dann kanns ganz böse für euch ausgehen.
Wir hatten letztes Jahr so nen Fall, dass alle möglichen Leute wegen ner Magen-Darm-Sache außer Gefecht gesetzt waren, und da warn die Kohletabletten echt super. Weil sich nämlich die Eltern (sofern sie denn erreichbar sind) sich auch freuen, wenn man sie nacht um 2 anruft um ihnen zu sagen, dass ihr Kind grade Durchfall etc. hat.
Also bei uns werden üblicherweise 2 Erste-Hilfe Kästen (große Bestückung gemäß Packliste Feuerwehr) mitgenommen und zusätzlich noch ein paar Medikamente, die wir uns von einem Arzt (selbst Vereinsmitglied und daher für uns 24 Stunden tel. erreichabar) zusammenstellen lassen.
Bevor diese benutzt werden halten wir tel. Rücksprache und bekommen eine Anweisung in der Art "Bei Durchfall der Teilnehmerin XY könnt ihr 2x das Mittel ABC geben und wenn das nix nützt dann ab zum nächsten Arzt oder heimbringen."
Ist zwar auch nicht unbedingt die einwandfreie Lösung aber meiner Meinung ein gangbaren Mittelweg. Ohne tel. Rücksprache würde ich keinerlei Mittel verabreichen! Und schon gar keine Placebos (wie früher hier mal zu lesen war).
Kohletabletten sind in manchen Fällen so ne art druckverband...außerdem bei "akuten oralen vergiftungen" das (erste und) beste, was man als "sani" tun kann.
Wir gehen im Sommer für 2x2 Wochen nach Italien in den Urlaub und nehmen dort 13-80 jährige Jugendliche mit.
das nächste Krankenhaus ist 20 minuten weg, wurde auch schon bei verschiedenen Gelegenheiten gebraucht.
Grundsätzlich bin ich dafür, dass man bei ernsten Vorfällen zum Arzt geht, aber wenn jetzt jemand mit Kopfschmerzen nachts um 3 zu mir- als mitarbeiter und "sanitöter"- ans Zelt kommt, dann renn ich mit dem nich zum dotore... für den Fall haben wir da ganz einfach ein paar Aspirin(außer für Asthmathiker, die bekommen Ibuprofen) und 2 große Gläser frisches Mineralwasser.
Bei knapp 120 Teilnehmern pro Freizeit kommt halt doch mal öfter was vor und deshalb haben wir meistens eine Krankenschwester oder jemand (mich) der von ihr eingewiesen wurde, der sich um splitter, schnittwunden usw kümmert und die Eltern sind da auch ganz zufrieden damit.
Die Allergie-Rubrik haben wir auch im Formular und sind damit bis jetzt ganz gut Gefahren.
Weil ich von einem Mitarbeiter des DRK hingewiesen wurde, dass ich als Schulsani oder Ersthelfer keine Medikamente verabreichen darf, haben unsere Älteren mal bei sämtlichen Institutionen, wie Jugendamt, BDKJ, DRK ... angefragt und diese meinten, dass man durchaus mal ne Kopfschmerztablette oder eine Immodium akut( für die ICH auch schon mal sehr dankbar war!! ) geben darf, vor allem wenn es minderschwere Fälle sind.
Auf Wunsch kann ich ja mal grob umreißen, was wir für Medikamente mitnehmen
Schade, dass diese Institutionen (Jugendamt, BDKJ, DRK) Euch mit derart falschen Informationen versorgen. Gerade die Mitarbeiter des DRK solltenes wissen, denn die dürfen auf Sanitätsdiensten o.Ä. nicht einmal eine Kopfschmerztablette ohne ärztliche Anweisung geben. Es kann immer zu unverhofften allergischen Reaktionen kommen, auch bei Medikamenten, die man für noch so harmlos hält (gerade bei Ibuprofen und ähnlichen Schmerzmitteln). Vor allem bei "minderschweren Fällen würde ich es erst mal mit Hausmitteln versuchen, statt in die Apotheke zu greifen. Sollte es zu irgenwelchen Komplikationen kommen, weil Ihr Medikamente verabreicht habt, die das Kind nicht ohnehin regelmäßig nimmt, hilft Euch auch der Verweis auf den BDKJ o.Ä. nicht. Hier ist es wie überall: Unwissenheit (oder eben in dem Fall Fehlinformation) schützt vor Strafe nicht!
Das haben wir alle auch nie bezweifelt. Dieses Faktum sollte uns allen klar sein...
Als ich diese Diskussion gelesen habe, bin ich ins Zweifeln gekommen: bisher haben wir uns über die Verabreichung oder Nicht-Verabreichung von Medikamtnen keine großartigen Gedanken gemacht. Ich habe, um sicherzugehen bei unserem Verband nachgefragt und dort wurde mir bestätigt, dass man sich bei uns in Belgien nicht strafbar macht, wenn man Medikamente verabreicht oder Erste Hilfe leistet. Jeder Teilnehmer muss zu Beginn des Pfadi-Jahres und vor dem Sommerlager eine Bescheinigung der Eltern abgeben, auf dem alle medizinischen Angaben und Besonderheiten wie Allergien, Krankheiten etc. vermerkt sind. Es wird allerdings Wert darauf gelegt, dass zumindest ein Animator in Erste Hilfe ausgebildet wurde, dieser Kurs muss auch regelmäßig erneuert werden. Außerdem werden natürlich nicht unnötig Tabletten verabreicht, sondern auch wir fangen mit Hausmittelchen an und gehen im Zweifelsfall sofort zum Arzt. Strafbar machen wir uns allerdings in keinem Fall (außer vielleicht bei unterlassener Hilfeleistung?!)
Anders ist es ja in Deutschland auch nicht, zumindest nicht, was die Erste Hilfe angeht. Bei der Ersten Hilfe kann man sich im Prinzip auch nur strafbar machen, wenn man nichts tut. Aber Medikamente dürfen nur dann verabreicht werden, wenn sie vom Arzt verschrieben wurden. Alles andere wäre eine ärztliche Maßnahme (und darin sollten wir uns alle einig sein), die uns als Laien untersagt ist (wieso sollten wir etwas dürfen, was schon der Rettungsdienst mit ausgebildetem Fachpersonal nicht darf?)
sagen wir so... hm meiner meinung nach darf man ruhig mal zB "paracetamol" rausgeben. wenn dann kann man ja wenn man sehr vorsichtig sein will "paracetamol" 125 geben. das kriegen schon säuglinge im krankenhaus.
jedoch muss man eigentlich mit jeder wunde oder noch so kleinstem übel einen krankenwagen rufen. da man zB nichtmal "octenisept" ( zum aufsprühen auf wunden ( desinfektion und wundheilung))sprühen dürfte, da es ja verschriebungspflichtig ist ! und der krankenwagen muss immer gerufen werden weil man nichtmal berechtigt ist einen kranken zu transportieren. hm schon blöd wegen jedem scheiss. aber teilweise sieht man immerweider das kinder ihre eigenen tabletten bei haben. insbesondere zB mädels, wenn sie ihre regel haben. das ist dann auch ok.
Es geht hier aber nicht um Meinungen. Sorry wenn ich das so krass sage, aber das ist egal was wir für richtig empfinden. Es ist einfach gesetzlich vorgeschrieben...
Sicher gibts auch bei mir Situationen in denen ich einen Teufel tun werde und auf einen Arzt warten werde. Das sind dann aber Extremsituationen. Als Beispiel nehme ich mal die "Kotznacht" in Bühl von mir (steht auch irgendwo im Grik drinne), da würde ich jederzeit wieder ein Zäpfen geben und nicht wieder warten bis ein Arzt da ist.
Die Verantwortung muss ich dann aber auch tragen, allerdings fühle ich mich der gewachsen.
was ich bisher noch nicht gelesen hab und aber für wichtig halt ist die beliebte Wärmflasche :-)
Ein Weg die rechtliche Hürde des verabreichens von Medikamenten zu umgehen, ist die Mittel selbst einnehmen zu lassen.
Das heist, dass z.B. die Kopfschmerztablette nicht mehr vom Leiter gegeben wird, sondern ( gerade bei älteren Jugendlichen ) zugänglich gemacht wird, also der Jugendliche sich die selber aus dem EH-Kasten nehmen muss, und auch selber einnehmen. Oder, das die Person sich die Splitter selber rauszieht, Betisadona selber draufschmiert.
Bei jüngeren Kindern ist dieser Weg sicherlich nicht praktikabel, da diese noch zu stark vom Leiter beeinflusst werden ( auch unbewusst ) , und was viel Wichtiger ist, die Risiken der Mittel , die sie nehmen ( oder auch nicht ) nicht einschätzen können.
Ich weiß, dass man den Kindern und Jugendlichen keine Medikamente verabreichen darf. Deshalb frage ich mal, welche Hausmittel helfen denn bei den üblichen "Wehwechen" falls es nichts schlimmeres ist?
Kopfweh, Halsweh, Wadenkrämpfe (wegen Magnesiummangel), Bauchweh, Übelkeit, Sonnenstich??
Ich fahre mit meiner Gruppe zum ersten Mal in ein Zeltlager und möchte dafür ausgerüstet sein.
Hallo Marion,
schau mal unter Medizin & Erste Hilfe.
Auch Hausmittel (homöopathische oder auf rein pflanzlicher Basis) dürfen nicht verabreicht werden.
Neben dem nur einmal erwähnten:
- Fenistilgel und der
- Wärmflasche; pack ich jedes Jahr
- Buscopan (vor allem für Betreuer, aber auch schon mal für jugendliche Mädels ein) und
- das Panthenolspray für starke Sonnenbrände ein.
also auf einer freizeit bei der ich als betreuer mitgeh, wir vorher auf der anmeldung vermerkt, dass bei stichen, verletzungen oder dem daraus entstehenden schreck homöopathische mittel (globoli) verabreicht werden und wenn die eltern das nicht wollen können sie "nein" ankreuzen!!
is das jetzt erlaubt oder nich??? weil ich dachte homöopathische mittel (wenns keine tropfen sind wegem alkohol) dürfen verabreicht werden?!?!?!
ansonsten haben wir immer noch ein "heimweh-kuscheltier" dabei, für die kinder die heimweh haben...
Generell haben alle die keine medizinische Fachausbildung (Arzt) haben und Medikamente verabreichen ein großes Problem, sollte es zu einen Prozess kommen. Ihr solltet nur Medikamente verabreichen die durch einen Arzt verordnet worden sind. Habt Ihr z.B. ein Kind was einen richtig heftigen Asthma-Anfall hat und kann seine eigene Medikamente die es sonst selbstständig einnimmt, nicht mehr einnehmen, so zieht den Rettungsdienst mit Notarzt hinzu. Dieser ist dannn verantwortlich und auch haftbar, falls er Behandlungsfehler begeht.
Hallo,
ich rate jedem Begleiter von Jugendfreizeiten auf eine Selbstmedikation zu verzichten!
Es kann bei bestimmten Medikamenten zu Nebenwirkungen kommen, wenn diese mit anderen "Mittelchen" eingenommen werden. Da dieses Risiko nicht unerheblich ist, könnte es zu Zivilrechtlichen Problemen im Fall einer Unverträglichkeit kommen.
Die Gabe von Medikamenten, die dem Kind / Jugendlichen durch den Hausarzt verschrieben wurden (regelmäßige Medikamente), ist in Ordnung und so kann auch sichergestellt werden, dass der Betroffene seine Medikamente nimmt.
Notfallmedikamente eines Kindes / Jugendlichen dieser Person unbedingt für den Fall des Notfalls lassen! - Bei dem Einzug durch den Betreuer kann es sonst zu einer Straftat kommen, weil der Betreuer nicht immer bei dem betreffenden Kind ist, wenn dieses notwendig werden sollte.
Bei diesen Notfallmedikamenten sollte jede Person wissen, wo diese vorgehalten wird!
Ich habe bei meiner Jugendgruppe eine Person, die zu spontanen Asthma-Anfällen neigt. Diese Person hat für einen solchen Fall immer das Notfallmedikament in Griffweite. Jede Person ist eingeweiht, in welcher Tasche dieses Medikament auch aufbewahrt wird.
Für die richtige Verabreichung ist es hilfreich, wenn die Eltern / der Betroffene zeigt, wie dieses Medikament richtig angewandt wird. Ggf. ist auch ein Arzt bereit, hier Hilfestellung zu geben.
Ferner hat jedes Mitglied der Gruppe in seiner Jugend-Bekleidung in der Armtasche
ein Dreiecktuch
eine sterile Kompresse
ein Verbandpäckchen M sowie mind. 2 paar Einmal-Handschuhe (verpackt in Filmdosen aus dem Fotogeschäft => Schutz vor Sonnenlicht)
ggf. eine Rettungsdecke
Das wichtigste Teil wurde bisher noch garnicht genannt :)
ein Edding
Zieht man auf einer mehrtägigen Wanderung eine Zecke, muss die Stelle unbedingt beobachtet werden. Ist sie nicht markiert, kann das schnell zu falschen Annahmen führen. z.b. Schulter rötet sich (Druckstelle), man verdächtigt aber die Zecke. Oder auch andersrum.. es rötet sich munter und man schaut jeden Tag die falsche Stelle an..
Wir markieren jedenfalls alle Zeckenbisse mit einem Edding, damit die Stelle schnell und sicher gefunden wird.
Bei unseren Freizeiten haben wir immer einen großen EH-Koffer dabei und für jeden Leiter ein kleines Notfallset. In diesem ist auch jeweils eine Rettungsdecke enthalten.
Ich stimm Andreas zu, dass ein Edding wichtig zum Markieren von Zeckenbissstellen ist. Auch kann man auf einem Zettel im Koffer einfach notieren, bei wem die Zecke wo und wann gefunden wurde und damit immer wieder an der richtigen Stelle schauen.
Die Eltern müssen bei uns auch einen Fragebögen abgeben, wo z.B. draufsteht, ob sie es uns erlauben, Zecken mit Zeckenzangen/ -karten zu entfernen oder nicht, was das Kind für Allergien hat, Spangen, eigene Medikamente, ob Impfungen gegen Tetanus und FSME existieren, etc. Natürlich bringt das alles nichts, wenn dann die jeweiligen Zimmer- oder Zeltleiter nicht wissen, ob die Kids Medikamente nehmen müssen. Deswegen am ersten Tag die Fragebögen für einige Zeit an die Betreuer verteilen mit der Bitte, das wichtigste zu beachten.
Ergänzung zu meiner Auflistung vom 18.05.2008
In unsere Freizeiten wird ferner eine vollständig gefüllt Notfalltasche mit genommen.
Ferner ist bei kleineren Verletzungen auch eine Desinfektion möglich, allerdings muss das Desinfektionsmittel farblos sein, damit die Tiefe einer Verletzung nicht verschleiert wird. Die Begutachtung durch einen Arzt ist hier natürlich notwendig!!!
Des weiteren müssen alle Jugendlichen zu den Freizeiten die Krankenversicherungskarte sowie das Impfbuch mit bringen. Im Vorfeld ist auch eine Einverständniserklärung raus gegeben worden, in der auch Allergien, persönliche Medikamente und Co eingetragen werden. Diese Einverständniserklärung mind. 2 Wochen vor Abfahrt noch einmal ausgegeben und ggf. ergänzt.
Im Falle eines Unfalls sind somit die notwendigen Unterlagen da.
Anstelle des Eddings kann man übrigens die Zeckenstellen auch mit einem Kuli kenntlich machen.
Von den angebotenen Zeckenkämmen wurde mir abgeraten, da diese doch sehr "grob" sind und so das "Gift" bei der Entfernung in die Wunde gedrückt wird. Hier hat sich bei uns eine sehr spitze Splitterpinzette bisher als gut geeignet erwiesen. - Wichtig ist, dass kein Druck auf den Körper ausgeübt wird, bei der Entfernung. Die Zecke muss am Kopf gefasst werden und herausgezogen werden (nicht drehen!) - Die Zecke hat kein Gewinde am Kopf...
Wir haben es letzten Sommer so geregelt... einen Koffer mit den gängigen Sachen, die in einem EH-Koffer vom Auto auch drin sind. Also Verbandpäckchen, Pflaster, Schere, Rettungsdecke, Dreieckstuch, Kompressen, Einmal-Handschuhe, usw.
In Sachen Medikamente war es so, dass die Kinder ihre Medikamente von zuhause mitnahmen und in einen beschrifteten Behälter mit Name, Liste, Anwendung gaben. Diese Behälter wurden für jeden zugänglich aufbewahrt. Denn im Zelt der Kinder würde man bei dem Chaos das die im Zelt und ihren Taschen haben, bestimmt nichts finden. Wir sind nur eine kleine Gruppe von ca. 10 Jugendlichen im Alter von 13 Jahren. Die fragen aber trotzdem die Leiter, auch wenn sie nur "Ihre" Fenistil haben möchten. Was ich durchaus super finde! Die Kinder nahmen natürlich nur Schmerztabletten (für Kopf- oder Regelschmerzen) sowie Fenistilgel, Mittel gegen leichten Durchfall oder Allergietabletten mit. Bei jeder anderen "Krankheit" hätten wir (wenn passiert) natürlich sofort einen Arzt gerufen.
Jetzt meine Frage.... ist das rechtlich nun so erlaubt!!
Die rechtlich sichere Variante wäre, dass die Kinder "ihre" Medikamente bei sich behalten und ihr "nichts davon wisst". Man ist als Jugendleiter/ -in sogar verpflichtet einzuschreiten, wenn ein Kind versuch sich etwas in der Apotheke oder im Drogeriemarkt zu besorgen. In so fern müssen auch mitgebrachte Medikamente von euch konfisziert werden. Hintergedanke ist dabei, dass ihr nicht wisst, ob die Eltern der Einnahme zugestimmt haben. Wenn was schiefgeht seid ihr drann.
Ich persönlich kann nur dazu raten, den Eltern während eines vorbereitende Elternabends beiläufig mitzuteilen, dass ihr als Betreuer keine Medikament (absolut keine) verabreichen dürft. Wenn ein Kind nun des öfteren Kopfschmerzen, etc. hat, werden sich die Eltern 3 mal überlegen, ob sie ihrem Kind nicht doch was mitgeben. Wichtig ist nur: Ihr dürft weder Medikamente verabreichen, noch zugänglich machen, solange wie dieses nicht durch einen Arzt oder in Bezug auf die Personensorge, durch die Eltern (schriftlich) angeordnet ist.
Medikamente sind hierbei alles mit irgendwie gearteten besonderen Inhaltsstoffen, also auch Naturpräparate, homöopathische Mittel, apothekenpflichtige Präparate und sogar Tees und auch Fenistilgeel. Letzlich bleibt nur der Natur ihren lauf lassen und Hoffen das es besser wird. Sollte es nicht besser werden, ab zum Arzt und dann nach Hause.
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