Diskussionsplatz - pädagogische Fragen
Außenseiter - Wie integriert man sie ???
von Alina1301 (23.03.05 11:11:53)Hallo!
Mich persönlich würde interessieren wie man mit einem Kind umgeht das in der Gruppe einen Außenseiter hat! Bzw. wie kann man ihn in die Gruppe integrieren? Ich denke diese Situation kennen sicher viele (mich inbegriffen) und möchte daher mit euch zusammen Integratonsmöglichkeiten finden!
Ich habe eine Jungschargruppe (15-22 Kinder der 3.Volkschulklasse)und habe einen Jungen dabei der etwas in Richtung Außenseiter tendiert/ist!!!
Man muss sagen:
- Er spielt überall mit
- verliert jedoch er, wird er manchmal gehänselt (Is e klar der Michi verliert wieder!)
- Oder man zögert wenn man ihn in seine Manschaft wählen muss bzw. bekommt (obwohl wir jetzt keine Mannschftsspiele mehr machen)
- Es wird ihm von den Kindern immer die Schuld in die Schuhe geschoben - zumindest probieren sie es.
- Auch er sekkiert manche Kinder sehr
- Ist sehr leicht gereitzt und aggressiev dazu
- Wird zuhause auch nicht besonders gut behandelt (mit ihm wird ziehmlich viel geschrien, er ist der ältere und bekommt immer die Schuld für alles, er darf weniger als die andern Kinder in seinem Alter,-> habe ich selbst erlebt)
-...
Da stellt sich die Frage, was tun???
In manchen Stunden funktioniert es super, doch dann ...
Ich habe schon mit den anderen Kindern (sie wissen auch dass er zu hause ofe geschimpft bekommt) gesprochen, aber das ist auch schwer, denn manchmal sagen sie zu ihm etwas/oder auch nicht mal direkt zu ihm - er versteht es falsch und die Folge daraus ist, dass er die anderen Kinder sekkiert, oder sogar aggressiv wird, und dann haben wir wieder das alte Rad!
Habt ihr eine Idee wie ich mit so einem Kind oder der Gruppe umgehen kann, wie ich das Problem aus der Welt schaffen kann???
Ich würde mich riesig über Rückmeldungen freuen, denn ich weiß beinahe nicht mehr weiter, und bin sicher, dass es nicht nur mir so geht, vielliecht habt auch ihr ein Problem das in diese Richtung geht - meldet euch, vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung - oder ihr habt einen brauchbaren Lösungsvorschlag für mich und anderen "Betroffene".
DANKE im voraus!
LG
Alina
Also wenn es schon eine Weile so geht und die beobachtest hast das es sich wiederholt ("...und dann haben wir wieder das alte Rad!") sollte man eingreifen. Wäre es ein Einzelfall über den Zeitraum von 3 Treffen oder so hätte ich die Finger davon gelassen, aber hier sollte man sicherlich eingreifen.
Als erstes würde ich mich auf die Seite von Michi (so heißt er doch, oder?) schlagen.
Bei Kommentaren wie "Is e klar der Michi verliert wieder!" würde ich ganz bewusst einige Sprüche gegen den Kommentator bringen und mich auf die Seite von Michi stellen. Gerade wenn er wirklich Schuld an der Niederlage ist und die Kids ja eigentlich Recht haben (ist mir schon öfters passiert).
Danach würde ich mit den der Gruppe die ihn immer etwas ausgrenzt alleine reden. Ich würde ihnen klarmachen was Sache ist und so offen wie möglich zu ihnen sein. Wenn man Kids hat die einem vertrauen sind und ihnen den eigenen Gedankengang erklärt hat man in der Regel schnelle Erfolge. Mit dem Gedankengang meine ich auch ganz klar aussprechen, dass Michi gerade ein Außenseiter ist und das er sicher auch Schuld daran trägt.
Danach schaun wie es sich entwickelt und wenn es gut läuft halten sich die andren Kids zurück und Michi wird die meisten Probleme provozieren.
Das ist eine super Grundlage für ein Einzelgespräch mit Michi. Bei diesem sollten allerdings keine Anschuldigungen gegen Michi fallen, sondern der Betreuer sollte einige Situationen schildern in denen sich Michi falsch verhalten hat (keine Schuldzuweisungen, sondern nur die Fakten: "Der Alex hat dir den Ball nicht gegeben und du hast ihm eine reingeschlagen" etc.) und fragen warum Michi so gehandelt hat. Michi sollte merken, dass du ihn nicht irgendwie bestrafen willst sondern du nicht verstehst warum er so gehandelt hat. Auch hier würde ich so weit wie möglich offen sein und ihm genau sagen was du befürchtest.
Wenn du es geschickt anstellst hast du am Ende des Gespräches eine Zusage von Michi, sich zu bessern und bei Problemen zu dir zu kommen und nicht gleich loszuschlagen. Daran kannst du ihn dann öfters erinnern und dann klappts auch relativ gut.
So löse ich diese Außenseitersituationen auf Freizeiten. Bisher hats so in allen Fällen geklappt, aber ich hatte auch immer einen super und intensiven Draht zu den Kindern.
Habe selber auch so einen ähnlichen fall. Und zwar habe ich einen Jungen in der Gruppe der immer auffällt und überall da zwischen redet die anderen stört das natürlich weil es sie interesiert. Es mag ihn des wegen kaum einer was sich z.B. so äusert das wenn er mal nicht zur Gruppenstunde kommt die Kinder sich dann da rüber freuen und wenn er dann doch kommt gleich rum schreien oh mist er ist ja doch da. Und auserdem schlägt er auch gerne mal mit stöckern oder ähnlichem um sich und ist immer sehr agresiv. Bin echt am überlegen wie ich das regeln soll weil einzel gespräche bringen bei ihm auch nichts und mit seinen Eltern möchte ich so gerne auch nicht sprechen weil ich die nehmlich über haupt nicht kenne und ich nicht weiß wie sie darauf reagieren. Naja vieleicht hat ja jemand einen rat.
@ Chris
Ja, das wäre eine gute Idee, in dieser Operation steke ich gerade,...
Es ist nur ziehmlich schwer mit den Anderen Kindern zu reden, da der Michi ja in jeder Gruppenstund da ist, und ich ihn nicht einfach hinausschicken oder dergleichen kann. Also ist das fast hinfällig, außer er würd einmal in der Gruppenstunde nicht da sein... das ist natürlich auf Freizeiten anders, da het men ein paar Tage/oder eine Woche Zeit um sich mit der Gruppe die ihm ausgrenzt zusammen zusetzen, bzw. dann mit ihm.
An ein Gespräch mit der ganzen Gruppe habe ich auch schon gedacht, doch ich bin zu dem entschluss gekommen, dass dies warscheinlich nicht der richtige weg sein würde, da er das ja nicht will das man über die Situationen spricht, in denen er eine entscheidende rolle spielt.
Ich versuche mich schon immer auf seine Seite zu schlagen, was manchmal ja nicht gerade leicht ist, da er, wenn man sich zu sehr um ihn "kümmert" denkt, er hätte beinahe Narrenfreiheit, und dass ist ja nicht so ;-)
Einmal hat er sich sogar schon auf dem Klo im Turnsaal eingeschlossen, nur weil er eigentlich etwas falsch verstanden hat. (Wir spielten das Spiel Hexentanz - die Kinder haben immer als das Seil bei jemanden hängengeblieben ist gesagt:" Oh, beim... (Name)... hats gestoppt!" und hanach gelascht, war ja auch wirklich lustig - Beim, was weis ich wie vielten mal ist es eben irgendwasn beim Michi hängen gebleiben - Kinder wie immer:" Oh, beim Michi hats gestopt!HA,ha, ha.." )
Tja, und was macht er auf dies hinaus - er läcuft hinaus, weinend, und schließt sich im Klo/der Toilette ein.
Ich habe dan ein kurzes Gespräch mit michi gefürt in dem ich ihm erklären wollte, das das gar nicht gegen ihm war,...(er will nicht mehr leben, alle sind gegen ihn, immer er, sie sollen sich alle bei ihm entschuldigen,... ) Dann da er noch immer icht rauskommen wollte habe ich mit den anderen Kindern gesprochen, sie sahen nicht ein warum sie sich entschuldigen sollten (ich auch nicht, weil sie ja nichts getan hatten), und ich redete, auch mit ihnen, wie es den in der Scule so lääuft mit ihm, ob da etwas anderes ist und sie haben mit dann erzählt, das sie dem Michi (jedes Kind einmal pro Woche) einen klienen Breif schreifen sollen auf dem steht (in die Richtung) dass sie ihn gern haben, dass er nett ist,...! - Echt, das finde ich schreicklich, den glaubt die Lehrerin wirlkich dass das der Michi nicht tschekt!
Tja, auf jeden Fall haben wir ausgemacht, dass wir uns zusammen reißen, ihn nicht unötig provozierne, ...
Hat auch mehr oder weniger gekappt - doch der Michi hat dann die anderen provoziert,... ja, des öfteren haben sie sich natürlich schon gewert, was ja auch nicht anders zu erwarten war.
Mit ihm ein Einzelgespräch wäre jetzt natürlich tolldoch er muss sofort nahc der Gruppenstunde nach haus sonst schimpfen seine eltern.
Ich hab zwar auch einen sehr guten Draht zu den Kindern obwohl ich sie noch nicht soooo lange habe (ja erst seit herbst) aber es ist eben eine verzwickte Situation und die Kindern sind ja erst in einem altern von 8,9 Jahren.
Najs, jedenfalls danke für dene Stimme!
@ DENNIS
Hi!
Ja, genau so ist es bei mir auch, dass tut mir immer richtig leid, doch dsa Freuen bzw. ausbuhen wenn er kommt bzw. nicht kommt habe ich ihnen schon in dem Gespräch das ich mit ihnen gefürt habe (im Turnsaal - oben "beschrieben") abgewöhnt!
Ich hoffe wir finden bald eine Lösung!
Wie alt sind deine Kinder, bzw. wie groß ist deine Gruppe?
LG
Alina
Warum macht Ihr in der Gruppenstunde nicht mal Spiele, wo die Kinder merken, daß sie in der Gruppe aufeinander angewiesen sind?
Als Ex-Außenseiter-Kind kann ich sagen, daß es sehr wichtig ist, daß es Menschen gibt, die mit einem reden. D. h. als Betreuer dieses Kindes würde ich versuchen, mit dem betroffenen Kind immer im Gespräch zu bleiben.
Vielleicht kannst Du den Jungen auch mal fragen, was er gern macht, und wo er nur gewinnt, anstatt zu verlieren.
Dieser Junge sollte lernen, auch mal "NEIN" gegenüber den anderen Kindern zu sagen. Ein selbstbewußtes Auftreten ist wichtig. Dabei sollte er aussprechen, wo genau ihm die anderen Kinder die Schuld zuweisen.
Wenn die Mannschaft immer verliert, wo der Junge drin ist, so würde ich den anderen auch sagen, daß man durch Niederlagen gewinnen kann. Beim nächsten Mal gewinnt die Mannschaft vielleicht, weil sie es viel besser macht.
Vielleicht kann man das Thema Mobbing auch mal in einer Gruppenstunde bearbeiten. Schließlich soll es ja in den zukünftigen Gruppenstunden harmonischer ablaufen. Viele Kinder wissen nicht, welche psychische Folgen solch ein Außenseiter-Dasein haben kann. Wörter können auch schmerzen. Ein Lehrer hat bei meiner großen Tochter in der Klasse eine anonyme Umfrage gemacht. Vor den Kindern lagen Klebezettel in rosa und gelb. Nun sollten die Kinder die Frage beantworten, ob sie der Meinung sind, daß es in ihrer Klasse Mobbing gibt oder nicht. Der rosa Zettel stand für ja und der gelbe für nein. Die Frage ist, ob die anderen Kinder sich überhaupt bewußt sind, daß das Mobbing ist, was da in ihrer Gruppe abläuft. Man muß den Schwächeren stärken und das Wir der Gruppe unterstützen.
Zu allerletzt würde ich mit den Eltern reden, denn der Junge braucht vielleicht professionelle Hilfe.
Liebe Alina,
leitest Du die Gruppe alleine? Wenn nicht könnte sich ja mal Dein/e Mitleiter/in um die anderen Kinder kümmern, während Du mit Michi sprichst. Dann bekommt er keine Probleme mit seinen Eltern. Vor allem muss er einsehen, dass es nicht immer nur an den anderen Kindern liegt und dafür ist ein Gespräch bestimmt nicht schlecht.
DAnn würde ich auch mit der ganzen Gruppe reden und Michi kann da ruhig dabei sein. Dann ist es auch kein Problem, wenn er immer da ist. Vielleicht muss einfach jeder einzelne sich bemühen bei bestimmten Situationen anders zu reagieren. Aber auch Michi, denn wenn die Kinder was machen sollen, das sie nicht verstehen und Du auch nicht, dann ist auch klar, dass sie das nicht wollen. Wichtig ist auch, dass Du als Gruppenleiter das Gespräch lenkst. So wäre es möglich Regeln aufzustellen, z. B. keiner darf Anschuldigungen machen, nur sagen, was er verändern möchte oder Vorschläge machen, wie man in bestimmten Situationen anders reagieren könnte.
Ihr könntet auch ein Spiel machen: Jedes Kind bekommt auf dem Rücken einen Zettel, auf den dann jeder jedem drauf schreibt, was er am anderen mag, was er gut findet. Jeder freut sich dann über die postiven Rückmeldungen und das ist gut für das Selbstbewusstsein aller Kinder.
Kooperationsspiele finde ich auch super, da müssen die Kids einfach zusammenhalten!
@ Dennis
In Deinem Fall fänd ichs sehr wichtig mit den Eltern zu sprechen. Ich weiß, dass das keiner gerne macht, aber hier gibt es vielleicht auch wichtige Informationen für Dich. Dann wüsstest Du, ob er zu Hause auch agressiv ist, ob er Geschwister hat usw.
Gerade für schwierige Kinder sind Gruppen total wichtig, damit sie Sozialverhalten lernen. Aber man muss auch bedenken, dass ehrenamtliche Gruppenleiter auch mal überfordert sind (verständlicherweise) und die Kinder nicht tragbar sind für die Gruppe. Die Eltern sollen auch wissen, dass es nicht so gut läuft und können vielleicht mithelfen, dass sich die Situation verbessert.
Bei solchen Kindern wirkt sich ein Belohnungssystem gut aus: Für gutes Verhalten gibt es Punkte,( für negatives Punkteabzug). Bei einer bestimmten Punktzahl werden die Kinder belohnt. Dürfen z. B. ein Spiel aussuchen, bekommen was Süßes ....
Ich wünsch Euch beiden viel Erfolg
So etwas nennt man auch bei Triple P die Punktekarte. ;-)
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]1319[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a1319-Aussenseiter-Wie-integriert-man.html

















