Diskussionsplatz - Erste Hilfe & Medizin
Diskussionsplatz - pädagogische Fragen
Alle Antworten sind auf 0.1 GM begrenzt, weil diese Rubrik eine Sonderaktion ist und so vielen Betreuern wie mnöglich zugänglich gemacht werden soll innerhalb des grik's.
Ab wann ist es notwendig einen Arzt zu rufen?
Und wie gehe ich mit Teilnehmern um, von denen keine Informationen über Krankheiten oder Allergien an die Betreuer weitergeben wurden?
Es kommt ja häufiger vor (zumindest bei uns und wie ich gehört habe auch in anderen Freizeiten), dass Eltern einfach Allergien und Krankheiten den Betreuern nicht mitteilen.
Bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema.
Danke an Ludwig für die Themenidee :-)
Wir hatten bis jetzt zum Glück nur einen Fall, wo wir zum Arzt gehen mussten.
Wir hatten einen Wespenschwarm aufgeschreckt und ganz viele TNs wurden dabei gestochen. Einer war Allergiker und hatte keine Medis dabei!!! Mit ihm und einigen die viele Wespenstiche hatten fuhren die Leiter zum Arzt.
Ach.. jetzt sind mir noch 2 weitere Vorfälle eingefallen:
-Ein Leiter erkrankte während einem Lager an einer Lungenentzündung und ging nach einem Spitalbesuch direkt nach Hause ohne nochmals ins Lager zu kommen.
-Ich habe mir mal mit einer Holzsäge in den Finger gesagt. Der Schnitt war nicht sehr tief, aber damit er besser verheilte und um die Wunde gründlich zu reinigen wurde ich zum Arzt gebracht, der einen STich nähte...
Zum Arzt sollte man gehen, sobald die Gesundheit einer Person ernsthaft gefärdet ist... jedoch "gehe leider einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig!"
Mir fallen dazu folgende Fälle ein:
Gehirnerschüterung, ich weiß leider nicht mehr wies passiert ist (ist schon ein paar Jahre her). Es war auf jedenfall gut um alle Eventualitäten abzuklären auch wenn letztendlich ein paar Tage Ruhe ausgereicht haben
Ein Teilnehmer springt einem anderen auf den Rücken, so dass dieser keine Luft mehr bekommen hat (für kurze Zeit). Dieser Teilnehmer war eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik
Nagelbettentzündung, musste mit Antibiotika behandelt werden. Trotzdem musste später ein Stück des Nagels gezogen werden. Hätte man allerdings noch länger gewartet hätte es auch der ganze Nagel sein können
Super heftiger Sonnenbrand mit Sonnenstich
gestauchte, verknackste gebrochene, gezerrte ... Knochen, Gelenke, Bänder
Da hats mich selbst auch mal erwischt und ich war verdammt froh, als ich bandagiert war und Krücken hatte
Es gibt nur einen Fall, bei dem ich im nachhinein nicht in die Klinik gegangen wäre. Ein Mädchen hat heulend über Schmerzen im Oberschenkel geklagt und wollte unbedingt von sich aus zum Arzt.
Wir sind dann auch gefahren, die Ärzte haben allerdings nichts gefunden.
Wir haben sie dann mit Magnesium Brausetabletten und homöopatischen Arnika Kügelschen wieder geheilt
Aber ansonsten stimme ich Roland zu, lieber einmal unnötig gehen, als einmal zu wenig.
Auch wenn das bei uns nicht immer so einfach war, da ich oft im Ausland auf Lagern war und man da ja erst mal zahlen muss. Die Kosten müssen dann im Endeffekt zwar die Eltern bzw die Krankenkassen übernehmen, aber das ganze vorstrecken kann schon recht teuer werden. Und unser Notgeld für solche Fälle ist auch nicht unbegrenzt.
Was ist eine Nagelbettentzündung? Was muss ich mir darunter vorstellen?
aja.. einen Armbruch gab es bei uns glaube ich auchmal... aber in diesem Lager war ich ausnahmsweise nicht dabei...
Ich musste einmal den Krankenwagen rufen, weil sich ein Kind den Kopf an einer Heizung aufgeschlagen hatte. Innerhalb von Minuten hat der aus dem Kopf geblutet wie verrückt. Nachdem der Notarzt eine halbe Stunde alles mögliche an dem Kleinen getestet hatte, kam dann Gott sei Dank die Entwarnung. War nur ne kleine Wunde und nix schlimmes. Aber der Schock war extrem. Immerhin weiß ich jetzt wie es ist bei der 112 anzurufen :-)
Ansonsten gilt bei uns auch die Regel "Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt". Auch wenns ab und an mal nervt, aber sicher ist sicher.
Um jetzt mal das ganze von der rechtlichen Seite aus zu beleuchten: Man darf als Betreuer einem Kind keine Medikamente (dazu gehört auch jegliche Form von Salben z.B. bei Insektenstichen) verabreichen, es sei denn man hat eine dazu passende Anweisung von einem Arzt.
Ich weiß, dass das so nicht gehandhabt wird, aber rechtlich sieht es dabei ziemlich schlecht für Betreuer aus, denn wer gibt den Kindern keine Fenistil-Salbe bei einem Insektenstich? Zum anderen würde man auch für solche Sachen, die die Kinder immer nehmen, eine entsprechende Bescheinigung von einem Arzt benötigen.
Zum Thema Allergien: Es ist so, dass sich Allergien (vor allem bei Insektenstichen) relativ schnell entwickeln können. Dazu ist es jeodch notwendig, dass die entsprechende Person momentan bereits den zweiten Stich bekommen hat und der Körper von dem ersten Stich noch entwickelte Anti-Körper in der Blutbahn hat.
Zum Arzt würde ich dann immer gehen, wenn durch die erlaubten Massnahmen, z.B. Ruhe verordnen, kühlen, ..., keine Besserung eintritt oder zu erwarten ist. Wenn wir vermuten, dass die Erkrankung auf psychische Probleme zurückzuführen ist (z.B. Bauchschmerzen bei Heimweh) versuchen wir es auch erstmal mit Placebos (Magnesium-Tabletten o.ä.).
In den letzten Jahren waren wir so jeweils 1-3 mal beim Arzt (bzw. im nächsten Krankenhaus, da unsere Kinder nahezu ausnahmslos am Wochenende krank werden). Fälle, an die ich mich spontan erinnern kann, waren eine Mandelentzündung, verstauchte und umgeknickte Gelenke aller Art (Verdacht unsererseits auf Bänderdehnung bzw. -riss oder Kapselverletzungen), Verdacht auf Blutvergiftung.
Kinder, bei denen keine Informationen über Erkrankungen/Allergien vorliegen, werden erstmal als "allergiefrei" behandelt. Schließlich unterschreiben die Eltern ja das Anmeldeformular, auf dem auch der Punkt "Erkrankungen und Allergien" explizit angesprochen wird. Ich kann ja nicht mit jedem Kind wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen, nur weil ich davon ausgehen muss, dass irgendwelche Eltern es nicht für nötig halten, uns ber den Gesundheitszustand ihres Kindes zu informieren.
Bin auch der Meinung, dass man natürlich schon zum Arzt soll, wenns nicht eindeutig ist, was los ist, es gab bei uns auch schon genug Fälle (Nagel in den Fuß eingetreten, Biss von einem mysteriösen Insekt, Fuß verstaucht,...)
Trotzdem gab es neben diesen Fällen noch viiiiiielie andere, wo den Kindern so schlecht war, sie Bauchweh hatten, der Fuß wehtat,... und es sich dann herausstellte, dass sie eigentlich Heimweh hatten, am Programm nicht teilnehmen wollten oder sie einfach Aufmerksamkeit erregen und ins Betreuerzimmer "eingeladen" werden wollten.
In diesen Fällen ist ein Placebo (wie schon erwähnt) meist recht hilfreich, ansonsten muss man mit dem Kind sprechen, um herauszufinden, was ihm wirklich fehlt. Der Arzt kann da meistens auch nicht viel tun...
Wie siehts eigentlich rechtlich bei Homöopathischen Mittelchen aus?? Zählen die in dem Sinn auch als Medikamente?? Ärzte nehmen das ganze meistens ja nicht besonders ernst, soweit ich weiß!
Glaub aber kaum, dass irgendjemand Probleme machen wird, wenn man einem Kind mit einem Insektenstich Fenistil gibt, so lang keine offene Wunde da ist! Rein rechtlich ist das klar (lernt man auch im 1.Hilfe-Kurs), aber wen interessierts bei solchen "Standardmitteln"??
Was ich auch noch einbringen will:
Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??
"Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??"
Die meisten geraten erst in Panik, wenn man selber hecktisch und panisch reagiert, deshalb selber erstmal durchatmen!
"Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??"
Wie oben gesagt, genau diesen Fall hatten wir auf einer Freizeit. Bestes Mittel: Sie bekommen erst gar nichts davon mit.
Lies sich bis zum Krankenwagen super geheimhalten, denn als der Junge zu mir kam blutete er noch sehr wenig. Doch es wurde von Minute zu Minute schlimmer und am Ende wars schon extrem...
Panik vermeiden mussten wir erst als der Krankenwagen dann ankam mit Blaulicht. Wir haben kurz den Kindern das wichtigste erklärt und ihnen gesagt ,dass es jetzt ernst ist und wir uns um andere Sachen kümmern müssen. Dann haben wir sie gebeten ins Bett zu gehen und keinen Quatsch zu machen. Alle Kinder haben sich dran gehalten und zwei Betreuer haben ihnen noch etwas die Angst genommen. Die restlichen waren beim Arzt, am Telefon bei der Mutter und am Handy mit unserem Träger verbunden.
Da mache ich gleich einen Übergang. abwann informiert man die ELtern, wenn bei einem Kind etwas passiert ist?
Soll man ihnen anfufen sobald was ist?
Mir geht es nicht um "was passiert ist", sondern um den Zeitpunkt der Information der Eltern und der anderen Lagerteilnehmer...
So nach 4 Stunden Schlaf seit Freitag und unzähligen Runden "Mord in Palermo" hier meine übermüdete Ansicht zu deinen Fragen:
Mitteilung an die Eltern bei:
- Verletzungen bei denen mehr gemacht wird als nur Desinfiziert und Pflaster drauf (Nähen, Gips, etc.)
- Allergieanfällen (nicht bei roten Augen, aber bei Atemproblemen)
Zum Zeitpunkt: am Besten zeitgleich bei schlimmen Verletzungen ansonsten nach dem Arztbesuch (hat den Vorteil, dass man weiß was los ist und nicht irgendwelche Vermutungen losgelassen werden).
@ Roland
Die Nagelbettentzündung ist in dem Fall dadurch entstanden, dass der zehnagel zu rund abgeschnitten wurde. Dadurch kann wohl beim Nachwachsen des Nagels eine Stelle entstehen, die sich entzündet. (warum, kann ich dir leider auch nicht sagen)
Das wurde dann mit der Zeit immer schlimmer, bis fast der ganze zeh vereitert war.
Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass es sich hier um eine Leiterin und nicht um einen Teilnehmer gehandelt hat. Denn sonst hätten wir wohl früher zum Arzt gehen sollen.
Zum Arzt würde ich immer gehen, wenn alle Möglichkeiten, die man im Lager zur Verfügung hat, Wärmflasche, Kühlen, Ruhe usw, keine Besserung bringen. Bei Verletzung, wie z.B. größere Wunden, fahre ich immer in die Notaufnahme zum Nähen, anschließend werden die Eltern informiert. Nach meiner Erfahrung ist es bei Brandwunden, die über eine kleine Blase hinausgehen ganz wichtig zum Arzt zu gehen, da kann nur der Profi Linderung schaffen.
Wichtig ist , immer mit dem Kind zu reden um herauszufinden, wie ernst der Zustand ist. Häufig sind auch Konflikte in der Gruppe Grund für den Rückzug in die Bauchschmerzen
Das ist ein sehr heikles Thema, denn rechtlich ist das gar nicht so einfach.
Da ich selbst die Ausbildung zum Rettundssanitäter habe ist es für mich vielleicht etwas einfacher. Ein Arztbesuch ist immer dann notwendig, wenn es darum geht, Medikamente zu verabreichen. Ich weiß, dass Salben z.B. gegen Mückenstiche bereits als Medikament gelten. In diesem Fall muss ich aber meinen gesunden Menschenverstand vertrauen und kann die Nebenwirkungen die von der Salbe ausgehen sehr gut einschätzen. Sollte sich aber der Stich entzünden, ist ein Besuch bei einem Arzt nötig. Auch kleinere Verletzungen (Schürfwunden, die nicht entzunden sind) sind für mich kein Grund einen Arzt aufzusuchen.
Viele Teilnehmer klagen oft über Kopfschmerzen. Hier ein Schmerzmittel zu geben ist allerdings schon bedenklich, da man ein Medikament oral verabreicht. In diesem Fall ist ein kurzer Anruf bei den Eltern angesagt um zu Schmerzmittelgabe abzuklären.
Sollten die Eltern Krankheiten oder Allergien der Kinder verheimlichen und bei Abreise nicht sagen, so sollte man bei der Rückkehr mit den Eltern ein ernsthaftes Gespräch führen. Viele Kinder wissen aber meisten, auf was sie allergisch sind und verhalten sich auch dementsprechen.
Bei unklaren Symptomen allerdinges sofort zum Arzt.
Ansonsten kann ich nur die alten Hausmittel empfehlen, wenn die Kinder oder Jugendlichen über die typischen Freizeitkrankheiten, wie Heimweh (Bauchweh oder Kopfweh)empfehlen. Enfach reden und sie vom eigentlichen Thema ablenken. Dann ist alles sehr schnell vergessen!
Also... wir haben über Auffahrt wiedermal ein Lager gemacht. Es gab zwar keine Verletzte, mir ist jedoch was aufgefallen:
In allen Kursen, die ich besucht habe lernten wir immer, was man tut, wennn jemand bewusstlos ist, schwer blutet, und ähnliches. Nur sehr sleten wurde gezeigt, wie man mit leichten Verletzungen umgeht...
Ist das bei euch auch so?
Und genau das ist ja auch einer der Gründe, warum das Erste-Hilfe-Wiki ins Leben gerufen wurde, da man einfach mit den "großen" Sachen auf Freizeiten nicht konfrontiert wird, sondern sich eher mit vielen kleinen beschäftigen muss.
Also ich bin schonmal mit einer großen Sache konfrontiert worden :-)
Aber im Grunde denke ich sowas ist relativ selten, kommt aber durchaus vor! Wir haben im Betreuer-Team immer eine "Krankenschwester" (oder Krankenpflege), die für die Medikamente zuständig ist.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]1281[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a1281-Reaktion-Krankheiten-Verletzungen.html
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Reaktion auf Krankheiten / Verletzungen
von Unbekannt (17.03.05 16:25:42)Alle Antworten sind auf 0.1 GM begrenzt, weil diese Rubrik eine Sonderaktion ist und so vielen Betreuern wie mnöglich zugänglich gemacht werden soll innerhalb des grik's.
Ab wann ist es notwendig einen Arzt zu rufen?
Und wie gehe ich mit Teilnehmern um, von denen keine Informationen über Krankheiten oder Allergien an die Betreuer weitergeben wurden?
Es kommt ja häufiger vor (zumindest bei uns und wie ich gehört habe auch in anderen Freizeiten), dass Eltern einfach Allergien und Krankheiten den Betreuern nicht mitteilen.
Bin gespannt auf Eure Erfahrungen und Meinungen zu dem Thema.
Danke an Ludwig für die Themenidee :-)
Kommentar von rolimo (17.03.05 21:02:23)
Wir hatten bis jetzt zum Glück nur einen Fall, wo wir zum Arzt gehen mussten.
Wir hatten einen Wespenschwarm aufgeschreckt und ganz viele TNs wurden dabei gestochen. Einer war Allergiker und hatte keine Medis dabei!!! Mit ihm und einigen die viele Wespenstiche hatten fuhren die Leiter zum Arzt.
Ach.. jetzt sind mir noch 2 weitere Vorfälle eingefallen:
-Ein Leiter erkrankte während einem Lager an einer Lungenentzündung und ging nach einem Spitalbesuch direkt nach Hause ohne nochmals ins Lager zu kommen.
-Ich habe mir mal mit einer Holzsäge in den Finger gesagt. Der Schnitt war nicht sehr tief, aber damit er besser verheilte und um die Wunde gründlich zu reinigen wurde ich zum Arzt gebracht, der einen STich nähte...
Zum Arzt sollte man gehen, sobald die Gesundheit einer Person ernsthaft gefärdet ist... jedoch "gehe leider einmal zu viel zum Arzt als einmal zu wenig!"
Kommentar von faenny (17.03.05 21:48:09)
Mir fallen dazu folgende Fälle ein:
Gehirnerschüterung, ich weiß leider nicht mehr wies passiert ist (ist schon ein paar Jahre her). Es war auf jedenfall gut um alle Eventualitäten abzuklären auch wenn letztendlich ein paar Tage Ruhe ausgereicht haben
Ein Teilnehmer springt einem anderen auf den Rücken, so dass dieser keine Luft mehr bekommen hat (für kurze Zeit). Dieser Teilnehmer war eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik
Nagelbettentzündung, musste mit Antibiotika behandelt werden. Trotzdem musste später ein Stück des Nagels gezogen werden. Hätte man allerdings noch länger gewartet hätte es auch der ganze Nagel sein können
Super heftiger Sonnenbrand mit Sonnenstich
gestauchte, verknackste gebrochene, gezerrte ... Knochen, Gelenke, Bänder
Da hats mich selbst auch mal erwischt und ich war verdammt froh, als ich bandagiert war und Krücken hatte
Es gibt nur einen Fall, bei dem ich im nachhinein nicht in die Klinik gegangen wäre. Ein Mädchen hat heulend über Schmerzen im Oberschenkel geklagt und wollte unbedingt von sich aus zum Arzt.
Wir sind dann auch gefahren, die Ärzte haben allerdings nichts gefunden.
Wir haben sie dann mit Magnesium Brausetabletten und homöopatischen Arnika Kügelschen wieder geheilt
Aber ansonsten stimme ich Roland zu, lieber einmal unnötig gehen, als einmal zu wenig.
Auch wenn das bei uns nicht immer so einfach war, da ich oft im Ausland auf Lagern war und man da ja erst mal zahlen muss. Die Kosten müssen dann im Endeffekt zwar die Eltern bzw die Krankenkassen übernehmen, aber das ganze vorstrecken kann schon recht teuer werden. Und unser Notgeld für solche Fälle ist auch nicht unbegrenzt.
Kommentar von rolimo (17.03.05 22:05:05)
Was ist eine Nagelbettentzündung? Was muss ich mir darunter vorstellen?
aja.. einen Armbruch gab es bei uns glaube ich auchmal... aber in diesem Lager war ich ausnahmsweise nicht dabei...
Kommentar von Unbekannt (17.03.05 22:32:29)
Ich musste einmal den Krankenwagen rufen, weil sich ein Kind den Kopf an einer Heizung aufgeschlagen hatte. Innerhalb von Minuten hat der aus dem Kopf geblutet wie verrückt. Nachdem der Notarzt eine halbe Stunde alles mögliche an dem Kleinen getestet hatte, kam dann Gott sei Dank die Entwarnung. War nur ne kleine Wunde und nix schlimmes. Aber der Schock war extrem. Immerhin weiß ich jetzt wie es ist bei der 112 anzurufen :-)
Ansonsten gilt bei uns auch die Regel "Lieber einmal zu viel als zu wenig zum Arzt". Auch wenns ab und an mal nervt, aber sicher ist sicher.
Kommentar von mehlersoft (18.03.05 07:26:08)
Um jetzt mal das ganze von der rechtlichen Seite aus zu beleuchten: Man darf als Betreuer einem Kind keine Medikamente (dazu gehört auch jegliche Form von Salben z.B. bei Insektenstichen) verabreichen, es sei denn man hat eine dazu passende Anweisung von einem Arzt.
Ich weiß, dass das so nicht gehandhabt wird, aber rechtlich sieht es dabei ziemlich schlecht für Betreuer aus, denn wer gibt den Kindern keine Fenistil-Salbe bei einem Insektenstich? Zum anderen würde man auch für solche Sachen, die die Kinder immer nehmen, eine entsprechende Bescheinigung von einem Arzt benötigen.
Zum Thema Allergien: Es ist so, dass sich Allergien (vor allem bei Insektenstichen) relativ schnell entwickeln können. Dazu ist es jeodch notwendig, dass die entsprechende Person momentan bereits den zweiten Stich bekommen hat und der Körper von dem ersten Stich noch entwickelte Anti-Körper in der Blutbahn hat.
Kommentar von Marv76 (18.03.05 09:22:04)
Zum Arzt würde ich dann immer gehen, wenn durch die erlaubten Massnahmen, z.B. Ruhe verordnen, kühlen, ..., keine Besserung eintritt oder zu erwarten ist. Wenn wir vermuten, dass die Erkrankung auf psychische Probleme zurückzuführen ist (z.B. Bauchschmerzen bei Heimweh) versuchen wir es auch erstmal mit Placebos (Magnesium-Tabletten o.ä.).
In den letzten Jahren waren wir so jeweils 1-3 mal beim Arzt (bzw. im nächsten Krankenhaus, da unsere Kinder nahezu ausnahmslos am Wochenende krank werden). Fälle, an die ich mich spontan erinnern kann, waren eine Mandelentzündung, verstauchte und umgeknickte Gelenke aller Art (Verdacht unsererseits auf Bänderdehnung bzw. -riss oder Kapselverletzungen), Verdacht auf Blutvergiftung.
Kinder, bei denen keine Informationen über Erkrankungen/Allergien vorliegen, werden erstmal als "allergiefrei" behandelt. Schließlich unterschreiben die Eltern ja das Anmeldeformular, auf dem auch der Punkt "Erkrankungen und Allergien" explizit angesprochen wird. Ich kann ja nicht mit jedem Kind wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen, nur weil ich davon ausgehen muss, dass irgendwelche Eltern es nicht für nötig halten, uns ber den Gesundheitszustand ihres Kindes zu informieren.
Kommentar von chrisi (18.03.05 12:02:32)
Bin auch der Meinung, dass man natürlich schon zum Arzt soll, wenns nicht eindeutig ist, was los ist, es gab bei uns auch schon genug Fälle (Nagel in den Fuß eingetreten, Biss von einem mysteriösen Insekt, Fuß verstaucht,...)
Trotzdem gab es neben diesen Fällen noch viiiiiielie andere, wo den Kindern so schlecht war, sie Bauchweh hatten, der Fuß wehtat,... und es sich dann herausstellte, dass sie eigentlich Heimweh hatten, am Programm nicht teilnehmen wollten oder sie einfach Aufmerksamkeit erregen und ins Betreuerzimmer "eingeladen" werden wollten.
In diesen Fällen ist ein Placebo (wie schon erwähnt) meist recht hilfreich, ansonsten muss man mit dem Kind sprechen, um herauszufinden, was ihm wirklich fehlt. Der Arzt kann da meistens auch nicht viel tun...
Kommentar von Kraftweaklugge (18.03.05 13:03:12)
Wie siehts eigentlich rechtlich bei Homöopathischen Mittelchen aus?? Zählen die in dem Sinn auch als Medikamente?? Ärzte nehmen das ganze meistens ja nicht besonders ernst, soweit ich weiß!
Glaub aber kaum, dass irgendjemand Probleme machen wird, wenn man einem Kind mit einem Insektenstich Fenistil gibt, so lang keine offene Wunde da ist! Rein rechtlich ist das klar (lernt man auch im 1.Hilfe-Kurs), aber wen interessierts bei solchen "Standardmitteln"??
Was ich auch noch einbringen will:
Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??
Kommentar von Locke (18.03.05 13:40:58)
"Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??"
Die meisten geraten erst in Panik, wenn man selber hecktisch und panisch reagiert, deshalb selber erstmal durchatmen!
Kommentar von Unbekannt (18.03.05 16:26:34)
"Wie schafft mans, dass die übrigen Kinder keine Panik bekommen, wenn z.B. einer eine schöne, blutende Platwunde am Kopf hat??"
Wie oben gesagt, genau diesen Fall hatten wir auf einer Freizeit. Bestes Mittel: Sie bekommen erst gar nichts davon mit.
Lies sich bis zum Krankenwagen super geheimhalten, denn als der Junge zu mir kam blutete er noch sehr wenig. Doch es wurde von Minute zu Minute schlimmer und am Ende wars schon extrem...
Panik vermeiden mussten wir erst als der Krankenwagen dann ankam mit Blaulicht. Wir haben kurz den Kindern das wichtigste erklärt und ihnen gesagt ,dass es jetzt ernst ist und wir uns um andere Sachen kümmern müssen. Dann haben wir sie gebeten ins Bett zu gehen und keinen Quatsch zu machen. Alle Kinder haben sich dran gehalten und zwei Betreuer haben ihnen noch etwas die Angst genommen. Die restlichen waren beim Arzt, am Telefon bei der Mutter und am Handy mit unserem Träger verbunden.
Kommentar von rolimo (18.03.05 18:10:44)
Da mache ich gleich einen Übergang. abwann informiert man die ELtern, wenn bei einem Kind etwas passiert ist?
Soll man ihnen anfufen sobald was ist?
Mir geht es nicht um "was passiert ist", sondern um den Zeitpunkt der Information der Eltern und der anderen Lagerteilnehmer...
Kommentar von Unbekannt (20.03.05 19:11:35)
So nach 4 Stunden Schlaf seit Freitag und unzähligen Runden "Mord in Palermo" hier meine übermüdete Ansicht zu deinen Fragen:
Mitteilung an die Eltern bei:
- Verletzungen bei denen mehr gemacht wird als nur Desinfiziert und Pflaster drauf (Nähen, Gips, etc.)
- Allergieanfällen (nicht bei roten Augen, aber bei Atemproblemen)
Zum Zeitpunkt: am Besten zeitgleich bei schlimmen Verletzungen ansonsten nach dem Arztbesuch (hat den Vorteil, dass man weiß was los ist und nicht irgendwelche Vermutungen losgelassen werden).
Kommentar von faenny (21.03.05 08:32:08)
@ Roland
Die Nagelbettentzündung ist in dem Fall dadurch entstanden, dass der zehnagel zu rund abgeschnitten wurde. Dadurch kann wohl beim Nachwachsen des Nagels eine Stelle entstehen, die sich entzündet. (warum, kann ich dir leider auch nicht sagen)
Das wurde dann mit der Zeit immer schlimmer, bis fast der ganze zeh vereitert war.
Ich muss vielleicht noch dazu sagen, dass es sich hier um eine Leiterin und nicht um einen Teilnehmer gehandelt hat. Denn sonst hätten wir wohl früher zum Arzt gehen sollen.
Kommentar von andreab (21.03.05 11:09:25)
Zum Arzt würde ich immer gehen, wenn alle Möglichkeiten, die man im Lager zur Verfügung hat, Wärmflasche, Kühlen, Ruhe usw, keine Besserung bringen. Bei Verletzung, wie z.B. größere Wunden, fahre ich immer in die Notaufnahme zum Nähen, anschließend werden die Eltern informiert. Nach meiner Erfahrung ist es bei Brandwunden, die über eine kleine Blase hinausgehen ganz wichtig zum Arzt zu gehen, da kann nur der Profi Linderung schaffen.
Wichtig ist , immer mit dem Kind zu reden um herauszufinden, wie ernst der Zustand ist. Häufig sind auch Konflikte in der Gruppe Grund für den Rückzug in die Bauchschmerzen
Kommentar von markus.koelling (02.05.05 11:04:50)
Das ist ein sehr heikles Thema, denn rechtlich ist das gar nicht so einfach.
Da ich selbst die Ausbildung zum Rettundssanitäter habe ist es für mich vielleicht etwas einfacher. Ein Arztbesuch ist immer dann notwendig, wenn es darum geht, Medikamente zu verabreichen. Ich weiß, dass Salben z.B. gegen Mückenstiche bereits als Medikament gelten. In diesem Fall muss ich aber meinen gesunden Menschenverstand vertrauen und kann die Nebenwirkungen die von der Salbe ausgehen sehr gut einschätzen. Sollte sich aber der Stich entzünden, ist ein Besuch bei einem Arzt nötig. Auch kleinere Verletzungen (Schürfwunden, die nicht entzunden sind) sind für mich kein Grund einen Arzt aufzusuchen.
Viele Teilnehmer klagen oft über Kopfschmerzen. Hier ein Schmerzmittel zu geben ist allerdings schon bedenklich, da man ein Medikament oral verabreicht. In diesem Fall ist ein kurzer Anruf bei den Eltern angesagt um zu Schmerzmittelgabe abzuklären.
Sollten die Eltern Krankheiten oder Allergien der Kinder verheimlichen und bei Abreise nicht sagen, so sollte man bei der Rückkehr mit den Eltern ein ernsthaftes Gespräch führen. Viele Kinder wissen aber meisten, auf was sie allergisch sind und verhalten sich auch dementsprechen.
Bei unklaren Symptomen allerdinges sofort zum Arzt.
Ansonsten kann ich nur die alten Hausmittel empfehlen, wenn die Kinder oder Jugendlichen über die typischen Freizeitkrankheiten, wie Heimweh (Bauchweh oder Kopfweh)empfehlen. Enfach reden und sie vom eigentlichen Thema ablenken. Dann ist alles sehr schnell vergessen!
Kommentar von rolimo (08.05.05 15:13:03)
Also... wir haben über Auffahrt wiedermal ein Lager gemacht. Es gab zwar keine Verletzte, mir ist jedoch was aufgefallen:
In allen Kursen, die ich besucht habe lernten wir immer, was man tut, wennn jemand bewusstlos ist, schwer blutet, und ähnliches. Nur sehr sleten wurde gezeigt, wie man mit leichten Verletzungen umgeht...
Ist das bei euch auch so?
Kommentar von mehlersoft (08.05.05 19:23:16)
Und genau das ist ja auch einer der Gründe, warum das Erste-Hilfe-Wiki ins Leben gerufen wurde, da man einfach mit den "großen" Sachen auf Freizeiten nicht konfrontiert wird, sondern sich eher mit vielen kleinen beschäftigen muss.
Kommentar von Unbekannt (08.05.05 19:26:32)
Also ich bin schonmal mit einer großen Sache konfrontiert worden :-)
Aber im Grunde denke ich sowas ist relativ selten, kommt aber durchaus vor! Wir haben im Betreuer-Team immer eine "Krankenschwester" (oder Krankenpflege), die für die Medikamente zuständig ist.
Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
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