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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder

Heimweh

von rolimo (08.02.05 22:34:46)

Ich habe hier eingie Bespiele von Ereignissen, die sich in einem Lager, einer Gruppenstunde oder so abspielen könnten.
Mich würde interessieren, was du tun würdest. Wie du in dieser Situation reagieren würdest. Wenn du auch ein solches Situationsbeispiel hast, kannst du das selbstverständlich auch hinschreiben. (Bitte wählt pro Kommentar und neuer Eintrag höchstens einen GW von 0.1!)
(Die Namen sind erfunden.)

12. Es ist Abend. Alle Kinder sind im Bett und sollten schlafen. Bei deiner Kontrolle jedoch siehst du, Nicola auf seinem Schalfsack sitzen und vor sich hin weinen. HEIMWEH!

Eine all-lagerliche Situation.
Wie geht ihr mit den Kindern die Heimwehhaben um?
Habt ihr Tricks um Kinder vom Heimweh zu "heilen"?
Was fällt euch sonst dazu ein?
Hast du eigene Erfahrungen dazu?
Kommentar von Unbekannt (09.02.05 17:48:48)
Unbekannt
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Ablenkung ist die Waffe gegen Heimweh.
Ich frag die Kinder erstmal über irgendwas aus (Haustiere, Lieblingsfächer, Mamas Beruf, oder was mir gerade so in den Sinn kommt). Die Themen sind eigentlich egal. Ich hab sogar die Erfahrung gemacht, dass Gespräche über das Zuhause der Kinder gut helfen.
Nach spätestens 2 Fragen fangen die meisten an von Zuhause zu erzählen und sind dann erstmal nach einer Umarmung geheilt. Das klappte bei mir bisher bei 80% der Fälle.

Bei schwereren Fällen gibts mein Stofftier für eine Nacht. Hilft auch sehr gut! Die meisten Kids passen auf meinen schönen "Pingu" (ein Pelikan dem ein Kind mal den Namen Pingu gegeben hat *gg*) und meinen "Hatschipu" (ein kuscheliger Affe, der Name kommt aber von einem anderen Betreuer) super auf. Die hüten die Dinger wie ihren eigenen Augapfel. Und es macht sie richtig stolz, dass sie jetzt eine Nacht ein Stofftier von einem Betreuer haben.
Da sollte man allerdings etwas Schauspielern und sagen wie wichtig das Aufpassen ist. Und vorallem hilft: "Als ich traurig war früher, hat der mir auch geholfen. Ich bin mir sicher dich tröstet er auch".

Ansonsten bleiben noch die "Heimwehpillen", also Mentos oder Tic-Tac. Übrigens kann man auch mit pflanzlichem Duftöl auf der Bettdecke denselben Effekt erziehlen.

Bisher hatte ich nur einen Fall bei dem keine dieser Dinge angeschlagen hat.
Kommentar von kassiopeia (09.02.05 22:12:32)

Neben dem Kuscheltier erzähle ich heimwehkranken Kindern oft von den Sternen. Ich zeige sie ihnen, erzähle ihnen zu einem Sternbild noch eine Geschichte und erkläre ihnen dann, dass man diese Sterne (oder am besten den Mond) auch bei ihnen zu Hause sieht, und dass sie sich dadurch mit ihren Eltern verbunden fühlen können.
Es klingt jetzt nicht nach besonders viel, aber es funktioniert, sogar noch bei elf/zwölfjährigen.
Kommentar von rolimo (10.02.05 18:43:14)

Wir haben in unseren Lagern immer "Heimwehtableten" dabei, die unsere "Sanitäterin" aus einer Apotheke mitbringt.
Da die Kinder die Tic-Tac oder die Mentos selber gut kennnen, finde ich die eher unpassend dazu.
Fragt doch mal in eurer Apotheke, ob sie auch ein sollches Heimwehwundermittel haben... :-)

Eine Geschichte erzählen oder über etwas reden, finde ich auch eine gute Idee; jedoch habe ich hier noch zwei unserer Sola-Ereignisse:

- Ein Kind hat sogar während dem Programm Heimweh gekriegt und das nicht nur einmal. Immer, wenn dies der Fall war, hat sich ein Leiter mit dem Kind abgeben müssen. Jedoch je mehr man sich mit dem Kind abgegeben hat, desto stärker wurde das Heimweh...
- Mitten in der Nacht geht ein Kind zu den Leiterinnen ins Schlafzimmer, weckt eine von ihnen auf und beklagt sich mit Tränen in den Augen, er könne nicht schlafen. Die verschlafene Leiterin holt etwas mürrisch den Schlafsack des Kindes und ein Kissen; und das Kind schläft friedlich am Boden des Leiterinnenzimmers ein...


PS:Sind solche und noch stärkere Heimwehkinder in einem Lager tragbar? Soll man (nach deiner Meinung) Kinder, bei dem man weiss, dass sie so sind, in ein Lager mitnehmen?
Kommentar von Unbekannt (10.02.05 19:50:15)
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Ich denke ja, sie sind absolut tragbar. Wirklich krasse Fälle sind extrem selten und meist entstehen sie durch Einwirken der Familie auf die Kinder.

Aber wie gesagt, es ist nicht schwer mit Heimwehkindern umzugehen. Ablenkung ist wichtig. Welche Art der Ablenkung ist vollkommen egal.
Kartenspielen hilft genauso wie Vorlesen.

Zu deinen Beispielen:
Was heißt abgeben? Dabei sitzen oder sich intensiv mit dem Kind beschäftigen?
Bei unserem Fall, der Junge wurde am Ende dann abgeholt, war es genau anders herum. Sobald man irgendwas mit dem gemacht hat (Ablenkung) wars okay. Aber wir konnten ihn nicht vom Aufstehen bis zum Einschlafen beschäftigen und einen Teamer dafür Abstellen.
Entweder hat der Teamer das Kind nicht wirklich erreich, sprich es hat euch einfach nicht zu gehört, oder er war hilflos und ist nur daneben gesessen.

Hier noch eine Erfahrung zum Thema: Niemals "Ist doch nicht so schlimm" sagen. Für die Kinder ist es schlimm, auch wenn man es als Betreuer nicht so sieht. Mit dem Herunterspielen, schwindet das Vertrauen zu euch, denn die Kinder fühlen sich nicht ernst genommen. Kann man ganz gut beobachten bei Heimweh.
Kommentar von Locke (10.02.05 19:52:11)

"Ein Kind hat sogar während dem Programm Heimweh gekriegt und das nicht nur einmal. Immer, wenn dies der Fall war, hat sich ein Leiter mit dem Kind abgeben müssen. Jedoch je mehr man sich mit dem Kind abgegeben hat, desto stärker wurde das Heimweh..."

Vileicht wollte das Kind nur aufmerksamkeit?!

"PS:Sind solche und noch stärkere Heimwehkinder in einem Lager tragbar? Soll man (nach deiner Meinung) Kinder, bei dem man weiss, dass sie so sind, in ein Lager mitnehmen?"

Wegen Heimweh jemanden auszuschließen finde ich nicht gut, denn wenn die Kinder nie von Zuhause wegkommen wie soll dann das Heimweh besser werden?!
Kommentar von stakirem (11.02.05 12:49:53)

Neben all den guten Anregungen finde ich es ebenso wichtig das Kind möglichst viel in den Tagesablauf zu integrieren und ihm dadurch das Gefühl zu vermitteln, es sei sehr wichtig! Meistens ist das Heimweh dann schnell vergessen. Übrigens würde ich nur wenn es garnicht geht das Kind nach Hause gehen lassen. In meiner Praxis ist es erst einmal vorgekommen, daß wir ein Kind von den Eltern haben abholen lassen.
Kommentar von betty (13.02.05 23:08:13)

Also ich denke Steffi hat sehr recht, wir mussten noch nie ein kind heimschicken, und ich betreue eine Kindergruppe von 7-11 Jahren wo heimweh sehr oft vorkommt, aber nur weil ein kind jedes Lager immer wieder wegen Heimweh zum Problemkind wird, sollte man es trotzdem immer wieder mitnehmen wenn es will, und meiner Erfahrung nach helfen die oben beschriebenen Tricks und Aufmerksamkeit immer!!!
Kommentar von annele1310 (09.10.06 20:34:49)

was bei uns auch immer sehr gut hilft ist dem kind eine "heimwehtablette" zu geben, einfach eine multivitaminbrausetablette oder ähnliches in wasser auflösen und dem kind dann geben, hilft auch immer gut.. oder mit dem kind eine runde rülpsen gehen, ist sehr lustig und das kind ist gut abgelenkt :)
Kommentar von HeliX (13.01.07 15:49:16)

Ich würde auch nie ein Kind wegen Heimweh's heimschicken. Da brauche ich keine Ausbildung zum Teamer / Jugendleiter gemacht haben, um mich so leicht mit der Situation abzugeben ;-)
Meist sind die Kinder ja ablenkbar, und wenn das nicht hilft, gibt es bei uns immer den Heimwehsaft. Ich finde die Idee mit den Mentos / Tic-Tac auch nicht schlecht, aber ich glaube viele Kinder erkennen das doch, oder?
Zu dem Heimwehsaft: Das ist einfach eine braune Flasche, die aussieht wie eine Medikament-Flasche, jedoch einfach mit Fruchtsirup aufgefüllt.
Das hat auf unseren Ferienfreizeiten bis jetzt immer geholfen, auch bei älteren Kindern, vielleicht bis 13 oder 14.
Bei älteren Teilnehmern hatte ich das noch nie, und wenn würde ich erstmal mit dem Kind darüber reden, weil ich davon ausgehe das die Situation nicht verschlimmert.
Hat denn jemand schon Erfahrungen mit älteren Teilnehmern gemacht, die Heimweh hatten? Weil der Heimwehtablettenkrams zieht da ja nicht mehr ...
Kommentar von affirescue (15.01.07 03:09:49)

Hi,
bei kleineren Kindern gebe ich auch oft eine "Heimweh-Salbe". Da nehme ich dann irgend eine harmlose Salbe (keine Nivea oder so, die kennen die Kinder ja, oder man muss sie vorher umfüllen, z.B. in ein Filmdöschen) und streiche sie auf dem Rücken oder auf dem Bauch (nur Mädels bei Mädels und Jungs bei Jungs) ein. Dabei rede ich mit ihnen und hinterher sage ich ihnen, dass es gut ist noch ein bißchen liegen zu bleiben, damit das Kind zur Ruhe kommt. Während dieser Zeit bleibe ich natürlich bei dem Kind und rede mit ihm. Ich habe es noch nie erlebt, dass das Heimweh nach einem solchen Gespräch nicht weg war.

Bei größeren Kindern würde ich keine "Hilfsmittel" benutzen, sondern direkt mit den Kindern reden. Hier wäre ich schon sehr aufmerksam. Ich könnte mir vorstellen, dass es hier nicht nur um harmloses Heimweh handelt, sondern dass etwas anderes dahinter steckt und das Kind nach Aufmerksamkeit sucht. Interessant finde ich hierbei, welche Betreuere es anspricht. Meist werden hierbei die "stilleren" Mitarbeiter ausgewählt. Das ist bestimmt kein Zufall. Vielleicht kann es sich einem solchen Mitarbeiter besser anvertrauen.
Kommentar von smartie211 (15.01.07 15:48:20)

Hallo, zu dem Thema Heimweh haben wir die Kinder mit ihren Schlafsäcken zu uns in den Gruppenraum kommen lassen, und eine Weile mit ihnen geredet und danach bei uns im Raum einschlafen lassen, weil das die Gespräche, die wir geführt haben, sie vielleicht beruhigt haben, sind sie immer ganz schnell eingeschlafen!
Kommentar von Unbekannt (17.01.07 07:34:49)
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Hallo,
wir haben vor einiger Zeit das Drachenblut für uns entdeckt. Wir bekommen vor jeder Fahrt/Lager eine Flasche von Merlin dem Zauberer als Dank dafür, dass wir in seinem Namen Gutes tun. Drachenblut gibt Kraft, schützt vor Verletzungen und hat auch sonst allerlei positive Nebenwirkungen. Wirkt auch super gut gegen Heimweh. Dazu noch die Geschichte erzäht, wie wir mit Merlin das erste mal in Kontakt gekommen sind und vom Drachenblut kosten durften... Das wirkt Wunder!
Drachenblut muss allerdings stark verdünnt und in Maßen getrunken werden, weil es zu konzentriert eine zu starke "Panzerung" verursacht und diese einen träge werden lässt (und außerdem durstig macht)
Ach ja, Drachenblut schmeckt übrigens verdächtig nach Kirschsirup :-)...
...und ist auch kirschsirup. Hat bisher noch jedem geschmeckt.
Kommentar von RSiegmund (15.03.07 16:50:50)

Hallo,
mich hat es erschüttert, wie viele Heimweh mit Plazebos behandeln! Heimweh ist KEINE Krankheit! Ich finde, damit nimmt man Kinder und deren Problem Heimweh nicht ernst und noch viel schlimmer ist, man vermittelt den Kindern das Gefühl, dass jedes noch so kleine Problemchen mit Säften, Tabletten oder Salben behandelt werden kann. Letztendlich fördert ihr damit den Medikamentenmissbrauch.

Wenn der Trick mit dem Beschäftigen, dem einfühlsamen Gespräch und dem Kuscheln nichts gebracht hat, telefonieren wir mit den Eltern und bereiten sie auf das Gespräch mit ihren Kindern vor. Meistens haben die Eltern vor einer Freizeit einen großen Fehler begangen, indem sie ihren Kindern versprochen haben, sie abzuholen, wenn es ihnen nicht mehr gefällt. Wenn die Eltern dann doch nicht mehr dahinter stehen, sollte gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden. In den meisten Fällen hilft es, wenn die Eltern am Telefon klipp und klar sagen, dass sie das Kind nicht abholen werden. Das ist zwar hart für beide Parteien und es fließen oft viele Tränen, es ist aber effektiv. Mit dem Kind wird ausserdem abgemacht, dass es sich am Tagesprogramm beteiligt und auch in der Freizeit versucht mit Freunden etwas zu unternehmen. Als Belohnung darf es jeden Abend mit seinen Eltern telefonieren. Davor wird jedesmal ein Telefonat zwischen Betreuern und Eltern geführt, um den Eltern schon Infos zu geben, wonach sie ihre Kinder fragen und damit ablenken können, falls das Kind abermals in Tränen ausbricht.

Ich habe in über 20 Jahren nur ganz wenige Kinder wegen Heimweh abholen lassen. Das waren entweder die ganz harten Fälle (die man sonst nur gequält hätte) oder Eltern die mehr Sehnsucht nach den Kindern hatten, als umgekehrt ;o)
Meine Bitte ist nur: Überlegt Euch, ob Ihr Plazebos einsetzt oder die Kinder durch Lob und Mutmachen unterstützen wollt!

Reiner
Kommentar von araisch (15.03.07 18:27:25)

Natürlich sind Placebos nur zusammen mit allen anderen Methoden, die bereits hier aufgezählt wurden anzuwenden. Allerdings eskaliert das Ganze in großen Lagern sehr schnell. In kleinen Lagern und bei Lagern mit bekannten Kindern kann man da sehr gezielt und schnell reagieren. Bei 10-12 Teilnehmern pro Betreuer und 200 Kinder oder mehr auf dem Platz ist das nicht immer so schnell möglich. Oft merkt man es viel zu spät, und dann ist es in der Regel kurz vor dem Schlafengehen und keine großartige Reaktion möglich. Das Heimwehkind macht dann die ganze Zeltgruppe verrückt, manche bekommen plötzlich auch Heimweh und kein Kind schläft. In diesem Fall macht das Verabreichen von Placebos in meinen Augen Sinn. Das Kind schläft dann und am nächsten Tag kann man das Ganze klären, oft ist das Heimweh plötzlich verflogen, falls nicht kümmern sich die anderen Kinder in der Regel intensiv um das Kind und wenn man am Mittag mit ihm spricht ist alles vergessen.
Zu Hause anrufen lassen ist meiner Meinung weit schlimmer als Placebos. Das Heimweh verschlimmert sich, meistens lassen sich die Eltern breitschlagen das "arme schlecht betreute" Kind abzuholen. Und das kann ja nicht das Ziel sein. Falls die Eltern hart bleiben verschlimmert das Gespräch das Heimweh um so mehr. -> Meiner Meinung nach sollte nur daheim angerufen werden, wenn die Betreuer wirklich keinen Ausweg außer heimschicken mehr wissen.
Kommentar von sunnestrahl (16.03.07 11:12:10)

Ihn aus dem Zimmer nehmen, einen ruhigen Ort suchen und ein Gespräch über den Lageralltag beginnen. Was hat dir gefallen, was nicht. So kommst du dem Problem vielleicht schon auf die Spur. Falls nicht ganz vorsichtig fragen, wer gehört denn zu deiner Famiie und findest lustig mit ihnen. Meist hilft es auch eigene Erlebnisse zu erzählen. Oft geht so das Heimweh ganz plötzlich weg, denn meist ist es Ueberforderung oder Uebermüdung, was zu Heimweh führt.Und durch dieses meist kurze Zusammensein und Aufmerksamkeit bekommen, wird das Kind ruhiger und kann dann schlafen.
Kommentar von Unbekannt (16.03.07 16:47:43)
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Wir haben mal ein Traubenzuckerbonbon kleingerieben, auf einem Löffel dem Kind verabreichen wollen... Es sollte gegen Heimweh sein.. Mussten wir dann aber doch selber essen.. Naja, "Medikamentenmissbrauch" blabla.. Ist doch wohl ein bisschen übertrieben ;)

Wichtig ist halt, dass man das Ganze nicht herunterspielt, weil es "ja nicht so schlimm ist", sondern sich den Betroffenen an einer starken Schulter ausweinen lässt. Da fühlt man sich doch gleich viel wohler. Wenn man dann noch langeweile durch tolles Programm verhindert, ist auch das Heimweh wieder weggeblasen..
Kommentar von Quirin (16.03.07 17:10:59)

Wir haben bisher nur die Erfahrung gemacht dass wenn die "Krankheit" Heimweh einmal ausgebrochen ist sich bei zu großer Beachtung schnell zur Seuche entwickelt. Die Kinder im direkten Kontakt sind immer als erstes betroffen.

Letztes Jahr hatte ich ein Kind mit Heimweh (hab so einen krassen Fall noch nie erlebt) - das interessante war das es nicht im Traum auf die Idee gekommen ist tatsächlich nach Hause zu wollen. Der arme Kerl hat sich bis zum letzten Tag (1 Woche) gequält und war am Ende überglücklich darüber dabei gewesen zu sein.
Kommentar von mackieman (17.03.07 19:51:31)

Meiner Meinung nach bringt das Anrufen und überhaupt Kontakt zwischen dem Heimwehkind und seinen Eltern gar nichts. In vielen Fällen verschlimmert sich das Heimweh nach der Kontaktaufnahme mit den Eltern sogar.
Aber ich denke Heimweh tritt sowieso nur bei den kleineren Kindern, die das erste oder zweite Mal dabei sind, auf. Und bei denen bekommt man das Heimweh dann mit den o.g. "Mitteln" wieder weg.
Kommentar von Unbekannt (17.03.07 21:53:38)
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Denke nicht das man es so verallgemeinern kann. Es gibt viele Ursachen für Heimweh. Aber das 0815-Standard Heimweh kommt - da hast du sicher recht - vorallem bei kleineren Kindern die das erste Mal von zu Hause weg sind.

Mir hat es im Umgang mit Heimweh immer geholfen mich an mein Heimweh zu erinnern. War sicher nicht das einfachste Kind damals, aber ich weiß noch genau wie es sich anfühlt :)
Wer diese Erfahrung gemacht hat, hat sicherlich einen kleinen Vorteil. Die Frage ob es schlimm ist stellt sich dadruch z.B. gar nicht mehr.

Was Reiner eingeworfen hat, Placebos würden den Medikamentenmissbrauch fördern, finde ich sehr übertrieben. Mir wurde aber auch schonmal vorgeworfen weil ich Bierdeckel als Casino-Chips verwenden würde, würde ich aus den Kindern spätere Alkoholiker machen. Die Antwort darauf ist dieselbe wie mit Placebos:
zu solchen Suchtverhaltensweisen gehört weit (man denke sich das Wort vierfach unterstrichen) mehr dazu. Durch 2 Wochen wird keiner Tablettensüchtig, zum Kettenraucher oder Alkoholabhäniger.
Kommentar von RSiegmund (19.03.07 08:30:44)

Ich gebe zu, das mit dem Medikamentenmissbrauch ist vielleicht etwas übertrieben. Aber ich habe in den letzten Jahren festgestellt, dass wir auf Kinderfreizeiten immer mehr Medikamentenkinder dabei haben. Gegen jede Kleinigkeit müssen die Kinder heutzutage etwas einnehmen. Und dann gibt es noch ein Mittel gegen Heimweh...? Vielleicht noch eines, weil ein Kind keine Freunde hat? - Ich weiß, ich übertreibe. Ich bin lediglich der Meinung, man kann Heimweh anders in den Griff bekommen, als mit Placebos.

Mit Telefonaten zwischen Kindern und Eltern haben wir generell sehr gute Erfahrungen gemacht - wenn man beide Parteien auf dieses Gespräch vorbereitet und die Eltern zu den Betreuern auch das nötige Vertrauen entwickeln. Oft fehlt den Kindern einfach nur die Stimme der Mutter oder das Lob des Vaters und schon ist das Heimweh wie weggeblasen. Was haben wir vorab alles versucht!
Kommentar von Unbekannt (19.03.07 20:26:24)
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Da sind wir wohl einer Meinung. Placebos sind die bequeme Art sich Heimweh zu entledigen. Allerdings provezeie ich mal ganz dreist: es wird vielleicht 5 mal funktionieren in einer Gruppe, aber irgendwann ist die Luft draußen und dann kann dir ne Heimweh-Epedemie das Lager schmeißen (kein Witz, gerade bei Unerfahrenen!).

Wie in andren Sachen auch solltest du eben das komplette Handwerk beherrschen und der bequeme Weg ist langfristig garantiert nicht der Beste. Aber muss letztendlich jeder selbst entscheiden, für mich kommen Placebos auch nur in Frage wenn alles andere versagt hat.



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