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Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder

Magen-Darm-Grippe

von rolimo (04.02.05 19:03:12)

Ich habe hier eingie Bespiele von Ereignissen, die sich in einem Lager, einer Gruppenstunde oder so abspielen könnten.
Mich würde interessieren, was du tun würdest. Wie du in dieser Situation reagieren würdest. Wenn du auch ein solches Situationsbeispiel hast, kannst du das selbstverständlich auch hinschreiben. (Bitte wählt pro Kommentar und neuer Eintrag höchstens einen GW von 0.1!)
(Die Namen sind erfunden.)


9.
-In deinem Lager bricht plötzlich eine Magen-Darm Grippe aus(incl. Betreuer).
Plötzlich leiden alle Lagerteilnehmer unter Durchfall.


Was dann?

(von Chris Koepp)
Kommentar von Locke (04.02.05 20:26:16)

Ganz einfach: Komplett abbrechen, wegen Infektionsgefahr für noch nicht Betroffene und für die Betroffenen ist die Begründung ja offensichtlich!

Sollten aber nur ein paar Leute daran leiden und genug Leiter Übrigbleiben, die gesund sind, werde die Kranken nach hause geschickt, dammit sich die Grippe nicht noch weiter ausbreitet.
Ist das Lager dann "sauber" werden noch alle Sanitären anllagen desinfiziert und gehofft das es das war, sollte es allerdings weitergehen mit den Ansteckungen, siehe oben!
Kommentar von Tobias (05.02.05 09:30:51)

Solange es nur Durchfall ist, und es irgendwie möglich ist das Lagerleben aufrecht zu erhalten, würde ich versuchen es nicht abzubrechen. Wir gehen in solchen Fällen allerdings immer um Arzt, um zu wissen ob es ein normaler Infekt ist und wie ansteckend das ganze ist. Wenn es ansteckend ist bleibt uns meistens leider nichts übrig als den Teilnehmer dann heimzuschicken, das ist aber normalerweise das letzte was wir machen. Ich habe auch schon erlebt dass die Kinder sich in der Gruppe oft besser erholen als zu Hause. Da es oft auch Psychisch bedingt ist.
Kommentar von Unbekannt (06.02.05 22:06:31)
Unbekannt
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Nehmen wir mal an ihr könntet keine Freizeit abbrechen. Möglich wäre es schon, aber nur unter großer Anstrenungen und vorallem würde selbst im besten Fall der Bus zum Abholen erst 48h später bei euch sein.
Es ging erst mit einem Kind los, dann zwei, drei und am Ende waren es in weniger als 2 Stunden ein Viertel der gesamten Kinder. Inzwischen waren auch nur noch 2 Teamer einsatzfähig. Gegen Mitternacht fällt ein weiterer Teamer halb aus (Erschöpfung & ein wenig Übelkeit, diese hält sich aber in Grenzen) und die Anzahl der erkrankten Kinder ist bei 80%.
Was würdet ihr tun?

Konkrete Fakten:
1,5 Teamer noch einsatzfähig
25 Kinder krank
mitten in der Nacht
Das Ganze ist nicht nur Durchfall, denn das ganze Lager kübelt dazu noch abwechselnt um die Wette.
Kommentar von Locke (06.02.05 22:44:52)

Bei einer solchen epedemie, Notartzt rufen und gesunde Betreuer organnisieren, fals es zu weit weg ist, alsdas schnell wetere Betreuer kommen könnten am nächsten Morhgen bei ansässigen Jugendorgannisationen um Hilfe bitten.
Und das Lager so schnell wie möglich beenden.
Vileicht auch noch die Gesunden vonn den Kranken trennen, auch wenn das schlecht möglich istund auch blöd für die Kinder, bzw. den Kindern solche Gewebe Mundschütze ausgeben.

Aber was man genau macht... dazu müste man es mal erleben...
Kommentar von mehlersoft (06.02.05 23:20:25)

Also wenn die Situation so ist, dass nur noch 1 Betreuer einsatzfähig und 80% der Kinder krank sind, gibt es nur eine Möglichkeit: Notarzt oder Bereitschaftsarzt und möglichst schnell den Rücktransport organisieren und mit dem ortsansässigen Jugendamt um Aushilfen bzw. Unterstützung des Betreuerteams bitten.
Dazu sollte (wird der Notarzt aber wohl eh machen) die Lagerhygiene verbessert werden (Desinfektion der Klos, Waschen der Hände mit Antifektum, etc.)
Die Gesunden von den Kranken trennen ist jetzt wohl auch schon vergebene Liebesmühe ... es ist nur noch eine Frage der Zeit.
Kommentar von Unbekannt (08.02.05 16:46:31)
Unbekannt
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Dann will ich mal erzählen wie es damals dann abgelaufen ist.

Wir hatten eigentlich keine Zeit überhaupt ans Abbrechen zu denken. Der Leiter und 2 unserer 3 Teamerinen waren außer gefecht.
Die Ko-Leitung und ich waren die einzigsten einsatzfähigen Teamer diesen Abend.
Als wir merkten das immer mehr Kinder erkrankten haben wir sofort eine Karantenezimmer eingerichtet. Das war aber nach kürzester Zeit vollkommen überfüllt. Wir haben dann noch kurzerhand einige Kinderzimmer zur Karantenezone umfunktioniert und alle gesunden Kinder auf die Kinderzimmer verteilt in denen noch niemand krank war.
Doch mit der Zeit war aus jedem Zimmer irgendeiner krank und immer mehr mussten brechen. Sehr wichtiger Tipp an dieser Stelle: die Eimer zum reinbrechen immer mit etwas Wasser füllen, dann stinkt es nicht mehr so sehr. Außerdem hilft es starkes Deo auf den Handrücken zu sprühen und immermal daran kurz zu riechen.
Ich kam mir am Ende wirklich vor wie in einem schlechten Hollywoodstreifen.
Nachdem wir alle versorgt hatten (so gut das eben möglich war) und die ersten die gebrochen hatten wieder ruhig schliefen hatten wir endlich Zeit einen Arzt zu rufen. Dieser kam dann nach 30 Minuten (war ein Militärnotarzt).
Seine erste Frage war: "Was bekommen Sie hier zu essen?". Er nahm zwei Stuhproben der Kinder mit und untersuchte einige.
Am Ende standen wir mit einem Rezept für irgendwelche Zäpfchen und ner riesigen Flasche Magenberuhigungstropfen da.

Nach der 1,5 stündigen Fahrt in die nächste Stadt mit dem Herbergsvater war mir so verdammt übel das ich mich selbst fast übergeben hätte. Und dann warf dieser dumme Kerl neben mir der mir gerade davon erzählte wo er aufgewachsen war und seine komplette Lebensgeschichte. Ich war kurz vorm Durchdrehen in diesem Auto *gg*
Gott sei Dank hatte der verbleibende Teamer schon einiges an Erfahrung und hat alle Kinder verarztet. Im Laufe der Nacht wurde unser Leiter wieder halbwegs fit und dann warn wieder immerhin zwei Betreuer da.
Ich habe den nächsten Tag fast komplett verschlafen, ich war noch nie so fertig wie nach dieser Nacht. Vorallem war es richtige Arbeit alle Kinder zu trösten, Eimer auszuleeren und irgendwelche Kinder von einem Bett in ein anderes zu tragen.
Das Schlimmste aber war die Ohnmacht, wir hatten nichtmal die Chance irgendetwas zu unternehmen. Immerhin merkt man die Müdigkeit in solchen Stressmomenten nicht, wenn das noch dazugekommen wäre, wäre ich sicher umgekippt *gg*

Unser Träger hat gleich am nächstenn Tag, die Eltern der Kinder benachrichtigt und alles war nach zwei Tagen Zwieback wieder in Ordnung. Die Ergebnisse der Stuhlproben haben wir leider nie erfahren, da die Befunde direkt an die Eltern gingen und nicht an uns. Wir wissen nur sicher das es nichts schlimmes war. Also keine wirkliche Magen-Darm-Grippe.

Zu dem Essen ist folgendes zu sagen:
Der Herbergsvater versuchte uns einmal Sahne anzudrehen, nach mehrmaligem Neinsagen nahmen wir sie doch am Ende aus Höflichkeit an. Was soll ich sagen? Als wir den Deckel heruntermachten lachten uns Schimmelpilze in einem netten blassgrün ins Gesicht. Und so schmeckte auch das Essen...

Ich denke der Arzt lag mit seine ersten Frage gar nicht mal so falsch.
Kommentar von Locke (08.02.05 18:06:11)

Ist ja nochmal alles gut gegangen, aber ich ahne in welche Herberge nie wieder eine Fahrt hingehen wird...

Aber ist schon ein starkes Stück mit der Sahne, kann natürlich ein dummer zufall gewesen sein, aber wenn du sagst das Essen hat dementsprechend geschmeckt...
Kommentar von knuffel (28.02.08 11:25:24)

Hallo,

auch wir hatten letztes Jahr so ein Lager. Wir haben nie ans Abbrechen gedacht, weil unsere kranken Kinder eigentlich nur 1 bis 2 Tage krank waren. Natürlich hatten wir auch den Arzt da, der uns dann Massenpackungen an Zäpfchen verschrieben hat. Unser Auftrag bestand dann aus Kotze wischen und Zäpfchen verteilen. Naja, da es jeden Tag andere erwischt hat, haben wir weitestgehends mit dem normalen Programm weiter gemacht, vor allem weil kein Kind (trotz Krankheit) nach Hause wollte. Selstverständlich gehören dann Quarantänezimmer und Sagrotan zur Hauptausstattung.

Die Eltern haben es mit Humor genommen, wir hatten jedem Elternpaar Auskünfte über ihr Kind gegeben, wann und wie lange es krank war. Die Eltern der gesunden Kinder erhielten von uns Zäpfchen über das Wochenende.

Ansonsten war es eine tolle und lustige Freizeit, wo wir immer noch über einen Leitspruch á la James Bond nachdenken, wie z. B. "Kotz an einem anderen Tag", "ein Eimer ist nicht genug" usw.

  

  

Kommentar von fels298 (02.03.08 07:09:07)

Wenn sehr viele Kinder auf einmal betroffen sind, würde ich einen Arzt/Notarzt rufen, der dann weitere Maßnamen ergreifen wird, und die Eltern informieren. Quarantäne ist sicher eine gute Idee. Nur werden z. B. die sanitären Einrichtungen gemeinsam genutzt, so daß sich der Erreger bei einer Schmierinfektion rasant ausbreiten kann.

Ich hatte es einmal in einem Ferienlager, daß ich selbst über Tage betroffen war. Die Ärztin hat mir vor Ort Tabletten verschrieben und mir eine Diät verordnet. Das Problem war, daß die Großküche mir nicht die verordnete Diät geben konnte. Damals hatten wir zum Glück einen Wasserkocher im Schuppen, so daß ich mir mein Essen selbst machen konnte.

Kommentar von fels298 (03.03.08 07:23:28)

Gehe mal zu Artikel 3138! Da hatten wir schon einmal darüber geredet.



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