Service
Hilfe
neuen Artikel schreiben
Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder

"krasse Jugendliche"

von rolimo (30.01.05 14:10:25)

Ich habe hier eingie Bespiele von Ereignissen, die sich in einem Lager, einer Gruppenstunde oder so abspielen könnten.
Mich würde interessieren, was du tun würdest. Wie du in dieser Situation reagieren würdest. Wenn du auch ein solches Situationsbeispiel hast, kannst du das selbstverständlich auch hinschreiben. (Bitte wählt pro Kommentar und neuer Eintrag höchstens einen GW von 0.1!)
(Die Namen sind erfunden.)

10. Ihr macht ein Lager für Kinder im Alter von 7-13 Jahren. Vor dem Lager (Freizeit) geht ihr die Liste eurer Lagerteilnehmer durch, dabei stellt ihr fest, dass sich zwei Mädchen angemeldet haben. Sie heissen Angela und Katharina; sie sind 15 Jahr alt, und ihr wisst, dass sie ab und zu kiffen und eher zu den Jugendlichen gehören, die nicht zu euch ins Lager passen. Zudem habt ihr eine Anmeldung von Jêrom und Sabrina erhalten. Sabrina ist eine 17-jährige rauchende Kollegin von einem Leiter und Jêrom ist 14, und ihr kennt ihn überhaupt nicht.

Wenn nehmt ihr mit ins Lager? Wenn nehmt ihr nicht mit? Ist das den anderen gegenüber fair? Was macht ihr?

Habt ihr schon Kindern verboten in ein Lager zu kommen? Wenn ja warum?
Kommentar von Gerard (31.01.05 08:50:33)

Die beiden Mädchen Angela und Katharina würde ich nicht mitnehmen. Begründung: Altersgrenze überschritten. Mehr als Ablehnungsgrund zu sagen
führt nur zu überflüssigen Diskussionen. Ist euch eine Gruppe bekannt die sich mit 15-Jährigen Jugendlichen beschäftigt könnt ihr sie an diese verweisen. Dass die Mädchen manchmal kiffen sollte eigentlich kein Grund sein sie im Vorab aus einer Gemeinschaft auszuschliessen wo sie sich weiterentwickeln können.
Den Jungen Jêrom würde ich, unter den gegebenen Umständen, ebenfalls abweisen. Würde ich den Jungen kennen, z.B. da er bereits an unseren Gruppenstunden teilnimmt, würde ich sicherlich anders entscheiden.
Sabrina würde ich vorschlagen als Hilfsleiterin an der Freizeit teilzunehmen. Es gibt viele Leiter die rauchen. Tun sie dies abseits von den Kindern ist es kein Problem. Es muss jedoch im Voraus für Sabrina und ihren "bekannten Leiter" klar sein, dass sie ihre Arbeit als Gruppenleiter unter keinen Umständen vernachlässigen dürfen.
Bermerkung:
Normalerweise prüfen wir gleich bei der Anmeldung ob die Anmeldung überhaupt zulässig ist. Wird hier einer abgewiesen ist die Sache eigentlich unproblematisch. Man wendet nur die vorher bekannten Regeln an (z.B.: Alter). Wird jemand abgewiesen der schon davon ausgeht, dass er an der Freizeit teilnimmt (da er z.B. schon die Teilnahmegebühr bezahlt hat) wird das ganze recht problematisch.

Wir haben auch schon Kinder mit zu einem Lager / Freizeit genommen die die eigentliche Altersgrenze um 1 bis 2 Jahre überschritten hatten. Hier handelte es sich immer um Kinder die Mitglied in unserer Pfadfindergruppe waren und sich noch gut in unserer Gruppe integrieren liessen.
Kommentar von Tobias (31.01.05 09:57:50)

Sicherlich ist es schwer Kinder abzuweisen, besonders wenn nur ein Lager in der Region angeboten wird. Wir entscheiden das dann immer situativ, auch wenn die Kinder evtl. älter sind. Das man ein Kind nicht kennt war bei uns noch nie eine Grund das Kind nicht mitzunehmen >(solange er nur eun Jahr älter ist), da wir eigentlich eine offen Jugendgruppe seien wollen, oft haben wir auch schon erlebt das Kinder die einmal im Lager wahren auch in Dir Gruppenstunden danach kommen. Sollte man mit einem Kind das man nicht kennt im Lager Probleme haben, kann man es so wie jedes andere Kind behandeln und ggf. nach Hause schicken. Ansonsten finde ich die Meineung und Vorschläge von Gerard sehr gut.
Kommentar von Gerard (31.01.05 10:40:45)

@ Tobias
Eine kurze Erklärung zu dem "unter den gegebenen Umständen" bei dem Satz
Den Jungen Jêrom würde ich, unter den gegebenen Umständen, ebenfalls abweisen.
Hätte es nur den 14-Jährigen Jungen gegeben (und nicht die beiden 15-Jährigen Mädchen) der ausserhalb der Altersgrenze liegt hätte ich wahrscheinlich auch nichts dagegen, dass der Junge mitkommt. Ich hätte allerdings vor der definitiven Entscheidung noch ein Gespräch mit den Eltern und dem Jungen geführt.
Meine Meinung den Jungen nicht mitzunehmen war so eindeutig da ich den Mädchen nicht wieder eine Hintertür öffnen wollte um doch noch mitzugehen, und, in diesem Kontext, absolut unnötige "Schulhofgespräche" vermeiden wollte die der Gruppe auf längere Sicht mehr schaden als den Jungen abzuweisen.
Fazit: Blöde Situation. Leider gibt es beim Jungen keine gute Lösung sonden nur eine weniger schlechte Lösung.
Kommentar von Tobias (31.01.05 13:55:48)

Sicherlich ist es eine schwierige Situation. Ich kenne eine Gruppe die folgendes festgelegt hat. Sie nehmen Kinder bzw. Jugendliche (unter 18) mit, wenn Sie sich über ein Gruppenmitglied anmelden, d. h. ein Mitglied ist regelmäßig in der Gruppenstunde und will einen Freund mitnehmen, der z.B. schon 15 ist. Es ist zwar schwer dann immer eine Entscheidung zu treffen, aber irgendwie sollte man immer versuchen allen Kindern die mit wollen eine Möglichkeit zu geben. Ich finde es ist unsere Pflicht (Ziel) als Jugendgruppenleiter/ -teamer den Kinder eine alternative zum Computer oder Fernseher zu bieten, ganz besonders in Ferien oder an den Wochenenden.
Kommentar von faenny (31.01.05 14:18:13)

Mir ist da auch noch ein anderer Gedanke gekommen:
Und zwar ist die Gestaltung des Lagers ja auf eine Altersgruppe von 7-13 ausgelegt und so ein Programm sieht anders aus als eines für 15-Jährige!!!

Ich denke auch das sollte allen klar sein, auch den beiden Mädels. Meiner Meinung nach macht es nämlich keinen Sinn jemanden mitzunehmen, nur damit er dabei ist.( Da hat keiner was davon! Ihr nicht als Leiter, die vielleicht denn Stresshaben, und die Teilnehmer, denen das Programm nicht gefällt genausowenig)

Wenn man es dann als seine Pflicht sieht jedem Jugendlichen eine Möglichkeit zu bieten, dann muss man nach Alternativen suchen, die auch Sinn machen. Z.B. ein anderes Lager für die Älteren oder das bestehnde Lager für andere Altersgruppen öffnen und dann aber auch entsprechend gestalten.
Kommentar von Tobias (31.01.05 14:34:36)

@ Stefanie

Ich kann dir nur Recht geben, Aber wir haben jahrelang Lager für 8-16 jährige gemacht und das hat super funktioniert. Man muss bei verschiedenen Spielen evtl. die Gruppen ein bisschen teilen. Wir haben es dann immer so gemacht das wir am Anfang eines Lagers Großgruppen (für die Spiele)gebildet haben, das heißt in jeder Gruppe waren sowohl ältere als auch jüngere. Bei Spiele wo z. B. fragen zu beantworten waren wurden dann verschieden Fragen gestellt, einmal für die Älteren und einmal für die Jüngeren, hierbei muss man nur darauf achten das die älteren nicht vorsagen.
Bei Sachen wie schätzen funktioniert das über die Altersgruppen hinweg ganz gut.
Kommentar von faenny (31.01.05 15:22:14)

@ Tobias

Ich hab ja nicht gesagt, dass es nicht funktionieren kann!!!

Ich finde nur, dass man sich im darüber im klaren sein muss wen man mit nimmt und dass man das Programm dann entsprechend gestaltet.
Je größer die Altersspanne ist, desto wichtiger finde ich es, dass man sein Angebot differnziert, d.h. sowohl Angebote speziell für Jüngere, als auch speziell für "die Großen". Gemeinsame Aktionen sind aber genauso wichtig und sollten nicht vernachlässigt werden!
Kommentar von Unbekannt (31.01.05 21:50:38)
Unbekannt
Unbekannt


User ausgetreten

Ich würde es so handhaben: Mädels ein klares nein. Nicht wegen dem kiffen sondern weil die beiden sich mit Sicherheit nur im Zimmer aufhalten werden und die Angebote natürlich nicht interessant für sie sein werden.
den Jungen würde ich mitnehmen, evtl. ein kurzes Telefonat mit der Mutter führen.
Als Regel haben wir (AWO) die Regelung + und - 1 Jahr sowie Geschwister in der Freizeit gehen vor Altersgrenze. Sprich die dürfen in der Regel mitfahren. Hat sich auch ganz gut bewährt bisher.
Kommentar von rolimo (06.02.05 12:53:03)

Ich würde auch die beiden Mädels zu Hause lassen, da man vermuten kann, dass sie nur mitkommen wollen, um mal von zu Hause weg zu sein.
Jêrom würde ich mitnehmen. Man kann jnach Absprache mit den Eltern eine Art Probezeit machen, in der er wirklich top-motivert mitmachen muss.
Sabrina... ich weiss nicht, ob ich sie mitnehem würde. Im Gespräch mit den Leiter, der sie kennt, und ihr persönlich kann man sicher herausfinden, ob sie ins Lager passt oder nicht. Man kann auch hier eine Art Probezeit durchführen.
Kommentar von Kraftweaklugge (07.02.05 11:20:56)

Wir haben in unserer Gemeinschaft auch einige Problemfälle! Aber wir haben bisher noch nie jemandem die Teilnahme am Zeltlager verwährt! Warum sollten wir auch?? Wenn sich jemand nicht benehmen kann, wird er heimgschickt! Das hatten wir bereits schon mal! Da haben wir jemanden der ers 14 war mit Zigaretten erwischt, der war schneller zuhause, als er protestieren konnte! Ich denke es wäre nicht fair von vornherein zu sagen, dass jemand nicht mitfahren darf, aber man muss bei der Einhaltung der Regeln hart bleiben! Und vor allem bereits bei der Anmeldung darauf hinweisen, dass bei nichteinhaltung der Regeln gewisse Folgen auftreten können! Auch jemandem, der bereits einmal heimgeschickt wurde, beim nächsten Mal die Teilnahme zu verweigern, fände ich ein wenig drastisch! Man könnte höchstens so tun, als würde man noch überlegen, ob er/sie mitfahren darf, aber im Endeffekt dann doch zustimmen! Diese Person müsste wissen, dass ihr dasselbe nochmal passieren kann, und dass man nicht scherzt, wenn man mit dem Heimfahren droht!

Also von vornherein jemanden abweisen finde ich persönlich nicht gut! Lieber minehmen und dann heimschicken! Ist auf alle Fälle besser, als jemandem von vornherein abzuweisen!
Kommentar von Unbekannt (07.02.05 13:42:12)
Unbekannt
Unbekannt


User ausgetreten

Also ich halte es für etwas gefährlich wenn die Altersgrenze zu sehr gedehnt wird. Zu alte Teilnehmer (besonders wenn es nur wenige sind) sachaden dem Gruppenprozess der Kleineren enorm. Die gesamte Rollenverteilung gerät aus den Fugen und die Älteren drücken Rollen auf. An eine Rollenfindung ist bei den meisten Kindern nicht mehr zu denken.
Als Beispiel: Ein 16 Jähriger geht auf eine Freizeit mit Kindern von 7 bis 12 Jahren.
Dieser "Effekt" kommt allerdings nur zum tragen wenn die Ältern keine Möglichkeiten haben sich abzugrenzen und die Kleinen beim Programm begleiten.
Da wir keine Möglichkeit haben unsere Freizeit durchzuführen und dazu noch auf Jugendliche im Zimmer aufzupassen gibt es eben nur diese Knatuschzone mehr nicht.

Die Altersgrenze hat bei uns eine Knautschzone von einem jahr, wenns wirklich gewollt wird auch 2 Jahren. Aber mehr nicht. Ansonsten können bei uns alle Kinder mit solange sie keine extremen Ticks / Behinderungen und so weiter haben.
Wir haben auch eine NO-Liste auf die Kinder kommen die absolut nicht tragbar waren und die niewieder mit uns verreisen. Allerdings dient das nur zur Sicherheit. Bisher ist da niemand drauf. Und den Entwurf der Liste gibt es schon seit 10 Jahren :-)
Und inzwischen haben wir einige wirklich krasse Fälle gehabt die, wenn man ganz objektiv sein würde, da drauf setzen sollte.
Ansonsten kann jeder der Heim fahren musste auch wieder teilnehmen. Aber eine Heimfahrt kommt nur selten bei uns vor.

Zum Thema Heimfahren:
Schau dir mal bitte das hier an: Heimfahrt eines Kindes (Vorschau)
Würde mich interssieren was du in der Hinsicht denkst. Meine Meinung kann man ja schon fast an der provokativen Frage herauslesen *gg*
Da hat aber jeder ganz unterschiedliche Erfahrungen, nachdem sich die Meinung richtet.



Gerne darfst du auf diese Seite verlinken.
Zur Verlinkung aus Beiträgen im Grik verwende den folgenden Code: [AL]1110[/AL] (weitere Informationen zu diesem Code und weitere Codes findest du in Youth and me vom 15.05.07 ab Seite 9). Für die Verlinkung von externen Seite benutze bitte die folgende Url: http://www.grik.de/a1110-krasse-Jugendliche.html