Diskussionsplatz - pädagogische Fragen - "spezielle" Kinder
Eine sache die mich schon länger interressiert.
Stellt euch vor eines eurer Kinder ist immer traurig oder kapselt sich von den anderen ab.
Versucht ihr das verhalten nur in der Gruppenstunde unter Kontrolle zu bekommen, oder versucht ihr auch euch mal mit den Eltern auseinanderzusetzen?
Was tut ihr bei einem extremeren Fall, wenn ihr z.B. vermutet das ein Kind enorme Probleme zu hause hat?
Denn wenn die Probleme von den Eltern ausgehen dann währe es vileicht fatal mit denen zu reden, denn vileicht werden sie das Kind danach nicht mer zur Gruppenstunde schicken oder das Kind bekommt vileicht noch mehr Probleme...
Wie handhabt ihr das versucht ihr Aktiv etwas zu tuhen wenn ihr einen verdacht habt oder versucht ihr erst zu helfen wenn sich das Kind euch anvertraut oder sorgt ihr nur dafür das die Gruppenstunde gut läuft?
Bin mal gespannt auf eure Meinungen, werde meine einstellung dazu demnächst auch mal dazuschreiben.
@ Christian: Der GM wert soll nicht 1 sein sondern 0,1 hab das vergessen zu ändern als ich ihn geschrieben habe und konnte es nicht umeditieren ( zumindest hab ichs nich gefunden)
Ich fühle mich sehr verantwortlich für meine Gruppenkinder und versuche dies ihnen auch zu verstehen zu geben, denn ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ein Kind merkt, dass man sich verantwortlich fühlt und Sorge um es trägt, fühlt es sicherer und kommt bei Problemen eher auf den Gruppenleiter zu. Ich würde zuerst alles versuchen, dass das Kind während der Gruppenstunde nicht durch ein auffälliges Verhalten zum Außenseiter wird. Anschließend würde ich versuchen ein Einzelgespräch mit dem Kind zu führen, dabei finde ich immer sehr wichtig, dass die anderen dies nicht mitbekommen um keinen Anlass zu erhalten, es zu hänseln. Ob man mit den Eltern redet, muss man sich, denke ich, nach dem Gespräch mit dem Kind überlegen. Ich frage auch immer, ob das Kind möchte, dass ich mal mit seinen Eltern rede. Je nachem wie schwerwiegend und elternabhängig das Problem ist, kann man sich ja mit einem anderen Gruppenleiter beraten und anschließend gemeinsam überlegen, was man tun kann um das Bestmögliche für das Kind zu erreichen. Ich denke, das Schlimmste was man tun kann, ist ,das ganze zu ignorieren und die beste Gruppenstunde zu halten ohne auf das Wohlbefinden der Kinder einzugehen, denn eine gute Gruppenstunde ist nur eine gute Gruppenstunde, wenn auch die Kinder denken: hier habe ich mich wohl gefühlt.
Klar fällt einem auf, dass Fritzchen mal schlecht gelaunt ist oder dass Andreas immer von Stefan gehänselt wird. Bei einer einmaligen schlechten Laune mussman sicher nichts unternehmen.
André aus unserer Gruppe hatte immer Streit mit einem anderen und fühlte sich nicht wohl in der Gruppe. Wir haben oft mit beiden gesprochen, was nicht viel gebracht hat... Beide beschuldigten immer den anderen. Seit neue Leute in unsere Gruppe gekommen sind, ist das Problem im Grossen und Ganzen nicht mehr vorhanden.
In einem Lager ruft Heimweh auch die von dir zu oberst genannten Symptome hervor (Traurigkeit...) da nützen oft einfach Ablenkung, Reden oder in schlimmeren Fällen eine "Heimwehtablete" (besteht eigentlich nur aus Traubenzucker.. ;-) )
Was würde ich tun, wenn ich erfahren würde, dass Anja an Problem zu Hause oder in der Schule hat?
Ich weiss nicht, was ich täte. Sicherlich mit meinen Mitleitern und/oder dem Präses darüber sprechen...
Wenn die Eltern mich informieren würden, sie stünden kurz vor der Scheidung. Was kann ich gross machen? Das Kind fragen, ob es darüber reden wolle.
PS: Die Namen sind natürlich erfunden.
Ich gehe mal davon aus, dass es sich um ein schwerwiegendes Problem handelt.(Eine Scheidung schliesse ich bei meinen Betrachtungen aus. Für die Kinder ist es ein schwerwiegendes Problem. Für die Gruppenleiter ist es jedoch relativ einfach die Wurzel des Übels herauszufinden, da mann nur zuhören muss was so geredet wird.) Ich habe noch nie ein Kind gesehen das grundlos immer traurig ist, sich abkapselt, usw..
Wie das Problem gelöst werden könnte ist schwer vorauszusagen. Dass die Gruppenleiter sich verantwortlich fühlen beweist aleine schon die Tatsache, dass sie sich Gedanken machen. Übrigens glaube ich auch, dass die Teilnehmer am Grik eigentlich alle in Vereinen tätig sind die, in welcher Form auch immer, das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen (im Gegensatz zu anderen Vereinen wo es hauptsächlich darum geht, dass das Kind eine bestimmte Technik gut beherrscht).
Prinzipiell würde ich allerdings auf folgende Punkte achten (verschiedenes ist in den anderen Komentaren schon angeklungen):
Weitergehende Schritte sollten nicht ohne Zustimmung des Kindes erfolgen. (Ein Kind liebt seine Eltern eigentlich immer!)
Das Problem soll mit anderen Personen denen man vertraut (z.B. andere Gruppenleiter, eigene Eltern, ...) durchgesprochen werden.
Es gibt meistens viele Lösungsansätze für ein Problem. Welchen Weg mann wählt um zu gewünschten Ziel zu gelangen soll man sorgfältig überlegen. (Welche Aktionen rufen welche Reaktionen hervor?) Überhastetes Agieren bringt nichts.
Beschliesst man mit den Eltern zu reden sollten mindestens 2 Gruppenleiter zugegen sein und alle anderen über die gewählte Vorgehensweise informiert sein. (Prinzipiell muss damit gerechnet werden dass die Eltern sich in irgendeiner Form verteidigen, deshalb diese Vorsichtsmassnahmen).
Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass es sich um ein schwerwiegendes Problem handelt.
Es gibt ja sicher auch irgendwelche Spezialisten, an die man sich wenden kann...
Ich würde vielleicht unsere Kantonsleitung anfragen...
Wo findet man sonst solche "Spezialisten"? Kindertelefon????
Also, über solche Spezialisten wird zum einen in 471 (Artikel ohne Titel) (Vorschau) berichtet. Als erstes würde ich mich jedoch an die nächst-obere Stelle im Verein, dann an das jeweilige Jugendamt (die auch Tipps geben können, ausgebildete Sozialpädagogen, etc.) und dann an solch eine unabhängige, überregionale Stelle wenden.
Warum in der Reihenfolge?
Verein kennt Kids, Eltern, Umgebung, ...
beim Jugenamt vielleicht mit Problemen bekannt und kann (ohne das Problem) zu verraten, Tipps geben
...
Aber: Wirklich nur bei schwerwiegenden Problemen!
Hier noch ein kurzes Fallbeispiel:
Vor einigen Jahren hatten wir ein Kind in unserer Gruppe das mit Ritalin in hohen Dosierungen behandelt wurde. Nach Aussagen der Mutter war das Kind stark hyperaktiv (also an ADS erkrankt).
In den Gruppenstunden war das Kind (die Eltern waren geschieden)nicht besonders auffällig, es war eher ruhig.
Die Dosierung des Medikaments kannten die Gruppenleiter von einer vorherigen Freizeit die 2 Tage dauerte. Wir hatten als Leiter den Verdacht, dass die Mutter das Kind krank pflegen wollte.
Einige Wochen ehe wir zum Lager aufbrechen sollten informierten wir die Mutter sie solle uns doch bitte eine Bescheinigung vom behandelnden Artzt vorlegen aus welcher die Dosierung des Ritalin hervorgeht.
Trotz mehrmaligem Nachfragen sagte uns die Mutter sie hätte keine Zeit gehabt um zum Arzt zu gehen. Einige Tage vor dem Lager informierten wir die Mutter, dass ihr Kind ohne die besagte ärtzliche Bescheinigung nicht am Lager teilnehmen darf. Daraufhin sagte uns die Mutter sie wisse was am Besten für ihr Kind sei, wir hätten uns da nicht einzumischen, das Kind gefälligst mitzunehmen und ihm sein Ritalin zu verabreichen.
Schliesslich ging das Kind nicht mit zum Lager und kam auch nicht mehr zu unseren Gruppenstunden.
Hab gerade viel Stress an arbeit und Ko und werde meine meinung dazu noch etwas "hinauszögern", aber die grundlegende einstellung wurde ja schon erwähnt :)
@ Gerard ihr habt hoffentlich das Jugendamt informiert oder?
@ Thomas:
Einige Tage danach haben wir erfahren, dass das Jugendamt schon von anderer Seite (wahrscheinlich vom Vater des Kindes)informiert worden war. Wir hatten eigentlich vor die Vorsitzenden unseres Verbandes zu informieren und um Rat zu fragen. Was wir also konkret getan hätten kann ich nicht sagen da wir diese Entscheidung nicht mehr treffen mussten.
@ Gerard: Na dann hoffe ich das der Mutter und vor allem natürlich dem Kind geholfen wurde.
Zur algemeinen Fragestellung:
Ich denke wer mit Kindern arbeitet und vor allem wenn man eine Gruppenstunde, Sportgruppe, usw. hat die man regelmäßig betreut hat man eine Gennerelle verantwortung, da man ja anders als bei kurtzen Freizeiten usw. die Kinder gut kennenlernt und ihr Verhalten über einen längeren Zeitraum beowachten kann.
Aber meiner meinung nach muss mann immer sehr vorsichtig vorgehen, ssowol mit den Kindern allsauch mit den Eltern ( wie man ja bei Gerards beispiel sieht).
Ich war glücklicherweise noch nie in einer solchen Situation, aber ich bin Froh, dass ihr im großen und ganzen meine Einstellung teilt.
Also für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich für die Gruppenmitglieder verantwortlich fühle. Da mein Name hier mit veröffentlicht wird und ich aus einer ländlichen Gegend komme möchte ich kein Beispiel nennen, denn dies fält unter Datenschutz. Das sollte nämlich nicht vergessen werden.
Wichtig ist, dass es Fälle gibt, wo man selber nicht weiter helfen kann. Dies sollte man dann auch einsehen und ggf. weitere Stellen hinzu ziehen. Bei uns hilft zum Beispiel in diesen Fällen auch ein Jugendmitarbeiter der Kirche oder der Pastor, der dann weitere Schritte einleitet. Auch Seminare zum Theme "Kinder in der Krise" haben mir sehr geholfen, denn wenn man die Kinder jede Woche sieht, bekommt man auch viel mit, wo man sehr geschockt sein kann, das so etwas über längeren Zeitraum passiert und das keine Behördliche Stelle trotz mehrmaligen Benachrichtigungen eingreift!?!
Nadine
@Gerards Beispiel:
Aufgrund deines Beispiels kam ich auf den Gedanken, warum sollte man eigentlich nicht für jedes Kind, dass während dem Lager Medikamente nehmen muss/soll, solch eine Bescheinigung vom Arzt forden.
Ich denke, dass dies für alle Beteiligten das Beste wäre - auch im Hinblick auf die richtige Dosierung und die Art des Medikamentes und vielleicht auch auf Not- bzw. Zwischenfälle mit dem entsprechenden Kind.
Wie denkt ihr darüber?
Von jedem eine ärztilche Bestätigung einfordern? Ich persönlich finde diesen Aufwand fast etwas übertrieben. Ich denke, in solchen Jugnedlagern (oder wie ihr sagt Freizeiten) vertaunen ja die Eltern den Leitern ihr Kind und weshalb soll man dann den Eltern nicht auch vertrauen sollen?
Die Eltern füllen bei uns ein Teilnehmerinformationsblatt aus, wie Gerard bei irgend einem anderen Eintrag schon als Anhang hochgeladen hat(ich weiss nicht mehr wo...).
Natürlich ist hier etwas vorgefallen, was "nicht gut ist" (ich hoffe ihr versteht, was ich damit meine), aber das kommt sicherleich sehr selten vor. Es reicht miener Meinung nach, wenn man ein solches ärztliches Zeugnis anfordert, wenn die Anzahl und Art der Medikamente unüblich ist.
Weiss jemand, wie es genau rechtlich geregelt ist?
Ich beziehe mich hier auf Freizeiten, weil ich nie Gruppenleiter war und damit keine Erfahrung habe. Aber ich denke das hier wird interessant für alle sein die auf Freizeit fahren, daher schreibe ich mal los *gg*
Also ich habe inzwischen das volle Programm mitbekommen: Heimkinder, Schläge, Verwahrlosen usw.
Bisher war bloss noch kein sexueller Missbrauch dabei. Wir hatten schon so einen Fall, allerdings nicht auf einer der Freizeiten auf der ich war.
Als öffentlicher Träger bekommt man einfach andere Kids als bei Vereinen. Da kommen die Kids aus den Brennpunkten.
Ans Jugendamt melden haben wir aufgeben. Nur bei wirklich krassen Fällen tun wir das noch. Dem Jugendamt sind einfach in den meisten Fällen die Hände gebunden.
@ Gerd: Also bei tieferliegenden Problemen in der Familie ist es sehr schwer den Grund aus dem Kind herauszukommen. Nachborhen bringt den entgegengesetzten Effekt. Das Kind wir auf einen Zukommen wenn es das Bedürfnis hat darüber zu reden. Und in der Regel kommt es auch wenn ein starkes Vertrauen zu einem Teamer hat zu diesem.
Allerdings helfen kann man als Teamer nicht und es sich vorzunehmen ist ein riesen Fehler! Am Ende steht man mit Tränen in den Augen da und muss mitansehen wie das Kind zu seinem schlagendem Vater zurückgeht der dich auch noch dumm angrist. Dem Kind macht man mit Sprüchen wie "ich sorge dafür das es dir besser geht" & Co nur falsche Hoffnung die am ende bitterlich enttäuscht werden.
Daher gilt für unsere Freizeiten der Grundsatz: "Wir können nicht erziehen! Was wir machen können ist aber den Kids 3 schöne Wochen bieten in denen sie jemanden habend er für sie da ist"
Hoffe das war richtig hier...
Die Freizeiten / Lager von unseren Gruppenkindern stellen meistens den Höhepunkt des Jahresprogramms dar. Die Gruppe (Kinder und Leiter) hat während dem abgelaufenen Jahr eine Menge gemeinsam erlebt / unternommen. Jeder kennt jeden, das Programm ist schon an die Vorlieben und Fähigkeiten der Kinder angepasst und die eventuellen Hahnenkämpfe sind ausgefochten und entschieden. Dementsprechend werden auch die Probleme während dem Lager nicht so schwerwiegend / häufig sein und sich auch einfacher lösen lassen.
Der sehr interessante Kommentar von Chris spricht, meine ich, eine andere Art Freizeit an. Zu dieser Freizit kommen Kinder die sich weder untereinander kennen noch die Leiter kennen,(oder noch schwieriger: wenn sich eine befreundete Clique zusammen anmeldet)und die aus allen möglichen sozialen Schichten stammen. Während dem Lager wird es also fast unausweichlich zu schwerwiegenden Problemen kommen.
An solchen Freizeiten würde ich höchstens als Hilfsleiter teilnehmen. Hier ist, glaube ich, das wesentlich tiefgreifendere Wissen und die Erfahrung von Erziehern gefordert (bzw. von Personen die regelmässigen Umgang mit Problemkindern haben).
Ich wundere mich selbst immer wieder wie viele Unterschiede es doch auf Freizeiten geben kann. Ich hätte sogar darauf getippt das meine Art von Freizeit eigentlich die Regel ist. Aber ich sehe ich mache etwas exotischeres *gg*
Aber nicht das ihr den falschen Eindruckt bekommt: wir haben auch ganz viele liebe und nette Kids dabei, eigentlich sind auch die etwas stressigeren okay. Und wenn man mal einen Draht zu ihnen gefunden hat, sind es die liebsten Kinder die man sich vorstellen kann.
Aber sie bauen auch viel Mist und kosten einige Nerven.
Mittlerweile habe ich gelernt damit umzugehen...
Ich weiss nicht welche Freizeiten die Regel sind.
Das ist eigentlich auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass jeder sein Bestes gibt um im Sinn der Kinder zu handeln und, wenn ich mich nicht irre, sieht man doch an Unmengen von Kleinigkeiten, dass die Kinder einem viel zurückgeben von dem was sie bekommen.
Ich denke es gibt gar keine "normale" Freizeiten. Jede Freizeit hat ihre ganz speziellen Eigenheiten. Das macht es allerdings auch wieder interessant, und auch als ein spezielles Highlight. Wichtig ist nur das es den Kindern und auch den Teamern / Leitern Spaß macht, da sonst die Stimmung auf einem Lager sehr schnell schlecht wird, und dann ist es schwer die Kinder wieder zu begeistern.
Also ich fühle mich für meine Meute auch sehr verant wortlich und wenn ich so ein Problem hätte würde ich es erstmal ein paar Gruppestunden beobachten denn am Anfang sind einige halt noch ein bischen ruhig! Hatte erst jetzt wieder so einen fall! Er Peter saß die ganze zeit nur in der Ecke und hat kaum geredet und wollte so gar schon wieder auf hören! Und siehe da dem thinking day wurde er auf einmal zu einem ganz auf gewecktem Jungen! Also ich sage mir immer erstmal n bischen ab warten was die zeit so mit sich bringt.
Hallo
ich habe nur den umgekehrten Fall kennen gelernt,also Kinder die in Pflegefamilien leben.
Auch in diesem Fall gibt es manchmal ähnliche Probleme.
MFG Jag12
Ich habe Diskution nun aufmerksam gelesen und verspüre das Interesse dazu auch was loszuwerden. Es wurde vieles gesagt was ich nur dick und fett unterstreichen kann, aber auch Dinge meines erachtens so nicht akzeptabel sind. Z.B.:
Kommentar von Chris Koepp:
"... Allerdings helfen kann man als Teamer nicht und es sich vorzunehmen ist ein riesen Fehler! ... Am Ende steht man mit Tränen in den Augen da und muss mitansehen wie das Kind zu seinem schlagendem Vater zurückgeht der dich auch noch dumm angrist. ..."
Nichts für Ungut Chris, aber ich muss dir deutlich wiedersprechen!!! Eine solche oder ähnliche Situation kann man nicht einfach tatenlos mitansehen und auf sich beruhen lassen. "...helfen kann man als Teamer nicht...". Es sich vorzunehmen kann niemals ein Fehler sein! Wer glaubt man kann eh nichts tun der täuscht sich gewaltig! Man kann immer was tuhen. Einfach wegschauen, weil man nicht daran glaubt etwas ändern zu können ist genau der Fehler den unsere Gesellschaft jeden Tag macht!!! Jeden Tag sieht irgendjemand weg und ein anderer Mensch leidet unter dieser mangelnden Zivilcourage und dort wo dieses Leid Kinder trifft sag ich deutlich STOP!!! Der Anteil von Kinder ausländischer Abstammung, die unsere Angebote nutzen, ist bei uns sehr hoch, was mich auf gewisse Weise sehr freut. Dauernd muss man in den Nachrichten hören und lesen, dass schon wieder ein ausländisches Kind von Nazis angegriffen, krankenhausreif oder sogar totgeprügelt wurde, das trifft das Thema zwar nicht genau, aber würde ich auf eine solche Situation treffen würde ich sofort eingreifen ungeachtet wieviele angreifer es sind und ungeachtet meiner gesundheit. Und noch extremer würde ich reagieren sollte es sich um eines "meiner" Kids handeln. Warum? Ganz einfach. Meine Arbeit tuhe ich weil ich Kindern helfen will und das aus tiefsten Herzen und, so zumindest ist meine Einstellung, BEDINGUNGSLOS! Außerdem sollte man sich die Frage stellen, wenn ich in einer solchen Situation nicht eingreife, weil ich Angst um mein Leben habe, was berechtigt ist, wie sieht es dann für das Kind aus? Kann man in einer solchen Situation ruhigen gewissens auf die alarmierte Polizei warten? Ich nicht! Ich weiß dies ist nicht genau das Thema, aber es trifft den Kern des ganzen.
Ich möchte hier eine Textzeile des berühmten Songs "Kinder sind Tabu!" von Pur zitieren:
"Die Jungen Opfer sind zerbrechliche Wesen, sind hilflos, sie haben nichts getan, Opfer die man leicht beeinflussen kann. Sie sind völlig schutzlos, ausgeliefert, Angst die sie gefügig macht..."
Hartmut Engler (Frontmann von Pur) sagt es deutlich:
"Kinder sind Tabu, Kinder sind Tabu. Lasst die kleinen Menschen in Ruhe ihr Leben verstehen, ohne Angst und Gewalt sich wachsen sehen - Kinder sind Tabu!"
Wer diesen Song kennt, weiß das in diesem Song in erster Linie sexueller Mißbrauch von Kinder angeklagt wird, aber wer zwischen den Zeilen ließt erkennt, dass es nicht nur darum geht. Es geht um Gewalt an bzw. gegen Kinder in jeglicher Form, ob nun körperlich oder seelisch oder auch psychisch!
"Lasst die kleinen Menschen in Ruhe ihr Leben verstehen, ohne Angst und Gewalt sich wachsen sehen"
Kinder brauchen den nötigen Raum, die Freiheit und die Sicherheit, um sich ohne Angst entwickeln zu können.
Ich habe momentan einen "Fall" indem ein Kind psychischer Gewalt von Seiten der Eltern ausgesetzt ist. Das Problem ist, es sind super Eltern und erkennen nicht, was sie für einen Fehler machen. Ich kenne die Familie und auch die Eltern sehr gut und sie erzählen mir oft wieviele Probleme sie mit ihrem Kind hätten (das mittlere von drei Kindern) und was sie für maßnahmen ergreifen diese Probleme in den Griff zu kriegen. Allerdings merken sie dabei nicht, dass diese Maßnahmen total überzogen sind und dem Kind unsichtbare Fesseln anlegt, die ihm seine Freiheit nehmen und lediglich dazu führen, dass das Kind gar nicht mehr weiß wie es sich verhalten soll und dadurch ungewollt nur noch mehr falsch macht, was dazu führt, dass die Eltern weitere Maßnahmen ergreifen und das Kind regelrecht mit Sanktionen bombadieren, dass das Kind total durcheinander ist. Ein Teufelskreis und es wird meines erachtens nur noch schlimmer. Ich kenne das Kinder seid mehr als 2 jahren und ich kenne es gut. Zweimal wöchentlich Gruppe, alle 6 wochen Ausflüge über einen oder mehrere Tage, große Freizeiten und und und.... Außerdem hat dieses Kind ein blindes Vertrauen zu mir gefasst aufgrund situtationen aus der Vergangenheit indem ich dem Kind gezeigt habe, dass ich zu es halte, immer für es da bin und es sich immer auf mich verlassen kann. Man kann also sagen ich kenne dieses Kind SEHR gut.
Wir/Ich habe(n) in der Gruppe absolut gar keine Probleme mit diesem Kind. Kein einziges der von den Eltern geschilderten Probleme ist in der Gruppe jemals aufgetreten!!!! Ganz im Gegenteil! Dieses Kind ist clever, aufgewegt, kann sich besser benehmen als jedes andere Kind, ist aufmerksam, hilfsbereit, lebendig!! Wir mussten mit diesem Kind in den mehr als 2 jahren NICHT EINMAL schimpfen und hatten mit diesem Kind immer einen heiden Spass. Kurz diese Kind ist Klasse in aller Hinsicht, so wie man es nur selten erlebt! Ich denke dies zeigt, dass der Fehler bei den Eltern zu suchen ist!
Das Problem ist, wie soll ich es den Eltern klar machen, dass sie etwas falsch machen ohne ihre Erzeihungsmethoden anzugreifen und das ist bei vielen Eltern verständlicherweise ein empfindlicher Nerv. Ich möchte allerdings nochmals betonen, dass es sich bei diesen Eltern, um wirklich gute Eltern handelt und tolle Erziehungsarbeit bei ihren Sprösslingen geleistet haben, was es für mich noch unverständlicher macht wie so ein Mißstand entstehen kann.
Aber deshalb halte ich mich nicht raus. Oftmals machen ganz tolle und liebevolle Eltern (wie die oben genannten) ubewusst Fehler mit ihren Kindern und das Warum ist den Eltern oft selbst nicht wirklich klar, wenn ihnen ihr Fehler bewusst wird. Und in einer solchen Situtation kann man allen Seiten helfen, denn diese Eltern sind froh, wenn ihnen geholfen wird, da diese nur das beste für ihre Kinder im Sinn es aber unbewusst falsch umsetzen, weil sie aus irgendeinem Grund "den Faden verloren haben" und sich ein Teufelkreis entwickelt hat, wo das Kind und die Eltern nicht mehr raus kommen. Ich denke die oben beschriebene Sitution ist so eine. Wo der Auslöser für diesen Teufelskreis liegt ist oft nicht erkennbar und oftmals selbst für die Eltern nicht mehr.
Hier hilft die sogenannte "Politik der kleinen Schritte" (womit unser lieber Ex-Kanzler versagt hat, aber das ist ein anderes Thema;-)). Vorsichtig und Situtationbedingt intervenieren und sich langsam an das Problem herantasten. Einfach vorprechen und den Eltern erzählen, was sie falsch machen wird in den meisten Fällen zweifellos zu einem Mißerfolg führen.
Abschließend: Jeder ist aufgefordert zu handeln und zu helfen! Nicht nur als Teamer, sondern auch als Mensch, dabei spielt es keine Rolle ob man Kinder betreut oder nicht!
Das hört sich jetzt danach an lasst uns alle mal die Welt verbessern. Das muss man gar nicht! Jeder sollte in seinem eigenen Umfeld dort helfen wo es nötig ist und nicht abwägen ob es möglich ist. Ich nach nunmehr 12 jahren aktiver ehrenamtlicher Arbeit in meiner Gemeinde nicht nur mehr Betreuer, sondern auch die gute Seele unserer Gemeinde, die überall hilft und versucht das Unmögliche möglich zu machen und es bisher auch immer geschafft habe und das auf sensibel Weise.
Das ist das allerwichtigste bei solchen problemen! Man muss sensibel und behutsam vorgehen und Situtationen nutzen und nicht einfach loslegen total Zusammenhangslos, so nach dem Motto ich mach jetzt mal. Das ist nicht immer einfach und kann bedeuten sich mit einem Problem über Monate hinweg befassen zu müssen, so wie es mir momentan mit dem oben beschriebenen Problem geht. Ich arbeite an diesem Problem nun seid fast einem Jahr und taste mich langsam vor. Das gute an dieser Vorgehensweise es minimiert den möglichen Schaden, den man durch sein Handeln anrichten kann nahezu auf 0 und erreicht sein Ziel ohne das irgendjemanden erstrecht dem Kind daraus ein Nachteil erwachsen wäre. Der Nachteil ist man braucht oftmals einen Geduldsfaden von hier bis zum Mond, weil es halt nicht von heut auf morgen geht.
Ich gebe zu das von mir oben beschriebene Problem stellt mich vor meine bisher größte Aufgabe wie ich feststellen musste. Dazu muss ich sagen, dass meine kruze Erklärung der komplexität des problems bei weitem nicht gerecht wird.
Es gab nun schon Zeiten in denen ich nicht mehr weiter wusste und Zeiten, wie momentan, in denen ich wie vor eine Wand lief.
ABER ich werde es schaffen!
Mein Lebensmotto hat mir bisher immer dabei geholfen alle Probleme zu lösen!! Und das ist ganz einfach und sollte sich jeder mal durch den Kopf gehen lassen, der mal wieder meint ich kann eh nichts tun:
"Der Glaube macht es wahr!"
Kommentar von Gérard Hofmann:
"Wichtig ist, dass jeder sein Bestes gibt um im Sinn der Kinder zu handeln und, wenn ich mich nicht irre, sieht man doch an Unmengen von Kleinigkeiten, dass die Kinder einem viel zurückgeben von dem was sie bekommen."
Abschließend möchte ich nochmal kurz auf diesen Kommentar eingehen. Ich kann dich beruhigen Gérard du irrst dich NICHT. Die Kinder geben einen noch mehr zurück. Kinder sind die einzigen Menschen, die einem für das was sie bekommen noch vielmehr zurückgeben. Ich denke dies ist und sollte die Motivation für jeden sein etwas für Kinder zu tun!!!
Nun habe ich weit ausgeholt und möchte es nun einfach wirken lassen. Das Unmögliche möglich machen ist ganz einfach, man muss nur daran glauben. Ich hab es schon oft erlebt.
"Der Glaube macht es wahr!"
Gruß
Maik
Ich fühle mich auf jeden Fall für meine Kids verantwortlich. Sie kommen zu mir weil sie mir vertauen und weil sie wissen, hier können sie Spaß haben, hier passiert ihnen nichts und hier interressiert sich jemand für sie.
Bei uns gab es zum glück noch keine Probleme schlimmerer Art. Das einzige Problem das wir bisher hatten, ist dass ein Kind zwar gern in die Gruppenstunde gegangen ist, sich aber mit niemanden verstanden hat. Da konnte selbst ich nicht mehr helfen. Ich habe mit den anderen Kindern darüber gesprochen und jedes einzelne hat gesagt, sie können sich einfach nicht mit dem Kind befreunden weil es zu schwierig ist. Braucht 100% Aufmerksamkeit des Leiters, machte jedes mal Streit in der Gruppe und hetzte alle gegeneinander auf. Ich weiß dass es nur Freunde gesucht hat aber ich kann schlecht die anderen dazu zwingen. Es ging vielleicht ein Jahr lang gut aber dann hat es freiwillig aufgehört. Es tut mir so leid für das Kind da es ansonsten ja wirlich ein liebes und nettes Kind ist aber ich glaub dass es so das beste war.
@ Maik: obwohl es schon eine Weile her ist seit ich das geschrieben habe halte ich an meiner Aussage fest. Aber ich denke du hast mich komplett falsch verstanden.
Ich meine damit das wir als Teamer nicht die geeigneten Personen sind um mit dem Kind diese Probleme zu lösen. Wegsehen ist falsch, sicherlich. Je tiefer man in Psychologie und Erziehungswissenschaften eindringt (weiß ja nicht welche Referenten ihr hattes bzw. was eure Schwerpunkte waren - liegen ja überall anders), desto mehr wirst du feststellen wie viel Wissen und Erfahrung im Hintergrund stehen muss um "richtig" zu therapieren. Dafür brauchst du Dinge die wir Betreuer nicht haben (können/sollen).
Wir Betreuer maßen uns ja oft an Probleme selbst lösen zu können, doch muss man davon Abstand nehmen wenn es um schwere Probleme geht. Konkret meine ich: Schläge von Eltern, sexueller Missbrauch usw. eben alle Dinge die zu schweren Beeinträchtigungen des Heranwachsens eines Kindes zählen.
Da hilft nur ans Jugendamt wenden und so gut wie möglich Halt zu geben für die Freizeit. Alles darüber hinaus macht dich selbst und das Kind kaputt.
Es ist vielleicht etwas schwer zu verstehen wenn du noch nie in einer solchen Situation warst. Erst klingt es nach einem Paradoxon, ist es aber nicht. Du musst dich selbst schützen.
Auch wenn das Beispiel gleich auf den ersten Anschein erfunden und irreal wirkt: ich habe den Fehler jetzt schon mehrere Male gemacht. Es ging einmal soweit das die Mutter eines Jungen mir am Telefon von ihren Sex-Erlebnissen erzählte und der Junge am Ende fragte ob ich denn seine Mutter nicht heiraten wolle. Nun, heute weiß ich das der Junge das von seiner Mutter hatte (übers Jugendamt und persönlich über deren Familientherapeuten).
Das Ganze ging so aus das die Mutter tierisch abgedreht ist und mit ihrem Kind nach Hamburg ziehen wollte, da das Jugendamt kurz davor war ihr das Kind wegzunehmen (sie dachte in Hamburg würde das zuständige Jugendamt das anders sehen).
Es muss dir klar sein in welche Gefahr du dich begibst und das du dem Kind (und dir) keinen Gefallen tust wenn du dich zu tief in solche Sachen verstrickst. Ich war mit dem Ganzen maßlos überfordert und hatte Gott sei Dank andere Ehrenamtliche die mir halfen mich korrekt zu verhalten. Wenn du dir die Frage stellst ob du nicht versuchst den Jungen zu adoptieren läuft was grundlegend falsch. Objektiv gesehen ist das natürlich vollkommener Stuss - ich war damals selbst erst 17 oder 18.
Du brauchst Profis um die Kinder (und deren Eltern) aus so einem Sumpf zu holen, mischst du mit wirst du als Laie darin selbst versinken.
Ich habe hier bisher immer Extreme beleuchtet, bei Erziehungsdifferenzen zwischen zwei Parteien (ich nenn dein Beispiel einfach mal so - würde ich so betiteln), ist es was komplett anders. Da kann es sicher hilfreich sein als Betreuer sanft einzugreifen wie du es tust. Aber geht es um schwerwiegende Dinge, lass die Finger davon, tu dein Möglichstes auf der Freizeit, aber lass darüberhinaus die Finger rauß.
Wobei ich ja schon vor nem Jahr hervorgehoben hab: ich war bei einem öffentlichen Träger - das ist eine andere Welt als eine Kirchengemeinde.
Vielleicht ist ja ein Heimerzieher hier, die berichten öfters von solchen Dingen. Bin allein selbst mit 2 Leuten eng befreundet die lange Zeit im Heim gearbeitet haben und ganz ähnliche Geschichten erlebt haben-
.
Super, dass zu hier eine richtige Diskussion entstanden ist!!!!
Diese Problematik ist ja irgendwie für jeden Gruppenleiter wichtig. "Was würdeich machen, wenn..."Es ist gut auch andere Meinungen zu hören und aus dem Erfahrungsschatz anderer zu provitieren.
Ich leite eine Gruppe Jugendlicher und fühle mich auch außerhalb der "Gruppenstundenzeit" zumindest ein bisschen verantwortlich für "meine" Leute.
Manche stecken natürlich mitten in der Pubertät, da sollte man "auffälliges" Verhalten nicht überbewerten. Aber ich mach mir auch öfter Sorgen, was soll ich tun, wenn ich befürchte ein Mädchen könnte eine Essstörung haben oder höre, dass es manche oft mit dem Alkohol übertreiben???
Wie kann man zwischen "noch normal" und "gefährlich" unterscheiden???
Mit den Eltern reden, ist vielleicht manchmal nützlich, aber wenn sich der Grüppling dann übergangen fühlt kommt er vielleicht nicht mehr? Erstmal mit dem betroffenen Personen sprechen, ist wahrscheinlich die beste Lösung. Sonst kann der Pfarrer eine wertvolle Hilfe sein, er weiß oft besser über Familiensituation etc. Bescheid. Wahrscheinlich würde ich auch unseren Jugendpfleger um Hilfe bitten. Aber man sollte so ein Problem auf keinen Fall an die große Glock hängen, dass wird sonst für die Betroffenen total peinlich.
Zu dem Thema Medikamente: Man soll doch bitte nicht allen Eltern Missbrauch unterstellen!!! Außerdem kann man ja auch als Laie unterscheiden: Asthmaspray, Schilddrüsentabletten etc. sind ja eher harmlos, bei "starken Mitteln" kann man schon vorsichtiger sein.
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Wie weit fühlt ihr euch für eure Gruppenstundenkinder verantwortlich?
von Locke (15.01.05 19:12:06)Eine sache die mich schon länger interressiert.
Stellt euch vor eines eurer Kinder ist immer traurig oder kapselt sich von den anderen ab.
Versucht ihr das verhalten nur in der Gruppenstunde unter Kontrolle zu bekommen, oder versucht ihr auch euch mal mit den Eltern auseinanderzusetzen?
Was tut ihr bei einem extremeren Fall, wenn ihr z.B. vermutet das ein Kind enorme Probleme zu hause hat?
Denn wenn die Probleme von den Eltern ausgehen dann währe es vileicht fatal mit denen zu reden, denn vileicht werden sie das Kind danach nicht mer zur Gruppenstunde schicken oder das Kind bekommt vileicht noch mehr Probleme...
Wie handhabt ihr das versucht ihr Aktiv etwas zu tuhen wenn ihr einen verdacht habt oder versucht ihr erst zu helfen wenn sich das Kind euch anvertraut oder sorgt ihr nur dafür das die Gruppenstunde gut läuft?
Bin mal gespannt auf eure Meinungen, werde meine einstellung dazu demnächst auch mal dazuschreiben.
@ Christian: Der GM wert soll nicht 1 sein sondern 0,1 hab das vergessen zu ändern als ich ihn geschrieben habe und konnte es nicht umeditieren ( zumindest hab ichs nich gefunden)
Kommentar von Steffi (16.01.05 14:21:56)
Ich fühle mich sehr verantwortlich für meine Gruppenkinder und versuche dies ihnen auch zu verstehen zu geben, denn ich habe die Erfahrung gemacht, wenn ein Kind merkt, dass man sich verantwortlich fühlt und Sorge um es trägt, fühlt es sicherer und kommt bei Problemen eher auf den Gruppenleiter zu. Ich würde zuerst alles versuchen, dass das Kind während der Gruppenstunde nicht durch ein auffälliges Verhalten zum Außenseiter wird. Anschließend würde ich versuchen ein Einzelgespräch mit dem Kind zu führen, dabei finde ich immer sehr wichtig, dass die anderen dies nicht mitbekommen um keinen Anlass zu erhalten, es zu hänseln. Ob man mit den Eltern redet, muss man sich, denke ich, nach dem Gespräch mit dem Kind überlegen. Ich frage auch immer, ob das Kind möchte, dass ich mal mit seinen Eltern rede. Je nachem wie schwerwiegend und elternabhängig das Problem ist, kann man sich ja mit einem anderen Gruppenleiter beraten und anschließend gemeinsam überlegen, was man tun kann um das Bestmögliche für das Kind zu erreichen. Ich denke, das Schlimmste was man tun kann, ist ,das ganze zu ignorieren und die beste Gruppenstunde zu halten ohne auf das Wohlbefinden der Kinder einzugehen, denn eine gute Gruppenstunde ist nur eine gute Gruppenstunde, wenn auch die Kinder denken: hier habe ich mich wohl gefühlt.
Kommentar von rolimo (16.01.05 15:43:37)
Klar fällt einem auf, dass Fritzchen mal schlecht gelaunt ist oder dass Andreas immer von Stefan gehänselt wird. Bei einer einmaligen schlechten Laune mussman sicher nichts unternehmen.
André aus unserer Gruppe hatte immer Streit mit einem anderen und fühlte sich nicht wohl in der Gruppe. Wir haben oft mit beiden gesprochen, was nicht viel gebracht hat... Beide beschuldigten immer den anderen. Seit neue Leute in unsere Gruppe gekommen sind, ist das Problem im Grossen und Ganzen nicht mehr vorhanden.
In einem Lager ruft Heimweh auch die von dir zu oberst genannten Symptome hervor (Traurigkeit...) da nützen oft einfach Ablenkung, Reden oder in schlimmeren Fällen eine "Heimwehtablete" (besteht eigentlich nur aus Traubenzucker.. ;-) )
Was würde ich tun, wenn ich erfahren würde, dass Anja an Problem zu Hause oder in der Schule hat?
Ich weiss nicht, was ich täte. Sicherlich mit meinen Mitleitern und/oder dem Präses darüber sprechen...
Wenn die Eltern mich informieren würden, sie stünden kurz vor der Scheidung. Was kann ich gross machen? Das Kind fragen, ob es darüber reden wolle.
PS: Die Namen sind natürlich erfunden.
Kommentar von Gerard (17.01.05 15:47:04)
Ich gehe mal davon aus, dass es sich um ein schwerwiegendes Problem handelt.(Eine Scheidung schliesse ich bei meinen Betrachtungen aus. Für die Kinder ist es ein schwerwiegendes Problem. Für die Gruppenleiter ist es jedoch relativ einfach die Wurzel des Übels herauszufinden, da mann nur zuhören muss was so geredet wird.) Ich habe noch nie ein Kind gesehen das grundlos immer traurig ist, sich abkapselt, usw..
Wie das Problem gelöst werden könnte ist schwer vorauszusagen. Dass die Gruppenleiter sich verantwortlich fühlen beweist aleine schon die Tatsache, dass sie sich Gedanken machen. Übrigens glaube ich auch, dass die Teilnehmer am Grik eigentlich alle in Vereinen tätig sind die, in welcher Form auch immer, das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt stellen (im Gegensatz zu anderen Vereinen wo es hauptsächlich darum geht, dass das Kind eine bestimmte Technik gut beherrscht).
Prinzipiell würde ich allerdings auf folgende Punkte achten (verschiedenes ist in den anderen Komentaren schon angeklungen):
Weitergehende Schritte sollten nicht ohne Zustimmung des Kindes erfolgen. (Ein Kind liebt seine Eltern eigentlich immer!)
Das Problem soll mit anderen Personen denen man vertraut (z.B. andere Gruppenleiter, eigene Eltern, ...) durchgesprochen werden.
Es gibt meistens viele Lösungsansätze für ein Problem. Welchen Weg mann wählt um zu gewünschten Ziel zu gelangen soll man sorgfältig überlegen. (Welche Aktionen rufen welche Reaktionen hervor?) Überhastetes Agieren bringt nichts.
Beschliesst man mit den Eltern zu reden sollten mindestens 2 Gruppenleiter zugegen sein und alle anderen über die gewählte Vorgehensweise informiert sein. (Prinzipiell muss damit gerechnet werden dass die Eltern sich in irgendeiner Form verteidigen, deshalb diese Vorsichtsmassnahmen).
Wie gesagt, ich gehe davon aus, dass es sich um ein schwerwiegendes Problem handelt.
Kommentar von rolimo (17.01.05 17:45:59)
Es gibt ja sicher auch irgendwelche Spezialisten, an die man sich wenden kann...
Ich würde vielleicht unsere Kantonsleitung anfragen...
Wo findet man sonst solche "Spezialisten"? Kindertelefon????
Kommentar von mehlersoft (17.01.05 19:29:19)
Also, über solche Spezialisten wird zum einen in 471 (Artikel ohne Titel) (Vorschau) berichtet. Als erstes würde ich mich jedoch an die nächst-obere Stelle im Verein, dann an das jeweilige Jugendamt (die auch Tipps geben können, ausgebildete Sozialpädagogen, etc.) und dann an solch eine unabhängige, überregionale Stelle wenden.
Warum in der Reihenfolge?
Verein kennt Kids, Eltern, Umgebung, ...
beim Jugenamt vielleicht mit Problemen bekannt und kann (ohne das Problem) zu verraten, Tipps geben
...
Aber: Wirklich nur bei schwerwiegenden Problemen!
Kommentar von Gerard (18.01.05 16:40:54)
Hier noch ein kurzes Fallbeispiel:
Vor einigen Jahren hatten wir ein Kind in unserer Gruppe das mit Ritalin in hohen Dosierungen behandelt wurde. Nach Aussagen der Mutter war das Kind stark hyperaktiv (also an ADS erkrankt).
In den Gruppenstunden war das Kind (die Eltern waren geschieden)nicht besonders auffällig, es war eher ruhig.
Die Dosierung des Medikaments kannten die Gruppenleiter von einer vorherigen Freizeit die 2 Tage dauerte. Wir hatten als Leiter den Verdacht, dass die Mutter das Kind krank pflegen wollte.
Einige Wochen ehe wir zum Lager aufbrechen sollten informierten wir die Mutter sie solle uns doch bitte eine Bescheinigung vom behandelnden Artzt vorlegen aus welcher die Dosierung des Ritalin hervorgeht.
Trotz mehrmaligem Nachfragen sagte uns die Mutter sie hätte keine Zeit gehabt um zum Arzt zu gehen. Einige Tage vor dem Lager informierten wir die Mutter, dass ihr Kind ohne die besagte ärtzliche Bescheinigung nicht am Lager teilnehmen darf. Daraufhin sagte uns die Mutter sie wisse was am Besten für ihr Kind sei, wir hätten uns da nicht einzumischen, das Kind gefälligst mitzunehmen und ihm sein Ritalin zu verabreichen.
Schliesslich ging das Kind nicht mit zum Lager und kam auch nicht mehr zu unseren Gruppenstunden.
Kommentar von Locke (18.01.05 23:18:36)
Hab gerade viel Stress an arbeit und Ko und werde meine meinung dazu noch etwas "hinauszögern", aber die grundlegende einstellung wurde ja schon erwähnt :)
@ Gerard ihr habt hoffentlich das Jugendamt informiert oder?
Kommentar von Gerard (19.01.05 08:50:20)
@ Thomas:
Einige Tage danach haben wir erfahren, dass das Jugendamt schon von anderer Seite (wahrscheinlich vom Vater des Kindes)informiert worden war. Wir hatten eigentlich vor die Vorsitzenden unseres Verbandes zu informieren und um Rat zu fragen. Was wir also konkret getan hätten kann ich nicht sagen da wir diese Entscheidung nicht mehr treffen mussten.
Kommentar von Locke (19.01.05 23:03:32)
@ Gerard: Na dann hoffe ich das der Mutter und vor allem natürlich dem Kind geholfen wurde.
Zur algemeinen Fragestellung:
Ich denke wer mit Kindern arbeitet und vor allem wenn man eine Gruppenstunde, Sportgruppe, usw. hat die man regelmäßig betreut hat man eine Gennerelle verantwortung, da man ja anders als bei kurtzen Freizeiten usw. die Kinder gut kennenlernt und ihr Verhalten über einen längeren Zeitraum beowachten kann.
Aber meiner meinung nach muss mann immer sehr vorsichtig vorgehen, ssowol mit den Kindern allsauch mit den Eltern ( wie man ja bei Gerards beispiel sieht).
Ich war glücklicherweise noch nie in einer solchen Situation, aber ich bin Froh, dass ihr im großen und ganzen meine Einstellung teilt.
Kommentar von Kleistermonster (20.01.05 17:40:24)
Also für mich ist es selbstverständlich, dass ich mich für die Gruppenmitglieder verantwortlich fühle. Da mein Name hier mit veröffentlicht wird und ich aus einer ländlichen Gegend komme möchte ich kein Beispiel nennen, denn dies fält unter Datenschutz. Das sollte nämlich nicht vergessen werden.
Wichtig ist, dass es Fälle gibt, wo man selber nicht weiter helfen kann. Dies sollte man dann auch einsehen und ggf. weitere Stellen hinzu ziehen. Bei uns hilft zum Beispiel in diesen Fällen auch ein Jugendmitarbeiter der Kirche oder der Pastor, der dann weitere Schritte einleitet. Auch Seminare zum Theme "Kinder in der Krise" haben mir sehr geholfen, denn wenn man die Kinder jede Woche sieht, bekommt man auch viel mit, wo man sehr geschockt sein kann, das so etwas über längeren Zeitraum passiert und das keine Behördliche Stelle trotz mehrmaligen Benachrichtigungen eingreift!?!
Nadine
Kommentar von mehlersoft (21.01.05 10:41:12)
@Gerards Beispiel:
Aufgrund deines Beispiels kam ich auf den Gedanken, warum sollte man eigentlich nicht für jedes Kind, dass während dem Lager Medikamente nehmen muss/soll, solch eine Bescheinigung vom Arzt forden.
Ich denke, dass dies für alle Beteiligten das Beste wäre - auch im Hinblick auf die richtige Dosierung und die Art des Medikamentes und vielleicht auch auf Not- bzw. Zwischenfälle mit dem entsprechenden Kind.
Wie denkt ihr darüber?
Kommentar von rolimo (21.01.05 19:04:02)
Von jedem eine ärztilche Bestätigung einfordern? Ich persönlich finde diesen Aufwand fast etwas übertrieben. Ich denke, in solchen Jugnedlagern (oder wie ihr sagt Freizeiten) vertaunen ja die Eltern den Leitern ihr Kind und weshalb soll man dann den Eltern nicht auch vertrauen sollen?
Die Eltern füllen bei uns ein Teilnehmerinformationsblatt aus, wie Gerard bei irgend einem anderen Eintrag schon als Anhang hochgeladen hat(ich weiss nicht mehr wo...).
Natürlich ist hier etwas vorgefallen, was "nicht gut ist" (ich hoffe ihr versteht, was ich damit meine), aber das kommt sicherleich sehr selten vor. Es reicht miener Meinung nach, wenn man ein solches ärztliches Zeugnis anfordert, wenn die Anzahl und Art der Medikamente unüblich ist.
Weiss jemand, wie es genau rechtlich geregelt ist?
Kommentar von Unbekannt (31.01.05 23:08:50)
Ich beziehe mich hier auf Freizeiten, weil ich nie Gruppenleiter war und damit keine Erfahrung habe. Aber ich denke das hier wird interessant für alle sein die auf Freizeit fahren, daher schreibe ich mal los *gg*
Also ich habe inzwischen das volle Programm mitbekommen: Heimkinder, Schläge, Verwahrlosen usw.
Bisher war bloss noch kein sexueller Missbrauch dabei. Wir hatten schon so einen Fall, allerdings nicht auf einer der Freizeiten auf der ich war.
Als öffentlicher Träger bekommt man einfach andere Kids als bei Vereinen. Da kommen die Kids aus den Brennpunkten.
Ans Jugendamt melden haben wir aufgeben. Nur bei wirklich krassen Fällen tun wir das noch. Dem Jugendamt sind einfach in den meisten Fällen die Hände gebunden.
@ Gerd: Also bei tieferliegenden Problemen in der Familie ist es sehr schwer den Grund aus dem Kind herauszukommen. Nachborhen bringt den entgegengesetzten Effekt. Das Kind wir auf einen Zukommen wenn es das Bedürfnis hat darüber zu reden. Und in der Regel kommt es auch wenn ein starkes Vertrauen zu einem Teamer hat zu diesem.
Allerdings helfen kann man als Teamer nicht und es sich vorzunehmen ist ein riesen Fehler! Am Ende steht man mit Tränen in den Augen da und muss mitansehen wie das Kind zu seinem schlagendem Vater zurückgeht der dich auch noch dumm angrist. Dem Kind macht man mit Sprüchen wie "ich sorge dafür das es dir besser geht" & Co nur falsche Hoffnung die am ende bitterlich enttäuscht werden.
Daher gilt für unsere Freizeiten der Grundsatz: "Wir können nicht erziehen! Was wir machen können ist aber den Kids 3 schöne Wochen bieten in denen sie jemanden habend er für sie da ist"
Hoffe das war richtig hier...
Kommentar von Gerard (01.02.05 10:47:35)
Die Freizeiten / Lager von unseren Gruppenkindern stellen meistens den Höhepunkt des Jahresprogramms dar. Die Gruppe (Kinder und Leiter) hat während dem abgelaufenen Jahr eine Menge gemeinsam erlebt / unternommen. Jeder kennt jeden, das Programm ist schon an die Vorlieben und Fähigkeiten der Kinder angepasst und die eventuellen Hahnenkämpfe sind ausgefochten und entschieden. Dementsprechend werden auch die Probleme während dem Lager nicht so schwerwiegend / häufig sein und sich auch einfacher lösen lassen.
Der sehr interessante Kommentar von Chris spricht, meine ich, eine andere Art Freizeit an. Zu dieser Freizit kommen Kinder die sich weder untereinander kennen noch die Leiter kennen,(oder noch schwieriger: wenn sich eine befreundete Clique zusammen anmeldet)und die aus allen möglichen sozialen Schichten stammen. Während dem Lager wird es also fast unausweichlich zu schwerwiegenden Problemen kommen.
An solchen Freizeiten würde ich höchstens als Hilfsleiter teilnehmen. Hier ist, glaube ich, das wesentlich tiefgreifendere Wissen und die Erfahrung von Erziehern gefordert (bzw. von Personen die regelmässigen Umgang mit Problemkindern haben).
Kommentar von Unbekannt (01.02.05 14:31:08)
Ich wundere mich selbst immer wieder wie viele Unterschiede es doch auf Freizeiten geben kann. Ich hätte sogar darauf getippt das meine Art von Freizeit eigentlich die Regel ist. Aber ich sehe ich mache etwas exotischeres *gg*
Aber nicht das ihr den falschen Eindruckt bekommt: wir haben auch ganz viele liebe und nette Kids dabei, eigentlich sind auch die etwas stressigeren okay. Und wenn man mal einen Draht zu ihnen gefunden hat, sind es die liebsten Kinder die man sich vorstellen kann.
Aber sie bauen auch viel Mist und kosten einige Nerven.
Mittlerweile habe ich gelernt damit umzugehen...
Kommentar von Gerard (01.02.05 14:59:15)
Ich weiss nicht welche Freizeiten die Regel sind.
Das ist eigentlich auch nicht wichtig. Wichtig ist, dass jeder sein Bestes gibt um im Sinn der Kinder zu handeln und, wenn ich mich nicht irre, sieht man doch an Unmengen von Kleinigkeiten, dass die Kinder einem viel zurückgeben von dem was sie bekommen.
Kommentar von Tobias (01.02.05 15:04:58)
Ich denke es gibt gar keine "normale" Freizeiten. Jede Freizeit hat ihre ganz speziellen Eigenheiten. Das macht es allerdings auch wieder interessant, und auch als ein spezielles Highlight. Wichtig ist nur das es den Kindern und auch den Teamern / Leitern Spaß macht, da sonst die Stimmung auf einem Lager sehr schnell schlecht wird, und dann ist es schwer die Kinder wieder zu begeistern.
Kommentar von quather123 (08.03.05 18:22:02)
Also ich fühle mich für meine Meute auch sehr verant wortlich und wenn ich so ein Problem hätte würde ich es erstmal ein paar Gruppestunden beobachten denn am Anfang sind einige halt noch ein bischen ruhig! Hatte erst jetzt wieder so einen fall! Er Peter saß die ganze zeit nur in der Ecke und hat kaum geredet und wollte so gar schon wieder auf hören! Und siehe da dem thinking day wurde er auf einmal zu einem ganz auf gewecktem Jungen! Also ich sage mir immer erstmal n bischen ab warten was die zeit so mit sich bringt.
Kommentar von Jag12 (06.03.07 18:51:05)
Hallo
ich habe nur den umgekehrten Fall kennen gelernt,also Kinder die in Pflegefamilien leben.
Auch in diesem Fall gibt es manchmal ähnliche Probleme.
MFG Jag12
Kommentar von Maik (27.03.07 04:06:51)
Ich habe Diskution nun aufmerksam gelesen und verspüre das Interesse dazu auch was loszuwerden. Es wurde vieles gesagt was ich nur dick und fett unterstreichen kann, aber auch Dinge meines erachtens so nicht akzeptabel sind. Z.B.:
Kommentar von Chris Koepp:
"... Allerdings helfen kann man als Teamer nicht und es sich vorzunehmen ist ein riesen Fehler! ... Am Ende steht man mit Tränen in den Augen da und muss mitansehen wie das Kind zu seinem schlagendem Vater zurückgeht der dich auch noch dumm angrist. ..."
Nichts für Ungut Chris, aber ich muss dir deutlich wiedersprechen!!! Eine solche oder ähnliche Situation kann man nicht einfach tatenlos mitansehen und auf sich beruhen lassen. "...helfen kann man als Teamer nicht...". Es sich vorzunehmen kann niemals ein Fehler sein! Wer glaubt man kann eh nichts tun der täuscht sich gewaltig! Man kann immer was tuhen. Einfach wegschauen, weil man nicht daran glaubt etwas ändern zu können ist genau der Fehler den unsere Gesellschaft jeden Tag macht!!! Jeden Tag sieht irgendjemand weg und ein anderer Mensch leidet unter dieser mangelnden Zivilcourage und dort wo dieses Leid Kinder trifft sag ich deutlich STOP!!! Der Anteil von Kinder ausländischer Abstammung, die unsere Angebote nutzen, ist bei uns sehr hoch, was mich auf gewisse Weise sehr freut. Dauernd muss man in den Nachrichten hören und lesen, dass schon wieder ein ausländisches Kind von Nazis angegriffen, krankenhausreif oder sogar totgeprügelt wurde, das trifft das Thema zwar nicht genau, aber würde ich auf eine solche Situation treffen würde ich sofort eingreifen ungeachtet wieviele angreifer es sind und ungeachtet meiner gesundheit. Und noch extremer würde ich reagieren sollte es sich um eines "meiner" Kids handeln. Warum? Ganz einfach. Meine Arbeit tuhe ich weil ich Kindern helfen will und das aus tiefsten Herzen und, so zumindest ist meine Einstellung, BEDINGUNGSLOS! Außerdem sollte man sich die Frage stellen, wenn ich in einer solchen Situation nicht eingreife, weil ich Angst um mein Leben habe, was berechtigt ist, wie sieht es dann für das Kind aus? Kann man in einer solchen Situation ruhigen gewissens auf die alarmierte Polizei warten? Ich nicht! Ich weiß dies ist nicht genau das Thema, aber es trifft den Kern des ganzen.
Ich möchte hier eine Textzeile des berühmten Songs "Kinder sind Tabu!" von Pur zitieren:
"Die Jungen Opfer sind zerbrechliche Wesen, sind hilflos, sie haben nichts getan, Opfer die man leicht beeinflussen kann. Sie sind völlig schutzlos, ausgeliefert, Angst die sie gefügig macht..."
Hartmut Engler (Frontmann von Pur) sagt es deutlich:
"Kinder sind Tabu, Kinder sind Tabu. Lasst die kleinen Menschen in Ruhe ihr Leben verstehen, ohne Angst und Gewalt sich wachsen sehen - Kinder sind Tabu!"
Wer diesen Song kennt, weiß das in diesem Song in erster Linie sexueller Mißbrauch von Kinder angeklagt wird, aber wer zwischen den Zeilen ließt erkennt, dass es nicht nur darum geht. Es geht um Gewalt an bzw. gegen Kinder in jeglicher Form, ob nun körperlich oder seelisch oder auch psychisch!
"Lasst die kleinen Menschen in Ruhe ihr Leben verstehen, ohne Angst und Gewalt sich wachsen sehen"
Kinder brauchen den nötigen Raum, die Freiheit und die Sicherheit, um sich ohne Angst entwickeln zu können.
Ich habe momentan einen "Fall" indem ein Kind psychischer Gewalt von Seiten der Eltern ausgesetzt ist. Das Problem ist, es sind super Eltern und erkennen nicht, was sie für einen Fehler machen. Ich kenne die Familie und auch die Eltern sehr gut und sie erzählen mir oft wieviele Probleme sie mit ihrem Kind hätten (das mittlere von drei Kindern) und was sie für maßnahmen ergreifen diese Probleme in den Griff zu kriegen. Allerdings merken sie dabei nicht, dass diese Maßnahmen total überzogen sind und dem Kind unsichtbare Fesseln anlegt, die ihm seine Freiheit nehmen und lediglich dazu führen, dass das Kind gar nicht mehr weiß wie es sich verhalten soll und dadurch ungewollt nur noch mehr falsch macht, was dazu führt, dass die Eltern weitere Maßnahmen ergreifen und das Kind regelrecht mit Sanktionen bombadieren, dass das Kind total durcheinander ist. Ein Teufelskreis und es wird meines erachtens nur noch schlimmer. Ich kenne das Kinder seid mehr als 2 jahren und ich kenne es gut. Zweimal wöchentlich Gruppe, alle 6 wochen Ausflüge über einen oder mehrere Tage, große Freizeiten und und und.... Außerdem hat dieses Kind ein blindes Vertrauen zu mir gefasst aufgrund situtationen aus der Vergangenheit indem ich dem Kind gezeigt habe, dass ich zu es halte, immer für es da bin und es sich immer auf mich verlassen kann. Man kann also sagen ich kenne dieses Kind SEHR gut.
Wir/Ich habe(n) in der Gruppe absolut gar keine Probleme mit diesem Kind. Kein einziges der von den Eltern geschilderten Probleme ist in der Gruppe jemals aufgetreten!!!! Ganz im Gegenteil! Dieses Kind ist clever, aufgewegt, kann sich besser benehmen als jedes andere Kind, ist aufmerksam, hilfsbereit, lebendig!! Wir mussten mit diesem Kind in den mehr als 2 jahren NICHT EINMAL schimpfen und hatten mit diesem Kind immer einen heiden Spass. Kurz diese Kind ist Klasse in aller Hinsicht, so wie man es nur selten erlebt! Ich denke dies zeigt, dass der Fehler bei den Eltern zu suchen ist!
Das Problem ist, wie soll ich es den Eltern klar machen, dass sie etwas falsch machen ohne ihre Erzeihungsmethoden anzugreifen und das ist bei vielen Eltern verständlicherweise ein empfindlicher Nerv. Ich möchte allerdings nochmals betonen, dass es sich bei diesen Eltern, um wirklich gute Eltern handelt und tolle Erziehungsarbeit bei ihren Sprösslingen geleistet haben, was es für mich noch unverständlicher macht wie so ein Mißstand entstehen kann.
Aber deshalb halte ich mich nicht raus. Oftmals machen ganz tolle und liebevolle Eltern (wie die oben genannten) ubewusst Fehler mit ihren Kindern und das Warum ist den Eltern oft selbst nicht wirklich klar, wenn ihnen ihr Fehler bewusst wird. Und in einer solchen Situtation kann man allen Seiten helfen, denn diese Eltern sind froh, wenn ihnen geholfen wird, da diese nur das beste für ihre Kinder im Sinn es aber unbewusst falsch umsetzen, weil sie aus irgendeinem Grund "den Faden verloren haben" und sich ein Teufelkreis entwickelt hat, wo das Kind und die Eltern nicht mehr raus kommen. Ich denke die oben beschriebene Sitution ist so eine. Wo der Auslöser für diesen Teufelskreis liegt ist oft nicht erkennbar und oftmals selbst für die Eltern nicht mehr.
Hier hilft die sogenannte "Politik der kleinen Schritte" (womit unser lieber Ex-Kanzler versagt hat, aber das ist ein anderes Thema;-)). Vorsichtig und Situtationbedingt intervenieren und sich langsam an das Problem herantasten. Einfach vorprechen und den Eltern erzählen, was sie falsch machen wird in den meisten Fällen zweifellos zu einem Mißerfolg führen.
Abschließend: Jeder ist aufgefordert zu handeln und zu helfen! Nicht nur als Teamer, sondern auch als Mensch, dabei spielt es keine Rolle ob man Kinder betreut oder nicht!
Das hört sich jetzt danach an lasst uns alle mal die Welt verbessern. Das muss man gar nicht! Jeder sollte in seinem eigenen Umfeld dort helfen wo es nötig ist und nicht abwägen ob es möglich ist. Ich nach nunmehr 12 jahren aktiver ehrenamtlicher Arbeit in meiner Gemeinde nicht nur mehr Betreuer, sondern auch die gute Seele unserer Gemeinde, die überall hilft und versucht das Unmögliche möglich zu machen und es bisher auch immer geschafft habe und das auf sensibel Weise.
Das ist das allerwichtigste bei solchen problemen! Man muss sensibel und behutsam vorgehen und Situtationen nutzen und nicht einfach loslegen total Zusammenhangslos, so nach dem Motto ich mach jetzt mal. Das ist nicht immer einfach und kann bedeuten sich mit einem Problem über Monate hinweg befassen zu müssen, so wie es mir momentan mit dem oben beschriebenen Problem geht. Ich arbeite an diesem Problem nun seid fast einem Jahr und taste mich langsam vor. Das gute an dieser Vorgehensweise es minimiert den möglichen Schaden, den man durch sein Handeln anrichten kann nahezu auf 0 und erreicht sein Ziel ohne das irgendjemanden erstrecht dem Kind daraus ein Nachteil erwachsen wäre. Der Nachteil ist man braucht oftmals einen Geduldsfaden von hier bis zum Mond, weil es halt nicht von heut auf morgen geht.
Ich gebe zu das von mir oben beschriebene Problem stellt mich vor meine bisher größte Aufgabe wie ich feststellen musste. Dazu muss ich sagen, dass meine kruze Erklärung der komplexität des problems bei weitem nicht gerecht wird.
Es gab nun schon Zeiten in denen ich nicht mehr weiter wusste und Zeiten, wie momentan, in denen ich wie vor eine Wand lief.
ABER ich werde es schaffen!
Mein Lebensmotto hat mir bisher immer dabei geholfen alle Probleme zu lösen!! Und das ist ganz einfach und sollte sich jeder mal durch den Kopf gehen lassen, der mal wieder meint ich kann eh nichts tun:
"Der Glaube macht es wahr!"
Kommentar von Gérard Hofmann:
"Wichtig ist, dass jeder sein Bestes gibt um im Sinn der Kinder zu handeln und, wenn ich mich nicht irre, sieht man doch an Unmengen von Kleinigkeiten, dass die Kinder einem viel zurückgeben von dem was sie bekommen."
Abschließend möchte ich nochmal kurz auf diesen Kommentar eingehen. Ich kann dich beruhigen Gérard du irrst dich NICHT. Die Kinder geben einen noch mehr zurück. Kinder sind die einzigen Menschen, die einem für das was sie bekommen noch vielmehr zurückgeben. Ich denke dies ist und sollte die Motivation für jeden sein etwas für Kinder zu tun!!!
Nun habe ich weit ausgeholt und möchte es nun einfach wirken lassen. Das Unmögliche möglich machen ist ganz einfach, man muss nur daran glauben. Ich hab es schon oft erlebt.
"Der Glaube macht es wahr!"
Gruß
Maik
Kommentar von MaryLou (27.03.07 13:09:56)
Ich fühle mich auf jeden Fall für meine Kids verantwortlich. Sie kommen zu mir weil sie mir vertauen und weil sie wissen, hier können sie Spaß haben, hier passiert ihnen nichts und hier interressiert sich jemand für sie.
Bei uns gab es zum glück noch keine Probleme schlimmerer Art. Das einzige Problem das wir bisher hatten, ist dass ein Kind zwar gern in die Gruppenstunde gegangen ist, sich aber mit niemanden verstanden hat. Da konnte selbst ich nicht mehr helfen. Ich habe mit den anderen Kindern darüber gesprochen und jedes einzelne hat gesagt, sie können sich einfach nicht mit dem Kind befreunden weil es zu schwierig ist. Braucht 100% Aufmerksamkeit des Leiters, machte jedes mal Streit in der Gruppe und hetzte alle gegeneinander auf. Ich weiß dass es nur Freunde gesucht hat aber ich kann schlecht die anderen dazu zwingen. Es ging vielleicht ein Jahr lang gut aber dann hat es freiwillig aufgehört. Es tut mir so leid für das Kind da es ansonsten ja wirlich ein liebes und nettes Kind ist aber ich glaub dass es so das beste war.
Kommentar von Unbekannt (27.03.07 15:19:29)
@ Maik: obwohl es schon eine Weile her ist seit ich das geschrieben habe halte ich an meiner Aussage fest. Aber ich denke du hast mich komplett falsch verstanden.
Ich meine damit das wir als Teamer nicht die geeigneten Personen sind um mit dem Kind diese Probleme zu lösen. Wegsehen ist falsch, sicherlich. Je tiefer man in Psychologie und Erziehungswissenschaften eindringt (weiß ja nicht welche Referenten ihr hattes bzw. was eure Schwerpunkte waren - liegen ja überall anders), desto mehr wirst du feststellen wie viel Wissen und Erfahrung im Hintergrund stehen muss um "richtig" zu therapieren. Dafür brauchst du Dinge die wir Betreuer nicht haben (können/sollen).
Wir Betreuer maßen uns ja oft an Probleme selbst lösen zu können, doch muss man davon Abstand nehmen wenn es um schwere Probleme geht. Konkret meine ich: Schläge von Eltern, sexueller Missbrauch usw. eben alle Dinge die zu schweren Beeinträchtigungen des Heranwachsens eines Kindes zählen.
Da hilft nur ans Jugendamt wenden und so gut wie möglich Halt zu geben für die Freizeit. Alles darüber hinaus macht dich selbst und das Kind kaputt.
Es ist vielleicht etwas schwer zu verstehen wenn du noch nie in einer solchen Situation warst. Erst klingt es nach einem Paradoxon, ist es aber nicht. Du musst dich selbst schützen.
Auch wenn das Beispiel gleich auf den ersten Anschein erfunden und irreal wirkt: ich habe den Fehler jetzt schon mehrere Male gemacht. Es ging einmal soweit das die Mutter eines Jungen mir am Telefon von ihren Sex-Erlebnissen erzählte und der Junge am Ende fragte ob ich denn seine Mutter nicht heiraten wolle. Nun, heute weiß ich das der Junge das von seiner Mutter hatte (übers Jugendamt und persönlich über deren Familientherapeuten).
Das Ganze ging so aus das die Mutter tierisch abgedreht ist und mit ihrem Kind nach Hamburg ziehen wollte, da das Jugendamt kurz davor war ihr das Kind wegzunehmen (sie dachte in Hamburg würde das zuständige Jugendamt das anders sehen).
Es muss dir klar sein in welche Gefahr du dich begibst und das du dem Kind (und dir) keinen Gefallen tust wenn du dich zu tief in solche Sachen verstrickst. Ich war mit dem Ganzen maßlos überfordert und hatte Gott sei Dank andere Ehrenamtliche die mir halfen mich korrekt zu verhalten. Wenn du dir die Frage stellst ob du nicht versuchst den Jungen zu adoptieren läuft was grundlegend falsch. Objektiv gesehen ist das natürlich vollkommener Stuss - ich war damals selbst erst 17 oder 18.
Du brauchst Profis um die Kinder (und deren Eltern) aus so einem Sumpf zu holen, mischst du mit wirst du als Laie darin selbst versinken.
Ich habe hier bisher immer Extreme beleuchtet, bei Erziehungsdifferenzen zwischen zwei Parteien (ich nenn dein Beispiel einfach mal so - würde ich so betiteln), ist es was komplett anders. Da kann es sicher hilfreich sein als Betreuer sanft einzugreifen wie du es tust. Aber geht es um schwerwiegende Dinge, lass die Finger davon, tu dein Möglichstes auf der Freizeit, aber lass darüberhinaus die Finger rauß.
Wobei ich ja schon vor nem Jahr hervorgehoben hab: ich war bei einem öffentlichen Träger - das ist eine andere Welt als eine Kirchengemeinde.
Vielleicht ist ja ein Heimerzieher hier, die berichten öfters von solchen Dingen. Bin allein selbst mit 2 Leuten eng befreundet die lange Zeit im Heim gearbeitet haben und ganz ähnliche Geschichten erlebt haben-
.
Kommentar von Eva-Maria (27.03.07 17:29:46)
Super, dass zu hier eine richtige Diskussion entstanden ist!!!!
Diese Problematik ist ja irgendwie für jeden Gruppenleiter wichtig. "Was würdeich machen, wenn..."Es ist gut auch andere Meinungen zu hören und aus dem Erfahrungsschatz anderer zu provitieren.
Ich leite eine Gruppe Jugendlicher und fühle mich auch außerhalb der "Gruppenstundenzeit" zumindest ein bisschen verantwortlich für "meine" Leute.
Manche stecken natürlich mitten in der Pubertät, da sollte man "auffälliges" Verhalten nicht überbewerten. Aber ich mach mir auch öfter Sorgen, was soll ich tun, wenn ich befürchte ein Mädchen könnte eine Essstörung haben oder höre, dass es manche oft mit dem Alkohol übertreiben???
Wie kann man zwischen "noch normal" und "gefährlich" unterscheiden???
Mit den Eltern reden, ist vielleicht manchmal nützlich, aber wenn sich der Grüppling dann übergangen fühlt kommt er vielleicht nicht mehr? Erstmal mit dem betroffenen Personen sprechen, ist wahrscheinlich die beste Lösung. Sonst kann der Pfarrer eine wertvolle Hilfe sein, er weiß oft besser über Familiensituation etc. Bescheid. Wahrscheinlich würde ich auch unseren Jugendpfleger um Hilfe bitten. Aber man sollte so ein Problem auf keinen Fall an die große Glock hängen, dass wird sonst für die Betroffenen total peinlich.
Zu dem Thema Medikamente: Man soll doch bitte nicht allen Eltern Missbrauch unterstellen!!! Außerdem kann man ja auch als Laie unterscheiden: Asthmaspray, Schilddrüsentabletten etc. sind ja eher harmlos, bei "starken Mitteln" kann man schon vorsichtiger sein.
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